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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Alte und Neuere Meister bei Ketterer in München: Geringer Verkauf, dafür aber einträgliche Steigerungen

Spitzen, die noch höher wachsen



Hauptsächlich Raritätenjäger und Preziosensammler schienen sich auf Ketterers Kunstauktion Alter und Neuerer Meister eingefunden zu haben. Die breite Masse jedenfalls konnte es nicht gewesen, wie man schon an der eher mageren losbezogenen Zuschlagsquote von 40 Prozent erkennen konnte. Insbesondere die Alten Meister hatten unter einem weitgehenden Desinteresse an wenig ausgefallenen oder von unbekannter Hand stammenden Werken zu leiden. Firmenchef Robert Ketterer resümierte daher auch ein sehr selektives Bietverhalten: „Es gingen mehr Objekte zurück als üblich, aber was verkauft wurde, erzielte Spitzenpreise. Allein die Top-10-Erlöse lagen allesamt über der 20.000 Euro-Marke und die drei höchsten Steigerungen reichten von 470 Prozent bis zu 570 Prozent.“


Alte Meister

Umso größere Aufmerksamkeit aber erregten am 29. Oktober in München die wenigen wirklich herausragenden Stücke, sei es wegen ihrer Qualität, sei es wegen des klangvollen Namens ihres Schöpfers. Letzteres trifft auf Francisco de Goya zu, dessen achtzig Blätter aus der berühmten Grafikfolge „Los Caprichos“ von 1799 für immerhin 20.000 Euro nach Weißrussland abwanderten, obgleich die von Ketterer vorgelegte fünfte Ausgabe erst 1881 bis 1886 in einer Auflage von 210 Stück erschien (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR). 13.000 Euro ebenfalls im Rahmen der Schätzung schafften „Los desastres de la guerra“ von 1812/20 in der vierten Ausgabe von 1906. Die 80 Aquatintaradierungen gingen an einen Sammler in Kanada. Auch bei „Der heiligen Sippe“ in einer Waldlandschaft wird der Name des Künstlers für den guten Verkauf bei 4.000 Euro zuständig gewesen sein. Denn Albrecht Dürer schuf diesen Holzschnitt im Jahr 1511 (Taxe 1.200 bis 1.500 EUR).

Heftig umstritten in der Zuschreibung ist eine Federzeichnung in Braun über schwarzer Kreide und Rötel mit einer Darstellung der Darbringung Christi im Tempel. Im Katalog ist das Blatt noch als ein Werk Samuel van Hoogstratens ausgewiesen, inzwischen spricht das Auktionshaus vorsichtig nur noch von einem „Rembrandt-Schüler“. In den vergangenen zwei Jahrhunderten, in denen die Zeichnung häufig den Besitzer wechselte, war diese Unsicherheit auch schon da. Dennoch erzielte sie jetzt stattliche 31.000 Euro (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Steigern konnten sich auch eine wilde Schlacht in weiter Landschaft Jan van Huchtenburghs um 1700 von 9.000 bis 12.000 Euro auf 20.000 Euro sowie eine italienische Holztafel mit einer sacra conversazione des 14ten Jahrhunderts von 8.000 bis 10.000 Euro auf 16.000 Euro.

Einen Liebhaber fand diesmal Niccolò Berrettonis zarte „Mariä Verkündigung“ aus den 1670er Jahren zur unteren Schätzung von 8.000 Euro. Die witzige, Gian Domenico Valentino zugeschriebene Genreszene „Beim Apotheker“ machte sich schon bei 5.500 Euro davon (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Bei 500 Euro unterhalb der Schätzungen blieben auch die beiden mit aufklärerischem Impetus gemalten Aquarelle zur rechten Erziehung der Mädchen und Knaben von Georg Melchior Kraus stehen (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR). Bei den Zeichnungen gab es 780 Euro für Joseph Georg Winters pathetische Darstellung zweier in einen Kampf verbissener Raubtiere (Taxe 800 EUR).

Unter den Druckgrafien erfreute sich der gebürtige Spanier Jusepe de Ribera großer Beliebtheit. Die angebotenen acht Blätter von Studien und biblischen Historienszenen gingen komplett für bis zu 2.800 Euro in neue Hände über, die für seine Kaltnadelradierung „Der heilige Hieronymus vernimmt die Klänge des Jüngsten Gerichts von 1621 verlangt wurden (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR). Nicolaes de Bruyn stand ihm mit seinem figurenreichen „Ländlichen Fest“ vor eindrucksvoller Schlosskulisse nicht nach. Der Kupferstich nach David Vinckboons aus dem Jahr 1607 steigerte sich auf 3.200 Euro (Taxe 1.000 bis 1.200 EUR). Nicht so zahlreiches Interesse konnte Rembrandt hervorrufen. Seine Radierung „Abraham die Engel bewirtend“ von 1656 wurde schon zum Aufrufpreis von 9.000 Euro zugeschlagen (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Taxgerecht kam Lucas van Leydens altes, schrulliges „Musizierendes Paar“ von 1524 bei 4.100 Euro ans Ziel.

Neuere Meister

Im Einzelnen noch bewegter ging es bei den Neueren Meistern zu. Allen voran stand hier Ludwig von Hofmanns „Tanzfries“, trotz des Entstehungsjahres und der unverkennbar fortschrittlichen Formensprache noch nicht bei den Modernen eingeordnet, dafür aber auch umso mehr der große Blickfang des Tages. Bei lediglich 25.000 Euro ausgerufen, kletterte die breitformatige Leinwand mit vier stilisierten Akten in ballettartigen Haltungen schließlich auf 141.000 Euro und wurde einem südeuropäischen Interessenten zugeschlagen (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR). Weniger unerwartet kam die erhebliche Steigerung zweier Gebirgsimpressionen Edward Theodore Comptons. Denn ein so fulminant gemaltes Bild wie sein 1918 geschaffener „Blick auf den Großglockner vom Großen Wiesbachhorn“ musste mit 18.000 bis 24.000 Euro einfach zu gering bewertet sein. 44.000 Euro aus deutscher Sammlerhand klangen da erheblich angemessener. 25.000 Euro erzielte seine „Felspartie am Lyskamm“ mit drei mutigen Bergsteigern. Das 1888 in Aquarell und Gouache gemalte Blatt wanderte nach Tirol ab (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR). Und selbst sein unspektakuläres Aquarell mit einem Blick auf den Plattenthurm von 1909, das bei 3.200 Euro erfolgreich war (Taxe 1.500 bis 2.000 EUR), macht deutlich, dass die Preise für Compton in den letzten Jahren stark angezogen haben.

Selten auf dem Markt anzutreffen sind Stillleben Eduard von Grützners. Der Wahlmünchner tritt ja sonst fast ausschließlich mit genießerischen Mönchen in Erscheinung. Umso begehrter seine Pfingstrosen aus dem Jahr 1902: Auf 9.000 bis 12.000 Euro angesetzt, brachte es das eher kleinformatige Gemälde auf den Hammerpreis von 51.000 Euro und ging ebenfalls in die Sammlung des südeuropäischen Käufers ein. 24.000 Euro spendierte ein Londoner Kunde für Lovis Corinths „Porträt des Herrn Lilienthal“, eine relativ frühe Arbeit aus dem Jahr 1889 (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Hoch gepokert hatten das Auktionshaus, respektive der Einlieferer, als sie Franz von Defreggers „Strickendes Mädchen mit Buben“ von 1903 auf 40.000 bis 60.000 Euro ansetzten. Mehr als 38.000 Euro aus der Hand eines süddeutschen Sammlers war aber nicht drin.

Diese Spitzen ragten aus einem durchaus breiten, aber offenbar nicht immer überzeugenden Angebot heraus. Kein Zufall scheint es etwa, dass auch von Hofmann nur der Tanzfries übernommen, die übrigen vier Offerten dagegen zurückgewiesen wurden. Etwas zu banal wirkten auch die beiden Straßenszenen des französischen Spätimpressionisten Edouard Léon Cortès für jeweils 18.000 bis 24.000 Euro. Überhaupt hatten die französischen Maler seiner und der Generation vor ihm wenig Chancen. Von den vielen Landschaftsbildern, die Ketterer hier von Künstlern wie Paul Désiré Trouillebert, Jules Achille Noël und Stanislas Lépine anbot, wurde nur Jules Duprés atmosphärisch dichte „Chaumière au bord de la mare, avec vaches à l‘abreuvoir“ aus der Zeit um 1885 zur oberen Schätzung von 16.000 Euro ersteigert.

Deutschen Landschaften wie Adolf Liers Abend „Bei der Heuernte“ oder auch Carl Spitzwegs Grotte mit badenden Nymphen um 1855 ging es nicht besser (Taxen je 18.000 bis 24.000 EUR). Aus dem unteren Preissegment konnten sich immerhin einige Arbeiten deutlich verbessern: Christian Friedrich Gilles dichtes Waldstück um 1845/55 von 4.000 bis 6.000 Euro auf 12.000 Euro, der eisblaue Blick auf die Ortlergruppe des Münchner Hochalpinmalers Rudolf Reschreiter aus den 1920er Jahren von 2.000 bis 3.000 Euro auf 6.800 Euro und eine die schöne spätromantische Landschaft mit einem Wanderer an einem See eines unbekannten deutschen Künstlers von 3.000 bis 4.000 Euro auf 17.000 Euro. Auch Johann Wilhelm Schirmers gewittrige Landschaft ließ sich nicht lange bitten. Behände stieg das Aquarell von etwa 1840/50 auf 7.500 Euro (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR).

Exotisches war ebenfalls gefragt, etwa in Form des Himmeltempels in Peking, den Erich Kips zu Beginn des 20sten Jahrhunderts in realistischer Malweise auf seinen Karton bannte. 6.000 Euro hieß das Schlussgebot (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR). Auch aus Friedrich August von Kaulbachs junger Frau in Renaissancemanier spricht der Reiz des Fremden. Das Pastellbildnis um 1900 legte auf 4.800 Euro zu (Taxe 2.200 bis 2.800 EUR). Einträglich war zudem Max Klingers symbolistische Radierfolge „Opus VI – Ein Handschuh“ von 1881 in der vollständigen fünften Ausgabe des Jahre 1924 mit 8.700 Euro (Taxe 4.800 bis 6.200 EUR). Übernommen wurde nach mehrmaligem Anlauf und reduzierter Erwartung Adrien de Braekeleers altmeisterliche Gasthausszene in einem Innenhof mit Boule- und Tric-Trac-Spielern von 1859 bei 10.000 Euro (Taxe 12.000 bis 16.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Ketterer Kunst

Joseph-Wild-Straße 18

DE-81829 München

Telefon:+49 (089) 552 440

Telefax:+49 (089) 552 441 66

E-Mail: infomuenchen@kettererkunst.de



03.01.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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