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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Gegenwartskunst im Wiener Dorotheum

Italienische Dominanz



Anders als bei der modernen Kunst einen Tag zuvor kann das Wiener Dorotheum seine guten Beziehungen in die italienische Kunstszene bei der Auktion zeitgenössischer Kunst am 19. Mai voll ausspielen. In dichter Folge besetzen hier die Italiener einige der vorderen Ränge. An erster Stelle ist Enrico Castellanis „Superficie bianca n. 22“ den Jahren 1963/64 zu nennen, eine großformatige Leinwand, die der 1930 geborene Künstler – einer der letzten noch Lebenden aus der Riege der großen Neuerer der italienischen Kunst – durch rückwärtige Bearbeitung in eine regelmäßige, plastisch-reliefartige Struktur gebracht hat. Kurz nach seiner Entstehung anlässlich mehrerer Ausstellungen, unter anderem der 32. Biennale in Venedig 1964, öffentlich gezeigt, wird das Werk nun nach längerer Abwesenheit aus einer europäischen Privatsammlung für 300.000 bis 400.000 Euro eingeliefert. Ein weiteres Hauptlos ist eine unbetitelte Leinwand des 1964 jung verstorbenen Tancredi, der zu den wichtigsten Exponenten des sogenannten „Movimento Spaziale“ gehörte. Das 1955 datierte Großformat erinnert mit seinen unkontrolliert kreisenden Figuren und Flächen zugleich an die informelle Kunst Emilio Vedovas, mit dem Tancredi seit 1946 in enger Verbindung stand. 180.000 bis 250.000 Euro sollen es hier werden.


Auch im preislichen Mittelfeld tummelt sich eine große Anzahl italienischer Künstler der Nachkriegsmoderne, darunter Agostino Bonalumi mit einer vorhangfaltenartig strukturierten Leinwand ganz in „Blu“ von 1964 (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR) und einer noch deutlicher raumgreifenden Struktur aus Glasfaserkunststoff mit Emailfarbe in „Rosso“ von 1968 (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR), ferner ein kleines „Concetto spaziale“ Lucio Fontanas aus bemalter und durchstoßener Terrakotta aus den späten 1950er Jahren (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR) und Fabrizio Plessis Kombination aus klassischer Skulptur in Form einer antikischen Terrakottavase und Video unter dem Titel „Cariatide Mediterranea“ von 2001 für 45.000 bis 60.000 Euro. Der Pop Art verlieh Valerio Adami eine eigene, unverkennbare Note, die ihre Herkunft aus der Kunst der Zeichnung nicht verleugnen kann. „Shopping (notturno)“ mit zwei schwer deutbaren Interieurszenen ist ein anschauliches Beispiel für diese nicht jedermann zugängliche Kunst (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR).

Unter den österreichischen Anbietern zeitgenössischer Kunst ist das Dorotheum wohl unbestreitbar der vielseitigste. So finden sich neben italienischen Offerten auch Werke französischer, österreichischer und deutscher Künstler auf hohem Niveau. Höhepunkt ist hier Jörg Immendorffs ebenso motivreiches wie buntes „Café Deutschland (Hörerwunsch)“ von 1983 für 140.000 bis 180.000 Euro. Schon im vergangenen November konnte das Dorotheum für 90.000 Euro ein Exemplar aus Anselm Kiefers Bildserie „die Ungeborenen“ versteigern, eine Art transzentende Vision mit Rückgriff auf eine alte chassidische Legende – genau der richtige Stoff für einen ausgewiesenen Mystiker wie Kiefer. Nun gelangt ein weiteres Werk der handüberarbeiteten sowie mit Blei und Glas collagierten Fotografien für 90.000 bis 120.000 Euro zum Aufruf. Selten, dann aber mit beeindruckender Präsenz auf dem Markt sind die eigenartigen Ding-Werke des 1935 geborenen Malers Konrad Klapheck. Auf der Dorotheum-Auktion geht es um sein Gemälde „das Gesetz des Alltags“ aus dem Jahr 1960, das seinen sogenannten Fahrradschellenbildern zuzuordnen ist. Irritiert sieht sich der Betrachter den vier klar sichtbaren, aber völlig stummen Bildfeldern gegenüber, von denen zwei groß und deutlich nummeriert sind (Taxe 90.000 bis 140.000 EUR). Für die abstrakte Kunst stehen Günther Förgs türkisgrüne und graue Farbabschnitte in dem Bleibild „GF88“ von 1988 (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR) oder Helmut Federles sich gegenüberstehende beigefarbene Quadrate in „Basic on Composition (Mulengs)“ von 1992 (Taxe 15.000 bis 25.000 EUR).

Aus heimischen Gefilden stellt das Dorotheum etwas günstigere Arbeiten wie Josef Mikls Farbabstraktion „Der blaue Anker“ von 1960 (Taxe 35.000 bis 55.000 EUR), Franz Wests Farblandschaft „Die Sonne“ von 1996 (Taxe 45.000 bis 55.000 EUR) und Arnulf Rainers wilde Übermalung von „Rembrandt’s Tatzen“ aus dem Jahr 1982 zur Verfügung (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Die jüngere österreichische Kunstszene streift das Wiener Auktionshaus etwa mit Eva Schlegels tiefblauen Wolkenformationen von 2000 (Taxe 10.000 bis 14.000 EUR), Franz Grafs gezeichneter Quadratverschiebung zu einem Kreismotiv (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR), Elke Krystufeks bunt-direkter Selbstdarstellungen „Angry atomic Elke“ von 1998 (Taxe 20.000 bis 26.000 EUR), Brigitte Kowanz’ Schrift-Multiple „Linksknicken, Rechtsknicken“ (Taxe 2.800 bis 3.800 EUR), Erwin Bohatschs braver schwarzbrauner Farbabstraktion von 2000 (Taxe 13.000 bis 17.000 EUR) oder Gottfried Leitners anzügliches Ölgemälde „Heißer Tag 1“ von 1998 (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Aus Deutschland tritt Cosima von Bonins Zaunstück hinzu, das seiner Funktion enthoben als weich-fließende, mit Fleece ummantelte Konstruktion eher psychologische Assoziationen wecken will (Taxe 28.000 bis 35.000 EUR).

Frankreich ist durch Georges Mathieus „L’Adversité Joyeuse“ von 1989 vertreten, ein explosiver, gestischer Farbenrausch des kürzlich neunzig Jahre alt gewordenen Künstlers (Taxe 100.000 bis 130.000 EUR). Bekannt ist die kopflose „Vénus bleue“ von Yves Klein, die die Galerie Bonnier in Genf 1982 in einer Gesamtauflage von 353 herausbrachte. Exemplar Nr. 285 verlangt jetzt 30.000 bis 40.000 Euro. Jean Dubuffets steuert die ebenso hoch bewertete, filigrane Tuschezeichnung „Terre radieuse“ von 1952 bei. Von großem Reiz ist die Gegenüberstellung zweier aus italienischem Privatbesitz eingelieferten Werke des Niederländers Asger Jorn. Zeigt er sich in seinem 1956 in Mischtechnik mit Öl ausgeführten breiten Kopf noch von einer fast sanften, die Malerei des Informel in die Gegenständlichkeit zurückführenden Seite (Taxe 65.000 bis 85.000 EUR), so lebt die rund fünfzehn Jahre später entstandene Leinwand „HOUM-SOUK“ von einer expressiven Kraft, die alle Möglichkeiten einer gegenständlichen Interpretation unter einer breit und kompromisslos aufgetragenen Farbigkeit erstickt (Taxe 70.000 bis 100.000 EUR).

Aus Übersee kommen überwiegend Arbeiten geringeren Wertes aus Pop Art und Nachfolge wie Andy Warhols späte Farbserigrafie „The nun (Ingrid Bergman)“ von 1983 (Taxe 55.000 bis 65.000 EUR), Jonathan Laskers großformatiges erst 2009 im Dorotheum für 35.000 Euro gehandeltes Ölbild „To caress the naked eye“ von 1987 (Taxe 28.000 bis 38.000 EUR) und mehrere große, oft sexuell konnotierte Strichzeichnungen Keith Harings für bis zu 40.000 Euro. Tom Wesselmanns Siebdruck „Big blonde with choker“ von 1992 ist ebenfalls ein typisches Produkt seiner Kunst (Taxe 14.000 bis 16.000 EUR) und spielt wie James Rosenquists Monotypie „Crosshatch and Mutation“ von 1986 mit weiblichen Reizen (Taxe 12.000 bis 14.000 EUR). Doch zeigt sich dann auch die große Bandbreite des angloamerikanischen Angebots, dem auch Pat Steirs nach unten stürzende weiße Ölkaskaden in „The Brussels Group: Misty Mountain Waterfall“ von 1991 (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR) und Peter Doigs „High-Way 2“ in Öl und Aquarell bemerkenswerte Positionen hinzufügen (Taxe 70.000 bis 80.000 EUR). Wieder verstärkt ins Programm sind die fernöstlichen Künstler aufgenommen, wobei mit Feng Zhengjies plakativem Bildnis einer jungen Chinesin von 2005 auch ein alter Bekannter anzutreffen ist (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR).

Überwiegend in England lebte und arbeitete der vor sechs Jahren in London verstorbene Eduardo Paolozzi. Wie viele Suchende der Postmoderne erprobte er neue künstlerische Möglichkeiten auch unter Zuhilfenahme von Materialien, die bisher nicht im Blickfeld der Künstler standen. Eines dieser Erzeugnisse ist die mehr als zwei Meter hohe Aluminiumskulptur „Parrot“ von 1964, die in ihrer technoiden Gestalt den Werken des Österreichers Bruno Gironcoli nahesteht (Taxe 70.000 bis 100.000 EUR). Womit wir bei der österreichischen Skulptur wären, zu der etwa auch Joannis Avramidis’ goldfarben patinierte Bronze „Kopf mit tiefenräumlichen Flächen“ aus den Jahren 1969/82 zu rechnen ist. Trotz Beschränkung auf das Allerwesentlichste ist das menschliche Vorbild noch immer zu erkennen (Taxe 60.000 bis 100.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 19. März um 18 Uhr. Die Besichtigung der Objekte ist bis zum Auktionsbeginn täglich von 10 bis 18 Uhr möglich, der Katalog im Internet unter www.dorotheum.com abrufbar.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



16.05.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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19.05.2011, Zeitgenössische Kunst

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