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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Kunsthandwerk bei Lempertz in Köln

Hochzeitssilber gegen die Insolvenz



Matthias Hünetiz, Säulenuhr, Hamburg 1660

Matthias Hünetiz, Säulenuhr, Hamburg 1660

Franz Egon von Fürstenberg-Stammheim war ein bedeutender Förderer der romantischen Bewegung am Rhein. Nicht zuletzt seinem Engagement ist es zu verdanken, dass der Kölner Dombau nach einer annähernd dreihundertjährigen Unterbrechung seit 1840 weitergeführt und schließlich zu Ende gebracht werden konnte, und ein weiteres Hauptwerk des neugotischen Kirchenbaus, die Apollinariskirche in Remagen, wäre ohne seine ideelle wie finanzielle Beteiligung ebenfalls undenkbar. Darüber hinaus besaß er eine bedeutende Kunstsammlung, die sich auch auf andere Epochen als das deutsche Mittelalter erstreckte. Ein regelrechtes Kunstkammerobjekt ist eine barocke Säulenuhr, Mitte des 17ten Jahrhunderts in Form einer korinthischen Säule mit spiralartiger Ornamentik gestaltet und mit einem 1660 datierten Werk des Hamburger Uhrmachers Matthias Hünetiz versehen. Den Abschluss des 74 Zentimeter hohen vergoldeten Bronzeobjekts bildet ein Himmelskörper, der die Mondphasen angibt. Irgendwann im 20sten Jahrhundert ging das meisterhafte Stück aus der Fürstenberg-Sammlung in rheinischen Privatbesitz über, und von dort kommt es nun zu Lempertz: Für 50.000 bis 70.000 Euro soll die Uhr in der Kunsthandwerksauktion am 13. Mai versteigert werden.


Das Kunsthandwerk gehört zu den festen Standbeinen des Kölner Auktionshauses, wenn auch der finanzielle Umfang nicht so groß ist wie bei den Alten Meistern oder den Modernen und Zeitgenossen. Dennoch stechen auch diesmal einige bedeutende Arbeiten hervor. Im Porzellan ist dies eine große Meißner Vase um 1735/40 mit ornamentalem Golddekor auf blauem Grund und chinoisen Szenen in vierpassförmigen Bildfeldern (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR). Natürlich darf auch Johann Joachim Kändler nicht fehlen: Unverkennbar sein Entwurf ist die lebensechte Darstellung eines Eichhörnchens um 1750 für 20.000 bis 30.000 Euro, und mit einem eleganten Pilgerpaar in gar nicht pilgergeeigneter Rokokogarderobe wohl von 1741 stellt er ein weiteres Hauptlos der Auktion: 80.000 bis 90.000 Euro sind für die DIN-A4-Blatt-großen Figuren veranschlagt. Das jüngere Porzellan ruft mit einer amphorenartigen Ansichtenvase von KPM, auf der das Brandenburger Tor und das königliche Palais zu sehen sind, den Berliner Klassizismus um 1840 in Erinnerung (Taxe 38.000 bis 40.000 EUR).

Aus dem reichen Fundus des älteren Silbers ragt ein großer Zunftpokal des Nürnberger Meisters Paulus Bair aus der Zeit um 1609/29 hervor. Der Edelmann auf der Spitze des gebuckelten Gefäßes hält ein Schild, auf dem die „Geschwornen Meister“ bis zum Jahr 1670 aufgelistet sind (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR). Preislich übertroffen wird der Pokal indes von einem siebenteiligen Service, das der chinesische Silberschmied Leeching 1883 im Auftrag des deutschen Kaisers Wilhelm I. angefertigte. Es diente als Geschenk des hohen Herrn an seinen Sohn, Kronprinz Friedrich Wilhelm, und dessen Frau Victoria anlässlich ihrer silbernen Hochzeit 1883. Die reiche Motivwelt chinesischer Fantasie ist bis zur Überfülle ausgebreitet. Durch Erbschaft ging das damals noch umfangreichere Service 1901 an Prinzessin Victoria, die Tochter des Kronprinzen- und nachmaligen Kaiserpaares, die freilich durch ihren unsteten Lebenswandel und vor allem die Hochzeit mit dem windigen russischen Emigranten Alexander Zoubkoff 1927 zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten geriet. Im Oktober 1929 wurde das Ensemble ebenfalls bei Lempertz versteigert, und nach 82 Jahren ist es nun erneut für 120.000 bis 140.000 Euro im Angebot.

Dass freilich auch das heimische Rheinland kunsthandwerklich etwas zu bieten hatte, beweist nicht zuletzt die Tradition der Frechener Bartmannkrüge im späten 16ten und frühen 17ten Jahrhundert. Ein besonders eindrucksvolle Exemplar ist ein 1606 datiertes Gefäß mit drei großen Wappenauflagen, mehreren der obligatorischen Bartmaskarons und dem Spruch „Drinck und est Godes nit vergest“ (Taxe 34.000 bis 36.000 EUR). Für die Kunst der Bildteppiche muss man sich wieder weiter westlich wenden, beispielsweise an die Manufacture de Beauvais. Aus ihr stammen die Darstellung eines Frühstücks unter Bäumen nach einer Motivvorlage von François Boucher (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR) und eine groteskenreiche, nicht zuletzt von fernöstlichen Einflüssen durchdrungene Wirkerei um 1700 wohl nach Entwurf von Philippe Béhagle (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR).

Teuerstes Stück im Möbellager ist mit einer Schätzung von 75.000 bis 100.000 Euro ein Dresdner Schreibschrank der frühen 1730er Jahre. Die Annahme, dass das fein gearbeitete, insgesamt aber verhältnismäßig schlichte Stück für das Residenzschloss angefertigt wurde, lässt sich nicht verifizieren. Den etwas behäbigeren rheinisch-fränkischen Barock zeigt ein etwas jüngerer Mainzer Kabinettschrank circa aus der Mitte des 18ten Jahrhunderts (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Durch Stempel dem vielgefragten Pariser Meisterebenisten Roger Vandercruse zuzuordnen ist ein kastenförmiger Sekretär, dessen klassizistische Strenge im Aufbau mit dem noch ganz im Geist des Rokoko gehaltenen floralen Dekor einen reizvollen Gegensatz bildet (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Jüngeren Datums sind eine neugotische Deckenkrone rheinischer Herkunft wohl aus der Zeit von St. Apollinaris in Remagen und Kölner Dombauvollendung sowie ein späthistoristischer Schrank mit fernöstlichen Einschlägen, den die Pariser Brüder Alphonse und Heber Lippmann gegen Ende des 19ten Jahrhunderts wohl unter Verwendung älterer Koromandelpaneele zusammengesetzt haben und der im vergangenen September bei Koller in Zürich für 50.000 bis 90.000 Franken unverkauft blieb (Taxen je 40.000 bis 45.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 13. Mai um 10:30 Uhr. Die Besichtigung der Objekte ist bis zum 11. Mai täglich von 10 bis 17:30 Uhr, am 12. Mai von 10 bis 13 Uhr möglich.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Neumarkt 3

DE-50667 Köln

Telefon:+49 (0221) 92 57 290

Telefax:+49 (0221) 92 57 296

E-Mail: info@lempertz.com



11.05.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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13.05.2011, Kunstgewerbe

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Kunsthaus Lempertz

Bericht:


Teure Laterne

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Vase mit Berliner Ansichten, KPM, Berlin um 1840
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Maison Bloch-Eschwège, Service, Paris 1920er Jahre
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J. C. Klinkosch, Paar Tafelaufsätze, Wien um 1920
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Scheibe mit Kreuzigungsgruppe, Deutschland, 2. Hälfte 15.
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Bartmannkrug, Frechen, 2. Hälfte 16. Jahrhundert
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Kruke, Creußen, Ende 17. Jahrhundert
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Kruke, Creußen, Ende 17. Jahrhundert

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Taxe: 6.000 - 7.000 EURO

Losnummer: 712

Tapisserie „La vendange ou le déjeuner“, Manufacture de Beauvais, ab 1755

Tapisserie „La vendange ou le déjeuner“, Manufacture de Beauvais, ab 1755

Taxe: 60.000 - 80.000 EURO

Losnummer: 750

Matthias Rosen, Becher, Trier um 1770

Matthias Rosen, Becher, Trier um 1770

Taxe: 2.500 - 3.000 EURO

Zuschlag: 3.000,- EURO

Losnummer: 395

 Frankfurt am Main, Schrank, wohl Hessen/Frankfurt, weitgehend 1625

Frankfurt am Main, Schrank, wohl Hessen/Frankfurt, weitgehend 1625

Taxe: 15.000 - 20.000 EURO

Losnummer: 762

J. C. Klinkosch, Paar Tafelaufsätze, Wien um 1920

J. C. Klinkosch, Paar Tafelaufsätze, Wien um 1920

Taxe: 2.500 - 3.000 EURO

Losnummer: 490

Kaeser & Uhlmann, Service, Schwäbisch Gmünd um 1920/30

Kaeser & Uhlmann, Service, Schwäbisch Gmünd um 1920/30

Taxe: 2.500 - 3.000 EURO

Zuschlag: 2.800,- EURO

Losnummer: 476

 Porzellanmanufaktur Meißen, Vase, Meißen, um 1735/40

Porzellanmanufaktur Meißen, Vase, Meißen, um 1735/40

Taxe: 40.000 - 50.000 EURO

Losnummer: 39

Paulus Bair, Zunftpokal, Nürnberg um 1609/29

Paulus Bair, Zunftpokal, Nürnberg um 1609/29

Taxe: 18.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 19.000,- EURO

Losnummer: 382

Bartmannkrug, Frechen, 2. Hälfte 16. Jahrhundert

Bartmannkrug, Frechen, 2. Hälfte 16. Jahrhundert

Taxe: 12.500 - 15.000 EURO

Losnummer: 704

Kabinettschrank, Mainz, Mitte bis drittes Viertel 18. Jahrhundert

Kabinettschrank, Mainz, Mitte bis drittes Viertel 18. Jahrhundert

Taxe: 40.000 - 60.000 EURO

Losnummer: 788

Tapisserie „La fontaine d’amour“, Manufacture de Beauvais, ab 1755

Tapisserie „La fontaine d’amour“, Manufacture de Beauvais, ab 1755

Taxe: 5.000 - 6.000 EURO

Zuschlag: 26.000,- EURO

Losnummer: 753

wohl Embriachi-Werkstatt, Kassette, Venedig 15. Jahrhundert

wohl Embriachi-Werkstatt, Kassette, Venedig 15. Jahrhundert

Taxe: 10.000 - 12.000 EURO

Losnummer: 720




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