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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Das Mauritshuis in Den Haag präsentiert erstmals öffentlich Gemälde niederländischer Meister des 17ten Jahrhunderts aus der amerikanischen Privatsammlung von Eijk und Rose-Marie de Mol van Otterloo

Eine greifbare Welt



Gerrit Dou, Schlafender Hund, 1650

Gerrit Dou, Schlafender Hund, 1650

Eine süße, flauschige Maus knabbert an einer geöffneten Wallnuss, ein reizvoller kleiner Hund schläft angelehnt an einen Tonkrug, sommerliche Szenarien mit Hirten, eine Frau, die ihren Milchbrei verspeist, oder eine Gaunerin, die dem berauschten Mann in die Geldtasche greift, ein Barbier bei der Verarztung eines Patienten, Porträts junger und alter Menschen, frische, zauberhaft anmutige Blumenstillleben – all jene Hauptgattungen aus dem 17ten Jahrhundert, dem Goldenen Zeitalter niederländischer Malerei, sind in ihrer anspruchsvollen Kollektion vertreten. Darüber hinaus haben Eijk und Rose-Marie de Mol van Otterloo seit 1993 auch Landschaften, historische Akte oder klassisch-antike oder griechische Mythologien gesammelt.


Erstmals kommt mit dem Mauritshuis in Den Haag ein Museum in den Genuss, eine mit 44 Gemälden eine feine Auswahl dieser 67 Werke umfassenden Sammlung präsentieren zu dürfen. Eijk de Mol van Otterloo, der 1937 in Amsterdam geboren wurde, studierte Wirtschaft an der Universität der niederländischen Hauptstadt. Schon als Schüler oft Besucher im Rijksmuseum, ist er von Kindesbeinen an mit der Kunst vertraut. Der Investmentexperte und Fondsmanager vervollständigte seine Studien nach dem Umzug in die USA an der Harvard Business School und machte sich 1977 zusammen mit zwei Partnern in einer Investmentgesellschaft selbständig, die heute weltweit Büros unterhält.

Nach der Heirat mit seiner 1945 in Belgien geborenen Frau Rose-Marie im Jahr 1974 sammelten sie zunächst alte Kutschen und englische Sportgrafiken. Später schlug ihnen Peter Sutton, Direktor des Bruce Museum in Greenwich, Connecticut, vor, sich auf holländische Meister des 17ten Jahrhunderts zu konzentrieren. Simon Levie, der ehemalige Direktor des Amsterdamer Rijksmuseums, erarbeitete ein Konzept zum Aufbau der Sammlung, in dem er 77 Künstler listete. Neben seinen Expertisen holten sich die Otterloos Rat von Frits Duparc, dem ehemaligen Direktor des Mauritshuis. Doch auch abseits aller Ratschläge verfolgen die Sammler ihre eigenen Vorstellungen. So mag Eijk de Mol van Otterloo keine moralisierende Gemälde, während seine Gattin keine Symbole der Vernichtung und des Ablebens wie Totenschädel wünscht. Beide tätigen jeden Erwerb allein wegen des Sehvergnügens.

Das erste Bild des Rundganges war Liebe auf den ersten Blick und ein spontaner Kauf. Das kaum mehr als DIN A5 große Stillleben eines schlafenden Hundes des Leidener Feinmalers Gerrit Dou schlossen die Otterloos sofort in ihre Herz. Anmutig an einen Steinkrug gelehnt, strahlt das unter sorgfältiger Wiedergabe aller Einzelheiten gemalte Tier eine derartige frische und Präsenz aus, so als sei der Malvorgang gerade erst vollendet. Drei Landschaften Jacob van Ruisdaels dokumentieren dessen Vielseitigkeit. Nur er ist mit mehreren Werken in der Ausstellung vertreten. Neben einem Naturpanorama mit wild abgebrochenem Baum sind eine Winterlandschaft und eine Waldszenerie des wohl bedeutendsten Landschaftsmalers jener Zeit ausgestellt.

Jan van Goyen ist ebenso mit einer Winterlandschaft präsent, wie der für seine helltonigen Eisszenen zugefrorener Seen und Kanalläufe berühmte Hendrick Avercamp. Auch in dem um 1610/15 gemalten Bild lässt er viele Schlittschuhläufer auflaufen. Aelbert Cuyp, ein weiterer Hauptmeister holländischer Landschaftsmalerei, nimmt in seinem großformatigen, um 1640 entstandenen Panoramabild „Orpheus verzaubert die Tiere“ Bezug auf Passagen in Ovids „Metamorphosen“. Die sonnendurchglühte Atmosphäre mit niedrig angesetztem Horizont und friedlich im Vordergrund streuenden Raub- und Nutztieren erzeugt eine paradiesische Situation. Mit Frans Hals ist der Hauptmeister der Haarlemer Malerschule und einer der größten Porträtisten überhaupt vertreten. Das sechs Jahre vor seinem Tod 1660 entstandene Porträt eines Predigers erfasst mit überragend den starren Blick eines Moments in skizzenhafter, breiter Pinselführung bei deutlich grau abgetönten Lokalfarben.

Im Jahr 2005 landeten die Sammler ihren wohl wichtigsten Coup. Mit einem spektakulären Ankauf katapultierten sie ihre ohnehin schon musealen Rang genießende Kollektion endgültig in die vorderste Liga. Heute bezeichnen die Otterlos das bezaubernde wie einfühlsame Porträt der Aeltje Uylenburgh von Rembrandt als „Diamanten in der Krone ihrer Sammlung“. Das schon zur zweiten Schaffensperiode Rembrandts gehörende Spitzenwerk zeichnet sich durch eine Milderung der Härten von Hell-Dunkel-Kontrasten und durch zunehmende Farbigkeit aus. Detailliert beschreibt Rembrandt das opakfarben ausgearbeitete, hell auflodernde Gesicht, während die Kleidung und der Hintergrund in schwarzen und grauen Tönen zurücktreten, um nicht vom Hauptsujet abzulenken. Exorbitant hoch war der Preis für das 1632 geschaffene Gemälde der alten Dame. Schon am 13. Dezember 2000 war das Bild aus dem Besitz der Rothschild-Familie bei Christie’s in London für netto 18 Millionen Pfund versteigert worden. Eijk und Rose-Marie de Mol van Otterloo erwarben es seinerzeit anteilsmäßig, jedoch dauerte es bis ins Frühjahr 2005, um den Ankauf vollständig finanziell durchzustehen. Dies hatte allerdings den Verkauf von 18 eigenen Gemälden zur Folge.

Am Ende des Rundganges durch die exquisite Schau gibt es Blumen. Von Jan Davidsz de Heem, einem der gewandtesten Stilllebenmaler des 17ten Jahrhunderts, stammt die „Glasvase mit Blumen“. Zu den Innovationen, die er auch in dem um 1655/60 gemalten Bild zur Geltung bringt, gehört die anscheinend lose und gleichgültige Ausrichtung der Blumen, die teils über die Tischkante ragen und in glühenden Blütenfarben vor dunklem Hintergrund die Bildfläche völlig in Beschlag nehmen. Neben weiteren Blumenstillleben von Ambrosius Bosschaert, Balthasar van der Ast und Rachel Ruysch vereint die Schau insgesamt Bilder von 42 Künstlern, darunter bedeutende Meisterwerke von Aert van der Neer, Esaias van de Velde, Gabriel Metsu, Salomon de Bray oder Pieter Claez und Philips Wouwerman.

Die Ausstellung „Made in Holland. Alte Meister aus einer amerikanischen Privatsammlung“ ist noch bis zum 30. Januar zu besichtigen. Das Mauritshuis in Den Haag hat täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr, sonntags ab 11 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 13,50 Euro, Ermäßigungen zwischen 12 bis 3 Euro. Unter 18jährige zahlen keinen Eintritt.

Kontakt:

Mauritshuis

Plein 29

NL-2511 CS Den Haag

Telefon:+31 (070) 302 34 56

Telefax:+31 (070) 365 38 19



25.01.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Aelbert Cuyp, Orpheus bezaubert die wilden Tiere, um 1640
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Karel Dujardin, Reiter am Fluss, 1660

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Jan van de Cappelle, Ruhige See mit Booten, 1651

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Salomon de Bray, Junge Frau im Profil, 1636

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Jan Both, Italianisante Landschaft mit Reisenden, um 1645/50

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Jacob Adriaensz Backer, Junge Frau mit einem Fächer, um 1644/45

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