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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Seine kommende Designauktion stellt das Münchner Auktionshaus Quittenbaum fast ganz in den Dienst Italiens

In italienischem Licht



Die gute Geschäftsentwicklung der vergangenen Jahre erlaubt es dem Münchner Auktionshaus Quittenbaum, nicht nur besondere Höhepunkte modernen und zeitgenössischen Designs vom breiten Angebot abzusondern und in eigenen Versteigerungen zu präsentieren, sondern gelegentlich sogar einzelne Rubriken und Schwerpunkte herauszustellen und auch hier eine stattliche Bandbreite für weniger pralle Geldbörsen vorzulegen. So ist die 94ste Auktion am 15. Februar unter dem Titel „La Dolce Vita“ mehr als nur ein italienischer Abend. Bereits mittags um 12 Uhr geht es los mit rund 420 Objekten italienischer Designer des 20sten Jahrhunderts. Den Anfang macht hier als einer von mehreren besonders hervorgehobenen Künstlern der vor gut drei Jahren verstorbene Ettore Sottsass – und auch hier formuliert Quittenbaum einen Anspruch: Nicht ein Gebrauchsgegenstand, sondern ein Beispiel aus dem allgemein weniger bekannten malerischen Œuvre des auf diesem Gebiet eher autodidaktisch agierenden Meisters trägt hier die Nummer eins. Es ist eine abstrakte Komposition aus dem Jahr 1956, ein Jahr bevor Sottsass die künstlerische Leitung der ebenso renommierten wie experimentierfreudigen Möbelfirma Poltronova übernahm. Die Temperaarbeit soll 8.000 bis 10.000 Euro kosten.


Italienisches Design

Eines der bekanntesten Möbelstücke Sottsass’ dürfte sein verspieltes Regal „Carlton“ sein, das er 1981 entwarf und das hier für 7.800 bis 9.000 Euro in einer Ausgabe noch der 1980er Jahre von Memphis in Mailand vorliegt. Für das frühe „Radical Design“ steht sein kreisrunder Tisch „Loto“ von 1965 aus zwei Marmorplatten mit schwarzem Metallzylinder in der Mitte (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR). Bekannt ist auch sein Spiegel „ultrafragola“ von 1970, der in dem geschwungenen Rand psychedelische Ideen aufnimmt (Taxe 3.300 bis 4.000 EUR). Aber auch schon für 750 Euro gibt es von Ettore Sottsass die Tischlampe „Bay“ von 1983, die in Memphis-Tradition aus geometrischen Bauklötzchen bunt konstruiert erscheint.

Über die Vierstelligkeit gehen die Preise selten hinaus, wie etwa bei einer Max Ingrand zugeschriebenen Deckenleuchte um 1955, die ihren Namen „Dalia“ der extravaganten Form verdankt (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR), oder einer Stehleuchte Gio Pontis aus dem Jahr 1957, deren geschlossene Steilheit auf einen eher introvertierten Charakter schließen lässt (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Bereits im vergangenen Dezember bei Quittenbaum im Angebot war ein ohne Frage bemerkenswertes, aber leider von unbekannter Hand gefertigtes Sideboard samt integriertem Phonoschrank und Bar aus der Zeit um 1958. Mit 25.000 bis 30.000 Euro ist der Preis für das seinerzeit unveräußert gebliebene Stück jetzt etwas reduziert. 9.000 bis 12.000 Euro soll das grüne Polyurethanschaum-Sitzobjekt „Pratone“ der Gruppo Strum aus dem Jahr 1970 kosten, das allerdings aufgrund des Alters wohl schon etwas steif geworden ist und daher auf leichte Funktionalitätsgrenzen stößt (Taxe 9.700 bis 12.000 EUR).

Besonders empfehlen sich auf dieser Auktion einige umfangreichere Ensembles. So gibt es von Paolo Buffa, dessen kühle Eleganz an klassische Formen anknüpft, Sideboard und Esstisch aus einer Garnitur um 1940. Sie wiederholen im Furnier aus Fächerahorn die traditionelle Diamantquaderung und erscheinen somit als wehrhafte Möbelstücke (Taxe insgesamt 7.000 bis 8.500 EUR). Im rustikalen Bauernstil gestaltete Mario Ceroli für Poltronova Anfang der 1970er Jahre Tisch, Truhe, Stühle und Kleiderschrank der Serien „Mobili nella Valle“, „Annabella“ und „Rosa dei Venti“. Die Preise Fichtenholzmöbel liegen zwischen 1.500 Euro und 5.000 Euro. Auch bei den Lampen gibt es eine zusammengehörige Gruppe: die beiden Deckenleuchter und eine Wandapplike mit dem typischen perforierten Metallblechen von Stilnovo (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR).

Wer zu den Möbeln auch noch die ausgefallenen Versionen von Gerätschaften des täglichen Lebens sucht, kann sich bei Marco Zanusos und Richard Sappers Fernseher „Doney 14“ aus dem Jahr 1962 bedienen, als das Fernsehzeitalter gerade erst begann (Taxe 7.000 bis 8.000 EUR), oder bei dem Phonola-Radio „547“, das Luigi Caccia Dominioni sowie Livio und Pier Giacomo Castiglioni 1939 in der Art eines Telefons entworfen haben (Taxe 3.500 bis 3.800 EUR). Andrea Branzi liefert in seinem quadratischen Regal „WL07“ von 1996 die elf papiernen Leuchtkörper gleich mit (Taxe 8.500 bis 9.000 EUR). Ganz ohne Funktion ist dann das kinetische Objekt „Strutturazione Fluida“ mit beweglichen Metallbändern von Gianni Colombo aus dem Jahr 1960 (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR).

Eine eigene Abteilung unter den Lampen bilden knapp zwanzig Produkte aus der 1953 von Gino Sarfatti gegründeten Firma Arteluce, deren Tradition Ginos Sohn Riccardo Sarfatti mit Luceplan seit 1978 fortführte. Eine der frühesten ist zugleich eine der bekanntesten Leuchten: die Nummer 1063, 1953/54 als minimalistische stehende Leuchtstoffröhre hergestellt, jetzt angeboten für marktgerechte 16.000 bis 18.000 Euro. Bei den jüngeren Arbeiten liegen die Preise erheblich niedriger, die von Bruno Gecchhelin 1981 entworfene Stehleuchte „Bis“ in damals eher konventionellen Formen beispielsweise gibt es schon für 500 bis 700 Euro. Teuerer wird es allerdings bei der als rotweiße Zielscheibe ausgebildeten Stehleuchte von Giuseppe Raimondi aus der Zeit um 1970 für 13.000 bis 17.000 Euro.

Murano-Glas

Höhepunkt der Auktion ist am Dienstagnachmittag eine Abteilung mit rund 220 Murano-Gläsern aus dem 20sten Jahrhundert. Die ältesten Stücke sind hier die teuersten: Artisti Baroviers rosengeschmückte, blaue Vase von 1920 für 20.000 bis 24.000 Euro etwa oder Carlo Scarpas weiß-milchige Kugelform „lattimo“ mit schlängelnden Henkeln von 1929/30 für 15.000 bis 25.000 Euro, übertroffen aber bei weitem von Ercole Baroviers elegante Vase „primavera“ ebenfalls von 1929/30, deren craquelierter Dekor durch Zufall entstand und die 1930 auf der siebzehnten Biennale in Venedig präsentiert wurde. 60.000 bis 70.000 Euro sollen es für dieses barock geschwungene Meisterwerk sein.

In späteren Jahren schwenkten diese Designer auf neue Dekorarten in meist gedeckten, erdigen, zum Teil schweren Farben um. So konzentriert sich Baroviers Vase „dorico corniola“ von 1960 ganz auf ein rostrotes und milchigweißes Muster aus Kreisen und Quadraten (Taxe 20.000 bis 24.000 EUR). Scarpas strenge konische Vase „tessuto“ von 1940 scheint mit ihren engen Vertikalstreifen sogar Ideen der Op-Art vorwegzunehmen (Taxe 10.000 bis 14.000 EUR). Im wahrsten Sinne punktuell aufgetragen ist der farbliche Dekor auf Archimede Segusos Vase „merletto“ von 1954 (Taxe 16.000 bis 18.000 EUR), bei ihrer tropfenförmigen Schwester „merletto irregulare“ scheint sich das Grün von oben und unten langsam über die farblose, von einem fadenartigen Netz weißer Bänder überzogene Wandung auszubreiten (Taxe 12.000 bis 14.000 EUR).

Eine witzige Interpretation der Homerschen Sage der Sirenen, die auf einer Insel hausen und die vorbeiziehenden Seefahrer mit ihrem Liebesgesang einfangen, bietet Fulvio Bianconi in einer Vase von 1950: Um den rötlich gefärbten Korpus, der einer Frau nachgebildet ist und sogar zwei Brustwarzen andeutet, legt sich ein Raster aus opakweißen Quer- und Längsstreifen, die an ein Netz erinnern (Taxe 16.000 bis 20.000 EUR). Eine meditative Haltung scheint in seiner über annähernd quadratischem Grundriss stehenden Vase „scozzese“ um 1954 angestrebt zu sein: Dunkel wie Glasfenster ziehen sich die Farben über den rund dreißig Zentimeter hohen Korpus (Taxe 15.000 bis 18.000 EUR).

Auch der Maler Max Ernst beteiligte sich 1968 als Muranese, doch wurde sein wandtellerartiges Objekt „Sole 2“ lediglich in einem Exemplar hergestellt (Taxe 10.000 bis 14.000 EUR). Zu den wenigen Nichtvasen und damit den skulpturalen Arbeiten gehört die Serie von „pulcini“, die Alessandro Pianon 1961/62 in die Welt setzte. Den vollständigen Satz dieser fünf Piepmätze bietet Quittenbaum für 16.000 bis 18.000 Euro an. Die Werke aus jüngerer Zeit harren noch der preislichen Aufwertung. Über 6.500 bis 8.000 Euro für zwei figurale Vasen Franz Pratis, die 1991 die beiden Hauptprotagonisten des surrealistischen Stücks „Roi Ubu“ von Alfred Jarry aufgreifen, jedoch nie in Serie gingen, gelangt man hier nicht hinaus.

Jugendstil-Glas

Den Abschluss der Auktion bestreitet am Abend ab 19 Uhr die rund 75 Jugendstilgläser umfassende Sammlung des vor einem Jahr verstorbenen Modeschöpfers Dolf Selbach. Hier sind die Schätzungen insgesamt recht niedrig gehalten, wohl um Anreize zu schaffen, aber auch um Rückgänge zu vermeiden. Titellos ist eine bersteinfarbene, stahlblaue und dunkelviolette Vase mit wellenförmigen Dekor von Louis Comfort Tiffany aus dem Jahr 1901, die Selbach wie viele andere Stücke seit den 1970er Jahren bei Ketterer in München erwarb (Taxe 9.000 bis 14.000 EUR). Natürlich gibt es auch Vasen der großen französischen Entwerfer. Daum Frères steuern etwa passend zum Frühjahr das Exemplar „Crocus“ von 1906 für 6.500 bis 7.000 Euro und Emile Gallé die eher herbstliche Version „Chrysanthèmes“ aus der Jahrhundertwendezeit für 6.000 bis 7.000 Euro. Und nicht fehlen darf schließlich Lötz Witwe aus dem böhmischen Klostermühle, die fast ein Drittel der Auktion bestreitet, mit Arbeiten wie einer Phänomen-Vase in gelber Kürbisform und galvanischer Silberauflage von Franz Hofstötter für die Pariser Weltausstellung 1900 im Schätzwert von 4.500 bis 5.000 Euro.

Die Auktion beginnt am 15. Februar um 12 Uhr. Die Besichtigung der Objekte findet am 10. und 11. Februar von 10 bis 18 Uhr, am 12. und 13. Februar von 13 bis 17 Uhr und am 14. Februar von 10 bis 15 Uhr statt. Der Katalog ist im Internet unter www.quittenbaum.de einsehbar.

Kontakt:

Quittenbaum Kunstauktionen

Theresienstraße 60

DE-80333 München

Telefon:+49 (089) 273 702 125

Telefax:+49 (089) 273 702 122

E-Mail: info@quittenbaum.de



10.02.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Sturm auf die Gläser

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Andrea
 Branzi, Regal „WL07“, 1996
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Sideboard mit integriertem Phonoschrank und Bar, Italien, um 1958
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Ercole Barovier, Vase „primavera“, 1929/30
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Vase, Artisti
 Barovier, 1920
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Zwei Deckenleuchten und eine Wandapplike, Stilnovo, Mailand um 1955

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Franz Prati, Vase „père ubu“ - Vase „mère ubu“, 1991

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Ercole Barovier, Vase „dorico corniola“, 1960

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Archimede Seguso, Vase „merletto“, 1954

Archimede Seguso, Vase „merletto“, 1954

Taxe: 16.000 - 18.000 EURO

Zuschlag: 13.500,- EURO

Losnummer: 101

Carlo Scarpa, Vase „tessuto“, 1940

Carlo Scarpa, Vase „tessuto“, 1940

Taxe: 10.000 - 14.000 EURO

Losnummer: 42

Gino Sarfatti, Stehleuchte „1036“, 1953/54

Gino Sarfatti, Stehleuchte „1036“, 1953/54

Taxe: 16.000 - 18.000 EURO

Zuschlag: 16.000,- EURO

Losnummer: 136

Max Ingrand zugeschrieben, Wandleuchte „Dalia“, um 1955

Max Ingrand zugeschrieben, Wandleuchte „Dalia“, um 1955

Taxe: 4.000 - 4.500 EURO

Zuschlag: 4.000,- EURO

Losnummer: 80

Paolo Buffa, Esstisch, um 1940

Paolo Buffa, Esstisch, um 1940

Taxe: 2.000 - 2.500 EURO

Losnummer: 35

Marco Zanuso und Richard Sapper, Fernseher „Doney 14“, 1962

Marco Zanuso und Richard Sapper, Fernseher „Doney 14“, 1962

Taxe: 7.000 - 8.000 EURO

Losnummer: 219

Louis Comfort Tiffany, Vase, 1901

Louis Comfort Tiffany, Vase, 1901

Taxe: 9.000 - 14.000 EURO

Zuschlag: 28.000,- EURO

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Vase, Artisti Barovier, 1920

Vase, Artisti Barovier, 1920

Taxe: 8.500 - 9.000 EURO

Zuschlag: 20.000,- EURO

Losnummer: 5




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