Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 29.11.2018 Nachverkauf Auktion 69

© Galerie Auktionshaus Hassfurther

Anzeige

Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto Modersohn
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Messe-Vorbericht

Zwischen Aufbruch und Ermüdung: Die Art Cologne hat eröffnet

Ein deutsches Frühlingsfest der Kunst



Als Drehscheibe der Kunst im deutschen Westen versteht sich die Art Cologne. Doch die Konkurrenz ist mittlerweile groß. Eingezwängt zwischen mehrere weitere Kunstmessen, besitzt die Kölner Mutter schon lange kein Alleinstellungsmerkmal. Dies hat Auswirkungen auf Aussteller, Angebote und Kunden. So spielt die Art Cologne den Part der absoluten Spitzenklasse lange nicht mehr. Die obere Mittelklasse mit singulären Tendenzen und ein reiches Angebot bei der jungen Kunst ins untere Preissegment zeichnet heuer die Auswahl aus. Zwar hat Daniel Hug, der ehemalige Galerist aus Los Angeles, als künstlerischer Leiter nach drei Jahren die Art Cologne wieder konsolidiert, das Niveau der Aussteller gehoben und diesmal wieder einige wichtige Berliner Galerien an den Rhein holen können, doch mangelt es der Verkaufsschau an Ideen und innovativer Spritzigkeit. Das ganz große Feuerwerk wird in Köln nicht gezündet. Man gibt sich eher gesättigt, wenig lebendig und risikoscheu. Es fehlt etwas die Verve, mit dem sich junge Kunst gerne umgibt. Für diejenigen, die nicht alltäglich über Kunstmessen wandern, bietet die Art Cologne interessante Einblicke. Professionelle Kunstfreunde werden sich aber eher gelangweilt auf den Parcours begeben.


Unaufgeregt, fast schon ritualbestimmt liefert die 45ste Ausgabe eher den Hintergrund für fachbezogene Treffen und Diskussionen. Eyecatcher und raumgreifende Installationen muss man suchen. Die Mainzer Galeristin Dorothea van der Koelen gehört zu den wenigen, die dies bieten. „Two exploded cabins for a dialog“ nennt Daniel Buren seine Großinstallation, die aus zwei ineinander versetzten Kabinen besteht und 380.000 Euro kostet. Gegenüber widmet Boisserée dem 87jährigen Katalanen Antoni Tàpies eine sehenswerte Auswahl, die eine großformatige materialbetonte Malerei auf Holz aus dem Jahr 1988 für 290.000 Euro enthält. Anlässlich des 30sten Todestages von Karl Fred Dahmen präsentiert die Kölner Galerie zudem sechs kleine Bilder sowie eine großformatige weiße Landschaft in Mischtechnik auf Leinwand für 68.000 Euro.

Auf dem Stand von Edith Wahland aus Stuttgart findet der Besucher eine grandiose Raumplastik des Düsseldorfer Akademieprofessors Norbert Kricke aus dem Jahr 1975. Fast vier Meter hoch ist das weiß gestrichene Stahlrohr, gleichsam eine Zeichnung in der Luft, die 100.000 Euro bringen soll. Nebenan kombiniert Karsten Greve in seiner großzügigen Koje Farbraumarbeiten von Gotthard Graubner für 30.000 bis 270.000 Euro mit Bronze- und Marmorplastiken von Louise Bourgeois, die menschliche Extremitäten wiedergeben (Preise 560.000 bis 800.000 EUR). Der Hingucker bei Annely Juda aus London ist ein auf den Kopf gestelltes Farbfeldbild des Konstruktivisten Max Bill. Das unbetitelte Werk ist mit 187.000 Euro veranschlagt.

Etwas weiter fährt der Düsseldorfer Galerist Hans Mayer den Klassiker Claes Oldenburg auf. „Golf / Typhoon“ aus dem Jahr 1996 bündelt in plakativer Art ein Paar Golfschläger, die hier allerdings 260.000 Euro kosten. Der Mönchengladbacher Dietmar Löhrl hat Arbeiten des dort geborenen Gregor Schneiders mitgebracht. „Totes Haus vor Rheydt-Tag“ ist ein weiß gestrichener Fensterrahmen mit schwarzem Innenglas, das als Spiegel dient (Preis 48.000 EUR). Neben den ZERO-Vertretern Heinz Mack und Otto Piene bietet sich hier noch die Chance zum Erwerb handübermalter Offsetgrafiken und Rasterbilder des unlängst verstorbenen deutschen Malerstars Sigmar Polke, die ab 19.000 Euro zu haben sind. Konkreter, in dicken Umrisslinien akzentuiert, gibt sich bei Thomas Levy ein Porträt des Boxers Mike Tyson mit einer Blondine. Die Acrylmalerei von C.O. Paeffgen aus dem Jahr 1994 kostet 24.000 Euro.

Bei der belgischen Galerie Deweer stößt man auf eine Gruppe täuschend echt geformter Gestalten. Der Spanier Enrique Marty schuf für die letztjährige Genter Ausstellung „Ensor und die zeitgenössische Kunst“ eine Installation, die betitelt mit „Angst und Megalomanie in 15 verschiedenen Zuständen“ Männer in dramatischen Situationen mit Hörner und blutenden Gliedmaßen zeigt. Einer hat bereits seinen Kopf verloren. Das Ensemble aus Polyurethan und Latex über einem Eisenskelett kostet 137.000 Euro und will als Hommage an den heiligen Antonius verstanden werden. Viel Aufsehen auch bei der Galerie Eigen + Art aus Leipzig. Denn dort stellt Gerd Harry Lybke die erste skulpturale Arbeit Neo Rauchs vor. Dessen bronzener Tiermensch mit dem Titel „Nachhut“ hat schon museale Weihen. Nach der Art Cologne wird er bei Frieder Burda in Baden-Baden zu sehen sein. Als eines von drei Exemplaren wird das martialische Wesen jetzt für 600.000 Euro offeriert.

Bei der Galerie Ludorff findet man passend zur Ausstellung in der Bonner Bundeskunsthalle ein feines Pastellgemälde Max Liebermanns für 145.000 Euro, mit dem der Impressionist die Blumenterrasse in seinem Wannseegarten nach Nordwesten um 1926 festhielt. Von Gabriele Münter bietet der Düsseldorfer Galerist ferner ein starkfarbenes Bild vom Staffelsee für 590.000 Euro an. „Der See am Ostertage“ entstand 1935. „Löwenzahn“, ein großflächiges fotorealistisches Ölbild von Cornelia Schleime, flankiert den Eingang zur museal ausgestatten Koje. Es ist für 45.000 Euro zu haben. Eine Rarität ist bei Hubertus Melsheimer die 1929 von Ernst Barlach geschaffene „Kussgruppe“. Zwischen zwei Auflagen entstanden und bislang unbekannt, kostet die rund 18 Zentimeter hohe Bronze 85.000 Euro. Hervorzuheben sind hier noch zwei Ölgemälde des Berliner Existenzialisten Karl Hofer. Für den Jüngling „David“, dargestellt mit Lorbeerkranz und Steinschleuder, muss man 190.000 Euro einkalkulieren.

Auch die Galerie Koch aus Hannover hat plastische Werke mitgebracht, darunter die Bronze „Petite flore nue“ von Aristide Maillol aus dem Jahr 1907. Für den Lebzeitguss sind 430.000 Euro anvisiert. Neben einem Blumen- und einem Meeresaquarell von Emil Nolde für jeweils etwa 250.000 Euro ist die aquarellierte Federzeichnung „Schutz suchend“ von Paul Klee aus dem Jahre 1926 für 225.000 Euro zu erwähnen. Karl Schwarzer aus Düsseldorf hat sich diesmal auf den Bildhauer Wilhelm Lehmbruck konzentriert. Von den sechs Bronze und Terrakottaplastiken besticht der 1913/14 geformte „Kopf der Schreitenden“ durch seine anmutige Schönheit und weiche Linien. Der Sandsteinguss „Der geneigte Kopf“ aus eben dieser Zeit liegt bei 750.000 Euro. Tony Cragg, der Rektor der Düsseldorfer Kunstakademie, hat beim Münsteraner Aussteller Heiner Hachmeister aus Plastikteilen die originelle Wandcollage „The Flag“ in den Farben Deutschlands angebracht (Preis 115.000 EUR).

Auch bei der Galerie Thomas aus München sind wie immer große Namen zu Hause: Begrüßt wird der Eintretende von Stephan Balkenhols charakteristisches Figurenensemble „Mann und Frau“; die beiden über zwei Meter hohen, bemalten Holzstatuen kosten zusammen 175.000 Euro. Gegenüber leuchtet eine sechsfarbige Neonröhreninstallation von Dan Flavin, die für 340.000 Euro einem neuen Besitzer viel Strahlkraft einbringen könnte. Elisabeth & Klaus Thoman aus Innsbruck holen den einst so präsenten Künstler Günther Förg aus der Versenkung. Seine unbetitelten abstrakten Farbfeldbilder rangieren zwischen 40.000 und 60.000 Euro. Ihr Wiener Kollege Ernst Hilger bietet diesmal die zweifarbig-naiven Acrylgemälde „Password“ und „Gun Game“ von Erró aus dem Jahr 2009 für jeweils 38.000 Euro feil.

Auf Fotokunst ist die Frankfurter L.A. Galerie spezialisiert. Die digitalisierten Fotocollagen des aus Wien stammenden Städelschülers Thomas Draschan zeigen für 4.000 bis 8.000 Euro teils skurrile, teils idealisierte Paradieslandschaften. Bei Thomas Zander aus Köln warten dann Klassiker der Fotografie: Von Bernd und Hilla Becher steht eine Vierergruppe von Technik- und Industriekonstrukten zum Verkauf, die sicherlich nicht mehr existieren dürften (Preis je 6.500 EUR). Max Weber aus München gibt sich beflügelt mit schwungvoll gebogenen Linienformationen im abstrakten Gemälde von Jens Wolf, der konstruktivistische Tendenzen in seinem Werk wieder aufleben lässt. Die großformatige Acrylmalerei auf Sperrholz steht bei 9.000 Euro. Judith Egger, eigentlich eine Performancekünstlerin, erarbeitet auch Objektbilder aus unterschiedlichen Materialien. Aus Ton, Fäden, Transparentpapier schafft sie fantastische Strukturen, die je Objektkasten mit 1.800 Euro ausgezeichnet sind.

Olaf Holzapfels Acrylglasplastik „Backpack auf Tisch“, endlich einmal eine unangepasste und kritische Position, ist für 19.000 Euro bei der Münchner Galeristin Sabine Knust zu erwerben. Der Fotograf Jörg Sasse dominiert mit einer Großfotografie den Stand der Galerie nächst St. Stephan aus Wien. Rosemarie Schwarzwälder hat den C-Print „6789“ mit einem bemoosten Baum auf 20.000 Euro angesetzt. Bei ihr dreht sich auf einem runden Tisch auch ein künstliches Kaffeegedeck aus Holz- und Keramikteilen. Das Kunstwerk von Manfred Pernice ist für 55.000 Euro zu haben.

Die 45. Art Cologne findet auf dem Gelände der Messe Köln in Halle 11 statt. Sie hat vom 13. bis zum 16. April von 12 bis 20 Uhr, am 17. April von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 20 Euro, ermäßigt 15 Euro, die Abendkarte ab 17 Uhr ebenfalls 15 Euro. Die Zweitageskarte kostet wie der Katalog 30 Euro.

Kontakt:

KölnMesse GmbH

Messeplatz 1

DE-50679 Köln

Telefax:+49 (0221) 821 2574

Telefon:+49 (0221) 8210

E-Mail: info@koelnmesse.de



13.04.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


13.04.2011, Art Cologne 2011

Bei:


Köln Messe GmbH

Bericht:


Der Patient erholt sich

Bericht:


Galerie Raster auf Art Cologne ausgezeichnet

Bericht:


Vielversprechendes für wenig Geld










Copyright © '99-'2018
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce