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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Die Käufer bei Hauswedell & Nolte wollten nicht alle hohen Erwartungen der modernen und zeitgenössischen Kunst mittragen. Manchmal waren sie von den Arbeiten aber richtig begeistert

Mehr Mut zum Experiment!



Fritz von Uhde, Strickendes Mädchen, 1882/83

Fritz von Uhde, Strickendes Mädchen, 1882/83

Auch der zweite Versuch, Wassily Kandinskys impressionistisches Ölgemälde „Park im Herbst“ auf einer deutschen Auktion an den Mann zu bringen, ist gescheitert: Nach Ketterer in München vor einen Jahr musste am 3. Dezember auch Hauswedell & Nolte in Hamburg bei 180.000 Euro für den 1903 datierten kleinen Karton passen. Dieser Rückgang war, neben Ernst Barlachs Bronzefigur „Der Rächer“ aus dem Jahr 1914 für geschätzte 160.000 Euro, die größte, wenn auch nicht ganz überraschende Enttäuschung der Abendauktion des Hamburger Unternehmens. Insgesamt wurden von den 95 Angeboten 49 übernommen, also gut die Hälfte, was freilich für eine Prestigeauktion ein eher mäßiges Ergebnis darstellt. Wie schon die vergangene Auktion im Juni vermisste man etwas die wirklichen Spitzenstücke sowie eine breite Basis an hervorragenden Werken auch weniger bekannter Künstler, die neugierig hätten machen können.


Die von Hauswedell & Nolte reichlich offerierte französische Grafik des 19ten Jahrhunderts konnte das nur schwer ausgleichen, und über 22.000 Euro für Gustave Dorés Vorzeichnung zur Lithografie „Perseus befreit Andromeda“ von 1861/62 und Paul Cézannes bekannte Farblithografie „Les Baigneurs (grande planche)“ von 1896/97 jeweils etwa im Bereich der Schätzungen kam man hier nicht hinaus. Ähnlich zäh mitunter gestaltete sich der Absatz der deutschen, insbesondere aus dem Expressionismus stammenden Grafik. Eigentliche Hauptlose wie Ernst Ludwig Kirchners Farbholzschnitt „Gelbhaariges Mädchen“ von 1919 für geschätzte 35.000 Euro blieben unveräußert, niedriger Gehandeltes wie seine „Dora, aus dem See steigend“ betitelte Lithografie von 1912 kletterten empor, in diesem Fall von 20.000 Euro auf 26.000 Euro. Eine 1954 datierte Zeichnung Lyonel Feiningers mit einem Segelschiff unter dänischer Flagge konnte ihren Wert auf 26.000 Euro mehr als verdoppeln, drei ältere Druckwerke des deutsch-amerikanischen Künstlers traten dagegen vergebens an. Otto Muellers Farblithografie „Ein in Dünen sitzendes und ein liegendes Mädchen (Sylt)“ von 1920/24blibe mit 25.000 Euro knapp unter den Erwartungen. Gleichsam zum Ausgleich für Wassily Kandinskys Gemälderückgang wurde wenigstens seine 56 zum Teil farbige Holzschnitte umfassende Mappe „Klänge“ aus dem Jahr 1911 für die vorgesehenen 40.000 Euro übernommen.

Malerischer Höhepunkt der Auktion wurde Willi Baumeisters Mischtechnik „Mo“ von 1955 in viel Schwarz und Weiß sowie einigen harmonisch in diese Farbmassen hineinkomponierten Akzenten in Rot, Grün, Gelb und Violett. Von 120.000 wurde dieses für Baumeister charakteristische und in seinem letzten Lebensjahr entstandene Werk von einem baden-württembergischen Sammler auf 180.000 Euro gehoben. An zweite Stelle setzte sich für taxgerechte 100.000 Euro Karl Schmidt-Rottluffs von neuem (künstlerischen) Leben kündender „Frühlingszweig“ in Öl auf Leinwand aus dem Jahr 1948 und ging in eine hessische Privatsammlung. Solide 40.000 Euro erreichte Fritz von Uhdes stark von Max Liebermann beeinflusstes und 1882/83 als Folge einer mit ihm gemeinsam unternommenen Reise nach Holland entstandenes Ölgemälde „Strickendes Mädchen“ (Taxe 34.000 EUR). Den höchsten Preis der Auktion aber erwarb sich Georg Kolbes sinnlich in sich versunkener Frauenakt „Verlangen“, eine unikate Bronze aus dem Jahr 1923. Statt 140.000 Euro wurden es durch deutschen Bieteifer schließlich sogar 220.000 Euro – unbestreitbar der größte Erfolg des Hauses an diesem Tag. In Deutschland wurde noch nie ein höherer Preis für ein Werk Kolbes auf Auktionen gezahlt, weltweit nur zweimal.

Dass Hauswedell & Nolte mit etwas Wagemut durchaus nicht schlecht fuhr, war auf der Auktion gleich mehrmals zu beobachten. Schon Heinrich Campendonks kleine Grußpostkarte an Paul Klee aus dem Jahr 1913 mit einer kubistisch anmutenden Komposition verschiedener Tiere in Aquarell und Gouache auf der Rückseite war einem Hamburger Händler stattliche 28.000 Euro wert (Taxe 18.000 EUR). Edmund Kestings konstruktivistische Collage aus unterschiedlich dicken Papierstreifen von 1926 entfachte sogar eine regelrechte Schlacht, die erst bei 50.000 Euro ihr Ende fand und dem Berliner „Sturm“-Künstler einen neuen Auktionsrekord bescherte (Taxe 12.000 EUR). Sämtlich zu ausgezeichneten Preisen wurden die vier Offerten von Rolf Nesch übernommen: für 30.000 Euro und 19.000 Euro die beiden Farbradierungen „Klavier und Flöten“ von 1930 und „Furtwängler (Wilhelm Furtwängler dirigierend)“ von 1931 (Taxen je 8.000 EUR), und für 34.000 Euro und 35.000 Euro die beiden Metalldrucke „Nessö“ von 1933/34 (Taxer 12.000 EUR) und „Mondschein im Schnee (Mondnacht)“ von 1934 (Taxe 25.000 EUR).

Unter den jüngeren Werken sind neben dem Baumeister insbesondere Bruno Gollers „Stillleben mit Zylinder“ von 1949 für taxgerechte 50.000 Euro und Günther Ueckers regelmäßige Nagelung „Raumgreifende Linien. Taktiles Objekt“ von 1970 für 88.000 Euro zu nennen (Taxe 48.000 EUR). Das zweite Hauptlos allerdings, Roy Lichtensteins auf Email gedruckte Serigrafie „Hot Dog“ von 1964, wurde bei 120.000 Euro zurückgewiesen. In der Tagesauktion am 4. Dezember mit Kunst nach 1945 blieben ebenfalls viele der höher taxierten Werke liegen. Lediglich um zwei psychedelische Farbverläufe Paul Jenkins’ gab es ein heftiges Gerangel hauptsächlich unter italienischen Interessenten. Das blauviolette „Phenomena Mute Entrance“ von 1963 trieben sie auf 24.000 Euro (Taxe 15.000 EUR), das kleinere, aber mehrfarbige „Phenomenon Antler Path“ von 1966 auf 16.000 Euro (Taxe 8.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Hauswedell & Nolte

Pöseldorfer Weg 1

DE-20148 Hamburg

Telefon:+49 (040) 41 32 10 0

Telefax:+49 (040) 41 32 10 10

E-Mail: info@hauswedell-nolte.de



07.12.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Kunstwerk:

Fritz von Uhde, Strickendes Mädchen, 1882/83
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Kunstwerk:

Otto Mueller, Ein in Dünen sitzendes und ein liegendes Mädchen (Sylt),
 1920/24
Otto Mueller, Ein in Dünen sitzendes und ein liegendes Mädchen (Sylt), 1920/24

Kunstwerk:

Paul Cézanne, Les Baigneurs (Grande Planche), 1896/97
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Kunstwerk:

Gustave Doré, Perseus befreit Andromeda, um 1861/62
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Kunstwerk:

Ernst Ludwig Kirchner, Dora, aus dem See steigend, 1912
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Ernst Ludwig Kirchner, Dora, aus dem See steigend, 1912

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Taxe: 20.000,- EURO

Zuschlag: 26.000,- EURO

Losnummer: 20

Gustave Doré, Perseus befreit Andromeda, um 1861/62

Gustave Doré, Perseus befreit Andromeda, um 1861/62

Taxe: 25.000,- EURO

Zuschlag: 22.000,- EURO

Losnummer: 2

Paul Cézanne, Les Baigneurs (Grande Planche), 1896/97

Paul Cézanne, Les Baigneurs (Grande Planche), 1896/97

Taxe: 22.000,- EURO

Zuschlag: 22.000,- EURO

Losnummer: 9

Otto Mueller, Ein in Dünen sitzendes und ein liegendes Mädchen (Sylt), 1920/24

Otto Mueller, Ein in Dünen sitzendes und ein liegendes Mädchen (Sylt), 1920/24

Taxe: 26.000,- EURO

Zuschlag: 25.000,- EURO

Losnummer: 31a




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