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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Die Preisspirale lässt sich nicht unaufhörlich nach oben drehen. Das hat Christie’s jetzt in New York zu spüren bekommen. Dennoch kann man mit zeitgenössischer Kunst wieder gut Geld verdienen

Umsichtige Käufer



Wie weit lässt sich die Preisspanne im Handel mit Kunst der vergangenen fünfzig Jahre wirklich ausreizen? Christie’s musste jetzt bei seiner New Yorker Abendauktion von Gegenwartskunst erkennen, dass es da durchaus Grenzen gibt und nicht – wie vielleicht vor zwei oder drei Jahren – alle Tricks und Spielchen der Marktgestalter mitgemacht werden. Während das Mittelfeld im niedrigen einstelligen Millionenbereich ein quirliges Wetttreiben und einige brillante Ergebnisse generierte, wurde es in den Höhen zunehmend einsam: Nur ein einziges der hochgehandelten Stücke konnte seine Schätzung überhaupt erreichen, andere blieben zum Teil deutlich darunter oder wurden gar nicht verkauft. 38 Millionen Dollar für Roy Lichtensteins junge Frau am Telefon „Ohhh … Alright …“ von 1964 – ein toller Preis, verglichen mit dem bisherigen Lichtenstein-Rekord von 14,5 Millionen Dollar, aber doch ärgerlich, weil das Haus auf 40 Millionen Dollar gewettet und das Gemälde mithilfe einer Gewinngarantie akquiriert hatte, die mit Sicherheit nicht wesentlich niedriger gelegen hat. Ähnlich Mark Rothkos „No. 18 (Brown and Black on Plum)“ von 1958, das statt 9 bis 12 Millionen nur 8,5 Millionen Dollar schaffte. Sein Farbfeld „Black on Gray“ von 1969/70 blieb ohne Abnehmer.


Noch schlechter erging es dem zweiten Toplos der Auktion. Zwar war Andy Warhols „Big Campbell’s Soup Can with Can Opener (Vegetable)“ aus dem Jahr 1962 nicht mit einer solchen Garantie versehen, doch die 21,25 Millionen Dollar, an denen das Gemälde schon fast 9 Millionen Dollar unterhalb der Erwartungen des Hauses hängenblieb, dürften dennoch ein ordentlicher Dämpfer gewesen sein und eine Lehre für künftige Taxierungen – zumal hier noch im Hintergrund die Barney A. Ebsworth Collection stand, die mit der Zusage winkte, den Erlös wohltätigen Zwecken zukommen zu lassen. Warhols „Campbell’s Soup Can (Tomato)“ von 1962 ohne Dosenöffner erreichte dagegen die obere Grenze von 6 bis 8 Millionen Dollar, wie auch das ebenfalls aus der Sammlung Robert Shapazians, des kürzlich gestorbenen Gründungsdirektors der Gagosian Gallery in Beverly Hills, stammende „Dollar Sign“ von 1981 mit 4,5 Millionen (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD), seine „Brillo Box (3c off)“ von 1963/64 mit 2,65 Millionen Dollar (Taxe 600.000 bis 800.000 USD) und die drei „Guns“ in Rot, Schwarz und Grau von 1982 für 3,9 Millionen Dollar deutliche Hochsprünge machten (Taxe 1,8 bis 2,2 Millionen USD).

Das Gesamtergebnis, einschließlich der Aufgelder, lag also dank der zugkräftigen unteren Kategorien dennoch bei knapp 272,9 Millionen Dollar, etwa im Bereich der Gesamtschätzung und nahezu dem Vierfachen der gleichen Auktion vor einem Jahr. Ob Cy Twombly oder Wayne Thiebaud, Donald Judd oder Cindy Sherman – häufig konnten die aus ihren Werkstätten hervorgegangenen Produkte ihre Schätzungen bei Christie’s deutlich übersteigen. Besonders herausragend waren hier sechs Arbeiten Alexander Calders, von denen die vier Mobiles, entstanden zwischen 1948 und 1968, samt und sonders höher kletterten und für bis zu 2,3 Millionen Dollar die Besitzer wechselten. Von Vornherein höher lagen die Preise für seine starren Metallskulpturen „Red Curlicue“ von 1973 und „Tableau noir (The Blackboard)“ von 1970, beide aus der Sammlung Max Palevsky, von denen letztere bei 2,2 Millionen Dollar etwas enttäuschte (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD), während die etwas jüngere mit 5,6 Millionen Dollar im oberen Bereich der Schätzung landete und einen neuen Auktionsrekord aufstellte. Für Richard Lindner und seine barbusige Dame mit Trichterhut in der „West 48th Street“ von 1964 aus der Palevsky-Kollektion gab es mit 850.000 Dollar ebenfalls einen neuen Spitzenpreis (Taxe 400.000 bis 600.000 USD), wie auch in der jüngeren Generation für Mark Grotjahn und sein luxuriös fliederfarben schimmerndes „Untitled (Lavender Butterfly Jacaranda over Green)“ aus dem Jahr 2004 mit 1,25 Millionen Dollar (Taxe 500.000 bis 700.000 USD).

Das einzige Schwergewicht dieser Auktion, das seinen Schätzpreis souverän erreichte, war Jeff Koons’ „Balloon Flower (Blue)“ von 1995/2000 in der blauen Version aus der Daimler Art Collection. Die 15 Millionen Dollar, die die Galerie L & M Arts dafür auf den Tisch legte, dürften indes als Maximum angesehen werden in Anbetracht der 11,5 Millionen Dollar, die die rosefarbene Version vor zwei Jahren bei Christie’s eingespielt hatte (Taxe 12 bis 16 Millionen USD). Gerhard Richters „Zwei Kerzen“ mit der Werknummer 499-2 von 1982 bliebt 11,5 Millionen Dollar wiederum eine halbe Million unterhalb der Schätzung hängen. Er war der einzige erfolgreiche Deutsche der Auktion, nachdem Martin Kippenbergers „Portrait Paul Schreber“ von 1994 kurz zuvor versagt hatte (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen USD). Zu einem neuen Rekord reichte es bei Mark Tansey: Seine Film noir-Szene „On Photography (Homage to Susan Sontag)“ ebenfalls aus dem Jahr 1982 kostete schließlich 4,1 Millionen Dollar (Taxe 3 bis 4 Millionen USD). Mit 6,25 und 5,1 Millionen Dollar landeten Jean-Michel Basquiats „Dos Cabazos“ von 1982 mit einem Portrait seiner Selbst und Andy Warhol sowie ein „Untitled“ von 1987 jeweils im unteren Bereich der Schätzpreise.

Bei den älteren Semestern herrschte, wie schon bei Rothko erwähnt, gelegentliche Zurückhaltung. Jackson Pollocks „Eyes in the Heat II“ um 1947 für 5,5 Millionen Dollar – Käufer waren hier wiederum L & M Arts (Taxe 6 bis 9 Millionen USD) –, Richard Diebenkorns „Berkeley +39“ von 1955 für 3,8 Millionen Dollar (Taxe 4 bis 6 Millionen USD) und Willem de Koonings „Untitled“ von 1987 für 4,2 Millionen Dollar bildeten da keine Ausnahmen (Taxe 5 bis 7 Millionen USD). Jasper Johns’ „0 through 9“ aus dem Jahr 1961 wurde sogar bei 9 bis 12 Millionen Dollar zum Rückgang, ebenso Frank Stellas etwa gleichzeitig entstandene T-förmige „Telluride“ aus der Palevsky-Sammlung (Taxe 4 bis 6 Millionen USD). Eine Ausnahme bildete das aus der Advanta Collection eingelieferte Riesenformat „Saf“ von Morris Louis gegen Ende der Auktion, das seine obere Schätzung auf 2,6 Millionen Dollar mehr als verdoppeln und das Auktionsergebnis im Mai 2004 am gleichen Ort mehr als verdreifachen konnte. Joan Mitchells wilde Krakelei „Untitled“ von 1958, mit 127 mal 147 Zentimeter nicht einmal besonders groß, reüssierte bei 3,7 Millionen Dollar (Taxe 1,7 bis 2,2 Millionen USD), und Philip Guston war mit einer noch ganz abstrakten Malerei von 1951/52 bei 2,2 Millionen Dollar ebenso erfolgreich (Taxe 1,5 bis 2 Millionen USD).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Christie’s Rockefeller Center

20 Rockefeller Plaza

US-10020 New York

Telefon:+1 (212) 6362000

Telefax:+1 (212) 6362399

E-Mail: info@christies.com



12.11.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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