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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Picasso, Keith Haring und Co.: Das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe zeigt politische Künstlerplakate aus den letzten 60 Jahren. Künstlerische Bekenntnisse gegen Unrecht, Unterdrückung und Ausgrenzung manifestieren sich in Wort und Bild

Wenn Kunst sich einmischt



Seit Wochen beherrschen Bilder aus Nordafrika und dem Nahen Osten die Medien. Unzufriedene Menschenmassen protestieren auf den Straßen. Revolutionäre Parolen manifestieren sich auf Transparenten, Fahnen oder Graffitis. In politisch bewegten Zeiten wie diesen hat immer auch das Massenmedium Plakat Hochkonjunktur. Dass politische Plakate keineswegs nur von Illustratoren und Gebrauchsgrafikern gestaltet werden, zeigt jetzt die Ausstellung „Phantasie an die Macht – Politik im Künstlerplakat“ im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe. Immer wieder haben auch bekannte bildende Künstler Plakate entworfen: für Parteien oder Menschenrechtsorganisationen, für Aufklärungskampagnen, für revolutionäre Bewegungen, politische Hoffnungsträger, für Freiheit und Frieden.


Die Hamburger Schau versammelt über 180 Arbeiten von rund 90 international renommierten Künstlern, darunter Joseph Beuys, Robert Rauschenberg, Andy Warhol, Martin Kippenberger oder Jenny Holzer. Grundlage für die Ausstellung ist eine großzügige Schenkung des Hamburger Plakatsammlers Claus von der Osten an das Museum.

Bereits Pablo Picasso entwarf im Jahre 1949 für den Pariser Weltfriedenskongress ein Plakat mit einer weißen Friedenstaube. Bis heute wird dieses Symbol der Friedensbewegung auf der ganzen Welt genutzt. Künstler machen meistens keinen Hehl aus ihrer politischen Haltung. Pop Art-Star Roy Lichtenstein setzte 1982 den Slogan „I Love Liberty“ unter das Konterfei der Freiheitsstatue und unterstützte so eine kalifornische Kampagne für die Einhaltung der US-Verfassung. Drastischer dann ein Bekenntnis der aus Ex-Jugoslawien stammenden Performance-Künstlerin Marina Abramovic. Mit dem Slogan „Clean The House“ und einem Foto, das sie beim Schrubben von Rinderknochen zeigt, macht sie auf die Brutalität des Balkankrieges und die ethnischen Säuberungen in den 1990er Jahren aufmerksam. Ein Jahrzehnt zuvor standen andere Themen im Fokus: Graffiti-Künstler Keith Haring äußerte sich mit klaren, comichaften Motiven und griffigen Parolen zum Thema AIDS.

Viele Künstler näherten sich den brisanten Themen der letzten Jahrzehnte mit eindeutigen Aussagen: gegen Apartheid in Südafrika, gegen Folter in Südamerika, gegen den Vietnamkrieg, für Amnesty International, für Greenpeace und den Umweltschutz. Katharina Sieverding thematisierte nach den Brandanschlägen von Solingen 1993 die ausländerfeindliche Stimmung im Nachwende-Deutschland. Das Plakat zeigt den Kopf der Künstlerin, der von Messern eingerahmt wird, die ihr Ziel nur knapp verfehlt haben. Darüber prangt die Überschrift eines Leitartikels aus der ZEIT: „Deutschland wird deutscher“.

Andere Künstler mischten sich ganz direkt in Wahlkämpfe ein. Der amerikanische Konzeptkünstler Richard Serra wählte 2004 als Plakatmotiv das Bild einer Folterszene aus dem US-Gefangenenlager Abu Ghraib: ein schwarzer Kapuzenmann steht mit ausgebreiteten Armen auf einem Podest. Darüber der Aufruf: „Stop Bush“. Eine direkte Unterstützung für Hoffnungsträger Barack Obama lieferte dann der Pop Art-Künstler Robert Indiana. Ganz im Stil seiner bekannten „LOVE“-Gemälde aus den 1960er Jahren entwarf er 2008 ein Plakat mit dem Schriftzug „HOPE“.

Ob als Mahner, Weltverbesserer, Friedensstifter oder manchmal auch als träumerische Idealisten: Künstler nutzen bis heute das ohnehin vorhandene Aufmerksamkeits- und Wiedererkennungspotenzial ihrer Werke, um politisch brisante Botschaften oder Appelle zu kommunizieren. Dass sie dabei auf der Seite der Schwachen und Unterdrückten stehen, liegt eigentlich in der Natur der Sache.

Die Ausstellung „Phantasie an die Macht – Politik im Künstlerplakat“ ist bis zum 13. Juni zu sehen. Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg hat dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 5 Euro; Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre frei. Der Katalog ist im Hirmer Verlag erschienen und kostet 25 Euro.

Kontakt:

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

Steintorplatz

DE-20099 Hamburg

Telefon:+49 (040) 428134 880

Telefax:+49 (040) 428134 999

E-Mail: service@mkg-hamburg



23.03.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Veranstaltung vom:


18.03.2011, Phantasie an die Macht – Politik im Künstlerplakat

Bei:


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