Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 25.09.2021 Kunst und Antiquitäten

© Auktionshaus Stahl

Anzeige

Brandung bei Knokke, 1895 / Max Schlichting

Brandung bei Knokke, 1895 / Max Schlichting
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

ohne Titel / Günther Uecker

ohne Titel / Günther Uecker
© Galerie Luther


Anzeige

Madonna del Ponte II / Doris Ziegler

Madonna del Ponte II / Doris Ziegler
© Döbele Kunst Mannheim


Anzeige

Kleine Bucht II (Rio), 1930 / Leo Putz

Kleine Bucht II (Rio), 1930 / Leo Putz
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Ohne Titel - Chromatische Konstellation, 2015 / Heinz Mack

Ohne Titel - Chromatische Konstellation, 2015 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Kunst und Kunsthandwerk bei Schloß Ahlden

Ein Siegel für Prenzlau



Johann Joachim Kändler, Liebespaar mit Vogelbauer, 1736

Johann Joachim Kändler, Liebespaar mit Vogelbauer, 1736

Wieder einmal ist es das Porzellan, mit dem das niedersächsische Auktionshaus Schloß Ahlden seine Kunden regelrecht bezaubert. Produkte aus der Porzellanmanufaktur in Meißen, gleichsam das liebste Kind und eine besondere Schwäche Augusts des Starken von Sachsen, stellen die Toplose der großen Frühjahrsauktion. Aus der bedeutenden Fülle an seltenen und seltensten Stücken höchster Qualität ragen besonders zwei Exemplare heraus. Zum einen eine Zweiergruppe, die den Originaltitel „Liebespaar mit Vogelbauer“ trägt und von dem wohl berühmtesten Meißner Modelleur Johann Joachim Kändler 1736 als eine seiner ersten Krinolinengruppen entworfen wurde. Sie zeigt einen Kavalier in intimer Begegnung mit einer sich von rechts annähernden Dame. Zum anderen eine zweiteilige Tafeldekoration, bestehend aus zwei von Pferden gezogenen Wägen mit einem Paar aus der antiken Mythologie. Es sind der Meergott Poseidon und seine Gemahlin Amphitrite, die sich auf diese Weise einander annähern. Den Wert dieses Ensembles machen nicht nur die um 1745 von Kändler entworfenen Porzellane aus, sondern auch die zeitgenössischen vergoldeten Bronzen, auf denen sie ruhen. Bestechend ist bei beiden Stücken nicht zuletzt die Qualität. 145.000 Euro sind jeweils veranschlagt.


Um diese beiden Hauptstücke gruppiert sich am 14. Mai eine stattliche Reihe weiterer meist figürlicher Porzellane aus Meißen. Neben menschlichen Darstellungen wie dem Figurenpaar „Vogelstellerin und Vogelsteller“ von aus den frühen 1740er Jahren (Taxe 85.000 EUR) oder der Figur des Dottore Baloardo aus der commedia dell’arte um 1740 (Taxe 68.000 EUR) feierte auch die Tierdarstellung in jener Zeit eine große Renaissance. Schöne Beispiele dafür sind unter anderem eine große Jagdgruppe mit einem von Hunden gestellten Auerochsen um 1750/60 (Taxe 28.000 EUR) sowie die nicht minder naturalistische und überdies etwa lebensgroße Wiedergabe einer Drossel aus der gleichen Zeit für 18.000 Euro. Manchmal trat ein funktionaler Aspekt zu den Figuren hinzu. Ein Mohrenpaar beispielsweise dient als Hüter zweier kleiner Deckelgefäße. Kändler entwickelte dieses Motiv etwa um die Mitte des 18ten Jahrhunderts (Taxe 28.000 EUR).

Wenn auch in den entscheidenden Fällen, so muss der Name Kändlers doch nicht immerzu fallen. Einer der wichtigsten Meißner Meister neben ihm ist Johann Friedrich Eberlein, der unter anderem für den Grafen Brühl um 1750 eine Terrine in Form eines hockenden Rebhuhns entwarf (Taxe 16.000 EUR). Friedrich Elias Meyer arbeitete etwa zur gleichen Zeit an seinen „Cris de Paris“, Ausrufer des Pariser Marktes nach Vorbildern aus der Druckgrafik. Daraus gibt es für 16.500 Euro nun eine Gebäckverkäuferin (Taxe 16.500 EUR). Auch beschäftigte er sich wie Kändler mit der Tätigkeit des Vogelstellens, also des Fangens von Vögeln überwiegend für den Ziergebrauch. Sein Paar aus „Vogelsteller“ und „Jägerin mit Vogelnest“ um 1755 lässt gegenüber den etwa zehn bis fünfzehn Jahre älteren Stücken seines Kollegen einen ausgeprägteren Zug ins Graziöse erkennen (Taxe 38.000 EUR). Natürlich ist auch Peter Reinicke mit von der Partie, der sich in enger Zusammenarbeit mit Kändler unter anderem verschiedenen Berufsgruppen, darunter auch derjenigen des Geigers, widmete (Taxe 15.000 EUR).

Andere Porzellanbetriebe kommen nicht so häufig zum Zuge. Johann Peter Melchior verdankt die Manufaktur Höchst den Entwurf für einen Jäger und eine Jägerin mit ihren Jagdhunden um 1770 (Taxe 12.500 EUR). Indes bewegt sich das Paar stilistisch ganz nahe an den Figuren, die Johann Joachim Kändler bereits dreißig Jahre zuvor entwickelt hatte. Einer dieser zufriedenen Jäger aus dem Umkreis des königlich-kurfürstlichen Hofes ist vielleicht für 13.000 Euro zu haben. Unbekannt sind die Meister eines Duos ungewöhnlicher Tafeldekorationen um 1735, die in täuschend echter Weise Blumen in zwei asiatisch inspirierten Blumentöpfen nachahmen (Taxe 38.000 EUR). Eine besondere Spezialität des Hauses stellten ferner die Schneeball- und Vergissmeinnichtvasen dar, die seit etwa 1735 die technische Virtuosität immer weiter auf die Spitze trieben. Zu letzterer Sorte gehört ein Paar aus der Zeit um 1745 mit fein gemalten Watteau-Szenen auf freigehaltenen Bildfeldern (Taxe 26.000 EUR). Geradezu schlicht mutet dagegen eine blauweiße Flötenvase aus der Meißner Frühzeit um 1725 an. Hier zählen Alter und der ungewöhnliche, an chinesischen Vorbildern orientierte Reliefdekor mehr als artistische Brillanz, zumal das Stück laut Marke ausschließlich für den König selbst bestimmt war (Taxe 28.000 EUR).

Gegen das Porzellan sehen die anderen Sparten der mit fast zweitausend Losnummern wieder vollbesetzten Auktion fast ein bisschen bescheiden aus. Im Silber beispielsweise sind allenfalls niedrige zweistellige Zuschläge zu erwarten wie 12.500 Euro für ein Empire-Samowar des Berliner Meisters Johann Ludwig Gerike aus dem Jahr 1817, 14.500 Euro für einen Leipziger Deckelhumpen von Johann Paul Schmidt aus den frühen 1690er Jahren oder 16.500 Euro für einen barocken Deckelhumpen mit szenischen Darstellungen von Jöns Ellerhusen aus Stockholm von 1689. Der Jugendstil, bei Schloß Ahlden ebenfalls nicht gerade unterrepräsentiert, enthält in Form einer großen Tischlampe der New Yorker Studios von Louis Comfort Tiffany um 1910 für geschätzte 32.000 Euro ebenfalls eine nicht unbedeutende Offerte.

Die Möbel, die am 15. Mai auf dem Programm stehen, kommen diesmal über 22.000 Euro für ein Paar ägyptisierender Empirespiegel Potsdamer Herkunft um 1800 nicht hinaus. Ungewöhnlich unter den Dingen des Kunsthandwerks, hier der Rubrik „Varia“, ist schließlich ein gotischer Siegelstempel, mit dem die einstmals stolze Stadt Prenzlau in der Uckermark ihre Urkunden autorisierte. Bis Ende 2010 für circa anderthalb Jahre im Kunsthistorischen Museum im Dominikanerkloster ausgestellt, fehlt es den Prenzlauern bislang an dem nötigen Kleingeld, um das historisch wie künstlerische interessante Dokument wieder in städtischen Besitz zu bringen. 48.000 Euro müssen zusammenkommen.

Nicht ganz mit dem Porzellan mithalten kann auch die Malereiabteilung. Wie gewöhnlich ist hier das Angebot hinsichtlich seiner Qualität insgesamt auch etwas different, Gutes wie ein wildes Getümmel von Katzen und Hund in einer reich bestückten Vorratskammer von Paul de Vos und seiner Werkstatt mit Mittelmäßigem bunt gemischt (Taxe 38.000 EUR). Bei den Alten Meistern liegt der Schwerpunkt auf den Niederländern. Eine abendliche Landschaft mit heimkehrenden Bauern von Jan Wynants (Taxe 18.500 EUR) und Paulus Potters Stier in einer Landschaft mit rastenden Hirten auf kleinem Format sind hier die besten Stücke (Taxe 6.500 EUR). Dem weiteren Umkreis des Italieners Michele Marieschi kann eine Vedute über den Canal Grande mit einem Gewimmel von Gondeln zugewiesen werden. Die Güte des Meisters erreicht sie freilich nicht im Ansatz (Taxe 38.000 EUR).

Bei den Neueren Meistern dominieren gefällige, nicht allzu prätentiöse Landschaften wie Karl Stuhlmüllers herbstlicher Bach mit Schweinhirten von 1898 für 8.500 Euro oder Emil Adams „Parforcejagd bei Pardubitz“ aus dem Jahr 1875 für 16.000 Euro. Dem Symbolismus der zweiten Generation gehörte Alexander Frenz an. Sein Großformat „Geburt der Venus“ zählt allerdings nicht zu seinen besten Arbeiten (Taxe 12.000 EUR). Richtig teuer wird es noch einmal bei einem Gemälde Wilhelm Kuhnerts. Der mehrfache Afrikareisende schuf im Vorfeld seiner zweiten Ostafrikaexpedition 1905 ein ebenfalls großformatiges Gemälde mit einem spähenden Löwenpaar in der Savanne so lebensecht, als sei es direkt vor Ort entstanden. 95.000 Euro sind allerdings ein stolzer Preis. Für die klassische Moderne stehen Oskar Molls Bildnis einer jungen Frau aus dem Jahr 1943 in stilisierter Flächigkeit (Taxe 12.500 EUR) und ein Portrait von Karl Schmidt-Rottluffs Bruder Kurt wohl aus der expressionistischen Zeit um 1910/12 (Taxe 8.500 EUR).

Die Auktion beginnt am 14. und 15. Mai jeweils um 11 Uhr. Der Katalog ist im Internet unter www.schloss-ahlden.de abrufbar.

Kontakt:

Kunstauktionshaus Schloss Ahlden

Große Straße 1

DE-29693 Ahlden

Telefon:+49 (05164) 80 100

Telefax:+49 (05164) 522

E-Mail: auctions@schloss-ahlden.de



13.05.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 17

Seiten: 1  •  2

Events (1)Adressen (1)Kunstwerke (15)

Veranstaltung vom:


14.05.2011, Antiquitäten & Moderne Kunst

Bei:


Kunstauktionshaus Schloss Ahlden

Kunstwerk:

Johann Ludwig Gerike, Samowar, Berlin, 1817
Johann Ludwig Gerike, Samowar, Berlin, 1817

Kunstwerk:

Siegelstempel der Stadt Prenzlau, Prenzlau, 1250/1300
Siegelstempel der Stadt Prenzlau, Prenzlau, 1250/1300

Kunstwerk:

Paar
 Spiegel, Potsdam, um 1790
Paar Spiegel, Potsdam, um 1790

Kunstwerk:

Wilhelm Kuhnert, Spähendes Löwenpaar in der Savanne, 1905
Wilhelm Kuhnert, Spähendes Löwenpaar in der Savanne, 1905

Kunstwerk:

Karl Stuhlmüller, Schweinehirten am Bach, 1898
Karl Stuhlmüller, Schweinehirten am Bach, 1898

Kunstwerk:

Jan Wynants, Abendliche Landschaft mit heimkehrenden Bauern
Jan Wynants, Abendliche Landschaft mit heimkehrenden Bauern

Kunstwerk:

Paulus Potter zugeschrieben, Stier in
 holländischer Landschaft mit rastendem Hirten
Paulus Potter zugeschrieben, Stier in holländischer Landschaft mit rastendem Hirten







Wilhelm Kuhnert, Spähendes Löwenpaar in der Savanne, 1905

Wilhelm Kuhnert, Spähendes Löwenpaar in der Savanne, 1905

Taxe: 95.000,- EURO

Losnummer: 1272

Karl Stuhlmüller, Schweinehirten am Bach, 1898

Karl Stuhlmüller, Schweinehirten am Bach, 1898

Taxe: 8.500,- EURO

Losnummer: 1200

Siegelstempel der Stadt Prenzlau, Prenzlau, 1250/1300

Siegelstempel der Stadt Prenzlau, Prenzlau, 1250/1300

Taxe: 48.000,- EURO

Losnummer: 1922

Johann Joachim Kändler, Vogelstellerin und Vogelsteller, um 1740/45

Johann Joachim Kändler, Vogelstellerin und Vogelsteller, um 1740/45

Taxe: 85.000,- EURO

Losnummer: 849

Paar Spiegel, Potsdam, um 1790

Paar Spiegel, Potsdam, um 1790

Taxe: 22.000,- EURO

Losnummer: 1551

Johann Joachim Kändler, Tafelaufsatz – Die Hochzeit des Meeresgottes Poseidon und seiner Gemahlin Amphitrite, um 1745

Johann Joachim Kändler, Tafelaufsatz – Die Hochzeit des Meeresgottes Poseidon und seiner Gemahlin Amphitrite, um 1745

Taxe: 145.000,- EURO

Losnummer: 858

Paulus Potter zugeschrieben, Stier in holländischer Landschaft mit rastendem Hirten

Paulus Potter zugeschrieben, Stier in holländischer Landschaft mit rastendem Hirten

Taxe: 6.500,- EURO

Losnummer: 1139

 Gebrüder Gerike, Johann Ludwig Gerike, Samowar, Berlin, 1817

Gebrüder Gerike, Johann Ludwig Gerike, Samowar, Berlin, 1817

Taxe: 12.500,- EURO

Losnummer: 184

Johann Joachim Kändler, Dottore Baloardo, um 1740

Johann Joachim Kändler, Dottore Baloardo, um 1740

Taxe: 68.000,- EURO

Losnummer: 856

 Porzellanmanufaktur Meißen, Vase aus dem Besitz Augusts des Starken, Meißen, um 1725

Porzellanmanufaktur Meißen, Vase aus dem Besitz Augusts des Starken, Meißen, um 1725

Taxe: 28.000,- EURO

Losnummer: 874

Johann Peter Melchior, Jäger und Jägerin mit Jagdhunden, um 1770

Johann Peter Melchior, Jäger und Jägerin mit Jagdhunden, um 1770

Taxe: 12.500,- EURO

Losnummer: 812

Johann Paul Schmidt, Deckelhumpen, Leipzig um 1692/94

Johann Paul Schmidt, Deckelhumpen, Leipzig um 1692/94

Taxe: 14.500,- EURO

Losnummer: 271

Jan Wynants, Abendliche Landschaft mit heimkehrenden Bauern

Jan Wynants, Abendliche Landschaft mit heimkehrenden Bauern

Taxe: 18.500,- EURO

Losnummer: 1144




Copyright © '99-'2021
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce