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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Das Dorotheum versteigert in Wien Designobjekte. Nicht alle sind zum praktischen Gebrauch geeignet, doch schön ist jedes einzelne

Im Rausch der Geschwindigkeit



Luigi Colani, Motorradskulptur, 1973

Luigi Colani, Motorradskulptur, 1973

Auf der Straße dahin rasen, das Sausen des Windes auf dem Gesicht spüren, die optimale aerodynamische Haltung einnehmen und so mit dem Feuerstuhl verschmelzen: das alles ist Motorrad fahren, und das zeigt uns Luigi Colani mit „A motorcycle sculpture“ in dynamischem Rot. Mann und Maschine bilden eine unauflösliche Einheit in rasanter Fahrt. Der gebürtige Berliner hat seine Karriere in der Automobilindustrie gestartet und wurde durch die Verwendung und künstlerische stromlinienförmige Gestaltung von Kunststoffen berühmt. Die Skulptur zeigt, dass der Übergang von Design und Kunst fließend ist. So wird diese doch eher freikünstlerische, nicht nutzbare Arbeit nun im Dorotheum innerhalb der Auktion „Design“ versteigert. Auf dem Etikett der 1973 entstandenen Skulptur, von der es weitere Exemplare in der Pinakothek der Moderne in München und in einer chinesischen Privatsammlung gibt, stehen 45.000 bis 55.000 Euro.


Ob der neue Besitzer die „Bibliothèque au Mexique“ von 1966/67 wirklich als Bücherregal benutzt, ist bei einem Schätzpreis von 110.000 bis 140.000 Euro fraglich. Diego Giacometti lässt die Glasböden von einem zierlichen goldpatinierten Bronzegestänge tragen und setzt thematisch passend zwei kleine Eulen als Sinnbild für Weisheit auf das Gerüst. Dicht verfolgt wird dieses Spitzenlos am 23. November in Wien von Gilbert Poillerats großem Zentraltisch für 80.000 bis 120.000 Euro. Nur drei oder vier dieser luxuriösen Möbelstücke fertigte der Art Déco-Entwerfer um 1940, und selbst diese unterscheiden sich in ihren Details. Der hier offerierte Tisch mit seinem kunstvoll geschwungenen schmiedeeisernen Untergestell, bei dem Poillerat barocke Formen aufgreift und sie kunstvoll stilisiert, und der schweren Marmorplatte stammt aus einer Schweizer Privatsammlung.

Zwei weitere Tische befinden sich unter den Top Ten der Lose. Bei dem „Großen Spiraltisch“ fragt man sich zunächst, was dieser Titel für eine Bewandtnis hat, denn der Tisch ist mit seiner leicht gebogenen Form weit entfernt von einer Spirale. Ron Arad schuf ihn allerdings 1995 für die Triennale di Milano zusammen mit 37 weiteren Tischen, die miteinander eine Schnecke ergaben. Doch kein Tisch gleicht in Form und Größe dem anderen. Der Wert dieses Unikats wird auf 50.000 bis 70.000 Euro geschätzt. Auf dem vier Meter langen Tisch nach einem Entwurf von Jean Prouvé kann man seine Aktenordner und Bücher herrlich ausbreiten. Nur zwei oder drei Mal wurden die fünf Beine und sechs Auflageflächen für die Platte aus gefaltetem und grau lackiertem Stahlrohr gefertigt. Aus dieser Seltenheit leitet sich auch der hohe Schätzwert von 65.000 bis 75.000 Euro ab.

Das Sitzobjekt „Crushed Love“ des Koreaners Gimhongsok weist verdächtig viele Ähnlichkeiten mit der Skulptur von Robert Indiana auf. Doch das O von Love ist hinuntergepurzelt und dient nun als Hocker vor dem rotblauen Stuhl aus Blech und Acryllack. Das auf 45.000 bis 55.000 Euro geschätzte Objekt, von dem es insgesamt nur zehn Stück gibt, fand aus einer Schweizer Privatsammlung Eingang in die Auktion. Der Sitzkomfort steht auch sicher bei Ron Arads Stuhl „Big Easy Mild“ hinter der Form zurück. Nur fünf der 20 in einem Stück aus Weichstahl in geschwungenen massiven Formen gegossenen Stühle gelten als Artist Proofs, dazu zählt auch der hier für 45.000 bis 55.00 Euro angebotene.

In dem „Knieschwimmer“-Sessel von Adolf Loos lässt es sich dagegen bestimmt bequem sitzen, denn die Sitzfläche endet mit einer großen Polsterrolle als Auflage für die Knie. Der aus massivem Nussbaum gefertigte Sessel besitzt noch seine originale braune Lederpolsterung. Er wurde ab 1906 wahrscheinlich von F. O. Schmidt in Wien produziert (Taxe 28.000 bis 35.000 EUR). Die bekannten Armstühle von Loos mit dem typischen Rohrgeflecht sind ab 7.500 Euro zu haben. Aus der klassischen Wiener Designproduktion stammen etwa noch der Josef Hoffmann zugeschriebene, kräftige, weiß lackierte Esstisch (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR), Fanny Harlfinger-Zakuckas Damenschreibtisch samt passendem Stuhl mit gedrechselten Beinen in rotbraunem Mahagoni (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR), Oskar Wlachs Stuhlpaar aus Walnussholz um 1920, bei dem sich wiederum Barock mit Art Déco mischt (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR), und ein Kabinettschrank von Otto Prutscher in auffälligem Makassarholz (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR).

Seltenheitswert besitzt das „Menta“-Totem nach einem Entwurf von Ettore Sottsass aus dem Jahr 1964. 1986 fertigte dann die Keramikfirma Bitossi in Montelupo Fiorentino 20 Exemplare für die „Mirabili“-Kollektion an. Auf einem weißen Holzsockel erheben sich an einem Metallstab aufgereiht sechs unterschiedlich bemalte Keramikteile in verschiedenen Formen. Bei einer Schätzung von 70.000 bis 80.000 Euro scheint das Auktionshaus auch auf eine große Beliebtheit des Objekts zu hoffen, genauso wie beim Erscheinen der Skulptur, denn sie war schon innerhalb eines Jahres ausverkauft. Der junge israelische Designer Assa Ashuach entwarf vor vier Jahren einen „Halben Tisch“ aus weißem Fiberglas. In einem Stück gegossen ist das Objekt nicht als halbrunder Tisch, sondern als die Hälfte eines ganzen Tisches zu verstehen. Von jeder Hälfte wurden nur 50 Stück hergestellt. Von der einen Seite wird das sechste Exemplar angeboten, von dem anderen die Nummer sieben. Jeder Tisch wird auf 14.000 bis 18.000 Euro geschätzt. In einem ähnlichen Preisrahmen bewegt sich auch sein „Upica Sofa“ von 2004/05. Auch hier verwendet Ashuach Fieberglas, diesmal in Schwarz, und formt es in einem Schwung ohne Kanten zu einer einfachen Sitzgelegenheit.

Le Corbusier entwarf einen bunten Raumteiler 1957 für die Unité d’Habitation in Firminy. Dieses Möbel wurde auch in La Maison Radieuse im französischen Rezé aufgestellt, aus der dieser Schrank stammt. Das Staumöbel ist durch seine von beiden Seiten zugänglichen Schiebtüren und Ablage sehr praktisch. Au dem Korpus aus Eiche sind einige Flächen mit weißem, blauem und rotem Formica belegt oder mit grünem Linoleum beklebt (Taxe 14.000 bis 18.000 EUR). Der „DiNah“-Regalturm bietet nicht so viel Stauraum, dafür ist er aber mit seinen schwarzen Stahlwangen und den 18 weißen Holzschubladen eine raffinierte Raumdekoration. Shiro Kuramata gestaltete das freistehende 1,75 Meter hohe Regal 1979/1986 (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR).

Den britischen Designer Michael Young verschlug es nach China, wo er mit einer wichtigen Aluminiumfabrik zusammenarbeitete. Er bekam die Möglichkeit zum Experiment und ließ sich von der Fahrradherstellung inspirieren. Für seinen Beistelltisch „Zipte Link Red“ presste er 2009 Aluminium zu einem dreidimensionalen wabenförmigen Gestänge als Beine zusammen. Der hier angebotene Tisch war einer von zweien, die zu Testzwecken gebaut wurden und dann auf der Ausstellung „Works of China“ gezeigt wurden. Ursprünglich war Youngs Objekt „Instellar Sunrise“ eine Wanddekoration im Dupont Corian Design Studio in Shanghai. Das Konzept der Studioausstattung wollte westliche und östliche Kulturen zusammenbringen, in der schwarzen Reliefscheibe Michael Young chinesische Bau- und Kunstgeschichte mit modernster Technik vereinen (Taxen je 10.000 bis 15.000 EUR).

Emblematisch für die Formensprache Carlo Mollinos ist sein Tisch „Arabesco“ für die Casa Orengo um 1950. Die nachträgliche Edition von Cassina variiert das geschwungene und durchbrochene Sperrholzgestell mit Ahornfurnier samt der beiden nierenförmigen Ablageplatten aus Glas (Taxe 18.000 bis 25.000 EUR). Spektakulär ist auch die Idee der Sitzlandschaft „Tawaraya“ von Masanori Umeda, in der sich – typisch für die italienische Designgruppe Memphis – Alltagsformen poppig und lustvoll begegnen: Um ein rot lackiertes Tablett im Zentrum des Boxringes dienen Tatami-Matten als Sitzgelegenheit, die Balustrade des Boxbereichs bilden vier Stahlstangen, an dem schwarzweiß gestreiften Podest sind Lampen zur Beleuchtung angebracht (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR).

Mit elf Losen ist Pierre Jeanneret häufig auf der Auktion zugegen. Sein Stuhl „Ecritoire“ mit Rohrgeflecht ist bei einer Schätzung von 2.600 bis 3.200 Euro im unteren Preislevel angesiedelt, der schlichte Konferenztisch aus Teakholz, der ebenfalls für den Sitz des Gouverneurs von Chandigarh in Indien geschaffen wurde, befindet sich mit 25.000 bis 30.000 Euro am oberen Rand. Diese Provenienz weisen auch seine anderen Positionen wie die Ruhebank aus Kuhleder (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR), die Sitzgarnitur aus zwei Senatssesseln des Gouverneurs (Taxe 15.000 bis 18.000 EUR) sowie das dazu passende Sofa mit Kuhfellbespannung auf (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Auch einen „Rood-blauwe Stoel“ von Gerrit Rietveld hält der Dorotheum bereit. Die diesmal weiße Ausführung entstand wohl in den 1920er Jahren, also kurz nach der Entwurfszeit (Taxe 40.000 bis 45.000 EUR).

Neben Sitzmöbeln, Regalen und Schränken gibt es zudem Glaswaren, wie die große Vase „Buttato“ von Tobia Scarpa in bersteinfarbenem Schimmer von 1980 (Taxe 6.500 bis 7.500 EUR) oder die Tischlampe „Bikini Girl“ von Fulvio Bianconi von 1949, die ebenfalls auf Murano hergestellt wurde (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR). Für einen Teppich ließ Keith Haring um 1990 auf dunkelblauem Grund seine typischen Strichmännchen munter umhertanzen (Taxe 3.200 bis 3.800 EUR). Am Ende der Auktion kommen noch einige kuriose Stühle unter den Hammer. Ein gutes Beispiel dafür ist der Kinderstuhl „Short Rest“ Model No. 2 von Frank Schreiner, alias Stiletto, aus dem Jahr 1983. Das Stühlchen in Form eines roten Einkaufswagens wird mit 3.000 bis 4.000 Euro taxiert. Wie eine große zusammengefaltete schwarze Einkaufstüte schuf Vincent Dubourg 2007 seinen Stuhl „Displis“ (Taxe 4.000 bis 4.500 EUR).

Die Auktion beginnt am 23. November um 17 Uhr. Die Objekte können bis zum Auktionsbeginn täglich von 10 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 17 Uhr und sonntags von 10 bis 17 Uhr besichtigt werden. Der Katalog ist unter www.dorotheum.com abrufbar.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



22.11.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Lisa Witte

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