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Der Hamburger Kunstverein zeigt zwei politische Ausstellungen zu den Themen Fußball und Redefreiheit. Außerdem im Foyer: die Rekonstruktion eines Kultlokals

Von den Grenzen der Redefreiheit



Zeitschriften vor Fotodisplay in der Ausstellung „Freedom of Speech“

Zeitschriften vor Fotodisplay in der Ausstellung „Freedom of Speech“

Ehemalige Stammgäste werden sich die Augen reiben, wenn sie in diesen Tagen das Foyer des Kunstvereins in Hamburg betreten. Zu sehen ist dort eine Rekonstruktion des einst benachbarten Restaurants „Jena Paradies“. Unter dem Titel „Die erlösende Eloquenz erprobter Dinge – Jena Paradies revisited“ hat der Hamburger Künstler Werner Büttner das Kultrestaurant, das von 1992 bis 2007 das Stammlokal der Hamburger Kunstszene war, partiell wieder aufgebaut. Büttner verstand das von ihm entworfene „Jena Paradies“, benannt nach einem Bahnhof in seiner Geburtsstadt, als Gesamtkunstwerk mit eigens konstruierten Lampen, Möbeln, Zeichnungen und Texten. Das Zentrum bildete eine opulente Bar. Essen und Trinken sind für Büttner Lebenselixier, die Gastronomie ein Ort des Austausches, des Schlagabtausches und nicht zuletzt auch des kultivierten Rausches. Der Kunstverein lässt die untergegangene Gastronomielegende mit zahlreichen Veranstaltungen und Kochabenden jetzt für knapp ein Jahr wiederauferstehen.


Im unteren Ausstellungsraum, der komplett schwarz ausgemalt ist, hat die Frankfurter Künstlerin Silke Wagner, Jahrgang 1968, eine raumfüllende Neonarbeit installiert. Die sich nach und nach aufbauenden Motive stammen aus der Geschichte des Fußballs. Wagner beleuchtet gesellschaftliche, politische und auch rassistische und gewalttätige Aspekte des weltweit beliebtesten Sports. Sie bildet legendäre Protagonisten, Vereinssymbole und Fußballparolen in leicht dechiffrierbaren, schablonenartigen Neonzeichnungen ab. Ein subtiles Spiel zwischen Verführung und Entlarvung.

Die Hauptausstellung im ersten Obergeschoss greift den politischen Ansatz auf. Unter dem Titel „Freedom of Speech“ untersucht Kunstvereinsdirektor Florian Waldvogel die Redefreiheit in der heutigen Gesellschaft anhand von Mediendarstellungen, künstlerischen Arbeiten, historischen Beispielen und einer kritischen Diskursanalyse. Ausgangspunkt der visuell opulenten Schau sind die Mohammed-Karikaturen, die 2005 in der dänischen Tageszeitung „Jyllands Posten“ erschienen, sowie die jüngste Debatte um das Sarrazin-Buch. Als raumgestalterisches Element benutzt Waldvogel die Absperrgitter eines Bauzauns. Transparenz und gleichzeitige Ausgrenzung symbolisieren für den Besucher die Einschränkung seiner Artikulations- und Wahrnehmungsmöglichkeiten. Die Zäune geben bereits eine bestimmte Marschrichtung vor.

Die zentrale Frage der Schau lautet: „Was, wenn nur der sprechen dürfte, der die Wahrheit sagt?“ Die kurzen Wandtexte, die die Arbeiten erläutern, entstammen einer Analyse des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung und sind angelehnt an die Schriften des französischen Philosophen Michel Foucault. Den größten Raum nimmt die Installation „State Britain“ des Briten Mark Wallinger ein. Er rekonstruierte ein Protestcamp des Friedensaktivisten Brian Haw aus Bannern, Friedensfahnen, Stofftieren, Schlafstätte und Fotografien. Haw hatte diese Mahnwache gegen den Irakkrieg vor dem britischen Parlament aufgebaut. Mit der organisch angewachsenen Protestakkumulation in der Tate Britain gewann Wallinger 2007 den renommierten Turner Prize.

Andere Künstler setzen sich mit der amerikanischen Flagge auseinander wie etwa George Maciunas, der die Sterne mit Totenkopfsymbolen und die Streifen mit Opferzahlen von verschiedenen Völkermorden ersetzt hat. Vor Gericht landete die 1966 entstandene Arbeit „Hanging“ von Marc Morrel. Er konstruierte aus der US-Flagge einen Punching Ball, den er an einer Schlinge baumeln ließ. Poppig-bunte Siebdrucke mit Friedensparolen der künstlerisch tätigen katholischen Nonne Sister Mary Corita Kent stehen beispielhaft für die kalifornische Protestkultur der Sixties. Von Christoph Schlingensief ist der Nazi-Aussteigerfilm „Nazi-Line/Hamlet“ von 2001 zu sehen. Olaf Metzels Bronzefigur „Turkish Delight“ von 2006, eine nackte Muslimin mit Kopftuch, spielt mit orientalischen und westlichen Männerfantasien. Maria Eichhorn beschäftigt sich in ihrer Arbeit „Prohibited Imports“ aus dem Jahr 2003 mit der körperfeindlichen staatlichen Zensurpraxis in Japan. Sie führte Bücher mit Männerakten des Fotokünstlers Robert Mapplethorpe gezielt ein und stellt jetzt die vom Zoll zensierten Exemplare aus.

Die Ausstellung „Freedom of Speech“ bietet viel Futter, die Grenzen von Rede- und Kunstfreiheit auch in der westlichen Hemisphäre zu hinterfragen. Angesichts der aktuellen Debatte um Julian Assange und die WikiLeaks-Veröffentlichungen ist sie hochaktuell.

Die Ausstellungen „Freedom of Speech“ und „Silke Wagner“ sind bis zum 27. März zu sehen. Werner Büttners Installation „Die erlösende Eloquenz erprobter Dinge – Jena Paradies revisited“ bleibt bis zum 27. November 2011 bestehen. Der Kunstverein in Hamburg hat täglich außer montags von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 3 Euro, ermäßigt 1,50 Euro. Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist er kostenlos. Der Katalog ist in Vorbereitung.

Kontakt:

Kunstverein in Hamburg

Klosterwall 23

DE-20095 Hamburg

Telefax:+49 (040) 32 21 59

Telefon:+49 (040) 33 83 44

E-Mail: hamburg@kunstverein.de



31.01.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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18.12.2010, Freedom of Speech

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18.12.2010, When Saturday Comes - Silke Wagner

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18.12.2010, Die erlösende Eloquenz erprobter Dinge - Jena Paradies revisited. Werner Büttner

Bei:


Kunstverein in Hamburg

Variabilder:

Zeitschriften vor Fotodisplay in der Ausstellung „Freedom of Speech“
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Variabilder:

Olaf Metzel, Turkish Delight, 2006
Olaf Metzel, Turkish Delight, 2006

Künstler:

Olaf Metzel

Künstler:

Christoph Schlingensief

Künstler:

Sister Mary Corita Kent







Olaf Metzel, Turkish Delight, 2006

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