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Das Bucerius Kunst Forum in Hamburg präsentiert William Turner als „Maler der Elemente“. Die Fokussierung auf diese Kernthese macht die Ausstellung zu einem intensiven Seherlebnis

Maler der Elemente



William Tuner, Burning of the Houses of Parliament, 1834

William Tuner, Burning of the Houses of Parliament, 1834

Was hätte William Turner wohl gesagt, wenn er hätte voraussehen können, dass ausgerechnet ein Vulkanausbruch in Island das pünktliche Eintreffen seiner Gemälde für eine Ausstellung in Hamburg kurzzeitig gefährden würde? Unvorstellbar, denn Turner hat das Flugzeitalter gar nicht mehr erlebt. Der weltberühmte Londoner Landschaftsmaler lebte von 1775 bis 1851, und in dieser Zeit gab es viele Vulkanausbrüche, Aschewolken und blutrote Sonnenuntergänge in Europa. Das Feuer ist denn auch eines der vier klassischen antiken Elemente, die Turner in seinen Darstellungen immer wieder verarbeitete: Lava spuckende Vulkane, Interieurs mit lodernden Kaminen oder der große Brand der Londoner Houses of Parliament, den William Turner 1834 als Augenzeuge erlebte.


Das Bucerius Kunst Forum bezeichnet Turner im Titel der Schau als „Maler der Elemente“. Genauso äußerte sich etwas abschätzig der zeitgenössische Essayist William Hazlitt. „Seine Zeitgenossen konnten mit William Turners hohem Grad an Abstraktion und Unbestimmtheit nicht viel anfangen“, erläutert Direktorin Ortrud Westheider, die die Ausstellung zusammen mit Inés Richter-Musso kuratiert hat. Immerhin waren zu Turners Lebzeiten schon längst über 30 Naturelemente identifiziert worden. Die Wissenschaft war entsprechend fortgeschritten, aber in der Kunst belässt es Turner bei den vier Urelementen.

Schon in der Ausstellungsarchitektur werden die vier Elemente Erde, Luft, Wasser und Feuer betont. Vier Raumzonen sind dafür eingerichtet. In der Mitte verweisen herausragende Turner-Werke, die an den Außenwänden eines Kubus im Oktogon hängen, noch einmal auf die vier Pole. Im Obergeschoss kommt es dann zu einer Fusion der Elemente. Man erlebt William Turner in seiner vollen Präsenz: Als Maler, der die klassische Perspektivlehre eines Leonardo da Vinci über Bord wirft und den Betrachter durch immer wieder neue Wirbel, Dramatik im Bildaufbau und abstrahierende, dynamische Elemente in seinen Bann zieht. Statt einen, wie damals üblich, blauen Tiefenhintergrund zu malen, stellte er bestimmte Punkte auf seinen Gemälden scharf. Eigentlich eine eher moderne Form des Malens, die an das Spiel mit Schärfe und Unschärfe in der Fotografie erinnert.

„Die Elemente sind bei Turner, ähnlich wie in den großen Historiengemälden und biblischen Darstellungen die Akteure und bestimmen das Bildgeschehen“, erläutert Ortrud Westheider. „Das ist die große Leistung, weil er damit revolutionär ist für seine Zeit und später auch stilprägend für die Impressionisten. Ihm gelang es, den Betrachter unmittelbar in seinen Bann zu ziehen.“ William Turner hielt es nicht in der großstädtischen Enge Londons. Er begab sich immer wieder auf Reisen: in den Norden Großbritanniens, später in die Alpen bis nach Italien. Was er sah, hielt er noch während der Reisen fest. Er hatte stets große Bögen Aquarellpapier dabei, die er sich in kleine Formate schnitt. So bewegte er sich fast wie ein moderner Reporter. Er sammelte Informationen, reagierte auf Zeitungsberichte und Erzählungen anderer Reisender. Die großen, ausgearbeiteten Landschaftsgemälde entstanden dann später in seinem Londoner Atelier.

Die Hamburger Schau versammelt Aquarelle, Zeichnungen und Ölgemälde des britischen Malers. Immer wieder steht das Feuer im Zentrum seines Interesses. Als 1815 im Pazifik der Vulkan Tambora ausbrach, änderte sich das Licht in Europa. Ungewöhnlich verfärbte Sonnenuntergänge und Landschaften in atemberaubendem Abendlicht prägten auch die Wahrnehmung Turners. Daher griff er in seinen Landschaftsdarstellungen zu ungewöhnlichen Farben. Erdtöne, Gelb und Ocker, gewagte Farbkompositionen in Meeres- und Wolkendarstellungen machen seine Bilder zu einem sinnlichen, kraftvollen Schauerlebnis.

Die Ausstellung wandert später in das gerade neu eröffnete Ausstellungshaus Turner Contemporary im englischen Seebad Margate. Dort soll in Zukunft, unterstützt von der Londoner Tate, die auch einen Großteil der Leihgaben stellt, William Turner im Spiegel zeitgenössischer Kunst gezeigt werden.

Die Ausstellung „William Turner. Maler der Elemente“ ist bis zum 11. September zu sehen. Das Bucerius Kunst Forum Hamburg hat täglich von 11 bis 19 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 5 Euro. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist der Eintritt frei. Der 256seitige Katalog aus dem Hirmer Verlag kostet in der Ausstellung 29 Euro, im Buchhandel 39,90 Euro.

Kontakt:

Bucerius Kunst Forum

Alter Wall 12

DE-20457 Hamburg

Telefon:+49 (040) 360 996 0

Telefax:+49 (040) 360 996 36

E-Mail: info@buceriuskunstforum.de



07.06.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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