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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Das Dorotheum brachte in Wien die zeitgenössische Kunst ohne großes Spektakel an die Käufer

Rot, strukturiert



Das erste Los trug den Sieg davon: Agostino Bonalumis zugleich auf das Titelbild des Katalogs gehobenes Wachsbild „Arancione“, das neben seiner reliefartigen Struktur vor allem durch das stechend scharfe klare Rot beeindruckt, brachte es zu Beginn der Zeitgenossenauktion des Wiener Dorotheums auf 170.000 Euro, noch 20.000 Euro über der oberen Schätzung. Das 1968 entstandene Werk des heuer 75jährigen Avantgardisten avancierte damit knapp zum Toplos einer Auktion, der man sichtlich anmerkte, dass den österreichischen Auktionshäusern die Akquise guter zeitgenössischer Kunst außerhalb des eigenen Landes in Zeiten zunehmender Internationalität nicht gerade leicht fällt. Die beiden eigentlichen Hauptlose, Andy Warhols spätes Acryl- und Siebdruck-Portrait „Ms. Giuliana Benetton“ von 1986 für 250.000 bis 300.000 Euro und Hermann Nitschs frühes Aktionsprodukt „Rosenbild“ von 1963, mit 350.000 bis 450.000 Euro wirklich etwas anspruchsvoll bewertet, blieben denn auch unveräußert.


Nach Jörg Immendorffs 18teiliger Serie von kleinen Bronzeskulpturen unter dem Titel „Malerstamm“ aus dem Jahr 2005 für 160.000 Euro (Taxe 180.000 bis 250.000 EUR) und Günther Ueckers genagelter und weiß lackierter, strenger „Reihung“ in Quadratform für 110.000 Euro, die mit venezianischen Biennaleweihen des Jahres 1970 versehen war (Taxe 100.000 bis 120.000 EUR), besetzte erst Platz vier ein österreichisches Kunstwerk: Arnulf Rainers übermaltes und mit einer applizierten Christusdarstellung versehenes „Kreuz“ von 1979/81, das zur unteren Erwartung von 100.000 Euro den Besitzer wechselte. Gleichauf lag Immendorffs „Malerstamm Jörg“, ein bronzenes Selbstbildnis als Affe von 2002 ebenfalls zur unteren Taxgrenze: Der vor drei Jahren verstorbene Düsseldorfer kam im Dorotheum zu seinem Recht, während er in anderen deutschen Auktionshäusern dieser Herbstsaison wieder mehrmals floppte.

Insgesamt verlief die mit über 170 Losnummern gut bestückte Auktion am 25. November, wie die Modernen einen Tag zuvor, eher unaufgeregt. Das Angebot wurde losbezogen zu knapp 58 Prozent übernommen, in der oberen Preiskategorie gab es manche Ausfälle, die Steigerungen verliefen meist moderat und kamen selten über die Schätzpreise hinaus, etwa bei Agostino Bonalumis knittriger Mischtechnik „Fenomeno“ aus dem Jahr 1957 für 20.000 Euro statt 8.000 bis 12.000 Euro. Das buchstabengefüllte Stickbild „Tavole Pitagoriche – Finlandese orizzontale“ von Alighiero Boetti aus dem Jahr 1990 für 65.000 Euro (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR), Fausto Melottis rund sechseinhalb Meter hohes, filigranes Kupfergestell „I luoghi deputati“ von 1976 für freilich etwas enttäuschende 75.000 Euro bestätigten insgesamt den Kurs (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR), mehr als andere Auktionshäuser auf Italienisches zu setzen, wenngleich auch hier schmerzliche Rückgänge wie Emilio Vedovas materialreiches „Rilievo Berlin“ aus einem Aufenthalt in der deutsch-deutschen Teilungshauptstadt 1964 für geschätzte 140.000 bis 180.000 Euro nicht ganz ausblieben.

Auch konstruktiv-konkrete Kunst aus Italien war gefragt. Enzo Mari gab seine schwarzweiße Deklination von kleinen Quadratreliefs in vier Reihen aus dem Jahr 1956 für 11.000 Euro ab (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR), Achille Perilli seine insektenartige Farbverschachtelung „La macchinosa perifrasi“ von 1980 für 4.000 Euro (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR) und Bruno Munari seine schwarzweiße Quadratspielerei „Negativo Positivo“ von 1980 bei 4.500 Euro ebenfalls zur unteren Schätzung. Mit Valerio Adamis Frisiersalons samt „Lavabo“ von 1969 für 26.000 Euro (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR) und Sergio Lombardos schattenhaftem „Nikita Krusciov“ in großer politischer Geste von 1962 für 24.000 Euro hinterließ auch die italienische Pop Art ihre Spuren (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Sensiblere Positionen hatten da Fabrizio Plessi mit seinem Ölgemälde „Ipotesi per un Paesaggio III“ von 1962 mit 12.000 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR) oder Domenico Gnoli mit seiner feinen Federzeichnung einer Fantasiearche unter dem Titel „La nave degli emigranti“ von 1956 bei 20.000 Euro zu bieten (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR).

Im preislichen Mittelfeld gab es akzeptable Zuschläge für Georges Mathieus informelles „Frénésie mortelle“ von 1990 zur unteren Grenze von 60.000 bis 90.000 Euro, Anselm Kiefers hochformatige, silbern schimmernde Fotocollage „die Ungeborenen“ bei 90.000 Euro (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR) und Mel Ramos’ werbeplakatives Ölbild „Lola Cola Nr. 6“ mit nackter Frau von 2006 bei 85.000 Euro (Taxe 80.000 bis 140.000 EUR). Markus Lüpertz setzte sein Gemälde „Die Zukunft des Gehängten – Melonen-Mathematik VIX“, in dem 1984/85 Melonenscheiben als exotische Variation der „Dithyramben“-Form auftreten, für 32.000 Euro ab (Taxe 28.000 bis 35.000 EUR), Kiki Kogelnik ihre Glasskulptur „On-Line“ von 1996 aus der Serie der „Venetian Heads II“ für 24.000 Euro (Taxe 12.000 bis 18.000 EUR) und Andy Warhol seinen Siebdruck „Ingrid Bergman (The Nun)“ von 1983 in wohl unikater Farbstellung für 45.000 Euro (Taxe 45.000 bis 60.000 EUR).

Recht gut schnitten einige günstiger taxierte Österreicher ab, deren Kunst etwas vom Mainstream ihrer betagteren Landsmänner abweicht: Erwin Wurms von seinem Sockel schmelzendes Boot „Misconceivable“ für 38.000 Euro (Taxe 28.000 bis 38.000 EUR), Alfred Hrdlickas rembrandteske Mischtechnik „Count down“ von 1974 zur oberen Schätzung von 45.000 Euro, Franz Wests Abziehbild eines Blumenstraußes auf grünlichem Lackfond für 34.000 Euro (Taxe 18.000 bis 28.000 EUR) oder Siegfried Anzingers verschwommene Figur „ML-Tel“ mit Riesentelefon von 1994 für 32.000 Euro bestachen offenbar durch ihren mehr oder minder hintersinnigen Humor (Taxe 28.000 bis 38.000 EUR). Auch der grüne und nun 6.500 Euro teuere Kunststoffhelm „Environment Transformer“, mit dem die österreichische Gruppe Haus-Rucker-Co 1968 die Sinneseindrücke des Menschen verändern wollte, lässt sich gut in diese Reihe einordnen (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



14.12.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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