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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Winterberg in Heidelberg überzeugt wieder vor allem mit Arbeiten auf Papier aus fünf Jahrhunderten

Dürers Glück



Albrecht Dürer, Das große Glück oder Die Nemesis, um 1501/02

Albrecht Dürer, Das große Glück oder Die Nemesis, um 1501/02

Seinen Ruf als einem der wichtigsten Anbieter für Grafik im südwestdeutschen Raum zu bestätigen, strebt das Heidelberger Auktionshaus Winterberg auch in seiner kommenden Auktion an, nicht zuletzt mithilfe einer gewohnt offensiven Schätzpreisgestaltung. Das trifft schon auf die Alten Meister zu: 53.500 Euro beispielsweise erwartet Winterberg für einen als ausgezeichnet klassifizierten Abzug von Albrecht Dürers berühmtem Kupferstich „Das große Glück oder Die Nemesis“ um 1501/02 – so viel wie noch nie auf dem deutschsprachigen Markt. 65.000 Euro sollen es für eine lavierte Bleistift- und Federzeichnung in Bister von Jean-Honoré Fragonard sein, betitelt „La Fête de Bonne Maman“ und 1926 anlässlich einer Ausstellung im Stedelijk Museum in Amsterdam öffentlich gezeigt. Der Verdacht, dass das Blatt Teil deutscher Raubkunst während der Besetzungen Frankreichs 1940/45 ist, fand sich nicht bestätigt.


Auch im preislichen Mittelfeld der Altmeister liegt der Schwerpunkt auf Druckgrafik und Handzeichnung am 14. Mai. Zum Standardrepertoire gehören beispielsweise Philips Galles Kupferstich „Fortitudo“ aus einer Folge „Die sieben Tugenden“ nach Pieter Bruegel d.Ä. für 9.800 Euro oder Rembrandts Radierungen „Das Reitergefecht“ um 1632 für 7.000 Euro und „Die wandernden Musikanten“ um 1635 für 8.500 Euro. Ebenso aus dem 18ten Jahrhundert Giovanni Antonio Canals fantastische Ansicht der Stadt Padua aus den „Vedute, altre prese da i luoghi, altre ideate“ um 1740 (Taxe 18.500 EUR) und Giovanni Battista Piranesis „Mann auf dem Gerüst“ aus den berühmten „Carceri“ um 1760 für 4.950 Euro. Einzelstücke sind Jonas Umbachs feine Pinselzeichnung einer Landschaft mit einem Tempelfragment, entstanden als Vorstudie zu zwei Radierungen desselben Meisters (Taxe 1.600 EUR), und Carl Gottlieb Guttenbergs bemerkenswert sachliches Interieur einer französischen Bauernstube in einer Rötelzeichnung der zweiten Hälfte des 18ten Jahrhunderts (Taxe 540 EUR).

Im 19ten Jahrhundert nimmt der Anteil der Ölgemälde sichtlich zu. Eugen Brachts Flusswindung bei Norheim an der Nahe, ein Frühwerk des Malers aus dem Jahr 1861 (Taxe 4.000 EUR), Georg Heinrich Crolas romantische Mondnacht über einem bayerischen See von 1837 (Taxe 9.800 EUR) und Christian Malis Landstraße mit Schäfer von 1893 repräsentieren dabei die Landschaft (Taxe 5.800 EUR). Mit Wilhelm Gustav Hasemanns junger Mühlenbacherin mit Goldhaube von 1911 (Taxe 5.800 EUR) und Johann Georg Meyers kleinem „Erdbeermädchen“ für 5.900 Euro ist auch in Richtung Genre und Portrait eine gewisse Vielfalt vorhanden, die Heinrich von Zügel um einige Kühe an der Tränke aus dem Jahr 1911 für 11.800 Euro bereichert.

Doch an der Spitze steht wiederum eine Papierarbeit: Eine in Bleistift gezeichnete und leicht aquarellierte Ansicht der Burg Windeck mit Weinheim im Hintergrund von dem Nazarener Carl Philipp Fohr, der 23jährig im Jahr 1818 im Tiber bei Rom ertrank, ist vielleicht für 15.500 Euro zu haben. Als später Klassizist tritt Johann Michael Wittmer mit der aquarellierten Ansicht von Athen samt Hadriantor und Olympeion um 1833 in Erscheinung (Taxe 4.400 EUR). Da war der Dresdner Maler Eusebius Faber weitaus fortschrittlicher. Seine Tuschfeder- und Tuschpinselzeichnung mit einem kleinen Wanderer in bewaldeter übermächtiger Felsenlandschaft kündet deutlich vom Geist der Romantik (Taxe 2.350 EUR).

Mit rund 650 Losnummern nimmt das 20ste Jahrhundert den größten Teil der Auktion ein. Da die großen Ölgemälde der berühmten Meister bei Winterberg nicht eingeliefert werden, dominiert auch hier wiederum die Grafik. In den Farblithografien Georges Braques wie der Fantasie „Equinoxe“ von 1962 für 19.800 Euro oder Marc Chagalls wie „Les deux Rives“ von 1980 außerhalb der Auflage von fünfzig nummerierten Exemplaren für 32.000 Euro dient sie dazu, das malerische Werk weiterzuentwickeln und vor allem weiterzuverbreiten. Das gilt auch für Pablo Picassos Farbaquatintaradierungen „Nature morte aux Poires et au Pichet“ und „Portrait de Dora Maar“, die lediglich originale Ölgemälde aus dem späten Schaffen des Meisters wiedergeben (Taxen 22.500 EUR und 16.500 EUR). Frühere Druckgrafiken des Meisters stehen dagegen autonom wie die Kaltnadelradierung „Femme assise en Tailleur: Geneviève Laporte“ aus dem Jahr 1951 (Taxe 23.500 EUR). Mit „Roi, je t’attends à Babylone“ von 1973 und einer Neuinterpretation von Francisco de Goyas „Caprices“ von 1973/77 sind zwei der wichtigsten Zyklen aus dem späten Schaffen Salvador Dalís komplett vorhanden (Taxen 14.500 EUR und 21.500 EUR).

Groß ist auch das Angebot an Werken deutscher Expressionisten, darunter Otto Dix’ bekannte Lithografie „Dame mit Reiher“ von 1923 (Taxe 19.500 EUR), Lyonel Feiningers 1918 datierter Holzschnitt einer vielfältig kristallin gebrochenen „Marine“ für 5.800 Euro oder Walter Gramattés traurige Tuschfederzeichnung „Die fernen Geliebten“ von 1919 (Taxe 3.200 EUR). Otto Mueller, einer der treuesten Gäste Winterbergs, stellt mit seiner gelb kolorierten Bleistiftzeichnung eines liegenden weiblichen Aktes um 1925 für 13.500 Euro und der farbig überarbeiteten Lithografie „Polnische Familie“ von 1920/21 für 23.500 Euro gleich zwei bedeutende Arbeiten zur Verfügung. Als eine Künstlerspende für das Deutsche Buchmuseum erschien 1922 in Leipzig Paul Klees Lithografie „Die Hexe mit dem Kamm“ (Taxe 18.600 EUR). Wer etwas abseits der Piste läuft, trifft auf interessante Erscheinungen wie Jankel Adlers sitzenden weiblichen Akt mit hinter dem Kopf verschränkten Armen in braun lavierter Tusche, Sand und Gips aus dem Jahr 1927 (Taxe 8.500 EUR), August Wilhelm Dresslers Radierung einer fast nackt „Schlafenden“ um 1930 (Taxe 100 EUR), Otto Gleichmanns 1919 gedruckte Lithografie „Betende im Gewölbe“, das auseinander zu fallen scheint (Taxe 980 EUR), Fritz Schaeflers farbkräftiges Aquarell „Kuhstall mit Hahn“ um 1923 (Taxe 3.600 EUR) oder sein zartes Pendant „Ostsee I“ des 1943 in Auschwitz ermordeten Julo Levin (Taxe 1.280 EUR).

Das Hauptlos des 20sten Jahrhunderts und zugleich der gesamten Auktion ist jedoch eine Skulptur: Wilhelm Lehmbrucks dunkel patinierte Bronze „Badendes Mädchen“, eine frühe Arbeit aus dem Jahr 1902 noch ganz in der Tradition eines gefälligen Naturalismus ohne den Versuch einer intellektuellen oder emotionalen Umdeutung. 75.000 Euro sind insofern ein anspruchsvoller Preis. Auch den zweiten Platz besetzt keine Grafik, sondern Hans Purrmanns aquarellartig duftiges Ölgemälde „Brunnen der Villa Romana“, 1937 als Teil einer größeren Serie ähnlicher Ansichten der bis heute bestehenden deutschen Kunststiftung in Florenz entstanden (Taxe 65.000 EUR). Ihm zur Seite stehen als Ölgemälde Will Sohls farbexplosives, motivreiches und leicht kubistisches Blumenstillleben für 1.450 Euro und Otto Pippels spätimpressionistische Abendgesellschaft bei Kerzenlicht von 1924 für 10.600 Euro. Vermittelnd zwischen Malerei und Zeichnung tritt Karl Schmidt-Rottluffs Tuschpinselaquarell „Pappeln vor Häusern“ auf, ein Spätwerk aus dem Jahr 1967 für geschätzte 29.800 Euro.

Die Auktion beginnt am 14. Mai um 10 Uhr. Der Katalog ist im Internet unter www.winterberg-kunst.de einsehbar.

Kontakt:

Winterberg Kunst

Hildastraße 12

DE-69115 Heidelberg

Telefon:+49 (6221) 915 990

Telefax:+49 (6221) 915 99 29

E-Mail: info@winterberg-kunst.de



12.05.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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14.05.2011, Auktion 82

Bei:


Winterberg Kunst

Bericht:


Traditionsbewusst

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Albrecht Dürer, Das große Glück oder Die Nemesis, um 1501/02
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Giovanni Battista Piranesi, Der Mann auf dem Gerüst, um 1760
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Georg Heinrich Crola, Mondnacht über einem bayerischen See, 1837
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Eusebius Faber, Wanderer in bewaldeter Felsenlandschaft
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Wilhelm Gustav Hasemann, Junge Mühlenbacherin mit Goldhaube, 1911
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Christian Mali, Landstraße mit Schäfer, 1893
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Eusebius Faber, Wanderer in bewaldeter Felsenlandschaft

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Rembrandt, Die wandernden Musiker, um 1635

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Paul Klee, Die Hexe mit dem Kamm, 1922

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Taxe: 18.500,- EURO

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Eugen Bracht, Landschaft bei Norheim an der Nahe, 1861

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Taxe: 4.000,- EURO

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Carl Gottlieb Guttenberg, Interieur einer französischen Bauernstube

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Taxe: 540,- EURO

Losnummer: 255

Carl Philipp Fohr, Ansicht der Burg Windeck mit Weinheim im Hintergrund, um 1812

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Taxe: 15.500,- EURO

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Christian Mali, Landstraße mit Schäfer, 1893

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Taxe: 5.800,- EURO

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Philips Galle, Fortitudo, 1559

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Taxe: 9.800,- EURO

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Wilhelm Gustav Hasemann, Junge Mühlenbacherin mit Goldhaube, 1911

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Taxe: 5.800,- EURO

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Jonas Umbach, Ruinenlandschaft mit vier stehenden Säulen

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Jean-Honoré Fragonard, La Fête de Bonne Maman

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