Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Anzeige

Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874 / Hans Thoma
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Jugendstil, Art Déco und Design des 20sten Jahrhunderts bei Zezschwitz in München

Weg mit dem Pomp!



Josef Hoffmann, Schreibtisch, um 1901

Josef Hoffmann, Schreibtisch, um 1901

Seine 65ste und 66ste Auktion hat das Auktionshaus von Zezschwitz diesmal zu einer zweitägigen Veranstaltung zusammengezogen und das Angebot in einem mächtigen Katalog vereint. Rund sechshundert kunstgewerbliche Arbeiten aus Jugendstil und Art Déco sowie circa 370 weitere Designobjekte überwiegend aus der zweiten Hälfte des 20sten Jahrhunderts werden am 14. und 15. April in München aufgerufen. Porzellan oder Möbel, Silber oder Glas, Schmuck, Uhren, Teppiche – fast kein Wunsch, der sich auf praktischen und zugleich gehobenen Hausbedarf oder Schönes zu erschwinglichen Preisen richtet, sollte unerfüllt bleiben. Zezschwitz macht auch diesmal wieder seinem Ruf als breiter Anbieter mit Niveau alle Ehre. Echte Spitzenstücke sind zwar seltener, kommen aber doch vor, insbesondere bei den Möbeln, wo der Name Josef Hoffmann im höheren Preissegment am häufigsten fällt. Sein schwarz lackierter Schreibtisch um 1901 beispielsweise, durch einigen Gebrauch etwas abgewetzt, ist ein hervorragendes Beispiel für das Streben einer jungen Generation von Kunstgewerblern nach Einfachheit und Funktionalität – weg vom pompösen Schein des Historismus! 18.000 Euro erscheinen gerechtfertigt. Unverwechselbar auch Hoffmanns vier Satztische, hier die Modellnummer 988 um 1910 für 4.500 Euro, oder sein mit sechs Paar Zierkugeln geschmückter Tisch über quadratischer Grundfläche, 1908 geschaffen und 12.000 Euro wert.


Los geht es mit einigen Objekten, die sich stilistisch nicht recht verorten lassen und daher unter „Antiquitäten“ subsummiert sind. Großzügig hat man hier auch zwei in Tusche und Aquarell gezeichnete Quodlibets aus Ansichtskarten, Druckgrafiken, Buchseiten und Kartenspielen des 18ten Jahrhunderts für jeweils 1.500 Euro integriert. Es folgt eine lange Reihe keramischer Arbeiten aus zahlreichen bedeutenden Fabriken im deutschsprachigen Raum: ein bunt bemalter „Pfefferfresser“, entworfen für die Königliche Porzellanmanufaktur in Berlin 1912 von dem wenig bekannten Julius Feldtmann für 2.800 Euro, Bernhard Hoetgers ebenfalls 1912 von den Tonwerken Kandern in Baden ausgeführter „Licht-Buddha vom glücklichen Lande“ für 3.000 Euro oder die mit einer Darstellung der berühmten Schauspielerin Sarah Bernhardt in der Rolle von Victorien Sardous „Théodora“ bestückte Kaminuhr der Wiener Firma Friedrich Goldscheider um 1903 für 6.500 Euro. Expressionistische Tendenzen nimmt Susi Singers introvertierte Halbfigur einer jungen Frau mit Schleier auf, die um 1920 durch die Wiener Werkstätte vervielfältigt wurde (Taxe 4.500 EUR).

Die bedeutendste Bronze ist eine prächtige, vollständig vergoldete Lampe namens „Loïe Fuller“ aus dem Jahr 1901, entworfen von François-Raoul Larche und hergestellt in Paris, die die damals bekannte Schleiertänzerin in furioser Aktion zeigt. Ein wohl identisches Exemplar konnte das Kölner Auktionshaus Lempertz vor anderthalb Jahren für 12.500 Euro verkaufen, Zezschwitz erwartet jetzt 12.000 Euro. Der berühmte Münchner „Malerfürst“ Franz von Stuck entwarf 1892 wahrscheinlich als seine erste ausgeführte Skulptur einen „Athlet“. Bis 1906 von Cosmas Leyrer in München gegossen, wurde die Figur des eine Stoßkugel stemmenden Mannes nach 1911 von Priesmann Bauer & Co. ebenfalls in München verbreitet, wovon jetzt ein Exemplar in matter Goldfassung für 11.000 Euro vorliegt. Macht sich hier schon ein neoklassizistischer Zug bemerkbar, so sind Auguste Moreaus vergoldete Messingjardiniere mit Lilienzweigen und spielenden Putten (Taxe 4.200 EUR) sowie C. Bonnefonds zwei von vollplastisch gearbeiteten Frauenfiguren getragene Kerzenleuchter um 1900 wieder Arbeiten des floralen Jugendstil pur (Taxe 6.500 EUR).

Unter den keramischen Gebrauchs- und Ziergefäßen sticht eine bunte Vase hervor, die der österreichische Maler Franz von Zülow während einer kurzen Tätigkeit 1924/25 für die Wiener Porzellanfabrik Augarten in seiner charakteristischen naiven Art entworfen hat (Taxe 5.200 EUR). Wie streng dagegen die Londoner Tischuhr Archibald Knox’ aus dem Jahr 1904, die Elemente des Jugendstil aufgreift und doch schon die streng stilisierte Haltung des Art Déco vorwegzunehmen scheint (Taxe 6.800 EUR). In der Glasabteilung treffen sich die üblichen Verdächtigen unter den berühmten Glasfirmen des Jugendstil. Bunt gemischt sind Amalric Walters mehrfarbige Pâte-de-verre-Dose mit Pflanzendekor um 1925 (Taxe 6.500 EUR), die fast fotografisch präzise Wiedergabe von Christrosen auf einer balusterförmigen Vase von Daum Frères um 1908, ebenfalls entworfen von Henri Bergé (Taxe 7.500 EUR), Emile Gallés schalenartige Deckenlampe mit Buschrosen und Hagebuttenzweigen um 1920 für 15.000 Euro und von Lötz Witwe aus Österreich eine stilistisch bereits fortgeschrittene Schale mit geometrischem Dekor aus der Mitte der 1920er Jahre für 5.000 Euro.

Etwa da, wo die 65ste Auktion zeitlich aufhört, setzt die 66ste Auktion an, wenn auch die Übergänge fließend sind. So könnte man auch Otto Lindigs fast kugelrunde Steinzeugvase aus dem Jahr 1937 mit etwas Wohlwollen noch der Art Déco-Richtung zuordnen, doch macht sich auch schon eine Tendenz zu neuer Einfachheit und Bodenständigkeit bemerkbar (Taxe 3.200 EUR). Insgesamt aber überwiegt das jüngere Design, zum Teil mit unverwechselbaren Klassikern wie Ron Arads Edelstahlblechsessel „Well Tempered Chair“ von 1986 für 5.500 Euro oder Verner Pantons sechs roten Freischwingern aus den Jahren 1959/60 für 2.300 Euro. Ein besonderer Hingucker ist Steve Tobins Skulpturenpaar „Cocoon“ aus dem Jahr 1989, schlanke gläserne Figuren in stabartigen Stahlhalterungen von über zwei Metern Höhe. Je Stück sind 9.000 Euro angesetzt. Aus Dänemark kommt Arne Vodders strenger Holzschreibtisch, unverkennbar ein Produkt der 1960er Jahre (Taxe 2.800 EUR).

Eine eigene Abteilung widmet sich schließlich dem Murano-Glas, meist Garant eines erfolgreichen Auktionsabschlusses. Auch hier gibt es Klassiker wie Fulvio Bianconis zweiröhrige Vase „Fasce orizzontali“ um 1950 (Taxe 8.200 EUR) oder Tobia Scarpas Vase „Occhi“ von 1960 (Taxe 3.200 EUR), daneben aber auch weniger bekannte Arbeiten wie eine pokalförmige Vase Ludovico Diaz de Santillanas, ganz in matt verlaufendem Graublau getönt, aus den frühen 1960er Jahren (Taxe 7.800 EUR). Besonders auffällig ist ein Paar großer Deckenlampen von Seguso Vetri d’Arte, die mit zahllosen hellen Blüten besetzt sind und wie Früchte herabhängen (Taxen je 5.000 EUR). Eine bunte litfasssäulenartige Stehleuchte, als Unikat um 1956 nach Entwurf Flavio Polis ebenfalls bei Seguso Vetri d’Arte hergestellt, gesellt sich für 7.000 Euro hinzu. Aus der jüngeren Murano-Offerte sind Riccardo Licatas bunte baumartige Glasskulptur „Quintetto“ um 1995 (Taxe 5.000 EUR), Martin Bradleys lustiger „Warrior“ aus der Serie „The big chess set“ von 1993 (Taxe 12.000 EUR) und Andrea Zilios Vase „Draga“ um 2000 mit deutlichem Rückbezug auf die Arbeiten der 1950er und 1960er Jahre für 4.000 Euro zu nennen.

Die Auktion „Jugendstil und Art Déco“ beginnt am 14. April um 12 Uhr, am 15. April stehen um 15 Uhr Design und Murano-Glas auf dem Programm. Die Besichtigung ist noch bis zum 12. April täglich von 11 bis 18 Uhr, am 13. April von 11 bis 14 Uhr möglich. Der Katalog listet die Objekte im Internet unter www.von-zezschwitz.de.

Kontakt:

Von Zezschwitz - Kunst und Design

Friedrichstraße 1a

DE-80801 München

Telefon:+49 (089) 330 366 46

Telefax:+49 (089) 330 366 47

E-Mail: info@von-zezschwitz.de



12.04.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 34

Seiten: 1  •  2  •  3  •  4

Events (2)Adressen (1)Berichte (1)Kunstwerke (30)

Veranstaltung vom:


14.04.2011, Jugendstil - Art Déco

Veranstaltung vom:


15.04.2011, Design - Murano Glas

Bei:


von Zezschwitz Kunst und Design

Bericht:


Enttäuschung in Murano

Kunstwerk:

François-Raoul Larche, Lampe „Loïe Fuller“, 1901
François-Raoul Larche, Lampe „Loïe Fuller“, 1901

Kunstwerk:

Susi Singer, Halbfigur einer jungen Frau mit Schleier, um 1920
Susi Singer, Halbfigur einer jungen Frau mit Schleier, um 1920

Kunstwerk:

Otto Lindig,
 Vase, 1937
Otto Lindig, Vase, 1937

Kunstwerk:

Ron Arad,
 Well Tempered Chair, 1986
Ron Arad, Well Tempered Chair, 1986

Kunstwerk:

Steve Tobin,
 Cocoon, 1989
Steve Tobin, Cocoon, 1989







Quodlibet, Deutschland, 18. Jahrhundert

Quodlibet, Deutschland, 18. Jahrhundert

Taxe: 1.500,- EURO

Losnummer: 14a

Henri Bergé, Vase „Christrosen“, um 1900

Henri Bergé, Vase „Christrosen“, um 1900

Taxe: 7.500,- EURO

Losnummer: 504

Franz von Zülow, Vase, um 1925

Franz von Zülow, Vase, um 1925

Taxe: 5.200,- EURO

Losnummer: 269

Steve Tobin, Cocoon, 1989

Steve Tobin, Cocoon, 1989

Taxe: 9.000,- EURO

Losnummer: 1103

Fulvio Bianconi, Vase „Fasce orizzontali“, um 1950

Fulvio Bianconi, Vase „Fasce orizzontali“, um 1950

Taxe: 8.200,- EURO

Losnummer: 1164

Otto Lindig, Vase, 1937

Otto Lindig, Vase, 1937

Taxe: 3.200,- EURO

Losnummer: 1016

Susi Singer, Halbfigur einer jungen Frau mit Schleier, um 1920

Susi Singer, Halbfigur einer jungen Frau mit Schleier, um 1920

Taxe: 6.500,- EURO

Losnummer: 77

Riccardo Licata, Glasskulptur „Quintetto“, um 1995

Riccardo Licata, Glasskulptur „Quintetto“, um 1995

Taxe: 5.000,- EURO

Losnummer: 1337

Ron Arad, Well Tempered Chair, 1986

Ron Arad, Well Tempered Chair, 1986

Taxe: 5.500,- EURO

Zuschlag: 6.700,- EURO

Losnummer: 1079

Verner Panton, 6 Freischwinger „Panton-Chair“, 1959/60

Verner Panton, 6 Freischwinger „Panton-Chair“, 1959/60

Taxe: 2.300,- EURO

Losnummer: 1137

Figurenuhr „Théodora“, Friedrich Goldscheider, um 1903

Figurenuhr „Théodora“, Friedrich Goldscheider, um 1903

Taxe: 6.500,- EURO

Zuschlag: 5.900,- EURO

Losnummer: 68

Julius Feldtmann, Pfefferfresser, 1912

Julius Feldtmann, Pfefferfresser, 1912

Taxe: 2.800,- EURO

Losnummer: 45




Copyright © '99-'2019
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce