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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Während sich die Sammlung des Galeristen Allan Stone bei Sotheby’s gut schlug, musste die reguläre Auktion mit Gegenwartskunst in New York etwas Federn lassen

Armee der Kuchenstücke



Was für die Impressionisten und Modernen galt, musste Sotheby’s nach seiner zweiten großen New Yorker Abendauktion in diesem Mai auch und gerade für die Gegenwartskunst konstatieren: Gute Kunst ist gefragt, aber nicht zu jedem Preis. Keines der hochgehandelten Stücke konnte die Erwartungen vollkommen erfüllen, was nicht zuletzt den Umsatz auf rund 128 Millionen Dollar an die untere Grenze der Gesamtschätzung drückte. Besonders enttäuschend: Jeff Koons’ lebensgroße Porzellanskulptur „Pink Panther“ von 1988 mit der Sexbombe Jayne Mansfield in inniger Umarmung mit der rosaroten Wildkatze spülte als eines der beiden Spitzenlose nur 15 Millionen Dollar netto in die Kasse. Damit lag sie sogar mit dem Aufgeld von knapp 1,9 Millionen Dollar noch deutlich unterhalb der Taxe von 20 bis 30 Millionen Dollar. Andy Warhols „Sixteen Jackies“ von 1964, ebenfalls mit 20 bis 30 Millionen Dollar bewertet, brachte es lediglich auf 18 Millionen Dollar. Zum nächsthöheren Zuschlagspreis klaffte dann eine große Lücke: Lucio Fontanas weißes „Concetto Spaziale“ von 1965 mit zwölf senkrechten Schnitten blieb bereits an 5,5 Millionen Dollar hängen (Taxe 6 bis 8 Millionen USD).


Wie immer hatte Sotheby’s einige günstig taxierte Werke am Anfang platziert, um die Stimmung anzuheizen, was mit Jim Hodges’ glitzernder Wandinstallation „A Faraway Corner“ aus Spinnennetzen in Messing von 1997 für 900.000 Dollar, Félix González-Torres’ Papierkopienstapel „Untitled (Aparición)“ von 1991 für 1,4 Millionen Dollar (Taxen je 600.000 bis 800.000 USD) und Mike Kelleys 60teiliger Fotoarbeit „Craft Morphology Flow Chart“, für die er 1991 fröhliche Stofffiguren wie Verbrecher fotografierte, für 700.000 Dollar auch gut gelang (Taxe 400.000 bis 600.000 USD). Doch zunehmend zeigte sich, dass das Angebot eine Spur zu bieder war für das auf echte Sensationen so gierige Publikum. Ergiebige Preiskämpfe waren eine Seltenheit. Das betraf alle Ebenen, vor allem aber die Klassiker unter den Gegenwartskünstlern: Ohne Abnehmer blieben David Hockneys Erinnerungsbildnis an seinen Ex-Lover „Peter Schlesinger with Polaroid Camera“ von 1977 (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD) und Ed Ruschas himmelblau hinterfangener Schriftzug „Honey…. I Twisted Through More Damned Traffic to Get Here“ von 1984 (Taxe 3,5 bis 4,5 Millionen USD). Insbesondere auch an Positionen des Minimalismus wie Frank Stella oder Agnes Martin herrschte ein bemerkenswert geringes Interesse.

Willem de Koonings souveränes Liniament „Untitled VII“ von 1986 konnte trotz der Heiterkeit seiner Farben nur 3,75 Millionen Dollar erzielen (Taxe 4 bis 6 Millionen USD). Alexander Calders stilllebenartige „Constellation with Bottles“ von 1943 endete schon bei 2,7 Millionen Dollar (Taxe 3 bis 4 Millionen USD) und wurde von seiner großen schwarzen Metallaußenplastik „The Tree“ aus dem Jahr 1960 bei 2,95 Millionen Dollar überrundet (Taxe 2 bis 3 Millionen USD). Auf ein gewisses Begehren stießen, wie schon bei den Moderneauktionen, Werke in der Nachfolge des Surrealismus: Louise Bourgeois’ deutungsoffene Bronzestele „The Winged Figure“ von 1948 in einer Ausführung von 1993 brachte es auf 2,1 Millionen Dollar (Taxe 1 bis 1,5 Millionen USD), David Smiths nicht minder fantastisches Stahlgestell „Voltri-Bolton II“ von 1962 erreichte 2,6 Millionen Dollar im Rahmen der Schätzung. Auch Jackson Pollock wilde Gouache „Red and Blue“ von 1946 lässt an die Figuren Joan Mirós denken und schnitt mit 1,5 Millionen Dollar gut ab (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen USD).

Andy Warhol, der unbestrittene König der Auktion, sorgte nur in einem Fall für Schwitzen und Zähneklappern: Sein großformatiger übermalter Siebdruck „Shadow (Red)“, entstanden 1978 als abstrakte Arbeit und damit ein Werk aus der Übergangsphase des Künstlers, die auf dem Markt nicht so häufig anzutreffen ist, wurde nach heftigem Gefecht erst bei 4,25 Millionen Dollar vergeben. Lediglich 700.000 bis 900.000 Dollar waren von Sotheby’s für diese Arbeit veranschlagt worden. Ansonsten gingen seine sieben Offerten recht geschäftsmäßig über die Bühne, von den beiden „Round Jackies“ aus dem Jahr 1964 wurde nur eine für 3,25 Millionen Dollar übernommen (Taxe 3 bis 4 Millionen USD). Unter den Werken von Künstlern der jüngeren Generation sind Jean-Michel Basquiats grafittoartige „Eroica I“ von 1988 für 5,2 Millionen Dollar (3,5 bis 4,5 Millionen USD) und Mark Tanseys mit zahlreichen Zwischen- und Seitenmotiven ausgestattetes Höhlenbild „Shades“ von 2001 zur unteren Grenze von 3 bis 4 Millionen Dollar zu nennen.

Die deutsche Kunst bewährte sich zumindest auf dem bescheidenen Preisniveau, auf dem sie angetreten war. Teuerstes Werk wurde erwartungsgemäß Gerhard Richters „Abstraktes Bild“ hauptsächlich in Rot und Grün mit der Nummer 582-2 aus dem Jahr 1985 zur oberen Schätzung von 2 Millionen Dollar. Anselm Kiefers mit allen möglichen Materialien zu einer Bild-Relief gestaltete Arbeit „Dein goldenes Haar, Margarethe!!“ von 1981 verbesserte sich sogar von 700.000 bis 900.000 Dollar auf 1,35 Millionen Dollar, und auch Rosemarie Trockels 1987 in insgesamt drei Exemplaren ausgefertigte Tapisserie mit dem ständig wiederkehrenden Markenzeichen „Made in Western Germany“ machte einen kleinen Satz von 500.000 bis 700.000 Dollar auf 800.000 Dollar. Seinen Ruf als bedeutendster Fotokünstler der Gegenwart verteidigte Andreas Gursky mit seiner horizontal betonten Ansicht „Rhein I“ aus dem Jahr 1996 für 1,8 Millionen Dollar (Taxe 1 bis 1,5 Millionen USD).

Dass Chefauktionator Tobias Meyer dennoch eine insgesamt positive Bilanz der Gegenwartskunst ziehen durfte, verdankt sich insbesondere der Versteigerung von Beständen aus dem Nachlass des Ende 2006 verstorbenen New Yorker Galeristen und Sammlers Allan Stone am Abend zuvor. Dabei war es weniger die erste Hälfte des zweiteiligen Parcours, die insbesondere Arbeiten des amerikanischen Informel umfasste, wenngleich hier mit John Chamberlains bestechend schön komponierter Metallschrottskulptur „Nutcracker“ aus dem Jahr 1958 für 4,2 Millionen Dollar knapp ein neuer Auktionsrekord für den mittlerweile 84jährigen Amerikaner erzielt werden konnte (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen USD). Denn etwas enttäuschend schnitten die eher klassischen Positionen ab: Willem de Koonings bei 5 bis 7 Millionen Dollar als Hauptlos vorgesehene Mischtechnik „Event in a Barn“ von 1947 musste sich bereits mit 4 Millionen Dollar begnügen, Franz Klines großes schwarzes Rechteck auf weißem Grund „Herald“ von 1953/54 mit 2 Millionen Dollar (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD).

Vielmehr war es die zweite Hälfte dieser Sondersitzung, als man sich ausschließlich Werken des amerikanischen Einzelgängers Wayne Thiebaud widmete. Schon der erste Aufruf zeigte, wo es während der nächsten Minuten lang gehen sollte: Statt für 700.000 bis 900.000 Dollar wurden seine „Four Pinball Machines (Study)“ aus dem Jahr 1962 für stolze 3 Millionen Dollar zugeschlagen. Schlag auf Schlag ging es weiter – über eine regelmäßige Ansammlung von „Candies“ von 1965/66 für 2,4 Millionen Dollar (Taxe 500.000 bis 700.000 USD) und einen lustigen „Tie Pile“ von 1969 zur oberen Schätzung von 1,8 Millionen Dollar zum Höhepunkt, ein gleichsam militärisch anmutende Formation leckerer „Pies“ von 1961, die sich zur oberen Taxe von 3,5 Millionen Dollar verabschiedeten. Auch die Bildnismalerei des mittlerweile über neunzigjährigen Künstlers wurde honoriert: Von 1 bis 1,5 Millionen Dollar auf 2,3 Millionen Dollar kletterte sein „Man Reading“ aus dem Jahr 1963. Nur eine der 18 Offerten, eine weniger bedeutende Aktzeichnung aus dem Jahr 1976 für 80.000 bis 120.000 Dollar, fand keine Abnehmer. Zu einem neuen Thiebaud-Auktionsrekord reichte es allerdings nicht: Der alte aus dem Jahr 2007 liegt bei 4 Millionen Dollar.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Sotheby’s New York

1334 York Avenue (at 72nd Street)

US-NY 10021 New York

Telefon:+1 (212) 606 70 00

Telefax:+1 (212) 606 71 07



13.05.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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09.05.2011, The Collection of Allan Stone Vol. I, The Collection of Allan Stone Vol. II The Art of Wayne Thiebaud

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10.05.2011, Contemporary Art Evening Sale

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