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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Die Internationalisierung des Dorotheums bei Angebot und Nachfrage zahlt sich aus. Nicht zuletzt dank eifriger Kunden aus dem Ausland konnte das Wiener Auktionshaus das bisher beste Ergebnis mit Moderner Kunst erwirtschaften

Rasanter Aufstieg



Alexej von Jawlensky hielt, was er für die Auktion moderner Kunst im Wiener Dorotheum versprach, ja mehr als das: Die beiden Werke, die von ihm aus deutschem Privatbesitz eingeliefert wurden und den Beginn der rund 120 Losnummern bestritten, konnten in der vergangenen Woche ihre Schätzungen noch bei weitem übertreffen. 340.000 Euro aus italienischer Hand erzielte sein „Abstrakter Kopf: Sinnend“ aus der Zeit um 1929/30, vorgestellt mit einer Schätzung von 200.000 bis 300.000 Euro, und sogar auf 510.000 Euro kam eine seiner Wasserburger Landschaft mit Häusern hinter einer saftigen grünen Wiese, entstanden während eines Sommeraufenthalts 1907 am Beginn der besten Schaffenszeit des Künstlers. Das mittelgroße Ölbild zog auch deswegen so große Aufmerksamkeit auf sich, weil es der bisherigen Forschung nicht bekannt und auch nie öffentlich ausgestellt war. Es wurde einst durch den Münchner Hofrat Vincenz Bredauer direkt vom Künstler erworben und verblieb seither in Familienbesitz. Die Schätzung hatte hier bei 180.000 bis 280.000 Euro gelegen. Ebenfalls aus Deutschland nach Wien gelangt war Paul Klees zartes Aquarell „Seeufer bei Regen“ aus dem Jahr 1913. Hier fiel der Zuschlag mit 150.000 Euro indes nicht ganz so hoch aus wie erwartet: 180.000 bis 220.000 Euro hätten es eigentlich sein sollen.


Insgesamt aber war Auktion am 18. April eine der erfolgreichsten in der Geschichte des Hauses. Mehr als 3,4 Millionen Euro, so viel wie niemals vorher bei der klassischen Moderne im Dorotheum, konnten nach eigenen Angaben umgesetzt werden. Bei hervorragenden 69 Prozent lag die Zuschlagsquote nach Anzahl der Lose. Nicht nur die deutsche, auch die österreichische Moderne brachte zumindest ein herausragendes Ergebnis: 500.000 Euro für Alfons Waldes „Aufstieg“ zweier sportlicher Skifahrer in einer sonnenbeglänzten, schneeweißen Berglandschaft um 1930 sind nun der neue Auktionsrekord und lassen die 420.000 Euro hinter sich, die 2003 für ein Querformat selben Themas in der Galerie Hassfurther erzielt wurden. Einlieferer war jetzt übrigens eine Privatsammlung aus Dänemark (Taxe 250.000 bis 350.000 EUR).

Sehr solide schnitt auch das österreichische Mittelfeld ab mit Anton Faistauers „Blumenstrauß in Walzenkrug auf Teller“ von 1916 für 70.000 Euro, Werner Bergs blauer Winterlandschaft „Nach der Messe“ für 50.000 Euro (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR) oder Carl Molls baumlandschaftlichen Sommerimpressionen „Im Prater – Kalte Lacke“ um 1930 für 85.000 Euro (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR) und „Sonnendurchfluteter Wald, Semmering“, um 1940 für 70.000 Euro (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Wilhelm Thönys um 1935 rasch und sicher in Öl auf den Karton gekritzeltes Panorama über die Dächer, Kuppeln und Türme von Paris steigerte sich sogar von 60.000 bis 80.000 Euro auf 95.000 Euro, ebenso wie Hans Josef Weber-Tyrols koloristisch interessanter Blick auf das Ritter Horn von Jenesien aus. Anstatt 10.000 bis 14.000 Euro kamen hier 18.000 Euro zusammen.

Aufgenommen in die Moderne waren auch einige jüngere Arbeiten wie einer der sieben Güsse von Fritz Wotrubas kubisch aufgerichteter Bronze „Figur I“ von 1961 für 34.000 Euro (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR) und Rudolf Hausners fantastisch-realistisches Ölbild „Alter Billiardspieler – vor ihm sein vertrauter, persönlicher Gegner – aber hinter ihm – wer ist das?“, entstanden in mehreren Arbeitsgängen zwischen 1970 und 1984, nun für 160.000 Euro weitervermittelt und hat damit den ein Jahr alten Spitzenpreis von 112.000 Euro hinter sich gelassen (Taxe 100.000 bis 140.000 EUR). Ein Wehrmutstropfen war der Rückgang einer Ölstudie zu Albin Egger-Lienz’ letztem, unvollendetem Gemälde „Die Familie“ oder „Der Bauer“ 1925/26: 380.000 bis 450.000 Euro wurden hier doch als zu viel empfunden.

Erfolgreich war das Dorotheum auch mit seinen ausgefallenen Offerten, die vor allem die große Bandbreite und gute internationale Vernetzung des Auktionshauses dokumentieren. Óscar Domínguez’ stilllebenartiges Interieur „La couturière“, 1943 unter dem Einfluss der Kunst Picassos entstanden, erfüllte die Erwartungen souverän mit 160.000 Euro, Victor Brauners surrealistische „Dépolarisation de l’intimité“ von 1952 konnte die seinigen mit 120.000 Euro sogar noch um mindestens 20.000 Euro übertreffen. Gut beboten wurden auch die kleineren Arbeiten von Berühmtheiten wie Pablo Picassos rasche Federzeichnung eines „Tête de Picador“ vom 8. Juni 1960 für 50.000 Euro (Taxe 35.000 bis 45.000 EUR) oder seine zeichnerisch aufgefasste Lithografie „Paloma et sa poupée“ von 1952 für 25.000 Euro (Taxe 14.000 bis 15.000 EUR), Fernand Légers „Projet pour São Paulo“ mit einem Figurenknäuel um 1952 für 42.000 Euro (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR) oder eine abstrakte Himmelskomposition Joan Mirós von 1962/67 in Aquarell, Gouache, Tusche, Kohle und Kugelschreiber für stolze 66.000 Euro (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR). Auch Man Rays skurriles Ready-made „Objet indestructible“ von 1923 überzeugte die Bieter zu hohen 34.000 Euro (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR).

Weniger Furor machten dagegen diesmal die Italiener. Eines ihrer Hauptlose, Giacomo Manzùs tief in seinen Mantel eingehüllter „Cardinale seduto“ von 1960, blieb bei 50.000 bis 70.000 Euro unerlöst und wurde in dieser Eigenschaft von Medardo Rossos antikischer Bronzebüste des Florentiner Renaissancepolitikers Niccolò da Uzzano von 1902/03 bei 55.000 Euro abgelöst (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Bei der Malerei erreichten Antonio Calderaras früher neusachlicher Blick auf den „Lago d’Orta“ von 1931 und Antonio Donghis 1951 in naiver Tradition gemalte „Paesaggio n.1“ jeweils 32.000 Euro (Taxen 10.000 bis 15.000 EUR und 32.000 bis 38.000 EUR).

Auf ähnliche Werte – 28.000 Euro und 30.000 Euro – kamen Mauro Reggianis konstruktivistische Malerei „Composizione no. 1“ von 1939 und Zoran Musics „Cavallini“ von 1966, jeweils im Rahmen der Schätzungen. Sechs naiv-drollige Menschentypen Antonio Buenos, entstanden 1980 als ein „Minimuseo“, konnten ihren Wert auf 34.000 Euro etwa verdoppeln. Taxgerechte 24.000 Euro brachte Marino Marinis flott hingemalter „Cavaliere“ mit erhobenen Armen von 1955. Bei den Grafiken setzte sich erwartungsgemäß Giorgio Morandis Radierung „Natura morta con la tazzina bianca a sinistra“ von 1930 zur oberen Schätzung von 18.000 Euro an die Spitze. Seine stille Zeichnung dreier kompakt angeordneter Gefäße positionierte sich mit 17.000 Euro nur knapp darunter (Taxe 12.000 bis 16.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



23.05.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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 Seeufer bei Regen, 1913
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Mauro Reggiani, Composizione no. 1, 1939

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Taxe: 25.000 - 30.000 EURO

Zuschlag: 28.000,- EURO

Losnummer: 962

Medardo Rosso, Niccolò da Uzzano, 1902/03

Medardo Rosso, Niccolò da Uzzano, 1902/03

Taxe: 30.000 - 40.000 EURO

Zuschlag: 55.000,- EURO

Losnummer: 959

Paul Klee, Seeufer bei Regen, 1913

Paul Klee, Seeufer bei Regen, 1913

Taxe: 180.000 - 220.000 EURO

Zuschlag: 150.000,- EURO

Losnummer: 904

Anton Faistauer, Blumenstrauß in Walzenkrug auf Teller, 1916

Anton Faistauer, Blumenstrauß in Walzenkrug auf Teller, 1916

Taxe: 60.000 - 90.000 EURO

Zuschlag: 70.000,- EURO

Losnummer: 909




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