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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Ergebnisse: Vor allem mit einer Privatsammlung von Glas nach 1930 konnte das Heilbronner Auktionshaus Fischer punkten

Helden im Kleinformat



Ermanno Toso, Vase „Millepiedi“, um 1950/55

Ermanno Toso, Vase „Millepiedi“, um 1950/55

Eine einzelne, geschlossene Kunstsammlung strahlt meist mehr Kraft aus als ein Gemischtwarenladen mit Beständen aus allen möglichen Richtungen. Durchaus freudvoll durfte das Heilbronner Auktionshaus Fischer anlässlich seiner jüngsten Glasversteigerung eine ebensolche Erfahrung machen. Während die Zuschlagsquote des Hauptprogramms mit fast tausend Einzellosen bei rund 56 Prozent lag, brachte es die Sammlung eines nicht genannten Einlieferers mit überwiegend italienischem Glas seit den 1930er Jahren auf stolze 85,6 Prozent. Auch den absoluten Höchstpreis konnte Fischer mit diesem in den späten Nachmittag hinein versteigerten Angebot erzielen: 14.000 Euro, das Doppelte der Schätzung für eine besonders auffällige, in selbstbewusstes knalliges Gelb mit blütenartigen Mustern gehüllte Vase „Millepiedi“ nach Entwurf des berühmten Ermanno Toso, ausgeführt von den Fratelli Toso in den frühen 1950er Jahren. Der Erfolg war möglich, weil die eigentlichen Favoriten der Auktion bereits versagt hatten: Jeweils 48.000 Euro für zwei der stählernen, in porösen Konturen gehaltenen Skulpturen des tschechischen Künstlerpaares Stanislav Libensky und Jaroslava Brychtová aus den Wendejahren 1989/91 waren den potentiellen Interessenten doch zu viel.


Chronologisch aufgebaut, begann die Auktion am 19. März mit den ältesten Gläsern bis in die Römerzeit hinein. Üblicherweise werden hier selten einmal hohe Zuschläge erreicht, doch 6.000 Euro für einen deutschen Kreuzrippenbecher der Zeit um 1500 (Taxe 1.900 EUR), 2.600 Euro für einen grünen Warzenbecher des 17ten Jahrhunderts, ebenfalls ein Bodenfund aus Deutschland (Taxe 950 EUR), oder 3.800 Euro für eine kobaltblaue, schrägoptisch geblasene Schnapsflasche aus dem alpenländischen Raum des 17ten oder 18ten Jahrhunderts können sich durchaus sehen lassen (Taxe 3.500 EUR). Beim Schnittglas gab es 2.300 Euro für eine reich mit Rankenwerk, Jagdszene, Blumengehänge und Engelsköpfen verzierte Konfektschale aus dem Hirschberger Tal um 1730 (Taxe 1.900 EUR), beim Emailglas 3.600 Euro für eine kantige Flasche aus dem mittel- oder süddeutschen Raum der ersten Hälfte des 18ten Jahrhunderts, deren Korpus mit erotischen Darstellungen bemalt und die mit einem erotischen Eingericht versehen ist (Taxe 3.300 EUR). Diesen Wert errang zudem eine seltene gerippte Flasche auf Goldrubinglas, die um 1700 in Potsdam oder Süddeutschland entstand (Taxe 2.800 EUR). Als erstaunlich begehrt erwies sich eine Gruppe dreier Milchglasfigürchen – zwei Rokokodamen und ein Putto – als Allegorien des Frühlings und des Herbstes: Die im französischen Nevers im 18ten Jahrhundert entstandenen Köstlichkeiten sprangen von 150 auf 4.000 Euro.

Das 19te Jahrhundert beeindruckte vor allem durch handwerkliche Präzision und technische Raffinesse, wobei hier den böhmischen Arbeiten der Vorrang gebührt. Bis in die feinsten Verästelungen hinein ist die von Hirschen belebte Waldlandschaft auf einem großen Deckelpokal der Gräflich Schaffgotsch’schen Josephinenhütte um 1860 wiedergegeben. Das für 3.100 Euro versteigerte Werk geht wohl auf einen Entwurf von Franz Pohl zurück (Taxe 2.300 EUR). Ebenso beeindruckt die Darstellung einer japanischen Gitarrespielerin im Kimono vor einem zart blühenden Baum auf einem blauweißen Glasfenster durch ihre Lebendigkeit. 4.000 Euro waren hier der Lohn (Taxe 4.500 EUR).

Etwas in Fahrt kam die Auktion aber erst bei den französischen Jugendstilgläsern. Hier lagen schon die Schätzpreise deutlich höher. Nicht alles konnte weitervermittelt werden, doch 6.500 Euro für eine kleine Vase Gabriel Argy-Rousseaus mit einem Spinnennetz im Brombeerstrauch von 1920 (Taxe 4.500 EUR), 5.500 Euro für ein relativ frühes Produkt von Emile Gallé aus der zweiten Hälfte der 1890er Jahre mit der Darstellung eines mittelalterlichen Edelmannes in Email und Gold bekundeten ein erfreuliches Interesse auch an ungewöhnlichen Stücken (Taxe 1.600 EUR). Für 10.000 Euro wurde auch eines der Hauptlose vergeben: die behäbige Schale „Champignons“, entworfen von Henri Bergé oder Emile Wirtz und ausgeführt von Daum Frères in Nancy im Jahr 1907. Aus dem reichen Bestand an Erzeugnissen weniger bekannter Firmen sind eine formal auffällig in Blütenform gebildete Vase „Soliflore“ von Muller Frères um 1900/14 für 3.600 Euro (Taxe 2.800 EUR) und die impressionistisch anmutende Balustervase der Verreries Réunies de Vallerysthal et Portieux in Lothringen um 1895/1900 für 2.200 Euro zu nennen (Taxe 2.000 EUR).

Als das österreichische Pendant zu den französischen Glasfirmen um 1900 gilt das Unternehmen Lötz Witwe in Klostermühle. Auf der Auktion nicht weniger präsent, konnte der Bestand diesmal doch nicht ganz mithalten und kam über 2.200 Euro für ein Exemplar der kleinen Phänomenvase „GRE 1/4“ in silbergelben Fäden und rotbraunen Tropfen um 1901 nicht hinaus (Taxe 2.400 EUR). So wurden sie sogar noch überholt von einem Vasenduo in auffallendem Grün, das trotz seiner Ähnlichkeiten insbesondere der naturalistischen Tierdarstellungen zwei verschiedenen Zeiten und Orten sein Entstehen verdankt: Die gedrungen kegelförmige Vase mit über die Wandung sich schlängelnden Welsen ging um 1900 aus der Werkstatt Fritz Heckerts in Petersdorf nach einen Entwurf Ludwig Sütterlins hervor, die in Gold gemalten Elefanten in einer palmenbestandenen Steppe wurden rund eine Generation später bei Ludwig Moser in Karlsbad von Rudolf Wels ins Leben gerufen. Beide Stücke erzielten jeweils 2.600 Euro weit über ihren Schätzungen. Auf deutscher Seite stießen zwei Weingläser auf begeisterte Begierde: ein teilvergoldetes und mit bunten Glassteinen geschmücktes Stängelglas aus der Serie „Byzantinische Gläser“, entworfen um 1906 wohl von Georg Carl von Reichenbach und hergestellt bei Benedikt von Poschinger in Oberzwieselau, für taxgerechte 3.500 Euro, und eine auf hohem roten Stand ruhende Kelchkuppa von Peter Behrens und der „Rheinischen Glashütten-Actien-Gesellschaft“ in Köln-Ehrenfeld um 1900/01 für 7.000 Euro (Taxe 5.000 EUR).

Eine dichte Folge zum Teil hoher vierstelliger Zuschlagsergebnisse reihte sich bei den italienischen Gläsern aus Murano aneinander. Wenngleich auch hier nicht jedes Stück unter die Leute gebracht werden konnte, so zeigte sich doch, dass die bestechende Kraft dieser oft bunten Gläser in ihren strengen Formen noch heute ihre Wirkung entfaltet. Höhepunkte waren hier die dunkelgrüne Doppelkürbisvase „Cinese“ von Carlo Scarpa aus dem Jahr 1940 für 6.000 Euro (Taxe 5.500 EUR) und eine weitere der mit stilisierten Blüten geschmückten Vasen Ermanno Tosos aus den späten 1950er Jahren mit dem Namen „Kiku sparse“, diesmal in Knallrot, für 13.000 Euro (Taxe 14.500 EUR). Zwei aus abstrakten Farbmustern gestaltete Vasen Pollio Pereldas, von denen die eine aufgrund ihres glasfensterartigen Aussehens die Bezeichnung „Cattedrale“ trägt, wurden bei 9.000 Euro und 8.000 Euro nur unter Vorbehalt zugeschlagen, weil zu den Schätzungen doch größere Lücken klafften.

Beim tschechischen Glas der jüngeren Zeit sowie den neuesten Arbeiten internationaler Herkunft dagegen ging es insgesamt weniger aufregend zu. Neben den Arbeiten Libenskys und Brychtovás fanden sich auch für René Roubíceks gestreiften „Kopf“ von 1982 (Taxe 12.000 EUR) oder Stepán Palas brandneues, gelb leuchtendes Objekt „Converter of Space“ von 2010 keine Abnehmer (Taxe 8.800 EUR). Für eine großflächig farblich gemusterte, leicht kugelförmige Vase Vladimír Kopeckýs von 1960 endeten die Gebote schon bei 5.000 Euro, obwohl 13.500 Euro erwartet waren. Der Zuschlag erfolgte entsprechend nur unter Vorbehalt. So setzte sich in dieser Abteilung Pavel Hlavas originelle Vase in Rot-Orange mit drei seitlichen Einstichen aus dem Jahr 1969 für angemessene 3.900 Euro vorläufig an die Spitze.

Für solche Enttäuschungen entschädigte dann eben die Privatsammlung. Zahlreich waren die zum Teil bedeutenden Preissteigerungen wie Dino Martens’ Vase „Oriente“ von 1952 von 3.500 Euro auf 7.000 Euro, eine von Pablo Picasso entworfene Donna aus der Serie „Ninfe e Fauni“ von 1956 von 2.800 Euro auf 6.500 Euro oder Fulvio Bianconis dunkelgrüne fröhliche, aber kopflose Meerjungfrau „Sirena“ um 1950 von 3.500 Euro auf 4.500 Euro. Auch Pollio Perelda kam hier noch einmal mit zwei „Cattedrale“-Vasen von 1957 für 7.000 Euro und 8.000 Euro zum Zuge (Taxen je 6.500 EUR). Komplett übernommen wurde eine Dreiergruppe großer kubischer Objekte mit mikrostrukturartigen Farbeinschlüssen von Jon Kuhn aus jüngerer Zeit: „Autumn Valley“ von 2000, „Hidden Melody“ von 2005 und „Golden Expanse“ ebenfalls von 2005 wurden für bis zu 5.000 Euro über den Schätzungen vergeben. Ebenso die Werke Harvey K. Littletons, dessen schwanenhalsige „Blue Sliced Descending Form“ von 1987 sich bei 8.000 Euro verabschiedete (Taxe 6.500 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Kunstauktionshaus Dr. Jürgen Fischer

Trappensee-Schlösschen

DE-74074 Heilbronn

Telefax:+49 (07131) 15 55 720

Telefon:+49 (07131) 15 55 70

E-Mail: info@auctions-fischer.de



04.04.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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