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Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Die deutschen Fotografen Thomas Hoepker und Daniel Biskup dokumentierten das Leben vor und nach dem Fall des Eisernen Vorhangs in der DDR und in Osteuropa. Zu sehen im Deutschen Historischen Museum in Berlin

Zwischen Mauerbau und Mauerfall



Thomas Hoepker, Kind an der Berliner Mauer, Berlin (West), 1963

Thomas Hoepker, Kind an der Berliner Mauer, Berlin (West), 1963

„Gehweg. Sowjetsektor“ steht auf einem Schild gleich neben der Berliner Mauer. Ein kleiner Junge mit Tretroller hat sich den tristen Ort im Westberliner Wedding als Spielplatz ausgesucht. Der Stacheldraht und die Flutlichtmasten hinter ihm scheinen ihn nicht zu kümmern. „Geh weg! Sowjetsektor.“ Hat man sich in die Bildsprache des 1936 geborenen Fotografen Thomas Hoepker erst einmal eingesehen, dann erhalten Aufnahmen wie diese aus dem Jahr 1963 plötzlich einen ironischen Subtext und mithin eine ganz andere Lesart und Bedeutung. „Chemie gibt Schönheit“ lautet die Werbung auf einem Schaufenster an der Ost-Berliner Karl-Marx-Allee. Die Dame, die gerade vorübergeht, aber hält sich die Nase zu. Ihr stinkt’s offenbar. Einer, der den ironischen Reiz solcher Momentaufnahmen aus dem sozialistischen Alltag immer wieder präzise mit der Kamera herausgearbeitet hat, ist der heute in New York lebende deutsche Fotograf Thomas Hoepker.


Hoepker lebte Anfang der 1970er Jahre zusammen mit seiner damaligen Frau, der Stern-Reporterin Eva Windmöller, in Ost-Berlin. Sie waren als Journalisten akkreditiert und wohnten im Plattenbaukomplex Weißensee im 18. Stock. Der Aufzug streikte häufig, die Heizung aber war zuverlässiger. Sie ließ sich nicht abstellen, auch nicht im Hochsommer. Allen Widrigkeiten zum Trotz knüpften die beiden Freundschaften zu Schriftstellern, Künstlern und Fotografen und stürzten sich in die Arbeit. Thomas Hoepker fotografierte vorwiegend auf der Straße: Paraden, winkende Bürger, Verbots- und Hinweisschilder, Trabis und Lebensmittelläden, schäbige Hinterhöfe, DDR-Mode, Menschen beim Picknick, Kinder auf der Straße. Dabei konnte er sich weitgehend frei bewegen: „Niemand hat mich je nach einem Journalistenausweis gefragt.“

Das Deutsche Historische Museum in Berlin zeigt jetzt unter dem Titel „Über Leben“ rund 280 Fotografien von Thomas Hoepker und seinem jüngeren Kollegen Daniel Biskup. Der Autodidakt Biskup, Jahrgang 1962, begann in den 1980er Jahren mit der professionellen Fotografie. Ihn interessierte der gesellschaftliche und politische Umbruch nach dem Fall der Mauer in Ostdeutschland. Kurz darauf bereiste er dann auch Russland und das auseinanderbrechende Jugoslawien. Seine in Tageszeitungen und Magazinen veröffentlichen Fotos zeigen im dokumentarischen Stil den Übergang vom Kommunismus zu einer Gesellschaft nach westlichem Vorbild. Bilder der Hoffnung und der Verzweiflung, des Trotzes und des Erfindungsreichtums. Biskup offenbart das allmähliche Einsickern westlicher Markenartikel und Werbebotschaften in den ansonsten noch tristen postsozialistischen Alltag. Er dokumentiert aber auch das Flüchtlingselend in Mazedonien und die schwierigen Versuche, zwischen den zerschossenen Fassaden von Sarajevo einfach weiterzuleben.

Thomas Hoepker ist sich der historischen Bedeutung seiner in der DDR entstandenen Aufnahmen bewusst: „Es gibt Bilder, die man selbst in die B-Schublade legt. Doch über die Jahre verändern sie sich. Das eigene Archiv ist immer für Überraschungen gut.“ Hoepker zog es immer wieder auf die Straße. Zugang zur offiziellen DDR war schwer zu bekommen. Behördenwillkür, monatelange Papierkriege und die allgegenwärtige Staatssicherheit erschwerten die Arbeit. Seine kleinen Alltagsbeobachtungen aber sind letztlich viel spannender, als es ein Blick auf die verkrusteten Machtrituale des Staats- und Parteiapparates überhaupt hätte sein können. Hoepker kommt es auf die Zwischentöne an, auf kleine Hinweise und Botschaften. In den 1970er Jahren war die DDR ein unbekanntes Land, und der Alltag hinter der Mauer blieb im Westen weitgehend unbemerkt. „Hoepker hat den ganzen DDR-Schrott schön ironisch und skeptisch festgehalten, egal ob in Schwarz-Weiß oder in Farbe“, lobt sein Freund, der 1976 ausgebürgerte Liedermacher Wolf Biermann im Vorwort des Katalogs die feinsinnige Distanz, mit der er dabei zu Werke gegangen ist.

Die Ausstellung „Über Leben – Fotografien von Thomas Hoepker und Daniel Biskup“ ist bis zum 3. Oktober zu sehen. Das Deutsche Historische Museum Berlin hat täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 6 Euro, bis 18 Jahre ist er frei. Die Kataloge „Thomas Hoepker: DDR Ansichten“ aus dem Hatje Cantz Verlag und „Daniel Biskup: Die DDR, die Sowjetunion und Jugoslawien im Umbruch“ aus der Collection Rolf Heyne kosten 35 Euro beziehungsweise 49,90 Euro.

Kontakt:

Deutsches Historisches Museum

Unter den Linden 2

DE-10117 Berlin

Telefax:+49 (030) 20 30 45 43

Telefon:+49 (030) 20 30 40



19.05.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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11.05.2011, Über Leben - Fotografien von Thomas Hoepker und Daniel Biskup

Bei:


Deutsches Historisches Museum

Bericht:


Rauchwolken über Manhattan

Variabilder:

Thomas Hoepker, Prenzlauer Berg, Berlin (Ost), 1976
Thomas Hoepker, Prenzlauer Berg, Berlin (Ost), 1976

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Thomas Hoepker, Trabant, Berlin (Ost), 1974
Thomas Hoepker, Trabant, Berlin (Ost), 1974

Variabilder:

Daniel Biskup, Kommunistische Demonstranten in Moskau, Mai
 1996
Daniel Biskup, Kommunistische Demonstranten in Moskau, Mai 1996

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Daniel Biskup, Straßenszene in Sarajevo, November 1996
Daniel Biskup, Straßenszene in Sarajevo, November 1996

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Thomas Hoepker, Nach einer Ehrung vor dem Staatsgebäude, Berlin (Ost),
 1975
Thomas Hoepker, Nach einer Ehrung vor dem Staatsgebäude, Berlin (Ost), 1975

Variabilder:

Thomas Hoepker, Neubaugebiet Halle-Neustadt, 1975
Thomas Hoepker, Neubaugebiet Halle-Neustadt, 1975







Thomas Hoepker, Prenzlauer Berg, Berlin (Ost), 1976

Thomas Hoepker, Prenzlauer Berg, Berlin (Ost), 1976

Thomas Hoepker, Trabant, Berlin (Ost), 1974

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Daniel Biskup, Kommunistische Demonstranten in Moskau, Mai 1996

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Daniel Biskup, Straßenszene in Sarajevo, November 1996

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Thomas Hoepker, Nach einer Ehrung vor dem Staatsgebäude, Berlin (Ost), 1975

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Thomas Hoepker, Neubaugebiet Halle-Neustadt, 1975

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Thomas Hoepker, Feierlichkeiten zum 10. Jahrestag der DDR, Berlin (Ost), Oktober 1959

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Thomas Hoepker, Kind an der Berliner Mauer, Berlin (West), 1963

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Daniel Biskup, Warenangebot, Moskau, 2. Mai 1996

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Daniel Biskup, Privater Handel vor dem Kinderkaufhaus Detski Mir, Moskau, Dezember 1993

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Daniel Biskup, Junge beim Wasserholen, Ost – Mostar, November 1995

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Daniel Biskup, Frau mit Brennholz im kroatischen Flüchtlingslager Resnik, Januar 1993

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