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Der Nachwuchswettbewerb „Gute Aussichten“ ermittelt Jahr für Jahr die besten jungen Fotografen aus deutschen Hochschulen. Im Hamburger Haus der Photographie werden sie jetzt präsentiert

Zwischen Abschied und Aufbruch



Er gilt als eine der wichtigsten bundesweiten Nachwuchsfördermaßnahmen für junge Fotografie: Der Wettbewerb „Gute Aussichten“. Bereits zum siebten Mal ist die Talentschau jetzt im Haus der Photographie in den Hamburger Deichtorhallen zu Gast. Gezeigt werden Arbeiten der acht aktuellen Preisträger. Organisiert wird „Gute Aussichten“ von einer privaten Initiative rund um die Kunstwissenschaftlerin Josefine Raab und den Autor Stefan Becht. Kurator Ingo Taubhorn, selbst ständiges Jurymitglied, betont: „In so einer großen Ausstellung in einem renommierten Haus können sich die Arbeiten voll entfalten und ein breites Publikum finden.“


Wie funktioniert „Gute Aussichten“? Aus 38 deutschen Hochschulen reichten die Leiter der Fotografieklassen Arbeiten von insgesamt 96 Absolventen ein. Eine Fachjury, deren prominentestes Mitglied in diesem Jahr der Düsseldorfer Fotograf Thomas Ruff war, wählt die überzeugendsten Arbeiten aus: sozusagen das Beste aus deutschen Fotografiehochschulen. Einen deutlichen Trend mag „Gute Aussichten“-Initiatorin Josefine Raab in diesem Jahr nicht herauslesen. „Es gibt fast nur dezidierte Einzelpositionen, und das macht auch die Qualität der deutschen Fotografie aus“, sagt sie. In einem Land, das zahlreiche große Fotografen und wegweisende Richtungen hervorgebracht hat, tritt der Nachwuchs natürlich ein großes Erbe an. Doch Josefine Raab hat beobachtet: „Man kennt die stilbildenden Schulen, aber man löst sich mittlerweile von diesen festen, starren Vorbildern.“

So ist die reportageartige Fotoserie „Die Zeit dazwischen“ von Helena Schätzle als subjektives Reisetagebuch zu lesen. Schätzle begab sich in Osteuropa auf Spurensuche. Mit der Kamera besuchte sie verschiedene Stationen, die ihr Großvater auf seiner Flucht aus russischer Kriegsgefangenschaft passierte. Sie sah verschneite Landschaften, Zäune, einsame Wege – ein Panorama der Erinnerung an eine geliebte Person und die mit ihr verbundenen unbekannten Orte. Viel konstruierter hingegen wirken die analogen Fotografien aus der Serie „Modernismus fängt zu Hause an“ von Jan Paul Evers. Der in Braunschweig ausgebildete Fotokünstler arbeitet ganz klassisch in der Dunkelkammer. Seine grobkörnigen schwarzweißen Aufnahmen basieren auf Versatzstücken aus Zeitungen, Filmen und dem Internet. Seine an visuelle Experimente mit Schablonen und Fotogramme erinnernden Bildkonstruktionen stellen eine Nähe zum experimentellen Film der 1920er Jahre her.

Samuel Henne widmet sich in seiner Serie „Something specific about everything“ dem Thema Stillleben. Er konstruiert im Studio Objekte aus Wegwerfgegenständen und fotografiert diese oft absurden Inszenierungen vor pastellfarbigen Hintergründen. „Es ging mir darum, mittels Fotografie Bilder komplett zu konstruieren“, so Henne, der sich kunsthistorisch auf das Ready Made und das Objet Trouvé bezieht. Einen eher technisch-theoretischen Ansatz verfolgt Stephan Tillmans in seiner Serie „Leuchtpunktordnungen“. Er passt für den Zeitpunkt des Auslösens genau den Moment ab, wenn ein Röhrenfernseher vom Netz genommen wird. Die in Bruchteilen von Sekunden entstehenden TV-Nachbilder fängt er dann in seinen Aufnahmen ein. „Das Verhältnis von Abstraktem und Konkretisierung in der Fotografie wird hier beschrieben“, so Tillmans.

Ganz anders Rebecca Sampson: Die Absolventin der Berliner Ostkreuz-Schule fotografierte Menschen mit Essstörungen in einer Klinik. Es ging ihr um die „Welt hinter der Fassade“. „Ich wollte keine Darstellung extremer Körper erreichen, sondern es ging mir um das Seelenleben“, so Sampson. Ihre subjektiv-emotionalen Bilder von Menschen im Swimmingpool und im Klinikpark zeugen von einem großen Vertrauensvorschuss seitens der abgelichteten dick- und dünnleibigen Patienten. Die Bielefelderin Katrin Kamrau erforscht eher selbstreferenziell die Ränder der Fotografie: Verlassene Werkräume, leergeräumte Labore und Dunkelkammern wirken wie ein melancholischer Abgesang auf die Epoche der analogen Fotografie.

Schließlich ist da noch das Bremer Künstlerpaar André Hemstedt und Tine Reimer, die in ihrer aus mehreren Kapiteln bestehenden Serie „Konstruktion von Bewegung“ die Instabilität und Balance vor einem wirtschafts- und umweltpolitischen Szenario des Zusammenbruchs erforschen. Herausgekommen ist eine ebenso konzeptuelle wie elegant umgesetzte Fotoarbeit, die allerdings zu viele soziale und philosophische Aspekte zu berücksichtigen sucht. Ingo Taubhorns Fazit zu den „Guten Aussichten“ in diesem Jahr: „Die junge Fotografengeneration geht sehr spielerisch, ungezwungen und experimentell mit dem Medium um.“

Die Ausstellung „Gute Aussichten 2010/2011. Junge deutsche Fotografie“ ist bis zum 27. Februar zu sehen. Das Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr, jeden ersten Donnerstag im Monat zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 9 Euro, ermäßigt 6 Euro. Der 217seitige Katalog erscheint bei BoD – Books on Demand und kostet 39,90 Euro. Zudem sind von allen Wettbewerbsteilnehmern Editionen erhältlich.

Kontakt:

Deichtorhallen Hamburg

Deichtorstraße 1-2

DE-20095 Hamburg

Telefon:+49 (040) 32 10 30

Telefax:+49 (040) 32 10 32 30

E-Mail: info@deichtorhallen.de

www.guteaussichten.org



04.02.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Veranstaltung vom:


21.01.2011, gute aussichten 2010/2011 – junge deutsche fotografie

Bei:


Deichtorhallen Hamburg

Künstler:

André Hemstedt

Künstler:

Katrin Kamrau

Künstler:

Rebecca Sampson

Künstler:

Stephan Tillmans

Künstler:

Samuel Henne

Künstler:

Jan Paul Evers

Künstler:

Helena Schätzle










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