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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Resultate: Moderne und zeitgenössische Kunst bei Hassfurther in Wien

Scharf berechnete Überraschungen



Rudolf von Alt, Die Eisengießerei Kitschelt in der Skodagasse, 1898

Rudolf von Alt, Die Eisengießerei Kitschelt in der Skodagasse, 1898

Der ungewöhnliche Fall von der letzten Sommersaison, dass der kleine Einmannbetrieb von Wolfdietrich Hassfurther nicht nur die österreichischen, sondern auch die deutschen Auktionshäuser auf dem Gebiet der modernen Kunst jedenfalls punktuell überflügelt und mit einem Gemälde Albin Egger-Lienz’ den höchsten Einzelzuschlag verbucht, wiederholte sich in diesem Herbst nicht. Dennoch zeigte Hassfurthers 51. Auktion am 6. Dezember, dass der seit bald vierzig Jahren erfolgreich agierende Geschäftsmann weiterhin eine feste Größe ist, wenn auch auf einem engen Sektor und beschränkt auf eine Handvoll erlesener Namen. Diesmal kam wieder einmal Rudolf von Alt an die Reihe: Sein beeindruckend wirklichkeitsnahes Aquarell „Die Eisengießerei Kitschelt in der Skodagasse“, seit seiner Entstehung 1898 von Zeitgenossen und Nachfahren hochgeschätzt als ein Schlüsselwerk der Moderne und vielfach ausgestellt, besetzte bei 235.000 Euro erwartungsgemäß den ersten Platz. Den Schätzpreis hatte Hassfurther recht bescheiden mit 130.000 bis 170.000 Euro angegeben, war doch schon vor dreizehn Jahren eine ähnliche Fassung desselben Motivs für umgerechnet rund 334.000 Euro brutto über den Ladentisch gegangen.


Albin Egger-Lienz schaffte es immerhin noch auf Platz zwei der Zuschlagsliste. Sein kantig-herbes Ölbild „Sämann und Teufel“, Teil einer ganzen Serie von Versionen desselben auf dem neutestamentlichen Gleichnis basierenden Themas, konnte seinen Wert auf 205.000 Euro in etwa verdoppeln. Auch seine eher deprimierende Bilderfindung „Die Quelle“ – zu sehen ist ein Mann, der wie mit letzter Kraft sich zu einer kleinen Wasserpfütze hingerobbt hat – spielte mit 145.000 Euro einen beachtlichen Nettobetrag ein (Taxe 80.000 bis 110.000 EUR). Und was ist eine Hassfurther-Auktion ohne Alfons Walde: Indes waren es fast bescheidene Stücke, die vom Tiroler Landschafts- und Gesellschaftsmaler angeboten wurden, wie schließlich auch die Zuschläge von 110.000 Euro für eine klirrend kalte, aber sonnige Ansicht von „Kitzbühel im Winter“ (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR) oder des ebenfalls schneebedeckten Wilden Kaisers mit einem Marterl im Vordergrund für 97.000 Euro zeigten (Taxe 50.000 bis 80.000 EUR). Die knappe Million der ersten acht Losnummern machten zwei ebenfalls mehr oder weniger obligatorische Berghöfe Oskar Mulleys für zusammen 96.000 Euro ebenfalls weit über den Schätzungen voll.

Nicht durchweg zur Freude gereichten Hassfurther seine diesmal eingegangenen Damenbekanntschaften: Alle drei zum Teil bekleideten, zum Teil nackten weiblichen Modellen, die Gustav Klimt zwischen 1896 und 1916 in Bleistift oder Kreide auf Papier festgehalten hatte, blieben unveräußert. Hier auf eine gewisse Sättigung des Marktes rückzuschließen, wäre vielleicht etwas voreilig, doch blieb auch eine weitaus günstiger taxierte Klimt-Zeichnung im Kinsky wenige Tage zuvor unveräußert (Taxen zwischen 30.000 und 80.000 EUR). Besser erging es Oskar Kokoschkas „Bauernmädchen mit Korb und Hund“ aus dem Jahr 1930 – sie wurde für 90.000 Euro in neue Dienste genommen (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR) – und Leo Putz’ verführerisch „Im Atelier“ auf einem Sessel sitzendem und mit einem Rosenstrauß garniertem Frauenakt von 1903, der sich erst bei 124.000 Euro bitten ließ (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). 51.000 Euro im Bereich der oberen Taxe spielte Franz Wiegeles gemäßigt expressionistische „Damen in grünem Kleide“ aus dem Jahr 1921 ein.

Nach einem spätimpressionistischen Sommerschnittblumenstillleben von 1919 in einer Porzellanvase von Anton Faistauers für 72.000 Euro (Taxe 40.000 bis 70.000 EUR) hatte die Moderne bei Hassfurther ihren Höhepunkt aber allmählich überschritten. Die noch folgenden Arbeiten aus der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts arbeiteten sich meist aus niedrigeren Preisregionen hoch, so zwei Kohlezeichnungen Herbert Boeckls, ein stehender männlicher Akt von 1919 für 21.000 Euro (Taxe 7.000 bis 15.000 EUR) und eine Ansicht der Turmspitze des Wiener Steffls von 1946 für 13.000 Euro (Taxe 5.000 bis 9.000 EUR), und Franz Sedlaceks gewohnt skurrile Federzeichnung einer ganzen Familie, die 1933 als Nachtwandler über einen Dachfirst balanciert, für 29.500 Euro (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Auf 23.500 Euro und 25.000 Euro kletterten Josef Dobrowskys skizzenhafte, aber doch vollgültige Ölbilder „Maler und Modell (Im Atelier)“ von 1928 (Taxe 12.000 bis 20.000 EUR) und „Straße in Ybbs an der Donau“ von 1930 (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR), worin sie einem seit Jahren anhaltenden Boom dieses österreichischen Modernen folgten.

Bei den Werken der älteren Kunst scheinen Anton Romakos „Pifferari vor einem Muttegottesbild spielend“ mit einer betenden jungen Mutter davor noch Verhandlungssache zu sein: Mit 50.000 Euro wurde hier lediglich der untere Grenzwert erzielt. Kein Problem dagegen die 22.000 Euro für die „Segelboote im Hafen an der Dalmatischen Küste“ von Jakob Alt, dem Vater Rudolfs, aus dem Jahr 1835: Hier wurde das Vier- bis Siebenfache des Schätzpreises erreicht. 11.500 Euro erlöste Hermann Kerns hübsches Genrebild „Der lustige Dorfmusikant“, der gerade einmal nicht seine Geige geschultert, sondern diese unter den Arm geklemmt liebevoll sein Bierglas betrachtet (Taxe 5.000 bis 8.000 EUR). Eines der wenigen Kunstwerke aus dem deutschen Nachbarland war Gotthardt Kuehls impressionistische Ansicht der Hofkirche in Dresden, die sich zur oberen Grenze von 10.000 bis 20.000 Euro verabschiedete.

Unter den diesmal recht übersichtlichen Werken zeitgenössischer Künstler waren zwei buntfarbige Farbkompositionen Friedensreich Hundertwasser eine veritable, im Grunde aber auch vorhersehbare Überraschung: Den mäßigen Taxen von je 50.000 bis 70.000 Euro für „Autos – Autofluß“ aus dem Jahr 1971 und „Grüne Türme in der Sonne“ von 1964 wollten die Freunde des gefälligen Surrealisten nicht folgen und setzten die Preise deutlich hinauf auf marktgerechtere 170.000 Euro und 175.000 Euro. Wolfgang Hutters gezierte Mozartopernillustration „Der Vogelhändler“ von 1965 lag mit 45.000 Euro dagegen im Bereich der Erwartungen.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Galerie Hassfurther

Hohenstaufengasse 7

AT-1013 Wien

Telefon:+43 (01) 533 41 74

Telefax:+43 (01) 533 41 74 73

E-Mail: hassfurther@aon.at



15.12.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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06.12.2010, Auktion 51: Biedermeier. Klassische Moderne, Zeitgenössische Kunst

Bei:


Galerie Hassfurther

Bericht:


Nachtwandler im Mondschein

Kunstwerk:

Jakob Alt, Segelboote im Hafen an der Dalmatinischen Küste, 1835
Jakob Alt, Segelboote im Hafen an der Dalmatinischen Küste, 1835

Kunstwerk:

Rudolf von Alt, Die Eisengießerei Kitschelt in der Skodagasse, 1898
Rudolf von Alt, Die Eisengießerei Kitschelt in der Skodagasse, 1898

Kunstwerk:

Albin
 Egger-Lienz, Die Quelle
Albin Egger-Lienz, Die Quelle

Kunstwerk:

Anton Faistauer, Sommerschnittblumen in Vase, 1919
Anton Faistauer, Sommerschnittblumen in Vase, 1919

Kunstwerk:

Albin Egger-Lienz, Sämann und Teufel
Albin Egger-Lienz, Sämann und Teufel

Kunstwerk:

Leo Putz, Im
 Atelier, 1903
Leo Putz, Im Atelier, 1903







Albin Egger-Lienz, Die Quelle

Albin Egger-Lienz, Die Quelle

Taxe: 80.000 - 110.000 EURO

Zuschlag: 145.000,- EURO

Losnummer: 3

Albin Egger-Lienz, Sämann und Teufel

Albin Egger-Lienz, Sämann und Teufel

Taxe: 80.000 - 120.000 EURO

Zuschlag: 205.000,- EURO

Losnummer: 2

Anton Faistauer, Sommerschnittblumen in Vase, 1919

Anton Faistauer, Sommerschnittblumen in Vase, 1919

Taxe: 40.000 - 60.000 EURO

Zuschlag: 72.000,- EURO

Losnummer: 21

Jakob Alt, Segelboote im Hafen an der Dalmatinischen Küste, 1835

Jakob Alt, Segelboote im Hafen an der Dalmatinischen Küste, 1835

Taxe: 3.000 - 5.000 EURO

Zuschlag: 22.000,- EURO

Losnummer: 25

Leo Putz, Im Atelier, 1903

Leo Putz, Im Atelier, 1903

Taxe: 80.000 - 120.000 EURO

Zuschlag: 124.000,- EURO

Losnummer: 14

Gotthardt Kuehl, Hofkirche in Dresden

Gotthardt Kuehl, Hofkirche in Dresden

Taxe: 10.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 20.000,- EURO

Losnummer: 47




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