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Ouyang Chun im Wiener Ausstellungshaus Augarten Contemporary

Macht und Machtmissbrauch nicht nur im alten China



Das Atelier Augarten, Zentrum für zeitgenössische Kunst der Österreichischen Galerie Belvedere, ist seit seiner Eröffnung 2001 zu einem attraktiven, wenn auch ein wenig abgelegenen Ausstellungsort der Wiener Kunstszene geworden. Das ehemalige Atelier und Wohnhaus des Bildhauers Gustinus Ambrosi im großzügigen Ambiente des Wiener Augartens gelegen, setzt sich aus einer großzügigen Ausstellungshalle für Gegenwartskunst, einem multifunktionalen Seminar- und Veranstaltungsraum, einem Café und einer Artist-in-Residence-Wohnung zusammen. Seit Januar 2011 wird die Künstlerwohnung der Österreichischen Galerie Belvedere von dem 1974 in Peking geborenen Künstler Ouyang Chun genutzt, der hier seine Ausstellung vorbereitet hat, die derzeit im „Augarten Contemporary“ zu sehen ist.


Ouyang Chun studierte bis 1995 Malerei an der Academy of Fine Art in Xian. Einzelausstellungen des Künstlers waren unter anderem in der Shanghai Gallery of Art zu sehen. Der hierzulande noch wenig bekannte Maler gilt als eine Entdeckung des Essener Kunstsammlers und China-Experten Thomas Olbricht. Er holte ihn Ende vergangenen Jahres in seinen Me Collectors Room nach Berlin, wo die Arbeiten des jungen Chinesen erstmals außerhalb seines Heimatlandes in einer institutionellen Einzelausstellung zu sehen waren. Ouyang Chun gilt ob der Eigenständigkeit und Unverwechselbarkeit seiner Werke als einer der interessanten jungen chinesischen Nachwuchskünstler, der sich formal und inhaltlich von seinen inzwischen international bekannten Kollegen wie Zeng Fanzhi, Wang Guangyi, Zhang Xiaogang oder Yue Minjun unterscheidet.

In Wien zeigt Ouyang Chun seinen von 2006 bis 2009 entstandenen Gemäldezyklus „Painting the King“. In dreißig, stilistisch teilweise sehr unterschiedlichen Werken, schildert der Maler Episoden aus dem Leben eines Königs, von dessen Siegen und Niederlagen, von Liebe und Tod. Chun vereint Geschichte und Fiktion ebenso wie expressiven Gestus und Detailgenauigkeit in seinen minuziös gestalteten Gemälden. In den meist aus mehreren Tafeln zusammengesetzten Werken dominieren Gold und pastos aufgetragene Farbschichten auf dunklen Bildgründen. Er kombiniert seine eigene Sicht der Realität mit einer Fantasiewelt und verbindet dabei den Begriff der reinen Ölmalerei mit mythischen Erzählungen seiner Heimat. Dargestellt werden Episoden, die sich auf den ersten chinesischen Kaiser beziehen, auf dessen despotische Herrschaft, die durch einen Mord endete. Die detailreichen Arbeiten rufen wiederum Bilder in Erinnerung, etwa an die bekannte Armee aus Terrakotta im Grab des Kaisers, die verbotene Stadt, den kaiserlichen Palast und an überlieferte Rituale.

Ouyang Chuns Arbeiten speisen sich aus vielfältigen Bezügen: kunstgeschichtliche Einflüsse von Vincent van Gogh über Pablo Picasso, Willem de Kooning, Philip Guston bis Jean-Michel Basquiat; aber auch Anregungen aus der Werbung, von Comics und Graffitis schlagen sich in den archetypischen Zeichen und Symbolen, in den plastischen Linien und pastosen Farbfeldern seiner Bilder nieder. „Entscheidend sind allerdings nicht stilistische Parallelen“, erklärt Kuratorin Margrit Brehm, „sondern vielmehr die Atmosphäre, die durch die Figuren geschaffen wird und in der Historie und Mythos untrennbar erscheinen“. Sie beschreibt die Werke als „Urbilder für Macht und Machtmissbrauch“ wie beispielsweise in „The Coronation of the Usurper“, für das „Gefangensein in der eigenen Identität“ wie in „The Golden Cage“ oder für das „Überschreiten der Grenze zwischen Hybris und Wahnsinn“ in „Fate of a King“, die alle drei im Jahr 2008 entstanden.

Die Faszination, die von den bis zu sechs Meter langen Bildtafeln ausgeht, begründet sich einerseits durch die verschwenderische Verwendung von Blattgold und Goldfarbe, andererseits durch die Unvereinbarkeit des Themas und dessen monumentale Ausgestaltung mit der Herkunft des Künstlers aus dem Land, das als Volksrepublik der royalistischen Tradition kaum ferner stehen könnte. Margit Brehm sieht in Vergleichen zwischen Mao und dem chinesischen Kaiser das kritische, gegenwartsbezogene Potential der Arbeiten. Ouyang Chun selbst betont die Offenheit seiner Arbeiten. Für ihn steht die Malerei im Vordergrund. Sie dient ihm vor allem als Medium, mit dessen Hilfe er Vergangenheit und Gegenwart, Ost und West, Narration und Abstraktion in seinen Bildern verschmelzen lässt – ein Anliegen, das perfekt in das Veranstaltungsprogramm passt, mit dem anlässlich des 40jährigen Jubiläums der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Österreich und der Volksrepublik China, ein Brückenschlag zwischen den Nationen gefeiert wird.

Die Ausstellung „Ouyang Chun – Painting the King“ ist bis zum 12. Juni zu sehen. Augarten Contemporary ist donnerstags bis sonntags von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 5 Euro, ermäßigt 3,50 Euro. Für Kinder und Jugendliche bis zu 19 Jahren ist der Eintritt frei. Der Katalog kostet 38 Euro.

Kontakt:

Augarten Contemporary

Scherzergasse 1a

AT-1020 Wien

Telefon:+43 (01) 79 557 134

Telefax:+43 (01) 79 557 136

E-Mail: info@belvedere.at



06.04.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Jacqueline Rugo

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Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


02.03.2011, Ouyang Chun - Painting The King

Bei:


Österreichische Galerie Belvedere

Künstler:

Chun Ouyang










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