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Von 5000 vor Christus bis 300 nach Christus: Eine Ausstellung im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe zeigt frühe Menschenbilder und ihre Rezeptionsgeschichte

Götzen, Fälscher und Gelehrte



Weibliches Idol, Syrien, 2. Jahrtausend v. Chr.

Weibliches Idol, Syrien, 2. Jahrtausend v. Chr.

Sie sind klein, oft nur wenige Zentimeter hoch, teils extrem verwittert und teils äußerst zerbrechlich. Doch das, was sie für ihre Schöpfer und Besitzer einst verkörperten, umfasste mitunter die gesamte Schöpfungsgeschichte der Menschheit und des Universums. Die Rede ist von stark reduzierten Menschen-, Tier- und Götterdarstellungen, wie sie sich bereits seit dem fünften Jahrtausend vor Christi Geburt nachweisen lassen. Das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe hat rund 210 Objekte aus den frühen Hochkulturen des Mittelmeerraumes und des Vorderen Orients für die Ausstellung „Götter, Götzen und Idole“ zusammengetragen. Ergänzt wird die Auswahl auch um einige Fundstücke aus Norddeutschland. Objekte aus Ton, Stein und Marmor sind ebenso darunter wie edlere Stücke aus Edelsteinen oder Bronze. Ein ganzes Kapitel der Schau ist aber auch der wissenschaftlichen Antikenrezeption gewidmet. Und nicht zuletzt zeigen die Ausstellungsmacher auch, mit welcher Dreistigkeit und kriminellen Energie antike Funde immer wieder erfunden und gefälscht wurden.


Entstanden ist die Ausstellung in enger Zusammenarbeit mit dem Winckelmann-Museum in Stendal. Alle gezeigten Figuren, egal ob sie aus Ägypten, dem Jemen, Griechenland, Italien oder slawischen Siedlungen stammen, zeichnen sich durch eine weitestgehende Reduktion und Schematisierung aus. Entsprechend der Bibelübersetzung Martin Luthers, in der es heißt: „Denn aller Heiden Götter sind Götzen. Der Herr aber hat den Himmel gemacht“, wurde der Begriff des Götzenbildes seit dem 16. Jahrhundert als durchaus despektierliches Etikett für jegliche Form nicht-christlicher Bildwerke verwendet. Eine Konnotation, die sich teilweise bis heute erhalten hat. Genau dieser Lesart aber versucht die Hamburger Schau entgegenzuarbeiten, indem sie die in dieser Fülle selten ausgestellten, vermeintlich minderwertigen und primitiven Miniaturdarstellungen in den Mittelpunkt rückt. Dabei stellt die Ausstellung mehr Fragen, als dass sie Antworten geben könnte. Die exakte kultische oder religiöse Bedeutung vieler dieser Götterfiguren liegt nach wie vor im Unklaren, stammen sie doch vielfach aus Kulturen ohne schriftliche Hinterlassenschaften. Archäologen bevorzugen daher die eher neutrale Bezeichnung „Idole“ für diese Art abstrahierender Figurinen in Menschenform. Abgeleitet vom griechischen Wort „eidolon“ bedeutet das erst einmal nur Bild oder Abbild.

Was aber durchaus sichtbar wird, das ist der über Tausende von Jahren, alle geografischen Zonen und kulturellen Unterschiede hinweg nachweisbare Hang des Menschen zur geradezu archetypischen Darstellung der Grundkonstanten seiner Existenz: Fruchtbarkeitssymbole und „Urmütter“, das männliche und das weibliche Prinzip, Herrschaft und Macht, Kampf und Tod. Das kollektive Unbewusste bricht sich Bahn. Und genau an dieser Stelle übernimmt die Hamburger Ausstellung auch eine wichtige Scharnierfunktion. Indem sie nämlich Parallelen aufzeigt zwischen den lange Zeit als primitiv betrachteten Kultobjekten der vorchristlichen Traditionen und der klassischen Moderne. Pablo Picasso, Alberto Giacometti, Amedeo Modigliani – sie alle haben sich von der Einfachheit und formalen Strenge dieser Darstellungen inspirieren lassen.

Richtig spannend wird es dann im Kapitel Fälschungen. Ein ganz besonderes Schelmenstück gelang dem neubrandenburgischen Brüderpaar Jacob und Gideon Sponholz. Zwischen 1768 und 1800 trieben sie einen schwunghaften Handel mit angeblichen Heiligtümern aus der Slawenzeit. Ihre „Prillwitzer Idole“, kleine mit Runen beschriftete Bronzeskulpturen, wurden von Gelehrten ebenso für echt befunden wie von Prinz Carl von Mecklenburg, der die Bestände gleich dutzendweise aufkaufte. Sie waren damals europaweit bekannt. Allzu groß war offenbar das Wunschdenken der Zeitgenossen, der hellenistisch-römischen Götterwelt ein nordisches Äquivalent entgegensetzen zu können. Mit inszenierten Grabungen – die findigen Brüder hatten die „Fundstücke“ zuvor im Erdreich versteckt – köderten sie ihre Kundschaft. Erst 1834 gelang es, dank neuer wissenschaftlicher Methoden, die mecklenburgischen „Schein-Heiligen“ als plumpe Fälschungen zu entlarven. Da lagen die beiden Brüder bereits ein knappes Vierteljahrhundert unter der Erde.

Die Ausstellung „Götter, Götzen und Idole“ ist bis zum 30. April zu sehen. Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg hat dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 5 Euro; Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre ist er frei. Der Katalog ist Verlag Franz Rutzen erschienen und kostet im Museum 24 Euro, im Buchhandel 38 Euro.

Kontakt:

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

Steintorplatz

DE-20099 Hamburg

Telefon:+49 (040) 428134 880

Telefax:+49 (040) 428134 999

E-Mail: service@mkg-hamburg



08.04.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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28.01.2011, Götter, Götzen und Idole - Eine Ausstellung mit rund 210 Objekten über die Menschenbilder der frühen Hochkulturen

Bei:


Museum für Kunst und Gewerbe

Variabilder:

Weibliches Idol, Nordsyrien, 1. Drittel 2. Jahrtausend v. Chr.
Weibliches Idol, Nordsyrien, 1. Drittel 2. Jahrtausend v. Chr.

Variabilder:

Kandelaber in Form einer Frau mit Schale auf dem Kopf, Apulien, aus einem Grab bei Barletta, 4. Jahrhundert v. Chr.
Kandelaber in Form einer Frau mit Schale auf dem Kopf, Apulien, aus einem Grab bei Barletta, 4. Jahrhundert v. Chr.

Variabilder:

Sogenannte Maskenperle, Phönizisch, Ende 4. – 3. Jahrhundert v.
 Chr.
Sogenannte Maskenperle, Phönizisch, Ende 4. – 3. Jahrhundert v. Chr.

Variabilder:

Kopf eines
 Idols, Parthisch oder Sassanidisch (?), 2. Jahrhundert v. Chr. – 2. Jahrhundert n. Chr.
Kopf eines Idols, Parthisch oder Sassanidisch (?), 2. Jahrhundert v. Chr. – 2. Jahrhundert n. Chr.

Variabilder:

in der Ausstellung „Götter, Götzen und Idole“
in der Ausstellung „Götter, Götzen und Idole“

Variabilder:

Weibliches Idol, angeblich Nordpersien, Südufer des Kaspischen
 Meeres, frühes 1. Jahrtausend v. Chr.
Weibliches Idol, angeblich Nordpersien, Südufer des Kaspischen Meeres, frühes 1. Jahrtausend v. Chr.

Variabilder:

Gruppe
 von Idolen
Gruppe von Idolen







Weibliches Idol, Nordsyrien, 1. Drittel 2. Jahrtausend v. Chr.

Weibliches Idol, Nordsyrien, 1. Drittel 2. Jahrtausend v. Chr.

Kandelaber in Form einer Frau mit Schale auf dem Kopf, Apulien, aus einem Grab bei Barletta, 4. Jahrhundert v. Chr.

Kandelaber in Form einer Frau mit Schale auf dem Kopf, Apulien, aus einem Grab bei Barletta, 4. Jahrhundert v. Chr.

Sogenannte Maskenperle, Phönizisch, Ende 4. – 3. Jahrhundert v. Chr.

Sogenannte Maskenperle, Phönizisch, Ende 4. – 3. Jahrhundert v. Chr.

Kopf eines Idols, Parthisch oder Sassanidisch (?), 2. Jahrhundert v. Chr. – 2. Jahrhundert n. Chr.

Kopf eines Idols, Parthisch oder Sassanidisch (?), 2. Jahrhundert v. Chr. – 2. Jahrhundert n. Chr.

in der Ausstellung „Götter, Götzen und Idole“

in der Ausstellung „Götter, Götzen und Idole“

Weibliches Idol, angeblich Nordpersien, Südufer des Kaspischen Meeres, frühes 1. Jahrtausend v. Chr.

Weibliches Idol, angeblich Nordpersien, Südufer des Kaspischen Meeres, frühes 1. Jahrtausend v. Chr.

Gruppe von Idolen

Gruppe von Idolen

in der Ausstellung „Götter, Götzen und Idole“

in der Ausstellung „Götter, Götzen und Idole“

in der Ausstellung „Götter, Götzen und Idole“

in der Ausstellung „Götter, Götzen und Idole“

Kopf, Sabäisch, 1. Jahrhundert v. Chr. – 1. Jahrhundert n. Chr.

Kopf, Sabäisch, 1. Jahrhundert v. Chr. – 1. Jahrhundert n. Chr.




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