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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Auf hohem Niveau, aber ohne besonderes Spektakel setzte Christie’s in Zürich die Schweizer Kunst ab

Sonnige Eindrücke



Giovanni Giacometti, Sotto il sambuco (Unter dem Holunder), 1911

Giovanni Giacometti, Sotto il sambuco (Unter dem Holunder), 1911

Nicht gerade eine Gier, aber doch ein breites Interesse weckte die Versteigerung Schweizer Kunst der Zürcher Dependance von Christie’s am vergangenen Montag. Rund 11,16 Millionen Franken brutto setzte das Auktionshaus mit den insgesamt 153 angebotenen Losnummern um. Das entspricht einer Zuschlagsquote von 83 nach Anzahl der Nummern und 86 Prozent nach der Schätzpreissumme. Dass sich diese Veranstaltung damit nicht ganz in die erste Liga Schweizer Kunstauktionen der beiden Riesen Sotheby’s und Christie’s einreihen konnte, lag an den Einlieferungen: Die sensationellen Unikate, etwa ein großer Ferdinand Hodler, waren diesmal nicht dabei. Dass auch sie Anklang gefunden hätten, legt der Zuschlag aller anderen Spitzenwerke der Auktion zumindest nahe: Giovanni Giacomettis Familienidylle „Sotto il sambuco“ von 1911, mit 1,8 bis 2,5 Millionen Franken sicher etwas hoch bewertet, wechselte bei 1,6 Millionen Franken den Besitzer, Giovanni Segantinis symbolistisches Genrebild „Le due madri“ von 1891 ging zur oberen Schätzung von 1,2 Millionen Franken weg, und auch Alberto Giacomettis „Buste d’homme“ nach seinem Bruder Diego von 1956 war mit 850.000 Franken leicht unterhalb der Schätzung noch gut bezahlt. Käufer waren, wie bei den teuersten Werken fast ausschließlich, Schweizer Privatsammler.


Die ältesten Arbeiten aus dem frühen bis mittleren 19ten Jahrhundert lösten am 21. März erwartungsgemäß nicht gerade Begeisterungsstürme aus. Auch Alexandre Calames dramatisch inszenierter „Bergsturz an der Grimsel“ von 1841 blieb mit 70.000 Franken unterhalb der Schätzung hängen, während seine ausschnitthaften und fein gemalten „Arbes“ im Sommerlicht um 1850 mit 38.000 Franken gut bezahlt wurden (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR). Gegen Ende des 19ten Jahrhunderts wuchs das Interesse dann spürbar. Hier fand sich unter anderem eine Gemeinschaftsarbeit des schon erwähnten Giovanni Segantini und seines norditalienischen Kollegen Giuseppe Barbaglia. Ihre beiden Blumenstillleben entstanden als malerische Dekoration für Schrankfüllungen und werden daher heute, in hübsche Rahmen gekleidet, als Pendants angesehen. Ihr Wert erhöhte sich von 20.000 bis 30.000 Franken auf 75.000 Franken. Albert Ankers distanziert beobachtendes Spätwerk „Die kleine Näherin“ in Aquarell auf Papier von 1908 brachte es auf 140.000 Franken (Taxe 100.000 bis 150.000 SFR). Giovannis Sohn Gottardo Segantini machte mit einigen seiner im pointillistischen Stil des Vaters gehaltenen Landschaften auf sich aufmerksam, von denen die freundliche Bergbauernhofimpression „Blaunca mit Piz Lagrev“ von 1940 und ein nicht minder sonniger „Novembertag in Soglio“ von 1928 jeweils 150.000 Franken erzielten (Taxen zwischen 100.000 und 180.000 SFR).

Unterhalb der Liga der Giacomettis agierten auf dieser Auktion der Expressionist Amiet sowie der in Paris berühmt gewordene und 1925 dort gestorbene Félix Vallotton. Letzterer beeindruckte einmal mehr durch seine nüchternen, als Vorläufer der Neuen Sachlichkeit zu sehenden Naturansichten und hier insbesondere durch den „Quai de Berville“ von 1918, in welchem die harte Konfrontation teils monochromer Farbflächen schon weit in Richtung abstrakte Kunst hinausweist. 760.000 Franken erreichte das Ölbild im Rahmen der Schätzung. Von 200.000 bis 300.000 Franken auf 330.000 Franken steigerte sich die „Maison au soleil, cailloux bleus“ von 1920, der etwas größere, aber kompositorisch weniger gefällige Blick auf „La claire-voie, Menton“ von 1925 blieb dagegen unveräußert (Taxe 300.000 bis 500.000 SFR). Von Cuno Amiet wiederum wurden vor allem die Arbeiten der Hauptschaffenszeit übernommen wie die pastose „Sommerlandschaft I“ mit Hügeln und Bäumen aus dem Jahr 1905 für 720.000 Franken (Taxe 500.000 bis 700.000 SFR) oder der wieder in den Impressionismus zurückkehrende „Sommer“ von 1931 zur unteren Grenze von 180.000 bis 250.000 Franken. Sein jugendstiliges Frühwerk dagegen, „Paradies“ von 1901 mit Adam und Eva unter dem Baum der Erkenntnis, musste bei 500.000 bis 700.000 Franken als der prominenteste Rückgang der Auktion die Heimreise antreten. Ernst Ludwig Kirchners aquarellierte Zeichnung einer alten Bäuerin in der Stube von 1917 reüssierte dann noch bei 50.000 Franken (Taxe 30.000 bis 45.000 SFR).

Daneben gab es einige weniger bekannte Künstler, so Alexandre Perrier. Über das Kunsthandwerk im Textilbereich zur Malerei gelangt, schuf er vor allem Bergansichten, die er im Sinne des Jugendstil zu dekorativ-ornamentalen Gebilden uminterpretierte. Die sanften weichen Formen der eigentlich so rauen Gesteinsmasse in „Coucher de soleil sur le Salève“ von 1898 ist eines der schönsten Beispiele dieser Art, das denn auch stattliche 75.000 Franken erhielt (Taxe 50.000 bis 70.000 SFR). Der zu Unrecht vergessene Zürcher Maler Robert Amrein konnte mit zwei lyrischen, leicht prismatisch gebrochenen Waldlandschaften aus dem Jahr 1917 punkten. Sein „Zauberwald“ kletterte auf 10.000 Franken, das „Rote Haus“ auf 14.000 Franken (Taxe je 5.000 bis 7.000 SFR). Etwas enttäuschend schnitt Gustave Buchets stark abstrahierte „Landschaft mit Häusern“ aus dem Jahr 1928 ab. Offensichtlich wollten die Sammler der gedeckten Farbigkeit und der formal strengen Komposition nicht so recht folgen und gewährten lediglich 60.000 Franken statt der geforderten 80.000 bis 120.000 Franken. Richtig lag Christie’s mit seiner Einschätzung von Adolf Dietrichs eigentlich höchst retrospektivem, in die Entstehungszeit völlig unpassendem „Marder“ aus dem Jahr 1954: Das betont gegenständliche Werk landete bei 130.000 Franken etwa in der Mitte des Schätzpreises.

Als einziger Zuschlag unter den Top Ten gingen Louis Soutters kritzelige Tuschezeichnungen „Amants, venez“ und „Le coup d’envoi“ auf Vor- und Rückseite eines Papierbogens nicht in Schweizer Privatbesitz, sondern für 190.000 Franken in internationalen Handel (Taxe 100.000 bis 150.000 SFR). Ohne Ausnahme wurden die beeindruckenden, zum Teil erschütternden Zeichnungen des frühen Art Brut-Künstlers übernommen, der Jahrzehnte seines Lebens in einem Altersheim eingesperrt lebte. Ihm stand Adolf Wölfli mit zwei Schriftzeichnungen zur Seite. Das textbetontere Blatt aus „Buch 15“ von 1917 kam auf 37.000 Franken (Taxe 18.000 bis 25.000 SFR), die buntere und ornamental aufgebaute „Brotkunst Zeichnung: Riesen-Stadt Lion-Nord“ von 1919 auf 52.000 Franken (Taxe 50.000 bis 70.000 SFR).

Im Bereich der Erwartungen spielten sich die 90.000 Franken für Varlins enge „Rue de Steinkerque in Paris“ von 1957 mit dem Fluchtpunkt der Fassade von Sacré-Cœur und die 38.000 Franken für Max Gublers verwischten und ein Jahr älteren „Vorfrühling“ ab, während seine genauer gemalte „Sommerlandschaft“ von 1941 immerhin einen Abschlag von 20.000 Franken auf 50.000 Franken hinnehmen musste. Den besserte Le Corbusier wieder aus. Seine Gouache mit Anklängen an einen Frauenkörper sowie konstruktiven und kalligrafischen Elementen von 1947 verbesserte sich von 12.000 Franken auf 45.000 Franken, ebenso Camille Graesers geometrische Farbschichtungen „Summand-Konstruktion D“ von 1974 auf 55.000 Franken (Taxe 25.000 bis 35.000 SFR). Auch Hans Hinterreiters dynamische Farbspiele in seinem „Opus 4“ von 1951 standen mit ihren 21.000 Franken für das gute Abschneiden der Konkreten Kunst (Taxe 12.000 bis 18.000 SFR).

Eine der größten Steigerungen legte gegen Ende der Auktion Max Bills „Zwilling als Viertelkugel“ hin, 1968 konzipiert und 1993 in Granit ausgeführt, von 70.000 bis 90.000 Franken auf 170.000 Franken. Für das Surreale waren die Kunden dagegen offenbar nicht so zu haben: Zwar konnten sich zwei Gemälde des 1939 nach New York ausgewanderten jüdischen Malers Kurt Seligmann, „Heraldic Apparition“ von 1947 und „Fallen Angel“ von 1958, mit 32.000 Franken und 25.000 Franken (Taxen 25.000 bis 35.000 und 12.000 bis 18.000 SFR) sowie HR Gigers gruselige Fantasiegeschöpfe in „Macht und Ohnmacht von 1987 zu doppelten Schätzung mit 40.000 Franken gut behaupten, doch das ratternde Motorgestell Jean Tinguelys mit dem Gemäldetriptychon „Catherine, Bride of Christ“ Milena Palakarkinas von 1990 fand für 180.000 bis 250.000 Franken keinen Abnehmer.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Christie's

Steinwiesplatz

CH-8032 Zürich

Telefon:+41 (044) 268 10 23

Telefax:+41 (044) 268 10 11



25.03.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Veranstaltung vom:


21.03.2011, Swiss Art

Bei:


Christie's

Bericht:


Familienidylle

Kunstwerk:

Giovanni Segantini und Giuseppe Barbaglia, Fiori e frutta – Iris
Giovanni Segantini und Giuseppe Barbaglia, Fiori e frutta – Iris

Kunstwerk:

Ernst Ludwig Kirchner, Alte Bäuerin, 1917
Ernst Ludwig Kirchner, Alte Bäuerin, 1917

Kunstwerk:

Adolf Wölfli, Blatt aus „Buch 15“, 1917
Adolf Wölfli, Blatt aus „Buch 15“, 1917

Kunstwerk:

Alexandre Calame, Arbes, um 1850
Alexandre Calame, Arbes, um 1850

Kunstwerk:

Giovanni Giacometti, Sotto il sambuco (Unter dem Holunder), 1911
Giovanni Giacometti, Sotto il sambuco (Unter dem Holunder), 1911

Kunstwerk:

Albert Anker, Die kleine Näherin, 1908
Albert Anker, Die kleine Näherin, 1908







Giovanni Segantini und Giuseppe Barbaglia, Fiori e frutta – Iris

Giovanni Segantini und Giuseppe Barbaglia, Fiori e frutta – Iris

Taxe: 20.000 - 30.000 SFR

Zuschlag: 75.000,- SFR

Losnummer: 17

Ernst Ludwig Kirchner, Alte Bäuerin, 1917

Ernst Ludwig Kirchner, Alte Bäuerin, 1917

Taxe: 30.000 - 45.000 SFR

Zuschlag: 50.000,- SFR

Losnummer: 113

Félix Vallotton, Quai de Berville, 1918

Félix Vallotton, Quai de Berville, 1918

Taxe: 600.000 - 800.000 SFR

Zuschlag: 760.000,- SFR

Losnummer: 39

Adolf Wölfli, Blatt aus „Buch 15“, 1917

Adolf Wölfli, Blatt aus „Buch 15“, 1917

Taxe: 18.000 - 25.000 SFR

Zuschlag: 37.000,- SFR

Losnummer: 119

Alexandre Calame, L’éboulement (Bergsturz an der Grimsel), um 1841

Alexandre Calame, L’éboulement (Bergsturz an der Grimsel), um 1841

Taxe: 80.000 - 120.000 SFR

Zuschlag: 70.000,- SFR

Losnummer: 9

Giovanni Segantini, Le due madri, 1891

Giovanni Segantini, Le due madri, 1891

Taxe: 800.000 - 1.200.000 SFR

Zuschlag: 1.200.000,- SFR

Losnummer: 13

Félix Vallotton, Maison au soleil, cailloux bleus, 1920

Félix Vallotton, Maison au soleil, cailloux bleus, 1920

Taxe: 200.000 - 300.000 SFR

Zuschlag: 330.000,- SFR

Losnummer: 63

Albert Anker, Die kleine Näherin, 1908

Albert Anker, Die kleine Näherin, 1908

Taxe: 100.000 - 150.000 SFR

Zuschlag: 140.000,- SFR

Losnummer: 12

Alexandre Perrier, Coucher de soleil sur le Salève, 1898

Alexandre Perrier, Coucher de soleil sur le Salève, 1898

Taxe: 50.000 - 70.000 SFR

Zuschlag: 75.000,- SFR

Losnummer: 43

Alexandre Calame, Arbes, um 1850

Alexandre Calame, Arbes, um 1850

Taxe: 20.000 - 30.000 SFR

Zuschlag: 38.000,- SFR

Losnummer: 6




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