Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 25.10.2019 Auktion 128: Moderne und Zeitgenössische Kunst - Moderne Photographie

© Jeschke, van Vliet Kunstauktionen

Anzeige

spring swing, 2012 / Heinz Mack

spring swing, 2012 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874 / Hans Thoma
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Amazone, nach 1906 / Franz von  Stuck

Amazone, nach 1906 / Franz von Stuck
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Ausstellungen

Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Der Bauhauskünstler László Moholy-Nagy gilt als Vorreiter der Moderne. Eine Ausstellung im Berliner Martin-Gropius-Bau feiert ihn jetzt als Künstler des Lichts

Kompromisslos modern



László Moholy-Nagy, Lago Maggiore, Ascona, Schweiz, um 1930

László Moholy-Nagy, Lago Maggiore, Ascona, Schweiz, um 1930

Er hatte zeitlebens den Anspruch, ein ganzheitlicher Künstler zu sein. Der 1895 geborene Ungar László Moholy-Nagy, der im Jahr seines Todes noch die amerikanische Staatsbürgerschaft erhielt, bewegte sich virtuos zwischen zahlreichen Disziplinen. Er war im Medium Fotografie ebenso zu Hause wie in der Malerei. Er beschäftigte sich mit dem Film, der Werbung, dem Industriedesign, der Wirkung von Skulptur im Raum und der Bühnengestaltung. 1923 berief Walter Gropius ihn ans Weimarer Bauhaus. Moholy-Nagy erwies sich dort als begeisterter Lehrer. 1925 zog er mit dem Bauhaus nach Dessau, wo er eines der Meisterhäuser bewohnte. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft verließ er Deutschland bereits 1934 und zog nach Amsterdam um. 1937 emigrierte er in die USA und gründete wiederum mit Hilfe von Walter Gropius die amerikanische Designschule „New Bauhaus – American School of Design“ in Chicago. Schon zwei Jahre später eröffnete er dort seine eigene Privatschule: die „School of Design“. 1946 starb Moholy-Nagy im Alter von nur 51 Jahren an Leukämie.


Im Berliner Martin-Gropius-Bau ist jetzt eine umfassende Einzelausstellung dieser Galionsfigur der Moderne zu sehen. Die faszinierende Schau mit dem Titel „Kunst des Lichts“ umfasst rund 200 Gemälde, Fotoarbeiten, Collagen, Zeichnungen und Filme. Den Schwerpunkt legt sie auf Arbeiten, die im Sinne Moholy-Nagys Theorie der Kunst als Lichtkunst mit Licht und Schatten, Aufnahmetechniken, Projektionen und Dunkelkammerexperimenten zu tun haben.

Künstlerische Theorie, praktisches Arbeiten und sein Faible für pädagogische Vermittlung ergänzten sich bei dem Bauhauskünstler aufs Trefflichste. Gerade in seinem fotografischen Werk erwies sich László Moholy-Nagy als großer Experimentator. Zeitgleich mit Man Ray in Paris erfand er das Fotogramm, also das kameralose Fotografieren, wobei das Fotopapier in der Dunkelkammer belichtet wird. Die Ausstellung zeigt zahlreiche Beispiele mit abstrakten Motiven, aber auch gegenständliche Arbeiten, auf welchen sich Pflanzenteile, Hände und sogar der Pariser Eiffelturm hell und schematisch auf dem dunklen Fotopapier abzeichnen. Viele Fotogramme entstanden während der Bauhauszeit Ende der 1920er Jahre. Hier arbeitete er eng mit seiner ersten Frau Lucia Schulz zusammen, die er in Berlin kennenlernte und 1921 heiratete. Weiterhin schuf er narrative Fotomontagen oft mit Sportlern, exotischen Figuren, antimilitaristischen Motiven und kleinen surrealen Szenen. Auch hier ist Moholy-Nagy ganz Avantgardist. Er hielt engen Kontakt zu Dada-Kollegen wie Hannah Höch, Kurt Schwitters und Raoul Hausmann.

Doch auch der reinen Schwarz-Weiß-Fotografie widmete sich das kosmopolitische Multitalent immer wieder. In diesem Medium, dem „Schreiben mit Licht“, das László Moholy-Nagy auch in seinen theoretischen Schriften immer wieder zu fassen versuchte, gelangen ihm schräge Auf- und Untersichten, unorthodoxe Porträts und Nahaufnahmen sowie gewagte Perspektiven aus großer Höhe: Sonnenbadende auf einem Schiffsdeck, eine Straßenszene in Marseille, durch ein Balkongitter fotografiert, oder das Porträt der Ausdruckstänzerin Gret Palucca, die durch einen Maschendrahtzaun blickt. Der fotografierende Künstler Moholy-Nagy leistete stilbildende Pionierarbeit ganz im Sinne der Moderne.

Als Maler bevorzugte László Moholy-Nagy hingegen abstrakte, konstruktivistische Kompositionen mit geometrischen Formen in gedeckten Farben. Sie wirken vielfach wie technische Konstruktionen und bestechen durch dynamisch gesetzte Diagonalen, pointierte schwarze Flächen und ein harmonisches Gleichgewicht. Hier formuliert er ein visuelles Grundvokabular, das sich auch durch seine Bühnenbilder, Buchgestaltungen und kommerziellen Aufträge aus der Werbung zieht. Der Gesamtkünstler im modernen Sinne brachte sein künstlerisches Credo folgendermaßen auf den Punkt: „Kunst ist von allen menschlichen Handlungen diejenige, deren Komplexität, vitalisierende Kraft und zivilisierende Wirkung am größten ist. Somit ist sie von biologischer Notwendigkeit.“

Die Ausstellung „László Moholy-Nagy. Kunst des Lichts“ ist bis zum 16. Januar 2011 zu sehen. Der Martin-Gropius-Bau hat täglich außer dienstags von 10 bis 20 Uhr sowie am 28. Dezember und Neujahr geöffnet. Geschlossen bleibt an Heiligabend und Silvester. Der Eintritt beträgt 9 Euro, ermäßigt 7 bzw. 4 Euro. Bis 16 Jahre ist er frei. Der Katalog ist im Hirmer Verlag erschienen und kostet 29 Euro in der Ausstellung, 49,90 Euro im Buchhandel.

Kontakt:

Martin-Gropius-Bau

Niederkirchnerstraße 7

DE-10963 Berlin

Telefon:+49 (030) 25 48 60

Telefax:+49 (030) 25 48 61 07



26.11.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 11

Seiten: 1  •  2

Events (1)Adressen (1)Berichte (2)Variabilder (6)Künstler (1)

Veranstaltung vom:


04.11.2010, László Moholy-Nagy. Kunst des Lichts

Bei:


Martin-Gropius-Bau

Bericht:


Wandler zwischen den Medien

Bericht:


Essen schließt Bauhaus-Reihe mit László Moholy-Nagy

Variabilder:

László Moholy-Nagy, Eton. Schüler schauen bei
 einem Kricketspiel zu, um 1930
László Moholy-Nagy, Eton. Schüler schauen bei einem Kricketspiel zu, um 1930

Variabilder:

László Moholy-Nagy, Blume, um 1925/27
László Moholy-Nagy, Blume, um 1925/27

Variabilder:

László Moholy-Nagy, Pneumatik 1924
László Moholy-Nagy, Pneumatik 1924

Variabilder:

László Moholy-Nagy, Oskar Schlemmer in Ascona, 1926
László Moholy-Nagy, Oskar Schlemmer in Ascona, 1926

Variabilder:

László Moholy-Nagy, Lago Maggiore, Ascona, Schweiz, um 1930
László Moholy-Nagy, Lago Maggiore, Ascona, Schweiz, um 1930







László Moholy-Nagy, Eton. Schüler schauen bei einem Kricketspiel zu, um 1930

László Moholy-Nagy, Eton. Schüler schauen bei einem Kricketspiel zu, um 1930

László Moholy-Nagy, Blume, um 1925/27

László Moholy-Nagy, Blume, um 1925/27

László Moholy-Nagy, Pneumatik 1924

László Moholy-Nagy, Pneumatik 1924

László Moholy-Nagy, Oskar Schlemmer in Ascona, 1926

László Moholy-Nagy, Oskar Schlemmer in Ascona, 1926

László Moholy-Nagy, Die Olly- und Dolly-Schwestern, um 1925

László Moholy-Nagy, Die Olly- und Dolly-Schwestern, um 1925




Copyright © '99-'2019
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce