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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Möbel und Antiquitäten im Wiener Dorotheum

Acht Meter Tisch



Truhe, Süddeutschland/Ulm, 2. Hälfte 17. Jahrhundert

Truhe, Süddeutschland/Ulm, 2. Hälfte 17. Jahrhundert

Seine große zweitägige Frühjahrskunstgewerbeauktion beginnt das Wiener Dorotheum am 13. April wie gewohnt mit einer Auswahl beachtenswerter Möbel. Das Angebot an Arbeiten vor 1800 ist dabei relativ überschaubar. Künstlerisch zu den ansprechendsten Stücken gehören hier eine aus dem süddeutschen, wohl Ulmer Raum stammende, mit frühbarocken Architekturelementen verzierte Truhe der ersten Hälfte des 17ten Jahrhunderts für 15.000 bis 20.000 Euro und zwei zusammengehörige mächtige Hallenschränke um 1740 mit Bandelwerkmarketerien für freilich nicht gerade günstige 50.000 bis 60.000 Euro. Auch eine etwa gleichzeitig vielleicht in Unterfranken, gerade in jener Zeit ein Hort bedeutender Kunstschreinereien, hergestellte Kommode mit zarten Bronzebeschlägen und auffallend konkavem Schwung für 20.000 bis 25.000 Euro kann sich sehen lassen. Aus Italien stammt ein dekorativ eher zurückhaltender Schreibaufsatzschrank, dessen leicht geschweifter Abschluss ebenfalls in die Epoche des Rokoko verweist. 25.000 bis 30.000 Euro soll er kosten.


Möbel und Tapisserien

Auf ihre Kosten werden aber vor allem Freunde der beginnenden Stilvielfalt im frühen 19ten Jahrhundert kommen. Da wären zum Beispiel der martialische, mit zwei Mischwesen aus Schwan und Löwenbeinen geschmückte Konsoltisch des Empire für 12.000 bis 15.000 Euro, dessen Gestalt in hannoversche Gebiete verweist, oder das Wiener Biedermeiernähtischchen in der ebenso charakteristischen wie eigentlich ungewöhnlichen Globusform um 1810/20, das für 25.000 bis 30.000 Euro einen Abnehmer sucht. Einen Durchmesser von rund anderthalb Metern besitzt ein etwas jüngerer runder Tisch aus Mitteldeutschland; er lässt sich jedoch mittels Teleskopauszügen und insgesamt zehn Zwischenbrettern auf bis zu acht Metern in die Länge ziehen (Taxe 24.000 bis 30.000 EUR). Weniger funktional, dafür sehr dekorativ macht sich ein Paar hölzerner Girandolen der Wiener Möbelfabrik von Josef Danhauser um 1810/20 in Form tanzender Frauen mit Flügeln und fünfflammigen Aufsätzen (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR), zu dem auch noch eine schwebenden Frauengestalt als Draperiehalterin passt (Taxe 16.000 bis 20.000 EUR). Strenger gibt sich ein etwa gleichzeitiges Paar Kandelaber über dreipassiger Grundform ohne figürliche Zier, das keiner bestimmten Wiener Produktionsstätte zugewiesen werden kann (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR).

Ein besonderer Hingucker ist ein antikisierender Armlehnsessel mit zwei vollplastischen Sphingen am Ende der Armlehnen. Sichtlich steckte hier ein ägyptophiler Auftraggeber dahinter, und in der Tat war Joseph Freiherr von Hammer-Purgstall sein ehemaliger Besitzer, ein Wiener Orientalist und Diplomat, der sich um die Erforschung und Verbreitung ägyptischer Kultur in der ersten Hälfte des 19ten Jahrhunderts größte Verdienste erworben hat und nachdem heute eine Gesellschaft benannt ist, die sein Werk fortsetzt (Taxe 20.000 bis 24.000 EUR). Das teuerste Möbelstück des Dorotheums stammt aus dem Historismus: ein aufsatzartig auf einen Tisch gehobenes Wiener Kabinett, an handwerklichem Aufwand kaum zu überbieten und mit einer Unzahl emaillierter Bildplatten versehen. 80.000 bis 100.000 Euro werden hierfür erwartet. Übertroffen wird es lediglich von einem wandfüllenden Bildteppich, dessen malerisch bemerkenswert qualitätvolle Darstellung die Taufe Christi im Jordan zeigt. Um 1730 in Brüssel erzeugt, ist die Erhaltung des Teppichs noch erstaunlich gut. 95.000 bis 135.000 Euro sollen es denn aber auch sein.

Skulpturen und Kunstkammerobjekte

Stets Teil der Antiquitätenauktion ist ferner eine Skulpturenauswahl, wobei die kostbarsten Schnitzereien meist aus der Spätgotik stammen. So auch diesmal, wenn eine achtzig Zentimeter hohe, zarte Lindenholzmadonna um 1480/1500 für 40.000 bis 50.000 Euro oder ein heiliger Petrus der Brixener Hans Klocker-Werkstatt aus etwa dem gleichen Zeitraum für 25.000 bis 30.000 Euro ihren Auftritt haben. Durchaus bestechend ist der lebendige Gegensatz zwischen dem lebhaften Gehampel des kleinen Jesuskindes und der matronenhaften Strenge der Muttergottes in einer Madonnenfigur um 1500 für 55.000 bis 70.000 Euro. Sichtlich der oberschwäbischen Schule des beginnenden 16ten Jahrhunderts gehört ein Relief mit der Enthauptung Johannes des Täufers an, auf dem neben Salome, dem Henker und dem Leichnam des Getöteten auch das Gastmahl des Herodes im Hintergrund zu sehen sind (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR).

Aus späterer Zeit sind eine sichtlich noch dem gotischen Gewandfaltenstil verhaftete Birnenholzmadonna aus der Steiermark um 1600 (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR) und eine auf Wolken wohl in den Himmel auffahrende Maria zu nennen, die laut rückseitiger Datierung 1587 vielleicht von Hans Degler geschnitzt wurde (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Dem Spanier Alonso Berruguete werden zwei Reliefs zugeschrieben, auf denen in recht derber Manier die vier Evangelisten mit ihren Attributen fleißig nachdenken und schreiben (Taxe 20.000 bis 28.000 EUR). Der Skulpturenabteilung sind einige Kunstkammerobjekte angeschlossen, darunter eine Folge von Elfenbeinhumpen mit Silbermontierungen. Der mit 38.000 bis 48.000 Euro kostbarste von ihnen zeigt eine Hirschhatz, die reiche Montierung stammt von dem Augsburger Meister Emanuel Kessbair um 1620/24. Leberecht Wilhelm Schulz ließ die Kunst der Elfenbeinschnitzerei 1831 in einem Becher mit Pferden in einer Landschaft wiederaufleben (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Prunkstück einer Tafel der Spätrenaissance war eine große, bronzene, reich gravierte Kühlschüssel mit Silbereinlagen, die mit 25.000 bis 30.000 Euro bewertet ist.

Silber, Glas und Porzellan

In der Silberabteilung glänzt das Dorotheum vor allem mit Arbeiten des 19ten Jahrhunderts wie einem großen Spiegeltableau der Londoner Firma Rebecca Emes und Edward Barnard von 1821/22 (Taxe 15.000 bis 18.000 EUR) oder einer Folge von sechs Nachbildungen von Figuren des berühmten Kaisergrabmals in der Innsbrucker Hofkirche für 18.000 bis 28.000 Euro, die im historistischen Zeitgeist in Hanau gefertigt wurden. Beim Glas sticht ein großer böhmischer Pokal ins Auge, dessen prächtige Barockornamentik das Wappen des 1702 auf den Brixener Bischofsstuhl gelangten Freiherrn Kaspar Ignaz von Künigl zu Ehrenburg birgt (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR).

Zum Abschluss der Auktion gibt es wie immer eine Menge Porzellan mit Wiener Schwerpunkt. Auffällig ist diesmal eine Deckelterrine um 1725/30 aus der Manufaktur Claudius Innocentius du Paquiers, auf der sich neben Blumen, Früchten und Obst auch Spinnen, Schnecken und ein großer Frosch tummeln (Taxe 12.000 bis 20.000 EUR). Eine Bildplatte mit einem 1824 datierten Blumenstillleben Joseph Niggs stammt dann aus der Kaiserlichen Manufaktur und geht immerhin mit 40.000 bis 70.000 Euro ins Rennen. Günstiger ist da sein Teller mit Blumen und Früchten auf einem Marmorsockel von 1830 für 15.000 bis 30.000 Euro. Unter den Meißner Arbeiten ragen ein von dem schlesischen Hausmaler Ignaz Preissler mit einer fernöstlichen Kauffahrteiszene dekorierter Walzenkrug um 1725 (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR) und Johann Joachim Kändlers Paar Kerzenleuchter mit je einem Papagei um 1740/50 hervor (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Ebenso teuer sind die sechskantige Deckelvase mit ostasiatischem Kakiemondekor um 1730 und die jüngere, schon klassizistische Figurengruppe „Amor kämpft mit den drei Grazien“, die Christian Gottfried Jüchtzer um 1784 nach Vorlagen Angelika Kauffmanns ausgeformt hat.

Die Auktion beginnt am 13. April um 14 Uhr mit den Möbeln und Silberwaren, am 14. April folgen zur selben Uhrzeit die Skulpturen, Antiquitäten, das Glas und Porzellan. Die Vorbesichtigung läuft noch bis zum Auktionsbeginn täglich von 10 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 17 Uhr und sonntags von 10 bis 17 Uhr. Der Katalog ist im Internet unter www.dorotheum.com abrufbar.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



06.04.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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