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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto Modersohn
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Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

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Nature morte au crane / Pablo Picasso

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Bei seiner Auktion „Moderne Kunst“ in Berlin überzeugt Bassenge einmal mehr mit grafischen Arbeiten

Seit fünfzig Jahren nicht gesehen



In seiner kommenden Versteigerung überwiegend moderner und auch ein wenig zeitgenössischer Kunst besinnt sich das Berliner Auktionshaus Bassenge wieder mehrheitlich auf seine ureigenste Domäne: die Grafik. Sie beherrscht das untere und mittlere Preissegment dieser mit rund 330 Losnummern einmal mehr reich bestückten Veranstaltung. Wenig überraschend ist die starke Stellung expressionistischer Grafik, feierte das Medium doch gerade in dieser Zeit einen ihrer großen Höhepunkte der Kunstgeschichte. Conrad Felixmüller stellt die farbige Lithografie „Im Ruderboot“, 1920 in lediglich fünfzehn Exemplaren verbreitet, bei 12.000 Euro zur Verfügung. Das Paar, das da in elegantem Aufzug über einen See im Wald schippert, sind der Künstler selbst und seine Frau Londa. Unverwechselbar ist die schwarzwgelbe Lithografie „Zwei Mädchen – Halbakte (Russisches Mädchenpaar)“ von Otto Mueller, ebenfalls von 1920 und ebenfalls für 12.000 Euro angeboten – ein realistischer Preis: vor genau einem Jahr hatte Bassenge für ein anderes Exemplar derselben Grafik 14.000 Euro erzielt.


Teuerstes Werk Karl Schmidt-Rottluffs ist der Holzschnitt „Straßenbiegung“ aus dem Jahr 1909 für 25.000 Euro. Das Blatt besitzt nicht nur typische Merkmale seiner frühen Grafik, sondern ist überdies auch ausgesprochen selten: In den vergangenen fünfzig Jahren lässt es sich nicht auf dem Markt nachweisen. 1.000 Euro mehr verlangt Pierre-Auguste Renoirs Farblithografie „Baigneuse Debout“, obgleich sie 1896 in hundert Exemplaren an die Öffentlichkeit ging. In ihrer malerischen Gestaltung ist sie jedoch ein herausragendes Werk in Renoirs Gesamtschaffen. Ernst Ludwig Kirchner stellt eine rasche und trotzdem ausdrucksstarke Kreidezeichnung aus der Zeit um 1909 mit zwei Akten im Atelier für 28.000 Euro bereit, Gustav Klimt eine Bleistiftstudie zum Bildnis Mäda Primavesi, das heute im Metropolitan Museum in New York hängt (Taxe 18.000 EUR). Natürlich darf auch Pablo Picasso nicht fehlen: Sein Spitzenstück ist die Lithografie „Jeunesse“ mit zwei melancholischen Gestalten samt Friedenstaube aus dem Jahr 1950 für 32.000 Euro.

Sichtlich schwer tat sich Bassenge mit der Einlieferung eines schier kolossalen Konvoluts von Papierarbeiten Michel Fingestens: 16 Gouachen, 13 Mischtechniken, circa dreißig Zeichnungen, 235 Grafiken und rund neunhundert Gelegenheitsarbeiten wie Exlibris, Grußkarten und Plakate umfasst die Sammlung des 1943 in Italien gestorbenen jüdischen Künstlers. Statt sie alle einzeln oder zumindest in kleinere Blöcke aufgesplittert zu versteigern, sind sie in einer einzigen Losnummer vereint und mit 45.000 Euro ausgezeichnet. Viele dieser Blätter besitzen malerische Qualitäten, wie etwa sein etwas müder und traurig blickender Gitarrenspieler. Auch Erich Heckels Gouache einer Flusslandschaft an der Flensburger Förde von 1920 ist malerisch aufgefasst (Taxe 25.000 EUR), ebenso Adolf Hölzels wundervoll leuchtendes Pastell einer abstrakten „Anbetung“ aus den 1920er Jahren für 16.000 Euro.

Als umfangreiche Gesamtzyklen einzelner Künstler sind ferner „Das graphische Werk“ von Alfred Otto Wolfgang Schulze, der sich Wols nannte, aus den 1940er Jahren für 18.000 Euro, Johnny Friedlaenders „Image du Malheur“ aus dem Jahr 1945 für 12.000 Euro und Le Corbusiers 37 zum Teil farbige Aquatintaradierungen umfassende Mappe „Unité“ von 1963/65 für 20.000 Euro zu haben. Wer einmal die nicht so geläufigen Pfade der Druckgrafik beschreiten will, sollte etwa zu Max Oppenheimers quirligem „Potsdamer Platz“, seine erste Radierung aus dem Jahr 1912 (Taxe 1.500 EUR), Lesser Urys im Bistro eingeschlafenen „Absinthtrinker“ um 1920 (Taxe 450 EUR), Georg Muches flächig-abstrakt angelegtem Stillleben mit einem Obstteller von 1923 (Taxe 3.500 EUR) oder die Mappe mit 19 Radierungen und drei Monotypien, die der Pole Janusch Knake von den Straßen und Vergnügungslokalen in Paris festhielt (Taxe 1.500 EUR). Selbst bei Andy Warhol entdeckt man noch weniger Bekanntes, wie seine zehn ungewöhnlich dezenten Serigrafien „Flowers (Hand Colored)“ von 1974 (Taxe 15.000 EUR).

Aus diesem grafischen Angebot stechen zwar nur wenige, dafür aber recht hochkarätige Ölgemälde hervor. An einer der ersten Stellen ist Franz Skarbinas „Nach dem Ball“ zu nennen, eine typische Berliner Straßenszene mit elegantem Personal aus dem Jahr 1900. Mit 50.000 Euro verlangt das Auktionshaus allerdings einen stolzen Preis für die etwas düstere Leinwand, die an die Qualität der zeitgleichen Gemälde Lesser Urys nicht ganz heranreicht. Heller, geradezu fröhlich geht es in David Burljuks Arbeit „Odessa“ zu: Pferde, Menschen, Häuser, aber auch ganz abstrakte Formen sind hier bunt durcheinandergewirbelt und zu einer weitgehend flächigen Komposition verbunden. Das Gemälde ist 1910 datiert, ob es allerdings wirklich in diesem Jahr entstanden ist, erscheint fraglich: Bei seinem Weggang aus Moskau 1918 musste Burliuk fast sein gesamte Œuvre zurücklassen, viele Bilder hat er später einfach nachgemalt (Taxe 55.000 EUR).

Daneben beeindruckt Bassenge erneut mit einigen interessanten Offerten abseits der künstlerischen Hauptströme. Hans Jüchser beispielsweise erfreut sich erst seit einigen Jahren wieder größerer Beliebtheit. Seine „Zirkusartistinnen“ aus dem Jahr 1927 sind ein typisches Werk der 1920er Jahre – und ein seltenes dazu, wurden doch viele Werke Jüchsers nach 1933 aus den öffentlichen Sammlungen verbannt und vernichtet. Das an Otto Dix erinnernde Gemälde mit einer Herbstlandschaft auf der Rückseite blieb 2003 bei der Berliner Auktionatorin Irene Lehr für 25.000 Euro unverkauft, jetzt verlangt Bassenge dafür 18.000 Euro. Im vierstelligen Bereich ragen Paul Paeschkes spätimpressionistisches „Laubenfest“ einer typischen Berliner Laubenpieperkolonie mit bunten Girlanden, Wimpeln und Flaggen um 1910 (Taxe 5.000 EUR), eine unheimliche „Apokalyptische Vision“ Heinz Ottersons aus dem Jahr 1965 (Taxe 7.500 EUR) und – für manchen vielleicht nicht mehr als eine Kuriosität – eine Komposition namens „Bunte Blitze“ aus der Hand des Computerpioniers und dilettierten Malers Konrad Zuse von 1970 für 6.000 Euro hervor. Für drei charaktervolle ungegenständliche Farbkompositionen Thilo Maatschs werden jeweils nicht mehr als 2.400 Euro erwartet.

Und schließlich man muss noch auf Fritz Stotz hinweisen, aus dessen Nachlass Bassenge immerhin 25 Arbeiten zur Auktion übernommen hat. Nach dem frühen Tod des Dresdner Malers 1920 mit gerade einmal 36 Jahren geriet er schnell in Vergessenheit. Doch galt sein Werk, das ähnlich wie bei Lovis Corinth zwischen Impressionismus und Expressionismus angesiedelt ist, als viel versprechend. Heitere Gelöstheit verströmt etwa sein Aktgemälde „Mädchen mit Laute“ von 1916, während die „Wartenden vor einer Central-Küche im Kriegsjahr 1917“ oder die Momentaufnahme im „Altmännerhaus“ eher die trostlose Realität der Zeit einfangen. Ein hohes Maß an Plastizität erzeugt Stotz mit seinem Strauß Pfingstrosen in blauem Krug, und in seinem „Weihnachtsabend“ von 1919 fängt er die traute Stimmung und den Lichterglanz des Festes ein (Taxen zwischen 1.200 und 3.500 EUR).

In den preislichen Höhen ähnlich dicht gesät wie die Gemälde und auch qualitativ beeindruckend sind diesmal die Bronzeskulpturen. Im Mittelpunkt steht fast ausschließlich die menschliche Figur. Ernst Barlach hat mit seinen meist sehr blockhaften Gestalten in dieser Hinsicht Bleibendes geleistet. Der „Flötenbläser“ aus dem Jahr 1936 gehört zu den bedeutendsten Arbeiten seiner späten Jahre und soll in einer Bronzeausführung, von denen insgesamt 32 existieren, 75.000 Euro kosten. Bei 25.000 Euro steht „Die Kupplerin II“ aus dem Jahr 1920, von der je sechs Güsse zu Lebzeiten des Künstlers und nach seinem Tod 1938 entstanden sind. Ausgreifender als Barlachs inwendige Seelenmenschen sind die Bronzen von Meister Georg Kolbe. Der berühmte Balletttänzer Waslaw Nijinsky, den Kolbe 1913 in Aktion verewigte, bot freilich kaum andere Möglichkeiten als eine konturenreiche Verankerung im Raum. Die gut sechzig Zentimeter hohe Statuette, gegossen in der 1919 überarbeiteten, in der Oberflächengestaltung stark geglätteten Fassung, ist mit 50.000 Euro bewertet.

Nur in zwei Exemplaren ist Kolbes 1942/43 geschaffene „Maria“, ein Aktbildnis seiner Enkelin Maria von Keudell, bekannt (Taxe 25.000 EUR). Seine „Kauernde“ von 1917 sollte wegen ihrer Beliebtheit 1940 noch einmal groß aufgelegt worden, doch entstanden wegen der Materialknappheit im Krieg nur drei Exemplare, von denen eines 20.000 Euro kostet. Als ausgesprochene Tierexperten sind Renée Sintenis und August Gaul in die Skulpturengeschichte des 20sten Jahrhunderts eingegangen. Letzterer ergötzt beispielsweise mit der zweiten Fassung seines sitzenden jungen Löwen, auch unter dem anmutigen Titel „Dusselchen“ bekannt, aus dem Jahr 1898 (Taxe 8.000 EUR) und einem locker trabendem Kamel von nicht einmal acht Zentimetern Höhe für 3.000 Euro. Expressiver, vor allem in der Oberflächengestaltung rauer gestaltete Sintenis ihre Tierskulpturen wie 1932 einen jungen Bären (Taxe 8.000 EUR) oder 1936 einen knienden Elefanten (Taxe 12.000 EUR), aber auch ihre Menschenbilder wie den „Flötenbläser“ aus dem späten Jahr 1948 für 18.000 Euro.

Die Auktion beginnt am 27. November um 10 Uhr mit den günstigeren Arbeiten und wird um 15 Uhr mit dem Hauptkatalog fortgeführt. Der Katalog ist im Internet unter www.bassenge.com abrufbar.

Kontakt:

Galerie Bassenge

Erdener Straße 5a

DE-14193 Berlin

Telefon:+49 (030) 893 80 290

Telefax:+49 (030) 891 80 25

E-Mail: info@bassenge.com



26.11.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Ernst Barlach, Der Flötenbläser, 1936
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Le Corbusier,
 Unité
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Fritz Stotz, Mädchen mit Laute, 1916
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Fritz
 Stotz, Weihnachtsabend, 1919
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Kunstwerk:

Lesser
 Ury, Der Absinthtrinker, um 1920
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Kunstwerk:

Andy Warhol, Flowers (Hand Colored), 1974
Andy Warhol, Flowers (Hand Colored), 1974







Fritz Stotz, Weiße Pfingstrosen in blauem Krug, um 1918

Fritz Stotz, Weiße Pfingstrosen in blauem Krug, um 1918

Taxe: 1.200,- EURO

Zuschlag: 1.200,- EURO

Losnummer: 8280

Le Corbusier, Unité

Le Corbusier, Unité

Taxe: 20.000,- EURO

Zuschlag: 16.000,- EURO

Losnummer: 8148

Pierre-Auguste Renoir, Baigneuse Debout, en pied, 1896

Pierre-Auguste Renoir, Baigneuse Debout, en pied, 1896

Taxe: 26.000,- EURO

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Ernst Ludwig Kirchner, Akte im Atelier, um 1909

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Taxe: 28.000,- EURO

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Andy Warhol, Flowers (Hand Colored), 1974

Andy Warhol, Flowers (Hand Colored), 1974

Taxe: 15.000,- EURO

Zuschlag: 11.000,- EURO

Losnummer: 8322

Fritz Stotz, Mädchen mit Laute, 1916

Fritz Stotz, Mädchen mit Laute, 1916

Taxe: 3.500,- EURO

Losnummer: 8276

Lesser Ury, Der Absinthtrinker, um 1920

Lesser Ury, Der Absinthtrinker, um 1920

Taxe: 450,- EURO

Losnummer: 8298

Fritz Stotz, Wartende vor einer Central-Küche im Kriegsjahr 1917, 1917

Fritz Stotz, Wartende vor einer Central-Küche im Kriegsjahr 1917, 1917

Taxe: 3.500,- EURO

Zuschlag: 2.200,- EURO

Losnummer: 8277

Adolf Hölzel, Anbetung, 1920er Jahre

Adolf Hölzel, Anbetung, 1920er Jahre

Taxe: 16.000,- EURO

Losnummer: 8116

Wols, Das graphische Werk, um 1942/49

Wols, Das graphische Werk, um 1942/49

Taxe: 18.000,- EURO

Zuschlag: 11.000,- EURO

Losnummer: 8326

Fritz Stotz, Altmännerhaus, 1918

Fritz Stotz, Altmännerhaus, 1918

Taxe: 2.400,- EURO

Losnummer: 8278

Franz Skarbina, Nach dem Ball, 1900

Franz Skarbina, Nach dem Ball, 1900

Taxe: 50.000,- EURO

Losnummer: 8272




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