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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Drei Wochen nach der großen Herbstauktion nimmt das Wiener Kinsky mit einem neuen Programm moderner und zeitgenössischer Kunst seinen regulären Betrieb wieder auf und setzt auf die Sammlung Leopold

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Die große Herbstauktion vom 9. November ist kaum über die Bühne gebracht, da wartet das Wiener Auktionshaus Im Kinsky schon wieder mit einem Aufgebot an Werken der modernen und zeitgenössischen Kunst sowie von Jugendstilkunsthandwerk auf und beschließt mit dieser 82. Auktion am 30. November und 1. Dezember das Jahr. Zu danken ist dies vor allem der Einlieferung von Beständen aus der Sammlung des vor fünf Monaten verstorbenen Rudolf Leopold. Die Folge allerdings ist, dass eine stattliche Reihe der zur Disposition stehenden Kunstwerke hier nicht zum ersten Mal auftaucht: Viele hat Leopold erst in den vergangenen Jahren im Kinsky eingekauft. Dazu gehört gleich das erste Los, Alexander Rothaugs „Die verlassene Dido“, im November 2006 für 36.000 Euro erworben und jetzt wieder für 20.000 bis 30.000 Euro, dem gleichen Schätzpreis wie damals, angeboten.


Moderne Kunst

Für Franz Sedlaceks Tuschezeichnung „Das Mondkalb I“ von 1936 begeisterte sich Leopold vor zwei Jahren und zahlte 34.000 Euro (Taxe 20.000 bis 40.000 EUR), erwarb bereits im Juni desselben Jahres für insgesamt 50.000 Euro auch die „Fliegende Hexe“ und die „Traurige Familie“ desselben Künstlers (Taxen zwischen 15.000 und 50.000 EUR) und ließ sich im November 2007 für günstige 9.000 Euro – die Schätzung lag damals wie heute bei 12.000 bis 20.000 Euro – auch ein eher randständiges Werk wie Hugo Baars „Winter“ einschlagen. Die Liste der jungen Erwerbungen des Sammlers ließe sich mit Norbertine Bresslern-Roths „Leguanen auf den Galapagos-Inseln“ von 1976 (Taxe 25.000 bis 40.000 EUR) und ihrem monumental ins Bild gesetztem Schimmel bei „Gewitter“ 1970 für 25.000 bis 35.000 Euro, Josef Stoitzners „Pfingstrosen“ (Taxe 15.000 bis 25.000 EUR) oder Gustav Klimts Bleistiftzeichnung „Frauenkopf“ von 1902, erst im vergangenen April für 65.000 Euro ersteigert (Taxe 35.000 bis 70.000 EUR), noch lang fortsetzen. Dass die Schätzpreise fast immer die gleichen sind wie bei den Auktionen, auf denen sie erworben wurden, will wenig besagen: Elisabeth Leopold, die sich von den Werken ihres verstorbenen Mannes trennt, hat logischerweise kaum ein Interesse daran, letztlich ein Verlustgeschäft zu machen. Das eigentliche Limit dürfte in den Einzelfällen daher höher liegen, als die Taxen suggerieren.

Im Hauptprogramm der Modernen dominiert weiterhin österreichische Kunst des 20sten Jahrhunderts, von spätimpressionistischen Landschaftsarbeiten wie Marie Egners „Regentag in Sexten“ aus dem Jahr 1906 (Taxe 35.000 bis 70.000 EUR) über Koloman Mosers zwischen jugendstiliger Linienführung und fauvistischer Farbgebung changierender „Farbenstudie mit Baum und Bootshaus“ von 1913 (Taxe 50.000 bis 100.000 EUR) bis hin zu Zoran Musics „Porträt Ida“ aus dem Jahr 1989 als dem erschütternden – und, nebenbei bemerkt, für jegliche stilistische Klassifikation herzlich ungeeignetem – Alterswerk eines Menschen, der Schreckliches erlebt hat in der an Schrecklichkeiten so reichen Zeitspanne seines langen Lebens (Taxe 50.000 bis 80.000 EUR). Auch Eduard Kasparides’ abendliche Flusslandschaft mit Renaissanceschloss und drei Birken gibt sich betont jugendstilig (Taxe 15.000 bis 30.000 EUR). Zu den herausragenden Stücken gehören mit Rudolf Wackers „Ilse als Kasperl“ aus dem Jahr 1923 mit einem Selbstbildnis auf der Rückseite (Taxe 35.000 bis 70.000 EUR) und Alfons Waldes heiterer „Sommer in Tirol“ für 70.000 bis 150.000 Euro zwei Werke der Zwischenkriegsjahre.

Ganz ohne Wiedergänger kommt aber auch dieser Teil nicht aus: An 20.000 bis 30.000 Euro scheiterte vor anderthalb Jahren Herbert von Reyl-Hanischs leicht surreales Gemälde „Entdeckung der Neuen Welt“ bei Hassfurther, was das Kinsky aber nicht daran hindert, es jetzt – die Zeiten sind ja wieder besser geworden – sogar mit bis zu 50.000 Euro zu probieren. Gerhart Frankls sachliches „Stillleben“ von 1932 mit Rotweinglas und Früchten ist nach einem erfolglosen Antritt etwa zur gleichen Zeit im Kinsky nun etwas auf 18.000 bis 35.000 reduziert. Und Alfred Wickenburg stellt außer einer religiös motivierten „Karfreitags“-Verbildlichung von 1937 mit einer italienischen Sakralarchitektur der Renaissance im Hintergrund (Taxe 35.000 bis 50.000 EUR) auch die karikaturistische Rokokoszene „Taste in High Life (nach William Hogarth)“ aus dem Jahr 1925/26 zur Verfügung. Mit 20.000 bis 40.000 Euro soll sie jetzt rund die Hälfte kosten wie vor einem knappen halben Jahr.

Zeitgenössische Kunst

Die Zeitgenossen sind weit weniger stark mit Leopold-Werken bestückt. Sie finden sich verstreut als Alfred Kornbergers „Akt“ für 12.000 bis 25.000 Euro oder Hubert Schmalix’ „Pregnant Woman“ aus dem Jahr 1980 für 18.000 bis 30.000 Euro zwischen größeren Schwergewichten. Zu denen gehören gleich am Beginn der Versteigerung einige Großformate des Phantastischen Realismus: Ernst Fuchs’ pseudoreligiösen „Agnus Mysticus“ nach der Offenbarung des Johannes aus dem Jahr 1994 für 50.000 bis 100.000 Euro, Wolfgang Hutters dekoratives, mit Masken angefülltes Gemälde „Die verlorenen Augen“ von 1972 für 40.000 bis 70.000 Euro und – mit 15.000 bis 30.000 Euro voraussichtlich etwas günstiger zu haben, mit 26 mal 21 Zentimeter aber auch deutlich übersichtlicher im Format – Eduard Klells von der Renaissancemalerei inspirierte „Madonna (Bildnis mit grüner Madonna)“, auch „Die Träume einer Madonna“ betitelt, von 1978.

Werke wie eine unbetitelte rotschwarze Hand- und Fingermalerei Arnulf Rainers von 1992 (Taxe 50.000 bis 100.000 EUR), eine großzügige Farbabstraktion Wolfgang Holleghas aus dem Jahr 2007, wie vor genau einem Jahr für 40.000 bis 70.000 Euro offeriert, Hans Staudachers neoabstrakt-postexpressionistisches „Austria“ von 1978 (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR) oder eine der 1989 entstandenen „Kreuzwegstationen“ Hermann Nitschs mit farbüberschüttetem Malhemd für 40.000 bis 70.000 Euro gehören quasi zum Standardprogramm des Hauses. Ebenso wie unter den Skulpturen die polierte Bronze „Das doppelte D“ von 1955 aus Wander Bertonis Buchstabenserie (Taxe 50.000 bis 80.000 EUR) oder aus der Riege der jüngeren Künstler Xenia Hausners „Prost!“ von 1996 (Taxe 25.000 bis 40.000 EUR) und Elke Krystufeks Akt-Selbstbildnis als „Ile des Impressionistes“ von 1999 für 25.000 bis 35.000 Euro. Da sticht eigentlich nur ein unbetiteltes, geheimnisvoll schimmerndes Dispersionsbild Sigmar Polkes von 1999 hervor, von dem sich ein österreichischer Privatsammler mit 80.000 bis 120.000 Euro trennen möchte.

Jugendstil

Der 1. Dezember gehört dann ganz dem Kunsthandwerk des Jugendstil. Hier besticht das Auktionshaus einmal mehr mit einer ziemlich handverlesenen, das heißt nicht auf Masse, sondern auf Klasse aufgebauten Offerte, deren Höhepunkte vor allem aus der Wiener Werkstätte stammen: Eine silberne Deckeldose Josef Hoffmanns von 1905/07 mit einem punktsicher gesetzten Dekor aus neun quadratischen Karneolen (Taxe 25.000 bis 50.000 EUR), eine Kohlezeichnung Dagobert Peches, die 1915 unter dem Titel „Phantasiegeschichte“ wohl als dekorativer Entwurf Weiterverwendung finden sollte, und ein Paar wuchtiger Kerzenleuchter Otto Prutschers um 1920, wie Peches Zeichnung mit 20.000 bis 40.000 Euro veranschlagt, sind hier an den ersten Stellen zu nennen. Aus der vielseitigen Werkstatt Franz Hagenauer kommen unter anderem „Zwei große Masken“ in stilisiert reduzierten Formen um 1930 (Taxe 20.000 bis 40.000 EUR), Bruder Karl Hagenauer steuert einen üppig dekorierten, vernickelten und dadurch silbern schimmernden Messingspiegel bei, in den wiederum einst Rudolf Leopold hineingeschaut hat (Taxe 7.500 bis 12.000 EUR).

Leopold-Provenienz weisen auch einige Glasvasen von Lötz Witwe auf, worunter ein Franz Hofstötter zugeschriebener Entwurf in balusterartiger Form um 1900/01 und eine demgegenüber fast kugelrunde Gestaltung nach einer Idee Koloman Mosers etwa aus der gleichen Zeit besonders hervorragen (Taxen zwischen 10.000 und 20.000 EUR). Skulpturale Arbeiten schließlich zeigen, dass die Schnittstellen zwischen Kunst und Kunstgewerbe durchaus fließen sind: Gudrun Baudischs „Kopf“ von 1927, wie ein kindlich gestalteter Spiegelrahmen Vally Wieselthiers von 1928 als Keramikarbeiten in der Wiener Werkstätte entstanden (Taxen zwischen 12.000 und 20.000 EUR), schlossen sich den expressionistischen Tendenzen ebenso an wie Michael Powolnys Frühlingsputto (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR) und Franz von Stucks „Tänzerin“ aus Bronze eine halbe bis eine Generation zuvor dem Jugendstil (Taxe 19.000 bis 30.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 30. November um 16 Uhr mit der Modernen Kunst, um 18 Uhr stehen die Zeitgenossen auf dem Programm. Am 1. Dezember folgt um 17 Uhr der Jugendstil. Die Besichtigung ist bis zum Auktionsbeginn täglich von 10 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 16 Uhr möglich. Der Katalog ist im Internet unter www.imkinsky.com abrufbar.

Kontakt:

im Kinsky - Kunst Auktionen GmbH

Freyung 4

AT-1010 Wien

Telefax:+43 (01) 532 42 00-9

Telefon:+43 (01) 532 42 00

E-Mail: office@imkinsky.com



26.11.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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