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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Fotografie bei Van Ham in Köln

Sinnesreize



Den Abschluss des Jahres bildet beim Kölner Auktionshaus Van Ham die Fotografieversteigerung. Rund 280 Losnummern mit unterschiedlicher Provenienzen und circa 160 Aufnahmen aus einer amerikanischen Privatsammlung bestreiten das Gesamtprogramm. Mit allen Arten von Reizen beeindruckt das Hauptprogramm. Oft sind sie weiblicher Natur: Bert Sterns zehnteilige Serie „Marilyn Monroe – The Last Sitting“ aus dem Jahr 1962 in Abzügen von 1978 beispielsweise für 16.000 bis 18.000 Euro oder zum gleichen Preis Heinz Hajek-Halkes berühmter „Schwarz-Weißer Akt“ von 1930/36 ebenfalls freilich nur in einem späteren Abzug wären hier zu nennen. Im eigentlichen Sinne reizvoll sind aber auch die auf den ersten Blick nüchtern-sachlich erscheinenden Arbeiten Andreas Gurskys, weil das Auge doch stetig sucht nach einem festen Punkt oder einer Art Bildmitte in dem Häusermeer von „Cairo, General View“ aus dem Jahr 1992 – eines der fünf Exemplare wird für 35.000 bis 45.000 Euro angeboten – oder dem Fußballfeld von „Liège“ aus dem Jahr 1984 für 20.000 bis 25.000 Euro.


Das Angebot am 8. Dezember ist angesichts des stattlichen Umfangs vielseitig und bietet einen Querschnitt durch die Fotografie des 20sten Jahrhunderts. Da findet sich gerade in der Zwischenkriegszeit, nachdem das Medium allmählich in jeden Winkel der Gesellschaft vorgedrungen war, viel Experimentelles. Harold Edgerton beobachtete in mehreren Bildserien die Wirkung extrem schneller Veränderungen von Material und hielt sie in Einzelsequenzen fest, die für das menschliche Auge normalerweise gar nicht zu unterscheiden sind. So machen drei Aufnahmen um 1938 das Zerbersten eines Geschosses an einer stabilen Metallplatte zu einem spektakulären Schauspiel mit Anlehnungen an die abstrakte Kunst (Taxe 7.500 EUR). Das Thema ließ auch den späten Edgerton nicht los, wie seine Ablichtung eines ebenfalls von einem Geschoss durchdrungenen Apfels aus dem Jahr 1978 beweist (Taxe 4.000 EUR).

Mit der Portraitfotografie haben sich stets auch die Größten ihrer Zunft beschäftigt. Den rheinischen Schriftsteller und Kritiker Dettmar Heinrich Sarnetzki hielt August Sander gleich zweimal fest: 1926 in der Blüte seiner Jahre energisch nach vorn gebeugt (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR) und 1953 als würdigen alten Herrn aufrecht und streng der Betrachter fixierend (Taxe 3.000 EUR). Bekannt und hochgeschätzt als Portraitist war auch der vor einem Jahr verstorbenen Irving Penn. Pablo Picasso ließ sich von ihm 1957 wie ein italienischer Kleinganove tief in seinem Mantelkragen verborgen inszenieren – ein Schuss Selbstironie schwingt dort mit (Taxe 22.000 EUR). Bei Walter Vogel hat die Tänzerin Pina Bausch einen ausladenden Strohhut auf und verdeckt mit ihren Händen halb das Gesicht. Dennoch wird der Betrachter von ihrem einen großen Auge gefesselt. Den unikaten Vintage gibt es für 1.800 Euro.

Als Bildniskünstler sind in gewisser Hinsicht auch Bernd und Hilla Becher hervorgetreten, so wesenhaft erscheinen mitunter ihre Industriearchitekturen: wie Zwillinge beispielsweise die beiden Kalköfen auf einem Vintage von 1968 (Taxe 8.000 EUR) oder wie ein großes archaisches Rüsseltier der Hochofen „Rombas Lothringen“ von 1980 für 12.000 Euro. Simone Nieweg, die bei den Bechers studiert hat, vertritt mit ihren unspektakulären Gartenbildern, so den beiden hölzernen Gartentoren von 1987 für jeweils 1.200 Euro, die jüngere Generation. Ihr schließen sich Jörg Sasse mit dem winterlichen Bild „4251“ von 1994 mit 7.000 Euro, Wolfgang Tillmans mit dem abstrakten schwarzweißen „paper drop“ von 2006 für 3.800 Euro oder Erwin Rehn mit dem ebenso ungegenständlichen, aber mit „Blaues Mädchen“ betitelten Pigmentdruck in schillernder Farbpracht aus dem Jahr 2010 für 5.500 Euro an.

Die amerikanische Privatsammlung konzentriert sich fast geschlossen auf die verschiedenen Wege, die die dokumentarische Fotografie im 20sten Jahrhundert eingeschlagen hat. So kommt etwa die Aktfotografie kaum zu Wort, und wenn wie in Form einer unbetitelten Aufnahme von Bill Brandt 1955, dann in Kombination mit einer Abbildung der Zustände, in der die jeweilige Person lebt, hier eine junge Frau in der Ärmlichkeit einer kahlen Wohnung (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Als besondere Zeitdokumente sind zwei Fotomontagen John Heartfields anzusehen, die er 1932 und 1934 für die Arbeiter-Illustrierte-Zeitung in Berlin erstellte: „Adolf, der Übermensch: Schluckt Gold und redet Blech“ (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR) sowie „Hjalmar oder Das wachsende Defizit“, letztere eine Satire auf den damaligen Reichsbankpräsidenten Hjalmar Schacht (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR).

Die teuerste Aufnahme der Sammlung ist eine Art fotografisches Stillleben: Ein Vintage von Edward Steichens „An Apple, a Boulder, a Mountain“ aus dem Jahr 1921 soll nicht weniger als 30.000 bis 40.000 Euro einspielen. Vom selben Künstler gibt es außerdem die Aufnahme einer Reihe ineinandergestopfter Blumentöpfe auf einem alten Holzkarren aus dem Jahr 1920 (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR) sowie ein Bildnis des Künstlers Constantin Brancusi um 1922 in einem etwas späteren Abzug für 10.000 bis 12.000 Euro. Und schließlich wäre da noch eine herausragende Landschaftsfotografie: Edward Westons „White Sands“, entstanden 1941 in New Mexico und hier in einem Vintage vorliegend, soll 20.000 bis 25.000 Euro kosten.

Die Auktion beginnt am 8. Dezember um 16 Uhr. Die Besichtigung ist noch bis zum 7. Dezember von 10 bis 18 Uhr möglich, der Katalog im Internet unter www.van-ham.com abrufbar.

Kontakt:

Van Ham Kunstauktionen

Hitzelerstraße 2

DE-50968 Köln

Telefon:+49 (0221) 925 86 20

Telefax:+49 (0221) 925 86 24

E-Mail: info@van-ham.com



07.12.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Van Ham Kunstauktionen

Veranstaltung vom:


08.12.2010, 296. Auktion: Photographie










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