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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

In der Abendauktion mit moderner und zeitgenössischer Kunst bei Grisebach spielten sich die großen Überraschungen bei den kleinen Preisen ab

Wie die Großen in New York



Hohe Zuschlagsraten, aber ein an den Spitzen mitunter zäher Verkauf – diese Bilanz hat die großen New Yorker Auktionen von Christie’s und Sotheby’s vor drei Wochen gekennzeichnet. Es spricht zunächst einmal für den hohen Standard der Villa Grisebach in Berlin, dass das Ergebnis der Abendauktion moderner und zeitgenössischer Kunst am 26. November ein ähnliches war: eine Zuschlagsquote von gut 84 Prozent, ein Bruttoumsatz von gut 8,5 Millionen Euro, auch zum Teil sehr beachtliche Steigerungen im Mittelfeld, aber die Hoffnungen auf einen Millionenpreis wurden enttäuscht. Zumindest einer war eigentlich fest eingeplant: Mit 1 bis 1,3 Millionen Euro hatten die Experten Emil Noldes Ölgemälde „Landschaft (mit ruhenden Kühen)“ aus dem Jahr 1925 bewertet, doch die Gebote endeten schon bei 850.000 Euro. Es wurde trotzdem zugeschlagen. 800.000 bis 1,2 Millionen Euro sollte Max Beckmanns „Kleines Varieté (in Mauve und Blau)“ aus dem Jahr 1933 bringen, doch auch hier blieb das Ergebnis hinter den Erwartungen zurück: 750.000 Euro erhält der österreichische Privatsammler für seine Einlieferung. Mit 340.000 Euro immerhin im oberen Bereich der Schätzung landete Max Beckmanns Deckfarbenaquarell „Dream (Traum)“ von 1944.


Die Veranstaltung hatte ausgezeichnet begonnen mit einer Serie hochkarätiger Gemälde Lesser Urys aus einer Hamburger Privatsammlung. Deren Besitzer und Grisebach hatten hier eine eher gemäßigte Preispolitik praktiziert mit Schätzungen, die sich auf gangbarem Niveau bewegten. Umso bedeutender dann die Preissprünge: Von 150.000 bis 200.000 Euro auf 370.000 Euro etwa kletterte das Ölbild „London im Nebel“ von 1926, das vor allem seiner ungewöhnlichen, weitgehend blauen Farbigkeit wegen als interessanteste Offerte gelten konnte. 270.000 Euro kostete Urys nächtliche Straßenszene am „Hochbahnhof Bülowstraße“ mit flirrenden Autolaternen auf regennasser Straße von 1922 (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR), und um 155.000 Euro wechselte die in fast unheimliches Licht getauchte Landschaft „Abend an einem See mit Kiefernwald“ aus dem Jahr 1909 den Besitzer (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR). Unveräußert blieb überhaupt nur ein Gemälde Urys, ein Selbstportrait des Künstlers um 1924 für geschätzte 20.000 bis 30.000 Euro. Hier blickte Ury doch zu mürrisch und streng den Betrachter an.

Die großen Steigerungen im Hauptprogramm generierten ebenfalls vor allem die Arbeiten im unteren und mittleren Preisfeld. Gegen Beginn machte sich Ernst Barlachs Bronzefigur „Der Dorfgeiger“ aus dem relativ frühen Jahr 1914, wohl eines der drei Exemplare aus der ersten Gussserie 1929/30, für 88.000 Euro davon (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Die bemerkenswerteste Skulptur allerdings war ohne Frage Gerhard Marcks’ vergoldete Birkenholzfigur „Der Jüngling“, der 1921 wie von einem heftigen Wind beiseitegedrückt etwas schräg auf seinem Sockel steht. Auf 70.000 bis 90.000 Euro angesetzt, ließ sich der mild lächelnde Akt erst bei 205.000 Euro bitten – neuer Rekord für den später im Rheinland lebenden Bildhauer. Die drei weiteren Auktionshöchstpreise dieser Auktion erzielten Maler: Willi Geiger mit der ergreifenden Verbildlichung eines Blinden in einer wüsten Stadtlandschaft von 1919 für 102.000 Euro (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR), Franz Lenk mit dem magisch-realistischen „Alten Wehr“ von 1930 für 71.000 Euro (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR) und Werner Heldts „Gewitternachmittag an der Spree“ von 1951 für 150.000 Euro (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR).

Bei den berühmteren expressionistischen Malern wurden die zum Teil recht anspruchsvollen Schätzungen in der Regel erreicht. Zur unteren Grenze von 220.000 bis 250.000 Euro verabschiedete sich Lovis Corinths gestisches Spätwerk „Landschaft im Vorfrühling“ aus dem Jahr 1922, 240.000 Euro schafften Hermann Max Pechsteins zackige „Keitelkähne“ von 1919 (Taxe 220.000 bis 300.000 EUR). Auch die meisten Aquarelle Emil Noldes wurden ihrem künstlerischen Wert entsprechend weitervermittelt: 200.000 Euro war die dichte, fast abstrakt wirkende Komposition von vier großen runden Sonnenblumen um 1935 wert (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR), 122.000 Euro eine seiner „Phantasien“ aus den frühen 1930er Jahren, in der das hässliche, wenig sympathische Profilbild einer alttestamentlichen Figur mit einem aus dem Hintergrund aufscheinenden christusähnlichen Antlitz kontrastiert (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR).

Nun halb und halb eine Überraschung war Georg Tapperts „Die Loge II“ um 1910, als sie von 250.000 bis 300.000 Euro auf satte 530.000 Euro sprang: Der Berliner Künstler macht in dieser Form nicht zum ersten Mal auf sich aufmerksam; gibt es doch auch von ihm Werke, die in der ersten Riege expressionstischer Malerei mitsprechen dürfen wie eben die Darstellung dreier Frauen im Theater, die vor allem durch die riesigen dunklen Farbflächen der ovaloid ins Bild gesetzten Hüte beeindruckt. Von 120.000 bis 150.000 auf 220.000 Euro kletterte Gabriele Münters „Silser See“ aus dem Jahr 1927. Anders als ihre eher konventionelle „Hauptstraße (mit Mann)“ aus dem Jahr 1934, die auch nur taxgerechte 105.000 Euro erzielte, nimmt der „Silser See“ entschieden Tendenzen der Neuen Sachlichkeit auf. Münter hat diese Linie in ihrem mittleren und späten Schaffen aber nicht weiter verfolgt. Zwischen 180.000 Euro und 200.000 Euro zugeschlagen wurden auch drei Arbeiten Oskar Schlemmers, doch der „Mädchenkopf in farbiger Karierung“ aus dem Jahr 1932 wird, weil er mindestens 250.000 Euro wert sein soll, vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal antreten müssen.

Bei Fortschreiten der künstlerischen Entwicklung ebbten Qualität des Angebots und Interesse der Sammler nicht ab. Oskar Kokoschkas buntfarbige Darstellung seiner Prager Lebensgefährtin Olda Palkovská als „Sitzender Akt“ aus dem Jahr 1938 erspielte 310.000 Euro (Taxe 200.000 bis 250.000 EUR), Karl Schmidt-Rottluffs „Stillleben mit Kokardenblumen“ von 1960 in leuchtenden Farben ging erst bei 240.000 Euro weg (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR). Mit Willi Baumeisters 1954 entstandener Farbkomposition „Montaru mit Gondel“ und großem schwarzen Fleck für taxgerechte 210.000 Euro, Joan Mirós verspielter, aquarellierter „Personnage et oiseaux dans la nuit“ von 1977 für 180.000 Euro (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR) und Ernst Wilhelm Nays ausgefranstem Scheibenbild „Spuren in Blau“ von 1957 zur oberen Schätzung von 250.000 Euro häuften sich die hohen Zuschläge insbesondere bei den abstrakten Malereien. Bei den bildhauerischen Arbeiten stach Max Bills blankpolierter Granitblock „zwilling als viertelkugel“ von 1968 hervor und erreichte die untere Grenze von 300.000 bis 400.000 Euro.

Erst gegenüber der jüngeren Kunst herrschte Zurückhaltung. Andy Warhols vervierfachter Joseph Beuys in einer Serigrafie um 1980 zur oberen Schätzung von 120.000 Euro und Gotthard Graubners dreiteiliges Kissenbild in Weinrot aus etwa der gleichen Zeit für 110.000 Euro markierten hier die Spitze (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR). Die beiden Hauptlose, Anselm Kiefers „Dein blondes Haar, Margarete“ von 1981 (Taxe 250.000 bis 350.000 EUR) und Alex Katz’ Bildnis seiner Ehefrau Ada am Strand unter dem Titel „Ascension“ von 2002 (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR), wollte dagegen niemand für die ausgewiesenen Preise erwerben. Katja Strunz’ gefaltetes Wandrelief „Black Spiritus Backview“ von 2005 brachte die erhofften 26.000 Euro, und zur unteren Taxe von 50.000 Euro zuckelte schließlich Matthias Weischers halbrealistischer „Wohnwagen“ aus dem Jahr 2001 davon.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Grisebach

Fasanenstraße 25

DE-10719 Berlin

Telefon:+49 (030) 885 91 50

Telefax:+49 (030) 882 41 45

E-Mail: auktionen@grisebach.com



02.12.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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London im Nebel

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Andy
 Warhol, Joseph Beuys, um 1980
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Emil Nolde,
 Phantasie, 1931/35
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 Barlach, Der Dorfgeiger, 1914
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Lesser Ury, Abend an einem See mit Kiefernwald, 1909
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Lesser Ury,
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Lesser Ury, Hochbahnhof Bülowstraße bei Nacht, 1922
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Lesser Ury, Abend an einem See mit Kiefernwald, 1909

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Lesser Ury, London im Nebel, 1926

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Andy Warhol, Joseph Beuys, um 1980

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