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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Die Villa Grisebach in Berlin hat ihre „Ausgewählten Werke“ der modernen und zeitgenössischen Kunst diesmal um die Sammlung des Modezaren Dolf Selbach ergänzt

Argwöhnisch gehütet



Ernst Ludwig Kirchner, Stillleben mit Ente und Schnepfen, 1912/20

Ernst Ludwig Kirchner, Stillleben mit Ente und Schnepfen, 1912/20

Ein Stockentenerpel und zwei Schnepfen mussten dran glauben, nachdem Ernst Ludwig Kirchner sich auf seiner Sommerurlaubsinsel Fehmarn 1912 ein Kleinkalibergewehr gekauft hatte und auf Jagd gegangen war. Seine stattliche Beute breitete er dekorativ auf einem Tisch aus, stellte ein kleines Kaffeeservice hinzu und malte sie ab. Acht Jahre später jedoch, als aus dem frühen Kirchner der reife, selbstkritische Kirchner geworden war, gefiel ihm auch dieses Bild nicht mehr so recht. Er fotografierte es zunächst und nahm dann seine Veränderungen vor: Der recht Flügel der Stockente wurde nach unten geklappt, ein neben ihr stehendes Gefäß getilgt, die schimmelgrüne Tischdecke mit einigen Mustern versehen und eine Signatur hinzugefügt – mit der Datierung 1912, versteht sich. Durch diese Radikalkur scheint das Gemälde jedoch nicht verloren zu haben. Die perspektivisch gewagte Komposition, bei der die Tischplatte fast die gesamte Bildfläche einnimmt, verbindet sich mit einer satten Farbigkeit, die Kirchners Mordtat geradezu zu kaschieren scheint: Als seien die Vögel gar nicht tot. Nachdem das in der Höhe genau einen Meter messende Gemälde bereits vor gut vier Jahren in einer Ausstellung im Kirchner Museum in Davos öffentlich ausgestellt war, ist es jetzt für eine Schau über Tierstillleben von der Renaissance bis zur Moderne in der Kunsthalle Karlsruhe im kommenden Winter angefragt. Zwischendurch aber kommt es bei Grisebach in Berlin in den „Ausgewählten Werken“ moderner und zeitgenössischer Kunst für 500.000 bis 700.000 Euro unter den Hammer.


Einmal mehr gehört Grisebachs Hauptauktion am 27. Mai zu den interessantesten ihrer Art auf dem deutschen Kunstmarkt. Zwar ist diesmal kein Millionenwert avisiert, doch sollen in der Frühjahrsrunde mit fünf Katalogen und knapp 1.300 Kunstwerken rund 16 Millionen Euro zusammenkommen. Mit Bedacht sind vornehmlich solche Werke zur Abendveranstaltung arrangiert, die dem Profil des Hauses entsprechen: Expressionismus, Positionen der Nachkriegszeit sowie unumstößliche Größen der jüngeren Gegenwart, stets vor allem mit Blick auf den deutschen Raum, gelegentlich auch Werke ausländischer Meister und bemerkenswerte Erscheinungen etwas abseits der breiten Magistralen.

Zu letzterer Rubrik gehört gleich zu Beginn ein Trio von Gemälden des gebürtigen Pragers Emil Orlik. Dieser interessierte sich, früher als die meisten seiner Zeitgenossen, nicht zuletzt für Kunst und künstlerische Techniken in Japan. 1900 war er dort und im Jahr 1912. Seine Eindrücke und Erinnerungen hielt er fest in einem Pastell mit „Zwei Geishas“ in eben jenem Jahr 1900 (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR), der Verbildlichung eines japanischen Gartens 1904 mit einer an kaligrafische Eigenschaften erinnernden Zeichen- und Maltechnik (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR) sowie dem Ölbild einer japanischen „Frau auf dem Divan“, in Wahrheit erst 1916 im Berliner Atelier des Künstlers entstanden. Alle drei Gemälde waren einst Teil der Sammlung Antonín Dolezals, wurden 1944 von den Nationalsozialisten beschlagnahmt, 1950 von der tschechoslowakischen Regierung verstaatlicht und erst im vergangenen Jahr an die Erben restituiert.

Zu den frühesten Arbeiten der Auktion gehört ein kleines, aber weit ausgearbeitetes Ölgemälde Max Liebermanns aus dem Jahr 1900. Mit raschem Pinselstrich hat der Berliner Impressionist hier einen „Biergarten – Restaurationsgarten“ abgebildet, teilweise so rasch, dass manche Figuren nur angedeutet sind und sich im Hintergrund schier aufzulösen scheinen (Taxe 200.000 bis 250.000 EUR). Im Gegensatz dazu besitzen die drei weiblichen Akte, die August Macke 1913 in eine kaum ausformulierte, nur mit Baum und Wasserquelle angedeutete Landschaft setzte und stellte, große körperliche Präsenz. Das Werk ist ein bemerkenswert unkompliziertes Beispiel aus der letzten Schaffensphase des Künstlers, der ein Jahr später ein Opfer des Ersten Weltkriegs wurde (Taxe 350.000 bis 450.000 EUR). Aus den grafischen Arbeiten ragen Mackes Tuschfederzeichnung „Im Zoologischen Garten“ von 1913/14 im Gleichklang zwischen Mensch und Natur für 50.000 bis 70.000 Euro ebenso heraus, wie Ernst Ludwig Kirchners rarer früher Holzschnitt „Zirkusreiterin – Artistin auf schwarzem Pony“ von 1909 für 100.000 bis 150.000 Euro oder Heinrich Zilles selten große, aquarellierte Zeichnung „Spandauer Arbeiterzug“ von 1906 für 40.000 bis 60.000 Euro.

Prominentestes Beispiel für die Hinwendung eines älteren Künstlers zum Expressionismus ist wohl Lovis Corinth. Sein in Deckfarbe auf Velin geworfenes Blumenstillleben von 1923 ist eine derart explosive Farbmischung, dass man bereits an das amerikanische action painting zu denken geneigt ist (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR). Tendenzen der Neuen Sachlichkeit nimmt Felix Nussbaums „Radrennsieger II“ von 1929 auf. Schon allein die Enge des Raumes, nicht zuletzt aber auch die schwarze Funktionärsgestalt, die hinter dem bekränzten Sportler steht, lösen noch heute das Unbehagen aus, das viele Menschen der späten Weimarer Republik befiel. Das mit einer beeindruckenden Ausstellungsliste von 1929 bis 2005 versehene Gemälde wird für 150.000 bis 200.000 offeriert.

Im selben Jahr 1929 richtete der Schweizer Adolf Dietrich einen nüchternen Blick auf die „Tobelmühle“ inmitten einer herrlichen Untersee-Landschaft. Präzise wie eine Farbfotografie ist dieses „Hausportrait“ ausgeführt (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR). Der meistangebotene Künstler der Auktion nach Emil Nolde, dessen Aquarelle bis zu 120.000 Euro kosten sollen, ist Hermann Max Pechstein. Von ihm allein gibt es vier Ölbilder, darunter das „Stillleben mit Buddha und Obstschale“ von 1923 aus altem New Yorker Familienbesitz für 80.000 bis 120.000 Euro und die kraftvolle „Nordische Landschaft“ von 1931, die gerade erst in der großen Pechstein-Retrospektive in Kiel, Regensburg und Ahlen zu sehen war, für 150.000 bis 200.000 Euro.

Eindeutige Tendenzen zur Abstraktion zeigt bereits 1916 Alexej von Jawlenskys Ölbild „Große Variation: Grüner Schimmer“, in welchem monochrome, ungemischte Farbflächen ohne Vorzeichnung zu einer fast gegenstandslosen Komposition zusammengefügt werden. Als Grundmotiv diente ihm für diese Serie der „Variationen“ sein Fensterausblick im schweizerischen Exilort St. Prex am Genfer See, wohin er sich infolge des Kriegsausbruchs zurückgezogen hatte (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR). In seinen „Abstrakten Köpfen“ der späten 1920er Jahre, von denen ein Exemplar aus der Zeit um 1927 für 140.000 bis 180.000 Euro zum Aufruf kommt, übertrug Jawlensky sein Bestreben nach Abstraktion auf den menschlichen Gesichtsausdruck. Liegt hierin ein Zug von einer eigenen Sentimentalität, so ist Paul Klees Kopf „Ohne Titel“ um 1939, also kurz vor dem Tod des Künstlers entstanden, eine Chiffre für Endlichkeit und Auflösung menschlicher Existenz (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR).

Gänzlich vom Gegenstand der sichtbaren Wirklichkeit löst sich Rudolf Bauer 1924 mit seinen im schwerelosen Raum schwebenden Flächen und Körpern „Contrast“. Bauers Werk ist erst in den letzten Jahren auch dem deutschen Kunstmarkt zunehmend in den Blick gekommen, etwa durch zwei spektakuläre Bildversteigerungen bei Van Ham in Köln. Grisebachs Schätzung von 120.000 bis 150.000 Euro scheint daher nicht überzogen. Als Hauptvertreterin der Berliner Dadaisten tritt Hannah Höch mit der grotesken Fotocollage „Aus der Sammlung: Aus einem Ethnographischen Museum Nr. IX“ von 1925 in Erscheinung (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). In den 1930er Jahren wird das Angebot an bedeutenden Gemälden bei Grisebach naturgemäß erst einmal etwas dünner. Otto Dix’ „Gletscher im Engadin“ bildet hier eine Ausnahme: Die 1938 datierte Mischtechnik zeigt den altmeisterlichen, fast magisch-realistischen Stil in des Künstlers mittlerer Schaffenszeit in beeindruckender Präsenz (Taxe 180.000 bis 240.000 EUR).

Aus der Nachkriegszeit kann Grisebach vor allem abstrakte Kunst anbieten, nicht zuletzt dank einer Einlieferung von Beständen aus der Sammlung der insolventen Arcandor AG, ehemals Karstadt AG. Walter Deuss, der ehemalige Vorstandsvorsitzende von Karstadt, ließ damit die Firmenzentrale in Essen ausstatten. Hierzu gehören unter anderem zwei Hauptwerke Ernst Wilhelm Nays: „Chromatische Scheiben“ von 1960 auf einer Riesenleinwand von fast dreieinhalb Metern Breite mit Hoffnung auf einen neuen Auktionsrekord bei 450.000 bis 600.000 Euro und die deutlich kleineren „Blätter und schwarzen Punkte“ von 1954 für 250.000 bis 350.000 Euro; ferner Gerhard Hoehmes zarte Farbflächenstruktur „Paradies für Träumer“ von 1957 (Taxe 70.000 bis 100.000 EUR) und Emil Schumachers pastoses Breitband „Gagaola“ von 1963 (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR).

Andere Positionen vertreten zunächst zwei Spätwerke des surrealistischen Altmeisters Max Ernst: das kleine Ölbild „Of Birds And Beasts“ aus dem Jahr 1957 (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR) und die poetische Landschaftsvision „Ein Mond ist guter Dinge“ von 1960 (Taxe 140.000 bis 180.000 EUR). Freunde des Massengrafikers HAP Grieshaber werden sich vielleicht über die Offerte seines „Männerwaldes“ aus dem Jahr 1967 freuen: Es handelt sich um die acht Entwürfe zu einer Holzschnittfolge, die der Künstler anlässlich der Weltausstellung in Montreal anfertigte. Dargestellt sind jeweils vier Götter und Könige der Antike. Erst kürzlich war die insgesamt fast fünf Meter breite Bilderfolge im Musée Würth France im elsässischen Erstein ausgestellt (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Für die Konkrete Kunst steht dann Richard Paul Lohses rational strukturierte, prominente Leinwand „Progression von vier gleichen Gruppen“ aus den 1950er und 1960er Jahren (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR), für die Untersuchungen der Qualität von Farbe Gotthard Graubners ausladender Farbraumkörper in Schwarz mit Ausbuchtung nach unten von 1972 (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR).

Bekannte Größen listet die Offerte von Kunst der jüngeren Generation: Sigmar Polke stellt eine unbetitelte Stoffbahn von 1993, über die sich amöbenartig die Dispersionsfarbe ausbreitet, für 90.000 bis 120.000 Euro für Verfügung, Gerhard Richter ein vorwiegend graues Abstraktes Bild mit der Werknummer 754-3 von 1992 für 180.000 bis 240.000 Euro, Markus Lüpertz ein frühes schwer lastendes „Tunnelbild“ von 1967 für 40.000 bis 60.000 Euro und Albert Oehlen die in unverwechselbar pastelliger Farbigkeit auf die Leinwand gewischten „3 Amigos II“ von 2000 wiederum für 180.000 bis 240.000 Euro. Neo Rauchs frühe gegenständliche Leinwand „Notte“ von 1998 mit einigen Motten war bereits im Juni 2009 bei Sotheby’s in London für 180.000 bis 250.000 Pfund im Angebot. Jetzt sollen es 120.000 bis 150.000 Euro sein. Mit Ed Ruschas unter anderem unter Verwendung von Schwarzpulver geschaffenem Schriftzug „Pig“ von 1970 (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR) und einem kleinen Ölbild Francis Alÿs’, auf dem lediglich eine von einem Männerarm gehaltenes weiße Sechseckfläche als Bild für einen Eisblock über türkisfarbenem Grund zu sehen ist, sind auch ein paar Werke ausländischer Künstler im Programm dabei (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR).

Hauptwerk der plastischen Arbeiten ist ein Lebzeitguss von Georg Kolbes „Brunnentänzerin“ aus dem Jahr 1922, die Kleinversion einer lebensgroßen Kalksteinbrunnenfigur, die der Bildhauer für die Villa des Berliner Versicherungsdirektors Heinrich Stahl in Dahlem anfertigte. Dieser Brunnen befindet sich heute im Berliner Georg-Kolbe-Museum, ein weiteres Exemplar der bei Grisebach angebotenen Plastik ist im Museum Ludwig Köln zu bewundern (Taxe 180.000 bis 240.000 EUR). Zu den bekanntesten Werken Ernst Barlachs gehört wohl die Bronze „Der singende Mann“ von 1928, den Grisebach nun in einem posthumen Bronzeguss mit bemerkenswerter gelblicher Patina für 100.000 bis 150.000 Euro offeriert. Nicht nur im Titel „Aegina“, sondern auch in der Haltung des lebensgroßen, liegenden Frauenakts von 1966 deutet sich ein Interesse Gerhard Marcks’ an der antiken Plastik an (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR).

In der Zeit von August bis Dezember 1945 ist Ewald Matarés Beschäftigung mit einer Mondsichelmadonna durch Tagebucheinträge dokumentiert. Das schlanke, etwas unterlebensgroße Eschenholzstandbild, das zuletzt 1978 öffentlich ausgestellt war, ist nun für 80.000 bis 100.000 Euro zu haben. Wiederum aus der Sammlung von Arcandor kommt eine der stacheligen, ausladenden Raumplastiken Norbert Krickes von circa 1959/63, 1969 direkt beim Künstler erworben (Taxe 150.000 bis 250.000 EUR), sowie eine sechsteilige Spiegelwand Adolf Luthers mit insgesamt 448 Spiegeln, um 1977 als Auftragswerk des Kaufhausunternehmens angefertigt (Taxe 80.000 bis 100.000 EUR). Auch ein Aluminiumobjekt mit Lichtvibrationen Getulio Alviani hing ebenfalls bei Karstadt, für den die Arbeit mit Licht als Ursprung der Kunst wie für Luther bestimmend war (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR).

Der mit Grisebachs „Ausgewählten Werken“ zumeist verbundene Sonderkatalog widmet sich diesmal einem Ausschnitt aus der Sammlung des im Februar 2010 verstorbenen Herrenausstatters und Modeschöpfers Dolf Selbach. Neben einigen figürlich-plastischen Arbeiten der ersten Hälfte des 20sten Jahrhunderts wie Alexander Archipenkos Marmorskulptur zweier weiblicher Akte (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR) Renée Sintenis’ schlanker Bronze „Große Daphne“ von 1930 (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR) oder Oskar Schlemmers lustig abstrahierte „Groteske“ von 1923 (Taxe 70.000 bis 100.000 EUR) vereint dieser Ausschnitt großenteils abstrakte Werke der 1950er und 1960er Jahre: Serge Poliakoffs gelb-goldene „Composition abstraite“ von 1959 (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR), ein mittelgroßes durchlöchertes „Concetto spaziale“ Lucio Fontanas von 1956 auf rotem Grund mit farbigen kleinen Glasstücken (Taxe 300.000 bis 500.000 EUR) und eine weitere Komposition Ernst Wilhelm Nays aus der Reihe der Augenbilder unter dem Titel „Zénith“ von 1963 für 200.000 bis 300.000 Euro sind hier wohl die großartigsten Beispiele.

Ein besonderer Liebling des Couturiers war Fernando Botero: Seine in ihrer Dickleibigkeit anmutigen Figuren stolzieren mit einem freundlichen „Bonjour, Monsieur Botero“ durch eine kolumbianische beflaggte Straße 1982 (Taxe 350.000 bis 500.000 EUR) oder sitzen, diesmal in Kohle und Rötel gezeichnet, als eisschleckendes Mädchen in einem Interieur von 1970 (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR). Angezogen war Selbach auch von den Avantgarden der 1960er und 1970er Jahre, so von der ZERO-Kunst mit einem fein wogenden „Kleinen Feld“ aus Nägeln von Günther Uecker aus dem Jahr 1976 (Taxe 140.000 bis 180.000 EUR) oder der quadratischen Hohlspiegelarbeit „Licht und Materie“ Adolf Luthers von 1969 (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Es folgen die „Neuen Wilden“ mit Karl Horst Hödickes schneller Leinwand „Die Abfahrt“ von 1981 (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR) oder Helmut Middendorfs „Sitzendem“ von 1983 (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Hinter dem Schreibtisch des Modezaren hing sein Portrait von Andy Warhol, das er sich 1981 hatte anfertigen lassen (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Selbach behielt diese Werke übrigens stets für sich: Sobald sie seine exklusive Sammlung betreten hatten, wurden sie nicht mehr öffentlich ausgestellt.

Die Auktion „Werke aus der Sammlung Dolf Selbach“ beginnt am 27. Mai um 11 Uhr, um 17 Uhr stehen die „Ausgewählten Werke“ auf dem Programm. Die Besichtigung ist bis zum 24. Mai täglich von 10 bis 18:30 Uhr, am 25. Mai von 10 bis 17 Uhr möglich, der Katalog im Internet unter www.villa-grisebach.de einsehbar.

Kontakt:

Grisebach

Fasanenstraße 25

DE-10719 Berlin

Telefon:+49 (030) 885 91 50

Telefax:+49 (030) 882 41 45

E-Mail: auktionen@grisebach.com



22.05.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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