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Düsseldorf stellt den Zeichner Heinz Mack vor

Die Wahrnehmung des Werkschaffens von Heinz Mack wird dominiert von kinetischen Objekten, Lichträumen und -reliefs, Stelen oder Land Art-Projekten. Alle seine Schöpfungen sind eng miteinander verwoben. Dies gilt auch für das weniger bekannte grafische Œuvre des ZERO-Mitbegründers. Etwa 80 exemplarische Zeichnungen aus allen Schaffensphasen, die das Düsseldorfer Museum Kunst Palast anlässlich des 80sten Geburtstages des Künstlers aktuell präsentiert, sind nicht als vorbereitende Studien, sondern als autonome Schöpfungen aufzufassen. Die Gattung Zeichnung stand am Anfang von Macks Karriere und bildete den Schlüssel zur Aufnahme in die Düsseldorfer Kunstakademie. Um 1949 setzt das figurativ dominierte Frühwerk mit Frauenakten, Kopfstudien, Pflanzen- und Tierskizzen sowie Landschaften ein. Immer mehr reduziert Mack die Naturbeobachtungen in der Folge aufs Abstrakte, um traditionelle Kompositionsstrukturen zu überwinden.

Vor dem Hintergrund aufkommender Konzeptkunst und Minimal Art, aber auch inspiriert von abstrakten, ungegenständlichen Ornamentmustern, die Heinz Mack ab Mitte der 1950er Jahre regelmäßig auf seinen Orientreisen sieht, entstehen ab 1956 Linienbilder aus sparsam parallel gesetzten Strichen. Die reduzierten Zeichnungen von meditativem Charakter spielen gleichzeitig mit Effekten der Op-Art, Dynamik und Bewegung, Hell- und Dunkelkontrasten. Quadrate, Rechtecke, Kreise verbinden sich weiter zu Rastern, Gitter, Spiralen in verschiedenen Variationen. Prinzipien serieller Reihungen und Rhythmisierungen prägen dieses Genre mit Assoziation an Gestaltungen von Friesen. Ein strukturales Grundprinzip beherrscht den Bildaufbau, tritt an die Stelle freier Kompositionen. Teilweise ähneln die Blätter wissenschaftlich-technischen Diagrammen.

Ab etwa 1960, etwa zeitgleich mit Entdeckung der Spiralfarben bei Lichtelementen, geht Heinz Mack zu Farbskalen farbiger Pastell- und Wachskreidearbeiten über. Die Tonstudien in Regenbogenfarben nennt er „Farbchromatiken“. Das Auge springt von satten zu lichteren Zonen und verliert sich in den Tiefen der Bilder. Macks Grafiken verstehen sich als Grundlagenforschungen in Sachen Licht, optischen Vibrationen, Bewegung und Struktur. All diese Aspekte beherrschen sämtliche Disziplinen des 1931 im hessischen Lollar geborenen und heute in Mönchengladbach beheimateten Künstlers.

Die Ausstellung „Mack - Sprache meiner Hand“ ist bis zum 10. Juli 2011 zu besichtigen. Das Museum Kunst Palast hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr, donnerstags bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 6 Euro, ermäßigt 4,50 Euro. Zur Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog erschienen, der im Museumsshop 37,50 Euro kostet.

Museum Kunst Palast
Ehrenhof 4-5
D-40479 Düsseldorf

Telefon: +49 (0)211 – 892 62 60
Telefax: +49 (0)211 – 892 93 07

Quelle: Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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