Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 26.10.2019 Kunstauktion 99 bei Winterberg|Kunst in Heidelberg

© Winterberg|Kunst

Anzeige

spring swing, 2012 / Heinz Mack

spring swing, 2012 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874 / Hans Thoma
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Amazone, nach 1906 / Franz von  Stuck

Amazone, nach 1906 / Franz von Stuck
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Ausstellungen

Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Hinter den harmlos-bunten Oberflächen steckt oft ein ernster Hintergrund: die neuesten Bilder des dänischen Malers Tal R im Hamburger Kunstverein

Bilder mit doppeltem Boden



Clowns und Kasperlefiguren, Zirkuszelte und Polopferde, mysteriöse Chinesen und stille Interieurs: Auf den neuesten Bildern des Malers Tal R mischt sich die fröhliche Welt des Karnevals mit rätselhaften Metaphern und Symbolen. In den letzten zwei Jahren entstand eine konzentrierte Werkgruppe von Gemälden. Der 1967 als Tal Rosenzweig in Israel geborene und in Kopenhagen aufgewachsene Künstler benutzt Hasenleim, Pigment, Wachskreide und Buntstifte. Anders als bei Ölfarbe erfordert dieser schnell trocknende Farbauftrag ein rasches Arbeiten in wenigen Schichten auf der ungrundierten Leinwand. Bei Formaten von zwei mal zwei Metern muss man Einiges an Erfahrung und Können vorweisen.


Die jetzt unter dem erzählerischen Titel „The Elephant behind the Clown“ im Hamburger Kunstverein gezeigten Bilder ziehen den Betrachter sofort durch ihre einladende Farbigkeit in ihren Bann. Fast fühlt man sich in die Zeit der Klassischen Moderne zurückversetzt. Motivische Verwandtschaften mit August Macke, Ernst Ludwig Kirchner oder Franz Marc liegen auf der Hand. Die figurativen Bildgegenstände sind auf den ersten Blick leicht lesbar. Auf dem 2009 entstandenen Gemälde „Elefantastic“ sieht man einen rundlichen älteren Herrn mit runder Brille, der etwas Professorales ausstrahlt. Er trägt eine große Eule in der Hand, den Vogel der Weisheit und der Belesenheit. Im Hintergrund befinden sich bunte Figuren und Gefäße, fast wie in einem alchimistischen Labor. Links hinter dem Gelehrten bildet sich ein geheimnisvoller, dunkler Schatten ab. Eine Szene, die an wissenschaftliche Experimente denken lässt, vielleicht zum Guten, vielleicht auch zum Bösen.

Tal R mag Bilder, die, wie er selbst sagt, jeder Abiturient lesen kann. Er wirft geschickt Köder aus, die zum Assoziieren und Interpretieren reizen. Dennoch ist der Betrachter nicht völlig frei: „Ich mache den Raum des Fabulierens nicht komplett offen“, sagt Tal R. Gerade das Betrachten von Malerei erfordert große Aufmerksamkeit. Tal R liebt es, über seine Malerei in Bildern zu sprechen. Er sagt Sätze wie: „Du musst dich im Tal aufhalten, aber gleichzeitig auch in den Bergen, um das Tal richtig zu sehen“.

Tal R hat sich in den letzten zwei Jahren wieder auf die Malerei konzentriert. Neben Gemälden entstanden in den Jahren zuvor auch Collagen, Skulpturen, Installationen, Zeichnungen und Fotos. In seiner Einzelausstellung 2009 in der Kunsthalle zu Kiel war eine Art Gesamtinstallation seines artistischen Kosmos zu sehen. Viele Referenzgegenstände, Objekte und Erinnerungsstücke benutzt Tal R auch für seine Malerei. Nach wie vor geht er auf Flohmärkte, sucht in Zeitschriften und anderen Medien nach Inspiration und Anknüpfungspunkten.

Bei aller spielerischen Leichtigkeit, kindlichen Unbekümmertheit und der Wahl scheinbar harmloser Motive, sind in seinen Bildern auf den zweiten Blick durchaus irritierende Momente zu erkennen. Verschlossene Türen geben trotz ihrer fröhlichen Farbigkeit Hinweise auf Gefühle der Ausgegrenztheit und Grenzerfahrung. Das Bild „The Shlomo“ von 2011 gibt nicht nur wegen des jüdischen Vornamens Anlass zu einer ernsthaften Lesart. Ein schwarzer Mann mit Zylinder, vielleicht ein Rabbiner, vielleicht eine Reinkarnation des weisen Königs Salomo, sitzt in einem zellenartigen Raum. Die Wände sind blutrot, der violett-orangefarbene Boden ist durch eine Diagonale geteilt. Es kann eine Szene der Flucht, der Deportation oder einfach nur des Rückzugs und der Ausgeschlossenheit aus dem gesellschaftlichen Leben sein.

Grotesk und gleichzeitig humorvoll dann auch das Gemälde „Blind Date“. Es stehen sich ein Polizist in Uniform und ein Attentäter mit gezückter Pistole gegenüber. In dem Attentäter kann, wer mag, Adolf Hitler erkennen, vielleicht auch nur den Prototyp eines tyrannischen Politikers. Die beiden wirken fast wie Schließbudenfiguren auf einem Jahrmarkt. Böse, absurd und doch wieder komisch – Tal R gelingt der Spagat zwischen brisanten Themen und deren humorvoller Umsetzung in Malerei.

„Ich werfe gerne Köder aus, um meine Betrachter auf die Tanzfläche zu bekommen“, sagt der israelisch-dänische Künstler, der von 1994 bis 2000 an der Royal Danish Academy of Fine Arts in Kopenhagen studierte und seit 2004 als Professor an der Kunstakademie in Düsseldorf unterrichtet. Mit der konzentrierten Präsentation dieser Auswahl von 20 überwiegend großformatigen Bildern gelingt ihm das spielerisch.

Die Ausstellung „Tal R: The elephant behind the clown“ ist bis zum 13. Juni zu sehen. Zeitgleich läuft im unteren Raum die Ausstellung „Evelyne Axell: La Terre est ronde“. Der Kunstverein in Hamburg hat täglich außer montags von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 3 Euro, ermäßigt 1,50 Euro. Der Katalog ist in Snoeck Verlagsgesellschaft erschienen und kostet 35 Euro.

Kontakt:

Kunstverein in Hamburg

Klosterwall 23

DE-20095 Hamburg

Telefax:+49 (040) 32 21 59

Telefon:+49 (040) 33 83 44

E-Mail: hamburg@kunstverein.de



12.04.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


09.04.2011, The elephant behind the clown - Tal R

Bei:


Kunstverein in Hamburg

Bericht:


Tal R in Innsbruck

Bericht:


Bitte, gib mir meine Hand zurück

Künstler:

Tal R










Copyright © '99-'2019
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce