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Mit der sehr persönlichen Ausstellung „Sigmar Polke – Eine Hommage. Bilanz einer Künstlerfreundschaft Polke/Staeck“ ehrt der Präsident der Berliner Akademie der Künste seinen im Sommer 2010 verstorbenen Künstlerfreund

Das innere Band ist nie gerissen



Ein rundes halbes Jahr nach seinem Tod widmet die Berliner Akademie der Künste dem großen Ironiker Sigmar Polke eine umfangreiche Hommage. Am 13. Februar 2011 wäre Polke 70 Jahre alt geworden. Eingerichtet wurde die Schau von Klaus Staeck, dem Präsidenten der Akademie, zu deren Mitglied Polke noch kurz vor seinem Tod gewählt wurde. Der Titel „Hommage“ trägt es in sich: Polke-Kenner und -Freund Klaus Staeck verbeugt sich mit dieser Ausstellung vor dem hochgeschätzten Künstler und zeigt zahlreiche Dokumente ihrer engen Zusammenarbeit. Als Polkes wichtigster Editeur stand er in einer intensiven Arbeitsbeziehung zu dem Kölner Künstler, die sich jedoch schon bald zu einer engen Freundschaft entwickelte.


In Berlin zu sehen sind alle 90 grafischen Editionen, die Klaus Staeck mit Sigmar Polke aufgelegt hat. Was die Schau aber besonders auszeichnet, sind die vielen persönlichen Schaustücke, die der Sammler Klaus Staeck über vier Jahrzehnte konsequent aufbewahrt hat. Der Besucher bekommt zum Beispiel Einblick in den regen, meist eher einseitigen Faxverkehr, in dem Staeck den launigen Künstler immer wieder um eine Signierstunde für die neueste Edition anflehte. Zwischendurch haben sich die beiden oft jahrelang nicht getroffen. Staeck: „Er war sehr schwer erreichbar. Aber das innere Band zwischen uns ist nie gerissen.“

Daneben gibt es in der Berliner Schau Vitrinen voller kleiner Illustrationen auf Gebrauchspapieren, dazu seltene Fotos, die Staeck von dem fotoscheuen Künstler in dessen Atelier machen durfte. Weitere vertrauensvolle Zeugnisse dieser produktiven Künstlerfreundschaft wie etwa illustrierte Rechnungen runden die Schau ab. Warum er diese privaten und auf den ersten Blick eher nebensächlichen Objekte vor einem größeren Publikum ausbreitet, begründet Staeck so: „Die Leute wollen ja nicht immer nur das fertige Endprodukt sehen, sondern sie interessieren sich auch für die vielen kleinen Zwischenschritte und Aktionen, die dann zu einem Ergebnis führen.“

Ein Beispiel für die frühe Zusammenarbeit der beiden ist die so genannte „Kartoffelmaschine“, ein von einem kleinen Elektromotor angetriebener „Apparat, mit dem eine Kartoffel eine andere umkreisen kann“. In diesem ironischen Auflagenobjekt, angeboten 1969 für 290 DM, bricht sich die Fortschrittsskepsis Polkes gegenüber einer mit immer aufwändigeren Mitteln agierenden Welt Bahn. Russen und Amerikaner lieferten sich damals bekanntlich ein eifriges Wettrennen um die Vorherrschaft im Weltraum. Damals – Polke war noch weitgehend unbekannt – ein Ladenhüter, wird dieses Monument des Stillstands auf Auktionen mittlerweile mit rund 70.000 Euro bewertet. Außerdem ist der zwischen 1974 und 1976 entstandene Zyklus „Wir Kleinbürger! Zeitgenossen und Zeitgenossinnen“ aus der Hamburger Privatsammlung Susanne und Michael Liebelt zu sehen. Polke verarbeitet hier gewohnt ironisch und experimentell auf zehn großen, bannerartigen Papierbildern Motive aus der Protest- und Populärkultur der 1970er Jahre.

Klaus Staeck bezeichnet die Polke-Ausstellung in der Akademie der Künste als „Hommage“. Ein großes Wort, das in der affektarmen Angestelltenkultur des Ausstellungsbetriebes selten geworden ist. Was macht die Schau zur Hommage? „Es ist schon so etwas wie eine Verbeugung, insofern als er ja auch kurz vor seinem Tode noch in die Akademie gewählt wurde. Er war dann aber leider schon zu krank, um das anzunehmen. Es ist also auch eine Verbeugung der gesamten Akademie vor ihm. Vor einem Mitglied, das nicht mehr in der Lage war, die Mitgliedschaft wahrzunehmen. Das ist das eine. Dazu kommt meine persönliche Verbeugung. Aus meiner Sicht war er einer der größten Künstler. Einer, der eine Hommage wirklich verdient hat“, so Klaus Staeck.

Was er an Polke immer bewundert habe, das sei die konsequente Weigerung gewesen, sich vom Establishment vereinnahmen zu lassen. Auch nicht, als er längst schon die zweifelhaften Künstlerranglisten der Wirtschaftsmagazine anführte. Staeck: „Polke hat nie aufgehört zu experimentieren. Insofern hat er sich nicht so wie Panamarenko verhalten, der mit 65 gesagt hat, ich bin jetzt Rentner, ich mache jetzt nichts mehr.“ Auch ganz zuletzt standen noch etliche gemeinsame Projekte an. Polkes Krebstod kam dazwischen. Über die Berliner Ausstellung, passend zu seinem 70. Geburtstag, hätte sich der zurückgezogen lebende Künstler sicherlich gefreut, auch wenn sie ihm – dem Öffentlichkeitsscheuen – wahrscheinlich wieder viel zu persönlich ausgefallen wäre.

Die Ausstellung „Sigmar Polke – Eine Hommage. Bilanz einer Künstlerfreundschaft Polke/Staeck“ ist bis zum 13. März zu sehen. Die Akademie der Künste am Pariser Platz hat täglich außer montags von 11 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 6 Euro, ermäßigt 4 Euro. Ob eine Publikation zu der Ausstellung erscheinen wird, ist zur Zeit noch unklar.

Kontakt:

Akademie der Künste

Pariser Platz 4

DE-10117 Berlin

Telefon:+49 (030) 200 570

E-Mail: info@adk.de



20.01.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Klaus Staeck

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