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Frontales Bildnis I.B. 1988 / Max Uhlig

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Sauwetter am Stachus mit Nornenbrunnen im winterlichen München / Otto Pippel

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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Zeichnungen und Druckgrafik alter und neuerer Meister im Wiener Dorotheum

Jägerglück und Jägerpech



Federico Barocci, Portrait eines Mannes mit Schnurrbart

Federico Barocci, Portrait eines Mannes mit Schnurrbart

Ungewöhnlich ehrgeizig ist die kommende Auktion von Meisterzeichnungen, Druckgrafik, Aquarellen und Miniaturen alter und neuerer Meister im Wiener Dorotheum. Sind sonst in dieser Rubrik selten einmal fünfstellige Schätzpreise verzeichnet und werden auch selten erreicht, so listet der Katalog zur kommenden Ausgabe am 24. März eine ganze Reihe hoher Erwartungen. Bei den meisten dieser Losnummern ist eine „Europäische Privatsammlung“ als Provenienz angegeben. Mit einer Schätzung von 60.000 bis 80.000 Euro am höchsten bewertet ist das Portrait eines Mannes mit Schnurrbart, gezeichnet in Farbkreiden auf braunem Papier. Als es vor einigen Jahren auf dem englischen Kunstmarkt auftauchte, wurde es Federico Barocci lediglich zugeschrieben, nun hält es der englische Kunsthistoriker Nicholas Turner unzweifelhaft für ein eigenhändiges Werk des urbinatischen Frühbarockmalers. Dieselbe Zuordnung nahm Turner ebenfalls erst kürzlich bei der Verbildlichung eines mit verklärtem Blick nach oben schauenden Heiligen vor, für die 15.000 bis 20.000 Euro gefordert werden.


Der ehemalige Kurator für Druckgrafik und Zeichnung am British Museum ist auch für die übrigen italienischen Kostbarkeiten des Dorotheums hauptsächlicher Gewährsmann. Nicht immer jedoch konnten eindeutige Festlegungen vorgenommen werden. Allgemein der piemontesischen Kunst des 17ten Jahrhunderts, in Richtung Schule des Guglielmo Caccia, wird eine mystische Vermählung der heiligen Katharina mit dem Christuskind zugewiesen, ein schönes lebendiges Werk für 10.000 bis 12.000 Euro. Mit größerer Sicherheit kann die Studie eines sich zurücklehnenden männlichen Aktes in roter Kreide auf Papier mit einem Ölgemälde des Frühbarockmalers Lodovico Carracci in Verbindung gebracht werden, auf seinen Vetter Annibale Carracci und dessen Umkreis weisen Stil und Pinselstrich einer raschen Studie zu einer Madonna (Taxen je 15.000 bis 20.000 EUR). Schließlich ordnete Turner auch eine Heilige Familie mit dem Johannesknaben und der heiligen Anna dem Barockklassizisten Carlo Maratta zu (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR).

Ausnahmsweise nicht von Turner, sondern vom langjährigen Direktor der National Galleries of Scotland, Sir Timothy Clifford, wurde die feine Rötelzeichnung eines stehenden Mannes mit christusartigem Ausdruck Giovanni Antonio Sogliani zugewiesen (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Ebenfalls aus anderem berufenen Munde stammt die Zuschreibung einer fast surrealen Figurenstudie zu einem Jüngsten Gericht an den Carracci-Zeitgenossen Giovanni Battista Trotti, genannt Il Malosso (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Der überwiegende Teil dieser Zeichnungen ist bislang nicht publiziert. Ausnahmen stellen Pier Francesco Mazzucchellis rote Kreidezeichnung „Die Feuerprobe des heiligen Franziskus vor dem Sultan“ (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR) und Sisto Badalocchios unmittelbar und raumlos ins Bild gesetzte Allegorie der Caritas in schwarzer Kreide auf blau getöntem Papier dar (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Sind die meisten dieser italienischen Künstler einer breiteren Öffentlichkeit eher weniger geläufig, so finden sich mit Domenico Robusti, dem Sohn des großen Jacopo Robusti mit dem weitaus bekannteren Beinamen Tintoretto, und Tizian dann doch noch zwei Berühmtheiten, wenngleich ihnen oder ihrem Kreis die „Studie zu Diana und Callisto“ und „Der Heilige Sebastian und die Frauen“ ebenfalls lediglich zugeschrieben werden können (Taxen zwischen 20.000 und 40.000 EUR).

Die Zeichner anderer Länder stehen dagegen ein wenig im Hintergrund – mit einer Ausnahme: ein hervorragender Verist auf der Schwelle zwischen Spätgotik und Frührenaissance, Mittelalter und Neuzeit stehender Maler und Zeichner, der in seiner graubraunen Darstellung von Susanna im Bade mit den beiden zudringlichen Alten seine herausragende Kunst als spannender Schilderer historischer Szenen unter Beweis stellt. Vermutlich ist Jan Gossaert, genannt Mabuse, hier anzusprechen. Zugleich zeugt das Blatt von einem entschieden diesseitigen Zugriff auf die menschliche Figur, der sich schon durch die Wahl des fast kriminalistischen Themas wie von selbst anbot. 40.000 bis 60.000 Euro möchte das Dorotheum für diese ausgezeichnete Zeichnung sehen.

Für ein Blatt mit mehreren Figurenstudien von Marktfrauen und Männern in Rückenansicht ist Jan Brueghel d.Ä. verantwortlich. Dies hat der Brueghel-Spezialist Klaus Ertz bestätigt (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Der französische Hofkünstler Daniel Dumonstier zeichnet für das Bildnis einer jungen Dame mit Halskrause verantwortlich, das als Vorlage für ein größeres Ölgemälde gedient haben könnte (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Rund ein Jahrhundert später beherrschten landschaftliche Eindrücke die niederländische Malerei, wovon auch Tobias Verhaechts zarte Federzeichnung einer südländisch anmutenden Landschaft mit fantastischer Ruine und einem Brunnen zeugt (Taxe 3.000 bis 3.500 EUR). Beliebt sind immer wieder feine Tierschilderungen wie die in Gouache ausgeführten Blätter mit einem Kuckuck und einer Blauralle, vor allem wenn der Name des Prager Hofmalers Hans Hoffmann dafür steht (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR).

Die klassische Reproduktionsgrafik kann mit dem Wert dieser Preziosen durchschnittlich nicht mithalten, ist auch im Umfang relativ beschränkt, enthält jedoch ebenfalls eine größere Anzahl hochkarätiger Blätter als sonst. Im Zentrum der Kunst Albrecht Dürers steht der 1520 datierte Kupferstich „Maria, von einem Engel gekrönt“ in einem prachtvollen und gut erhaltenem Druck für 8.000 bis 10.000 Euro. Aus einem umfangreichen Konvolut von Rembrandt-Offerten ragen die späte Kaltnadelradierungen „Christus unter den Schriftgelehrten“ aus dem Jahr 1652 (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR) und „Selbstbildnis an einem Fenster, zeichnend“ in auffallend düsterem Ton von 1648 für 12.000 bis 15.000 Euro hervor. Daneben sind weitere Arbeiten des 17ten Jahrhunderts zu nennen wie Claude Lorrains nicht minder malerische Landschaftsradierung „L’Apparition“ um 1630 (Taxe 2.000 bis 2.500 EUR) und Jacques Callots Breitformat „Die große Jagd“ mit einem Gewirr von Menschen und Tieren in einem Wald, geschätzt auf 3.500 bis 4.000 Euro.

Mit Jagd im weiteren Sinne hat auch ein ulkiges Aquarell des Hessen Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, des sogenannten „Goethe-Tischbein“, zu tun. Doch nicht die Jäger sind die Jagenden, sondern die Tiere, die sie eigentlich jagen sollten: Grausame Rache nehmen diese Geschöpfe, rösten einen Jäger am Spieß, hängen ihre hündischen Begleiter an Bäumen auf und feiern ein makabres Fest der Freude. Selbst Affen und Geparden sind mit von der Partie (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Auch der aquarellierte Blick auf eine Landschaft am Rhein durch einen verfallenen Kreuzgang von Christian Georg Schütz d.Ä., der zum zweiten Mal antritt, zeugt von den Errungenschaften des Klassizismus, ebenso Jakob Matthias Schmutzers Paar in einer weiten Landschaft mit Festung im Hintergrund von 1794 (Taxen je 1.000 bis 1.200 EUR).

Das 19te Jahrhundert ist dann das Zeitalter der Höchstleistungen in der Vedutenmalerei. Unter anderem ist wieder die ganze Familie Alt vertreten: der berühmteste von ihnen Rudolf von Alt mit einem gezeichneten, nur andeutungsweise auch aquarellierten Blick in den Graben Richtung Singerstraße sowie der Ansicht eines Sägewerks am Vierwaldstättersee von 1868 (Taxen zwischen 12.000 und 20.000 EUR), Papa Jakob Alt mit einer Ansicht des Zipser Schlosses in der Slowakei von 1838 (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR) und Bruder Franz Alt unter anderem mit einer sonnigen Impression vom Forum Boarium in Rom aus dem Jahr 1859 (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR).

Daneben bewährten sich andere Meister in der besonders von österreichischen Künstlern perfektionierten Aquarellmalerei. Eduard Gurk beispielsweise begeisterte sich 1835 an der schillernden Pracht der Schatzkammer in der steiermärkischen Wallfahrtskirche Mariazell und bannte sie mit minutiöser Genauigkeit aufs Papier (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Etwa um die gleiche Zeit stürzte sich Thomas Ender auf landschaftlich reizvolle Partien wie eine Küste in Süditalien mit einfachem Landvolk (Taxe 10.000 bis 14.000 EUR) oder das oberbayerische Berchtesgaden mit dem mächtigen Watzmann-Massiv im Hintergrund (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR). Unter zahllosen Wien-Ansichten von Meistern wie Franz Poledne, Richard Moser oder Ernst Graner ragt ein Blatt Marie Egners heraus, nicht so sehr wegen der nicht weniger präzisen Zeichenkunst, sondern wegen des ungewöhnlichen Motivs aus dem Atelierfenster in der Klagbaumgasse über die Dächer und Schornsteine des vierten Bezirks hinweg (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR).

In dieser Zeit gegen Ende des 19ten Jahrhunderts bereitete sich übrigens schon der Jugendstil vor, von dem mit Alphonse Muchas Bildnis der eigenen Tochter Jaroslava im tschechischen Nationalkostüm für 13.000 bis 16.000 Euro ebenfalls ein nicht unbedeutendes Werk zeugt. Bei den Miniaturbildnissen rangiert Moritz Michael Daffinger mit Portrait einer jungen Dame im weißen Kleid vor einer Partie aus dem Prater mit 12.000 bis 14.000 Euro an erster Stelle. Aber auch Alois von Anreiter oder Jean Urbain Guérin steuern mit dem Bildnis des Erzherzogs Maximilian Ferdinand in Marineuniform (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR) beziehungsweise dem einer jungen Frau mit lockigem auftoupiertem Haar schöne Beispiele dieser kleinen Kunstform bei (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR).

Die Auktion beginnt 24. März um 16 Uhr. Die Besichtigung ist ab dem 18. März täglich außer sonntags von 10 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 17 Uhr möglich. Der Katalog im Internet listet die Objekte unter www.dorotheum.com.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



11.03.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Franz Alt, Schloss in Mähren (?), 1883
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Franz Alt, Schloss in Mähren (?), 1883

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Taxe: 3.600 - 4.000 EURO

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Sisto Badalocchio, Allegorie der Caritas

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Taxe: 15.000 - 20.000 EURO

Losnummer: 70

Eduard Gurk, Die Schatzkammer in Mariazell, 1835

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Taxe: 10.000 - 15.000 EURO

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Albrecht Dürer, Maria, von einem Engel gekrönt, 1520

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Taxe: 8.000 - 10.000 EURO

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Alois von Anreiter, Erzherzog Maximilian Ferdinand in der Uniform eines Befehlshabers der K. K. Kriegsmarine mit dem Orden vom Goldenen Vlies

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Taxe: 4.000 - 5.000 EURO

Losnummer: 408

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Jakob Alt, Blick auf das Zipser Schloss in der Slowakei, 1838

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Taxe: 5.000 - 7.000 EURO

Losnummer: 203

Rembrandt, Christus unter den Schriftgelehrten, 1652

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Taxe: 15.000 - 20.000 EURO

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Giovanni Battista Trotti, genannt Il Malosso, Studie zu einem Jüngsten Gericht

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Pier Francesco Mazzucchelli, gennnant Il Morazzone, Die Feuerprobe des heiligen Franziskus vor dem Sultan

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Zuschlag: 12.000,- EURO

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