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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Nicht bei allen 37 Werken der Moderne, die Lempertz erstmals in einer separaten Abendauktion zusammengefasst hatte, regte sich genügend Interesse. Gerade das Hauptlos, Ernst Ludwig Kirchners „Mädchen in Südwester“, musste das erfahren

Noch grün hinter den Ohren



Nur durch die kleine, zarte Berührung von Ohr und Zeh gehen der liegende Junge und die sitzende Frau eine Verbindung miteinander ein. Sonst bewahren die mehransichtigen Figuren ihre Autonomie und eigene Schönheit. Man mag bei dem fast schlummernden Frauenakt und dem verträumt spielenden Knaben an eine sommerliche, naturverbundene Szene im Grünen denken, die voller feiner Harmonie und ungezwungener Gelassenheit steckt. Pablo Picasso verbindet 1969 in diesem späten Blatt verschiedene Materialien. Er verwendet schwarze Tusche und leuchtende Kreiden in Rot, Blau und Grün. Nicht kontrastierend, sondern vereinigend scheinen die flächigen Elemente mit den linearen und die großen Formen mit dem Detail. Die „Femme et jeune garçon nus“ gehörten zu den Bildern der Moderne, die Lempertz erstmalig auf einer separaten Abendauktion versammelt hatte. Das Interesse für das großformatige Blatt, das sich über die Galerien Louise Leiris in Paris und Beyeler in Basel seit 1971 in Schweizer Privatbesitz befunden hatte, kam aus der ganzen Welt. Die Taxe von 500.000 bis 600.000 Euro trieben zahlreiche Bieter hoch, bis der Hammer für einen französischen Kunsthändler bei 940.000 Euro fiel. Damit wurde ein neuer Rekord für eine Papierarbeit von Picasso auf dem deutschen Markt aufgestellt.


Sonst war die Auktion am 3. Dezember in Köln zwar lebendig, aber nicht von euphorischen Käufen geprägt. So konnte der Kölner Versteigerer losbezogen 54 Prozent der Abendrunde unter die Leute bringen, teils nur mit erheblichen Abschlägen, etwa Max Liebermanns „Blumenstauden im Nutzgarten nach Südwesten“. Der fachmännisch stufenartig angelegte Garten, den Liebermann in saftigem Grün und leuchtenden roten Akzenten auf die Leinwand brachte, wechselte schon bei 340.000 Euro aus einer rheinischen Privatsammlung nach Griechenland (Taxe 400.000 bis 500.000 EUR). Ähnlich sah es bei Alexej von Jawlensky aus. Ein Schweizer Händler musste für die abstrakte „Große Variation Nr. 3; nach dem Frühlingsregen“ von 1916 aus der Reihe der Variationen, die Jawlensky ab 1914 am Genfer See schuf, nur den unteren Schätzwert von 180.000 Euro aufwenden. Den Zuschlag für das „Große Stillleben“ mit Rosenstrauß vor blauem Hintergrund erhielt ein Privatsammler bereits für 130.000 Euro unter den Erwartungen von 150.000 bis 180.000 Euro.

Blumenstillleben gehören zu wichtigsten Themen von Emil Nolde. Der naturverbundene Maler bringt durch den Komplementärkontrast von Rot und Grün der „Roten Dahlienblüten und Feuerlilien“ die Farben zum Leuchten. Mit 105.000 Euro schaffte das rhythmisch organisierte und locker ausgeführte Bild um 1925 gerade den unteren Rand der Taxierung. Sein flott skizziertes Aquarell „Fischerboot im Fährgraben“ von 1909/10 übersprang dagegen den Schätzrahmen auf 38.000 Euro (Taxe 30.000 bis 35.000 EUR). Gabriele Münter stellte zwei Werke zur Auktion, von denen der „Strauß auf hell ‚Kät Strauss’“ von 1935 mit 70.000 Euro in der Mitte der Schätzungen lag, das „Bildnis Thyra Wallin“ von 1915 aber keinen Abnehmer fand (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR).

Ebenso erging es Paul Klees „Bewachten Tieren“ von 1930 (Taxe 200.000 bis 220.000 EUR), Lovis Corinths Halbakt „Stimmung in Rot“ von 1909 (Taxe 200.000 bis 250.000 EUR) oder Erich Heckels „Altsterlandschaft“ von 1913 (Taxe 300.000 bis 350.000 EUR). Und selbst für das als Hauptlos gehandelte „Mädchen in Südwester“ Ernst Ludwig Kirchners von 1912/20 fand sich nur ein Interessent, der bisher lediglich 1,3 Millionen Euro zu geben bereit ist. Der Nachverkauf soll’s nun richten und näher an die veranschlagten 1,5 bis 1,8 Millionen Euro heranführen.

Deutlich besser erging es da der Amaryllisblüte von Christian Rohlfs. Von 30.000 bis 32.000 Euro konnte die filigrane Wassertemperaarbeit des Jahres 1924 auf 56.000 Euro zulegen. Ein deutscher Sammler begeisterte sich für die drallen „Drei Zirkusdamen, in der Arena“ Paul Kleinschmidts. Das Ölgemälde von 1927 in der typischen buttrigen Pastellfarbigkeit marschierte taxgerecht bei 40.000 Euro ins Ziel, ebenso wie Jurij Annenkows titellose Materialcollage aus einfachen Dingen auf einer Holzplanke von 1918 bei 30.000 Euro. Oskar Moll musste dann für seine kubistische „Komposition mit Zimmerlinde und Rautenmuster“ um 1931 wieder einen leichten Abschlag auf 32.000 Euro hinnehmen (Taxe 35.000 bis 40.000 EUR).

Auch wenn Arbeiten von Camille Pissarro und Pierre-Auguste Renoir durchfielen, schlugen sich einige der französischen Künstler neben Picasso am 3. Dezember gut. Maurice Estèves „Enlèvement“ von 1953 kann eine lange und illustre Ausstellungsliste vorweisen. Das leuchtende Geflecht aus organischen Formen und geschwungenen Bändern vor rechteckigen Flächen war seit 1956 in vielen Museen und Ausstellungshäusern zu Gast. Ein französischer Händler konnte daher seine Konkurrenz erst bei 140.000 Euro abschütteln (Taxe 120.000 EUR). 50.000 Euro erfüllten bei Bernard Buffets Bouquet aus gelben Blumen mit starken schwarzen Umrisslinien und vereinfachten Formen genau die Erwartungen. Serge Poliakoffs harmonische Komposition aus polygonalen, miteinander verzahnten Flächen in Rot, Orange, Grau und Blau konnte ein Istanbuler Sammler bereits bei 60.000 Euro und damit 20.000 Euro unterhalb des unteren Schätzwerts mit nach Hause nehmen.

Skulpturen ließen sich gut verkaufen. Spitzenreiter war die „Büste der Knienden“, der sogenannte „Geneigte Frauenkopf“ von Wilhelm Lehmbruck. Die Terrakotta ist ein selbstständiges Extrakt der Skulptur „Die Kniende“, die erstmals 1911 im Pariser „Salon d’Automne“ ausgestellt und als Sinnbild des Expressionismus gefeiert wurde. Die nun 580.000 Euro teuere, weibliche Figur zeichnet sich durch Würde und Reduktion des Volumens aus (Taxe 500.000 bis 600.000 EUR). Für 64.000 Euro erfreut sich jetzt ein Wiener Sammler an dem „Kleinen Jongleur“ von Marino Marini, der eben seine Arme zum Himmel reckt. Typisch für das Spätwerk Marinis ist die strukturierte und dezent bemalte Oberfläche der Bronze (Taxe 60.000 bis 70.000 EUR). Die „Kleine liegende Kuh“ von Ewald Mataré landete mit 48.000 Euro in der Mitte der Schätzung. Mataré bleibt auch hier seinen Prinzipien von Geschlossenheit der Form, Konzentration auf das Wesentliche und Glätte der Oberfläche treu. Leicht auf 42.000 Euro konnte sich der fast lebensgroße Frauenakt „Jugend“ von Fritz Klimsch verbessern (Taxe 35.000 bis 40.000 EUR).

Auch in der Tagesauktion am 4. Dezember, die sich losbezogen bei 48,5 Prozent verabschiedete, war es um die Plastiken gut bestellt. Ewald Mataré war erneut erfolgreich beim den Verkauf seines Kruzifixes im romanischen Herrschertypus. Da es davon wohl nur zwei Exemplare gibt, konnte die 1941 gegossene Bronze 16.000 Euro erreichen, was eine Verdopplung des oberen Schätzwertes bedeutet. Von den 13 Bronzeskulpturen August Gauls blieben nur zwei im Auktionshaus zurück. Die untere Schätzung von 28.000 Euro verfehlte der süße „Fischotter mit Fisch“ und Onyxaugen um 2.000 Euro. Der dynamisch mit den Hufen nach hinten ausschlagende Esel von 1911 übertraf dagegen die Schätzungen von 5.000 Euro mit einem Zuschlag bei 8.000 Euro deutlich. Der „Teufel“ aus den Jahren 1904/05 von Thomas Theodor Heine konnte mit seiner unförmigen großen behäbigen Gestalt die Schätzung knacken und wurde bei 23.000 Euro zugeschlagen (Taxe 18.000 bis 22.000 EUR). Für Ludwig Kaspers weiblichen Marmorzementtorso mit über dem Haupt verschränkten Armen von 1936 kamen ebenfalls gute 14.000 Euro zusammen (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR).

In der Tagesauktion konnte Lovis Corinth dann endlich einige Zeichnungen gut platzieren, darunter das zart kolorierte Kohleblatt seiner Frau Charlotte, 1912 in Bernried aufgenommen, für 11.000 Euro (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR) und seine Tochter Wilhelmine beim Lesen von 1921 für 12.000 Euro (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Einen impressionistischen Nachfolger hatte Corinth in Otto Dill, der seinen stimmungsvollen „Sattelplatz“ auf der Pferderennbahn von 1924 zur oberen Erwartung von 10.000 Euro abgab. Aber auch abstrakt-geometrische Kunst hatte dieser Auktionsabschnitt zu bieten, etwa Walter Dexels schwarz-rot-weiße Komposition „Glasbild 1928 II“ mit blauer Halbscheibe für 25.000 Euro (Taxe 25.000 bis 27.000 EUR) oder Otto Freundlichs diagonal geteilte Gouache aus freundlichen, bunten Farbflächen für 26.000 Euro (Taxe 9.000 bis 12.000 EUR). Ebenso hoch schnitt Hans Purrmanns „Bildnis Dorle von Kapff“ ab, eine nachdenkliche Dame in blauem Kleid (Taxe 26.000 bis 28.000 EUR). 20.000 Euro erreichte das frühe Stillleben mit Blumenvase und Keramikgefäßen von Max Peiffer Watenphul aus dem Jahr 1926 (Taxe 18.000 bis 22.000 EUR).

Für einige Zeichnungen und Druckgrafiken gab es dann noch gute Preise, etwa für Alexej von Jawlenskys melancholischen „Weiblichen Kopf II“. Die sparsame Lithografie von etwa 1920 ging zur doppelten Schätzung bei 12.000 Euro weg. Ihr folgten zwei seiner reduzierten Kopfstudien, einmal „Zweifelnd“ mit leichter Aquarellierung von 1927 für 22.000 Euro (Taxe 15.000 bis 18.000 EUR), danach „Trauernd“ von 1922 für 17.000 Euro (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Karl Schmidt-Rottluff konnte seinen kantigen blauschwarzen Holzschnitt „Dünen und Mole“ von 1917 für 14.000 Euro losschlagen (Taxe 8.000 EUR), Karl Hubbuch sein Studienblatt mit Martha in langen Hosen und Mantel sowie im Unterkleid für 8.000 Euro (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR) und Alfred Kubin seine surreale Traumsequenz „Schlangen in der Stadt“ aus der Sammlung von Rudolf Leopold für 14.000 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Auch der belgische Symbolist Léon Spilliaert weckte mit seinem menschenleeren, unheimlichen „Paysage villageois“, einem grauen Aquarell von 1931, bei 6.000 Euro einiges Interesse (Taxe 3.000 EUR). Und aus Marcel Duchamps letzter, auf 150 Stück begrenzter Edition der 1935 in Paris konzipierten „Rotoreliefs“ machte sich ein rotweißes kinetisches Multiple von 1965 erst bei 16.500 Euro davon (Taxe 9.000 EUR).

Bei der Tagesauktion glänzte an erster Stelle der gemäßigt expressionistische „Blick auf die Margere Brug, Amsterdam“ von Jan Wiegers aus dem Jahr 1947. Angefangen bei einer Bewertung von 10.000 Euro, wurde der Preis bis auf 46.000 Euro hochgetrieben. Mit ihm konnte ein niederländischer Bieter das Gefecht für sich entscheiden. Die beiden Glasfenster von Jan Thorn Prikker, der auch als „personifizierte Revolution in Glas“ bezeichnet wird, wurden für das Doppelte der Taxe von 2.000 Euro verkauft. Sein symbolistisches Gemälde „Julians Fahrt über den Fluss“ von 1906 stieß bei einer Schätzung von 15.000 bis 18.000 Euro auf keine Gegenliebe. Den Abschluss der Auktion machte Gert Heinrich Wollheims dunkel-mysteriöse „Gartenstadtgöttin“ von 1924 bei 6.000 Euro (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Neumarkt 3

DE-50667 Köln

Telefon:+49 (0221) 92 57 290

Telefax:+49 (0221) 92 57 296

E-Mail: info@lempertz.com



28.12.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Lisa Witte

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 Corinth, Wilhelmine, 1921
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 1912-1914
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Wilhelm Lehmbruck, Büste der Knienden (Geneigter Frauenkopf), 1912-1914

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Max Liebermann, Blumenstauden im Nutzgarten nach Südwesten, 1926

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