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Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Mit Meisterwerken von Cranach, Vermeer und Perugino reflektiert die Bayerische Staatsgemäldesammlung über die bewegte Geschichte einer der bedeutendsten Sammlungen Europas. Anlass dazu ist das 175jährige Bestehen der Alten Pinakothek

Jubiläum mit Vermeer als Gast



Jan Vermeer, Frau mit Waage, um 1664

Jan Vermeer, Frau mit Waage, um 1664

Auch Wermutstropfen gehören zu einem Jubiläum: Als die private Gemäldesammlung des bayerischen Königs Max I. Joseph nach seinem Tod 1826 zur Begleichung seiner nicht gerade geringen Schulden versteigert wurde, stand auch Jan Vermeers „Frau mit Waage“ zum Verkauf. Vieles wie Gerrit Dous „Näherin“ oder Willem van de Veldes „Seesturm“ haben die Söhne des Königs oder der Staat auf der Auktion erworben und ist bis heute im Besitz der Bayerischen Staatsgemäldesammlung. Vermeers Meisterwerk gehörte bedauerlicher Weise nicht zu den Favoriten von Prinz Karl und König Ludwig, es ging damals als Arbeit von Gabriel Metsu für 801 Gulden in andere Hände und ist heute eines der Top-Exponate der National Gallery of Art in Washington.


Bis Mitte Juni ist das „verloren gegangene“ Meisterwerk von 1663/64 noch in der Alten Pinakothek zu sehen als Krönung mit bitterem Beigeschmack für die Sonderausstellung „Vermeer in München – König Max I. als Sammler Alter Meister“. Sie ist eine der vielen Sonderschauen, die sich um das 175jährige Bestehen der Alten Pinakothek und letztlich um den heutigen Bestand der Bayerischen Staatsgemäldesammlung ranken. Und auch wenn der starke Magnetismus des Vermeers nicht wegzureden ist, man muss in dieser intimen Studioausstellung nur auf die gekonnt komponierte „Landschaft bei regnerischem Wetter“ von Jacob van Ruisdael schauen, der die Nervosität der Situation durch eine hell erleuchtete, schwungvolle Kurve auf einer Lichtung zum Ausdruck bringt, oder einen Blick werfen auf die mit Licht und Schatten und scharfen Diagonalen stimmungsvoll inszenierte „Steinerne Brücke“ von Jan Asselijn, einem niederländischen Meister, der wie Nicolaes Berchem für italienisch angehauchte, nordeuropäische Fantasielandschaften steht – man muss nur diese beiden Gemälde betrachten, um zu verstehen, dass auch schon vor Ludwig I., der als großer Kunstliebhaber und Bauherr der 1836 von Leo von Klenze fertiggestellten Pinakothek in die Geschichte einging, die bayerischen Herrscher mit beachtlichem Kunstverstand ausgestattet waren.

Max I. Joseph darf da nicht unterschätz werden. Dem Rahmen einer privaten Sammlung angepasst, hatte er als Kunstliebhaber und nicht als Staatsmann eine Reihe exzellenter niederländischer Altmeister-Gemälde in eher kleinem Format – meist Landschaften und Seestücke – zusammengetragen, von denen bis heute viele zu den Vorzeigeobjekten der Pinakotheken gehören wie beispielsweise Frans Posts, im Stile idealer Landschaften gemalte „Brasilienansichten“ aus der Mitte des 17ten Jahrhunderts oder Allart van Everdingens und Ludolf Backhuysens Seestücke. Die Kennerschaft Max I. Josephs offenbart bis heute letztlich der Kunstmarkt. Philips Wouwermans „Winterlandschaft“, auf der Auktion von 1826 von Prinz Karl von Bayern erworben, fand sich 2002 im Angebot eines der größten Altmeisterhändler Europas bei Johnny van Haeften wieder. Isaac van Ostades Gemälde „Winterlandschaft auf eingefrorenem Kanal“, das die Staatsgemäldesammlung einst besaß und 1940 gegen Willem Kalfs „Stillleben mit Porzellankanne“ eintauschte, erzielte im Sommer 2010 bei Sotheby’s in London einen Bruttopreis von 1,8 Millionen Pfund.

Wer heute durch die Alte Pinakothek flaniert, dem wird sich mit aller Wahrscheinlichkeit der Rubens-Saal ins Gedächtnis schreiben. Bei so viel barocker Wucht erscheint das Werk des großen Reformationsmalers Lucas Cranach, das mit den zwei Tafeln „Adam und Eva“, die in der Cranach-Forschung als die Prototypen einer großen Zahl nachfolgender Adam- und Eva-Darstellungen gesehen werden, oder mit der Kreuzigung Christi von 1503, dem wohl frühesten, großformatigen Cranach-Gemälde, fast an den Rand gedrängt. Zumal die Alte Pinakothek auch mit überragenden Arbeiten Albrecht Dürers aufwarten kann. Da kann schnell vergessen werden, dass die Bayerische Staatsgemäldesammlung mit mehr als 100 Werken des Wittenberger Malerfürsten neben Dresden den zweitgrößten Cranach-Bestand der Welt besitzt. Allerdings ist nicht alles auf München konzentriert, sondern vieles in den Zweigstellen in Aschaffenburg, Bamberg oder Kronach, dem Geburtsort des Künstlers, zu sehen.

In der Münchner Sonderschau „Cranach in Bayern“ nun macht die Bayerische Staatsgemäldesammlung deutlich, dass Lucas Cranachs Kunst schon immer zum Bilderprogramm der bayerischen Fürsten zählte. „Das Goldene Zeitalter“ von 1530 etwa, ein fast heiteres Renaissance-Gemälde, das fern biblischer Ikonografie die antikischen Wurzeln dieses tänzelnden Reigens nackter Leiber nicht übersehen lässt, war bereits 1598 in der Münchner Kunstkammer nachweisbar. Wer Cranach heute ausstellt, weiß um die Authentizitätsdiskussion dieses ausufernden Werkes. Man schätzt, dass aus seiner Werkstatt mit elf Gesellen 5.000 Werke hervorgingen. Und so bemerkte Kurator Martin Schawe denn auch: „Aber sie alle konnten Cranach.“ Cranachs Grandiosität liegt denn auch ganz woanders. Allein die 29 ausgestellten Gemälde mit einigen Hauptwerken, wie etwa das 1520 entstandene Werk „Christus und die Ehebrecherin“, offenbaren einen Bildfinder und einen thematischen Virtuosen, der das Porträt sowie mythologische und biblische Themen aus den hehren, idealisierten Sphären auf eine fast nüchtern-menschliche Ebene setzt. Und mitunter ging es in der Werkstatt Cranachs um sehr profane Dinge. Ziemlich unverblümt erzählt „Das ungleiche Paar“ von 1528 von den Trieben dieser Welt, von Liebeslust und Geldgier.

Den glanzvollen Schlusspunkt der Jubiläumsausstellungen setzt dann im Oktober die Ausstellung „Perugino – Raffaels Meister“, die mit dem Altarbild „Die Marienvision des heiligen Bernhard“ aus eigenem Bestand, einem Hauptwerk des um 1500 tätigen Malers, sowie mit Leihgaben aus dem Louvre und aus Florenz der deutschen Renaissance dann die italienische gegenüberstellt. Im weitesten Sinne eine Hommage an den Gründer der Alten Pinakothek, König Ludwig I., dessen Begeisterung ja vor allem der italienische Renaissance und der altdeutschen Malerei galt.

Folgende Ausstellungen finden zum Jubiläum statt:

  • „Vermeer in München. König Max I. Joseph von Bayern als Sammler Alter Meister“, bis 19.06. 2011

  • „Schätze aus dem Depot“, bis zum 15. Januar 2012

  • „Cranach in Bayern“, bis zum 17. Juli 2011

  • „Drunter und Drüber. Altdorfer, Cranach und Dürer auf der Spur“, vom 17. Juli bis zum 18. September 2011

  • „Die Alte Pinakothek in historischen Fotografien“, vom 28. Juli bis zum 18. September 2011

  • „Perugino – Raffaels Meister“, vom 13. Oktober bis zum 15. Januar 2012

    Die Alte Pinakothek ist täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, dienstags von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 5 Euro, ermäßigt 3,50 Euro.

  • Kontakt:

    Alte Pinakothek

    Barer Straße 27

    DE-80799 München

    Telefon:+49 (089) 23 80 50

    Telefax:+49 (089) 23 80 52 21

    E-Mail: info@pinakothek.de



    27.05.2011

    Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Sabine Spindler

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    14.04.2011, Cranach in Bayern

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    17.03.2011, Schätze aus dem Depot

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    17.03.2011, Vermeer in München. König Maximilian I. Joseph von Bayern als Sammler Alter Meister

    Bei:


    Bayerische Staatsgemäldesammlungen

    Bericht:


    Perugino in der Alten Pinakothek

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    Jacob van Ruisdael, Dünenlandschaft, 1647
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    Lucas van Valckenborch, Der Babylonische Turmbau, 1568
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    Jacob van Ruisdael, Eichen an einem Gießteich, um 1670
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    Lucas Cranach d.Ä., Zug der
 Israeliten durch das Rote Meer (Untergang des Pharao), 1530
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    Jacob van Ruisdael, Dünenlandschaft, 1647

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    Lucas van Valckenborch, Der Babylonische Turmbau, 1568

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    Jacob van Ruisdael, Eichen an einem Gießteich, um 1670

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    Lucas Cranach d.Ä., Zug der Israeliten durch das Rote Meer (Untergang des Pharao), 1530

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    Lucas Cranach d.Ä., Kurfürst Friedrich III. der Weisen von Sachsen, 1532

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    Lucas Cranach d.Ä., Christus und die Ehebrecherin, um 1520

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    Philips Wouwerman, Dünenlandschaft, um 1650

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    Willem van de Velde d.J., Ruhige See, um 1660

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    Paulus Potter, Bauernfamilie mit Vieh, 1646

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    Frans Post, Brasilianische Landschaft mit Ameisenbär, 1649

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    Lucas Cranach d.Ä., Das Goldene Zeitalter, um 1530

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    Lucas Cranach d.Ä., Ungleiches Paar (Der alte Buhler), 1528

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    Nicolaes Berchem, Flussufer mit orientalischen Kaufleuten, 1657

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