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Impressionisten und Moderne bei Christie’s in New York

Monet und Picasso im Wettstreit



Claude Monet, Les Peupliers, 1891

Claude Monet, Les Peupliers, 1891

Französische Impressionisten und klassische Moderne teilen sich die Vorherrschaft in der New Yorker Abendauktion von Malerei, Grafik und Plastik des ausgehenden 19ten und der ersten Hälfte des 20ten Jahrhunderts bei Christie’s am 4. Mai. Bei über 160 Millionen Dollar liegt die Gesamtschätzung der 57 Losnummern, etwa so viel wie beim Konkurrenten Sotheby’s einen Tag zuvor. Drei etwa gleichwertige Hauptlose verzeichnet der Katalog. Eines davon ist Claude Monets hochformatige Naturstudie „Les Peupliers“ aus dem Jahr 1891, die 20 bis 30 Millionen Dollar einspielen soll – kein kleiner Preis für die in ihrer farblichen Blässe fast unscheinbare Uferlandschaft mit den laternenartig aufgereihten Pappeln. Doch gehört das Motiv der rhythmisierten Bäume am Ufer der Epte zu Monets favorisierten Themen. Immerhin hat er davon 24 Bilder zu unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten mit jeweils anderen Stimmungen angelegt; das vorliegende Bild ist daraus das großformatigste. Etliche davon befinden sich heute in renommierten Museen. Im November 2000 wurde die duftige, stimmungsvolle Impression aus der erlesenen Sammlung des New Yorker Psychiaters und Kunstsammlers Arthur M. Sackler bei Christie’s eingeliefert und für 6,4 Millionen Dollar versteigert.


Monets Pappel-Bild steht als Werk der klassischen Moderne Pablo Picassos ebenfalls mit 20 bis 30 Millionen Dollar beziffertes Bildnis „Les femmes d’Alger, version L“ gegenüber, das seit mehr als fünfzig Jahren nicht öffentlich zu sehen war. Auch diese en grisaille gemalte Leinwand einer lebensgroßen, hieratisch im Schneidersitz aufragenden Sklavin gehört zu einer umfangreicheren Serie von Gemälden des gleichen Themas, die Picasso zwischen Dezember 1954 und Februar 1955 in insgesamt fünfzehn zum Teil völlig unterschiedlichen Versionen schuf und noch im Sommer desselben Jahres im Pariser Musée des Art décoratifs präsentierte. Picasso stellte sich damit in die reiche malerische Tradition nordafrikanischer Frauengestalten des 19ten und 20ten Jahrhunderts, die mit Delacroix und Matisse zwei ihrer bedeutendsten Vertreter hatte. Das dritte Hauptlos kommt – ein eher seltener Fall – von Maurice de Vlaminck. Der flandrischstämmige Franzose, der in seinen späteren Jahren vor allem durch eine Unzahl schwermütiger Gewitterlandschaften auf sich aufmerksam machte, gehörte in den ersten Jahren des 20sten Jahrhunderts neben seinem Freund André Derain zu den wichtigsten Wegbereitern des französischen Fauvismus. Seine kraftvolle, buntfarbige „Paysage de banlieue“ fällt 1905 genau in diese avantgardistische Zeit. Mit 18 bis 25 Millionen Dollar steht ein neuer Auktionsrekord zu erwarten.

Wie den Spitzenplatz, so teilen sich Monet und Picasso auch bei der Anzahl der Lose den ersten Rang. Die Picasso-Offerte umfasst ein rund sechzigjähriges Künstlerleben und reicht von seiner rührenden impressionistischen Skizze „Les enfants et les jouets“ aus dem Frühjahr 1901 (Taxe 5,5 bis 7,5 Millionen USD) über die neoklassizistisch beeinflusste Papierarbeit „Le peintre et son modèle“ vom 26. Juli 1933 (Taxe 700.000 bis 1 Million USD) bis hin zu der späten „Femme assise au chapeau“, das er am Neujahrstag des Jahres 1961 als Portrait seiner Muse und späteren Ehefrau Jacqueline Roque schuf (Taxe 3 bis 4 Millionen USD). Auch eine plastische Arbeit findet sich: sein aus Stahl geformter und mit Kreide bemalter „Homme au mouton“ als aus der Antike abgeleitetes Symbol pastoraler Idylle von 1961 für 4 bis 6 Millionen Dollar. Von Monet gibt es unter anderem noch das späte, an die Seerosenbilder erinnernde Stillleben „Iris mauves“, in dem er den Weg in die Abstraktion über das Motiv geht. Mit 15 bis 20 Millionen Dollar steht diese während des Krieges 1914/17 entstandene Leinwand auf Platz vier der Preisliste.

Auch über Monet hinaus gibt es vom Impressionismus und seinen Ablegern eine Reihe bedeutender Arbeiten. Die wichtigsten sind Paul Cézannes „Vue sur l’Estaque“ unter Wolken von 1882/83 (Taxe 6 bis 8 Millionen USD) sowie zwei späte Alltagsszenen Pierre Bonnards: „Le petit déjeuner“ von 1936 in irisierender Farbigkeit für 6 bis 9 Millionen Dollar und „Après le déjeuner or Le Déjeuner“ aus der Zeit um 1920, letzteres für 5 bis 7 Millionen Dollar gegenüber den 1,3 Millionen Pfund, die es vor fünf Jahren bei Sotheby’s in London erzielte. In Henri Matisse’ Phase der Suche, des Experimentierens und der Erschließung neuer künstlerischer Wege fällt das Bild „La fenêtre ouverte“ aus dem Jahr 1911. Typisch für des Meisters mittlere Jahre sind die harte Gegenüberstellung monochromer Farbblöcke, das „Zeichnen“ mit dem Pinsel und das Nonfinito vom Stuhl über die Blumenvase bis zu den Fensterflügeln, die jeweils nur in Bleistift angedeutet sind (Taxe 8 bis 12 Millionen USD). Für Maximilien Luce reicht es vielleicht zu einem neuen Auktionsrekord, wenn mindestens die Mitte der veranschlagten 2 bis 3 Millionen Dollar seiner ebenso stimmungsvollen wie plastisch durchgeformten Ansicht von „Notre-Dame de Paris“ aus dem Jahr 1900 erzielt wird.

Ein eher ungewöhnlicher Gast in den Londoner oder New Yorker Abendauktionen vom Impressionisten und Modernen ist Giovanni Boldini. Dabei ist die rasante Zeichenkunst des Italieners, der mit wenigen Pinselstrichen das Wesentliche erfasst, impressionistisch durch und durch. Dennoch gehört sein weit über zwei Meter hohes und entsprechend repräsentatives „Ritratto di Madame Eugène Doyen“, einer Chirurgengattin, aus dem Jahr 1910 sichtlich noch der Epoche des Historismus und der mondänen Pariser Welt vor dem historischen Umbruch an (Taxe 2 bis 3 Millionen USD). Mit insgesamt vier Arbeiten ist Fernand Léger, gleichsam der Maschinist unter den modernen Gegenständlern, vertreten, darunter der motivreichen „Nature morte à la clé“ von 1929 (Taxe 5 bis 7 Millionen USD) und dem noch stärker vom Kubismus beeinflussten, gleichfalls als Stillleben konzipierten Gemälde „Le Compotier“ aus dem Jahr 1925 (Taxe 3,5 bis 4,5 Millionen USD).

Der Surrealismus nimmt bei Christie’s diesmal eine eher nachrangige Position ein. Yves Tanguys düstere Mondlandschaft „Entends-tu“ mit körper- und maschinenartigen Gegenständen im Vordergrund von 1937 (Taxe 1 bis 1,5 Millionen USD), Salvador Dalís „Chevaliers en parade“ in einer Stadtansicht der Renaissance von 1942 (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen USD) und Max Ernsts dschungelartige Pflanzenwelt „La joie de vivre“ aus dem Jahr 1936 für 500.000 bis 800.000 Dollar sind hier die wichtigsten Aushängeschilder. Es sei denn, man wolle auch Giorgio de Chiricos monumental aus der Untersicht gebotene und wie auf einer Bühne mit einem Vorhang umgebene Figurengruppe „Ettore e Andromaca“ von 1923 dazuzählen (Taxe 5 bis 7 Millionen USD). Auch für Kunst aus dem deutschsprachigen Raum fand sich kaum Platz: Neben dem früh nach Paris abgewanderten Rheinländer Ernst steht hier lediglich Egon Schiele mit einem liegenden weiblichen Akt in schwarzer Kreide und Bleistift aus dem Jahr 1917 für 400.000 bis 600.000 Dollar parat.

Teuerstes Werk der Tagessektion am 5. Mai ist Joan Mirós „Femme avec un papillon posé sur sa tête“, gemalt von September 1970 bis Januar 1971 unter dem Einfluss des amerikanischen action painting und japanischer Schriftzeichen. 700.000 bis 1 Million Dollar soll es kosten. Zu den hochgehandelten Stücken gehören ferner René Magrittes Staffelei mit dem gemalten Meerblick vor der Kulisse eben jenes Motivs „La belle captive“ von 1946 (Taxe 500.000 bis 700.000 USD) und als Repräsentant des französischen Postimpressionismus Henri Lebasques südfranzösische Familienidylle „Le goûter sur la terrasse à Sainte-Maxime“ von 1914 für 700.000 bis 900.000 Dollar. Aus den deutschsprachigen Ländern kommen unter anderem Paul Klees menschliches Wesen im spätexpressionistischen „Winterschlaf“ von 1937, in der Hoffnung kommenden Frühlings in kaltem Blau und warmem Rosa und mit einem kleinen roten Herz dargestellt (Taxe 200.000 bis 300.000 USD), Hermann Max Pechsteins „Sonnenblumen“ von 1912, die im November 2007 bei Grisebach in Berlin für 130.000 Euro verkauft worden waren (Taxe 250.000 bis 350.000 USD), und Georg Tapperts „Zwei Tänzerinnen mit Fächern“ aus der besten Zeit des Künstlers um 1913 ebenfalls für 200.000 bis 300.000 Dollar. Teuerste Skulptur ist Alexander Archipenkos blaugrün patinierter Bronzetorso eines sich drehenden weiblichen Akts von 1921/62 für 400.000 bis 600.000 Dollar.

Kontakt:

Christie’s Rockefeller Center

20 Rockefeller Plaza

US-10020 New York

Telefon:+1 (212) 6362000

Telefax:+1 (212) 6362399

E-Mail: info@christies.com



02.05.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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