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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Moderne und zeitgenössische Kunst bei Hauswedell & Nolte in Hamburg

Verlässliche Grafik



Das teuerste Los der Abendauktion moderner und zeitgenössischer Kunst bei Hauswedell & Nolte am 3. Dezember ist ein Auktionswiedergänger: Wassily Kandinskys 1903 entstandenes Ölgemälde „Park im Herbst“ das sichtlich noch im Bann des französischen Neoimpressionismus steht, war vor ziemlich genau einem Jahr bei Ketterer in München an 190.000 bis 220.000 Euro gescheitert. Der Hamburger Versteigerer bietet den ehemals im Besitz von Kandinskys zeitweiliger Lebensgefährtin Gabriele Münter befindlichen Karton nun für 180.00 Euro an. Auf Platz zwei der zweidimensionalen Arbeiten drängeln sich zwei Werke der fortgeschrittenen Moderne für jeweils 120.000 Euro: Roy Lichtensteins „Hot Dog“, eine auf Email gedruckte Serigrafie von 1964, und Willi Baumeisters starkfarbige Komposition „Mo“, entstanden im Todesjahr des Künstlers 1955 und charakteristisch durch eine große Fläche tiefsten Schwarz im Zentrum des Bildes.


Eine gewisse Vielseitigkeit und programmatische Offenheit ist wieder kennzeichnend für das große Arrangement von Hauswedell & Nolte. Ein verlässlicher Zweig sind jedoch stets die Papierarbeiten insbesondere französischer Herkunft. Ein bekanntes Werk aus älteren Tagen ist Gustave Dorés gemäldehafte Lithografie „Perseus befreit Andromeda“, zu der hier die entsprechend weit ausformulierte Vorzeichnung aus der Zeit um 1861/62 für 25.000 Euro vorliegt. Eine Reihe unterschiedlicher Versionen gibt es von Camille Pissarros Radierung „Église et ferme d’Eragny“, mit denen der Impressionist während der frühen 1890er Jahre experimentierte. Auch Hauswedell & Nolte hat in der Vergangenheit schon einige dieser Blätter angeboten, eine weitere dicht schraffierte Fassung steht jetzt für 45.000 Euro zur Disposition. Höhepunkt der jüngeren französischen Grafik ist Pablo Picassos Lithografie „Françoise sur fond gris“ aus dem Jahr 1950 (Taxe 60.000 EUR).

Grafik steht auch bei den Expressionisten im Mittelpunkt, wenngleich die Spitze der Schätzungen bei 35.000 Euro für Ernst Ludwig Kirchners roter Farbholzschnitt „Gelbhaariges Mädchen“, von dem insgesamt vier Exemplare bekannt sind, aus dem Jahr 1919 schon erreicht ist. Begleitet wird er etwa von Kirchners 1926 geschaffener Radierung zweier „Köpfe“ in den Alpen, Lyonel Feiningers Holzschnitt der kristallin aufgespaltenen Architektur „Zirchow VII, No.1“ von 1918 (Taxen je 20.000 EUR), Paul Klees bekannter Farblithografie „Die Heilige von innern Licht“ aus dem Jahr 1921 (Taxe 24.000 EUR) oder Karl Schmidt-Rottluffs ebenso teueren, kantigen Holzschnitt „Frauen am Tisch“, die sich als Akte 1914 beim Tee vergnügen. Ölgemälde dieser Epoche sind dagegen selten, eher sind es Spätwerke der damals avantgardistischen Künstler, die hier zum Aufruf kommen: Schmidt-Rottluffs überbunter „Frühlingszweig“ aus dem Jahr 1948 beispielsweise für 100.000 Euro oder Conrad Felixmüllers recht braves Hafenbild von Kristiansand unter der Nachmittagssonne von 1938 für 14.000 Euro.

Christian Rohlfs stellt eine seiner mehrmals wiederholten Ansichten von „St. Patroklus in Soest“, 1919 in Tempera gemalt, für 30.000 Euro zur Verfügung, und Fritz von Uhde lehnt sich thematisch in seinem „Strickenden Mädchen“ in Holland von 1882/83 den zeitgleich entstandenen Gemälden Max Liebermanns an (Taxe 34.000 EUR). Vor allem durch technisch interessante Experimente und Neuerungen ist der deutsch-norwegische, eigentlich als Dekorationsmaler ausgebildete Künstler Rolf Nesch hervorgetreten. Nachhaltig ist seine Erfindung und Entwicklung des Metalldrucks. In dieser Technik bietet Hauswedell & Nolte zwei Kostproben an: für 12.000 Euro einen Probedruck zur Landschaft „Nessö“ aus den Jahren 1933/34 und den etwa gleichzeitig entstandenen, ebenso fahlen „Mondschein im Schnee“ für 25.000 Euro. An der Avantgarde der 1920er Jahre nahm Edmund Kesting mit konstruktivistischen Erfindungen teil. Beispiel dafür ist eine rechtwinklig angelegte, bunte Collage aus strukturierten Pappstreifen verschiedener Dicke von 1926 (Taxe 12.000 EUR).

Neben den beiden Spitzenstücken von Baumeister und Lichtenstein lohnt sich bei der Kunst der zweiten Jahrhunderthälfte auch ein Blick auf die etwas günstigeren Arbeiten. Typisch für die Übergangszeit in den späten 1940er Jahren, als ein Anknüpfen an die unterbrochene Tradition sich mit einem bewussten und teils radikal durchgeführten Neuaufbruch verband, ist Bruno Gollers „Stillleben mit Zylinder“ aus dem Jahr 1949: Wie in einem Regal sind die wohl geordneten Gegenstände in einzelnen rechteckigen Farbflächen nebeneinander gestellt (Taxe 50.000 EUR). Das Angebot reicht im Wesentlichen bis in die 1970er Jahre mit einem monumentalen Kopf als „Portrait Braun (vor Hellgrün)“ von Horst Antes 1975 (Taxe 30.000 EUR) und Günther Ueckers „Raumgreifende Linien. Taktiles Objekt“, eine sauber im Quadrat angeordnete Nagelung aus dem Jahr 1970 für 48.000 Euro.

Mit an der preislichen Spitze der Auktion rangieren zwei Bronzeskulpturen: bei 160.000 Euro Ernst Barlachs Bronze „Der Rächer“ aus dem Jahr 1914 in einem wohl kurz nach des Künstlers Tod 1938 entstandenen Guss und bei 140.000 Euro Georg Kolbes Frauenakt „Verlangen“, ein Unikat aus dem Jahr 1923. Ein seltener Gast auf Auktionen ist Karl Opfermann. Die Nadelholzskulptur „Beter“ aus dem Jahr 1920 ist sowohl stilistisch als auch thematisch ein charakteristisches Werk seiner formal reduzierten, inhaltlich an Metaphysischem interessierten Kunst (Taxe 10.000 EUR). Auch auf Richard Haizmanns Bronzelöwen dürften sich manche verwunderten Blicke richten. Wenngleich ein Werk erst aus dem Jahr 1953, steht es doch stellvertretend für ähnliche ägyptisch anmutende Skulpturen, die der 1895 geborene Künstler bereits während der 1920er Jahre geschaffen hat (Taxe 20.000 EUR). Zu ihm gesellt sich eine kopflose, ebenso mythologische „Centauresse“, die Raoul Ubac um 1950/60 als Relief aus einem Schieferblock gehauen hat (Taxe 15.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 3. Dezember 18 Uhr. Der Katalog ist im Internet unter www.hauswedell-nolte.de einsehbar.

Kontakt:

Hauswedell & Nolte

Pöseldorfer Weg 1

DE-20148 Hamburg

Telefon:+49 (040) 41 32 10 0

Telefax:+49 (040) 41 32 10 10

E-Mail: info@hauswedell-nolte.de



02.12.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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