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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Phillips, de Pury rückt mit seinem Programm an Gegenwartskunst den Auktionsgiganten Christie’s und Sotheby’s auf die Pelle und hat Erfolg damit

Elizabeth und ihre Männer



Es lief nicht alles glatt in letzter Zeit bei Phillips, de Pury & Company, dem dritten Riesen unter den New Yorker Kunstauktionshäusern, der doch immer ein wenig im Schatten seiner noch größeren Brüder Christie’s und Sotheby’s steht. Bei der vergangenen Gegenwartsauktion aber am 8. November hat er sich furios ins Spitzengeschäft zurückgemeldet und alle Erwartungen übertroffen. Besser hätte die Einweihung der neuen Auktionsräume an der Ecke Park Avenue/57ste Straße nicht laufen können: Statt der veranschlagten 80 Millionen Dollar – ohnehin der höchste Schätzpreissumme in der Geschichte des Hauses – kamen in der zusammen mit dem Kunsthändler Philippe Ségalot veranstalteten, mit 33 Losnummern nicht gerade umfangreichen Abendauktion „Carte Blanche“ sogar gut 117 Millionen Dollar heraus. Die Ergebnisse der kleineren Auktionen am 8. und 9. November hinzugerechnet, waren es dann schließlich sogar 143 Millionen Dollar. Zu verdanken ist dieses brillante Ergebnis vor allem einem: Andy Warhol.


Phillips, de Pury hatte die 1962 entstandene Leinwand „Men in Her Life“ im Programm, ein annähernd quadratisches Gemälde von jeweils über zwei Metern Seitenlänge, auf der die Schauspielerin Elizabeth Taylor dutzendfach zwischen ihrem dritten Ehemann Mike Todd und ihrem vierten Eddie Fisher aufgereiht ist. Mit 40 bis 50 Millionen Dollar hatte das Auktionshaus seine Vorstellungen angegeben und damit den zweithöchsten Auktionspreis für ein Gemälde Warhols genannt. So kam es dann auch, nur dass der Preis während der heißen Bietschlacht im Saal und an den Telefonen noch höher kletterte als erwartet: Erst bei 56,5 Millionen Dollar schlug der Hammer aufs Pult von Chefauktionator Simon de Pury. Mit Aufgeld muss der unbekannte Käufer damit stolze 63.362.500 Millionen Dollar auf den Tisch blättern.

Warhols Liz war aber nicht die einzig Erfolgreiche an diesem Abend. Allein sieben neue Auktionsweltrekorde konnte Phillips generieren. Der spektakulärste war wohl der für den deutschen Bildhauer Thomas Schütte. Nicht 1 bis 1,5 Millionen, sondern 3,6 Millionen Dollar erzielte sein überlebensgroßer „Großer Geist No. 16“ aus michelinartig gewundenen Aluminiumseilen, den der Künstler 2000 in insgesamt drei aus jeweils verschiedenen Materialien bestehenden Exemplaren zum Leben erweckte. Der Rekord für den 1996 recht früh verstorbenen Kubaner Félix González-Torres kam dagegen – zumindest aus Sicht des Hauses – wenig überraschend. Sein „Untitled“ (Portrait of Marcel Brient)“, eine Hommage an den französischen Sammler aus einem Berg blau eingewickelter Bonbons, brachte es auf 4 Millionen Dollar, was nur der unteren Grenze der sehr ambitionierten Schätzung entsprach. Dennoch hat sich der alte Höchstpreis damit fast verdreifacht.

Die Auswahl von nur gut dreißig Losen ließ natürlich manche Lücken. Puristen werden sich vielleicht über das fast völlige Ausbleiben altgedienter Meister wie Mark Rothko, Jackson Pollock oder Francis Bacon, aber auch anderer Werke der ersten Pop Art-Generation aufgeregt haben. Sieht man von Yves Kleins blauer Blume „SE 161“ aus dem Jahr 1954 für 1,1 Millionen Dollar (Taxe 700.000 bis 900.000 USD) und einer unbetitelten Wandinstallation Robert Morris’ aus Filz von 1967 für 1,05 Millionen Dollar (Taxe 400.000 bis 600.000 USD) ab, war hier tatsächlich herzlich wenig zu haben. Auch Robert Rymans 2006 datiertes Spätwerk „No title required“ zur oberen Taxe von 3 Millionen Dollar dürfte in seinem minimalistischen Habitus hier seinen Platz haben. Ein Gerhard Richter fand sich ebenfalls nicht, dafür ein besonders schönes und – wie sich herausstellte – recht begehrtes Exemplar aus Martin Kippenbergers Kartensammlung: Seine unbetitelte Travestiedame in Grafit aus dem Jahr 1976 kletterte von 100.000 bis 150.000 auf 600.000 Dollar.

Auch klaffte zwischen Warhol und dem nächsthöchsten Zuschlagspreis des Abends eine beachtliche Lücke. Symptomatisch allerdings, dass es dann einer der populären Nachfahren des Pop Art-Künstlers war, der Platz zwei belegte: der Japaner Takashi Murakami, dessen grazile, lebensgroße, kitschige und vor allem schön knapp bekleidete „Miss ko²“ von 1997 zur oberen Grenze von 4 bis 6 Millionen Dollar über den Tresen töffelte. Platz drei, bei 4 Millionen Dollar mit dem Bonbonhaufen González-Torres’ geteilt, gehörte dann einer etwas tragischeren Figur, einer Collage Jean-Michel Basquiats, auf der mit unverwechselbar energischem Pinselstrich ein „Self-Portrait“ des jungen Wilden einsam und verloren in Schwarz auf der weißen Fläche zu sehen ist (Taxe 4 bis 6 Millionen USD). In die Zehnerriege wurden zudem Christopher Wools verklausuliertes Schriftbild „Untitled (W 24)“ von 1990 mit dem Text „Run Dog Eat Dog“ bei 3,2 Millionen Dollar (Taxe 2 bis 3 Millionen USD) und aus der Tagesauktion Ed Ruschas Rorschach-Bergbild mit dem flotten Spruch „Sex at Noon Taxes“ von 2002 bei 3,8 Millionen Dollar (Taxe 3 bis 4 Millionen USD) sowie Roy Lichtensteins geometrisch zerlegte „Two figures, Indian“ von 1979 bei 3,4 Millionen Dollar aufgenommen (Taxe 3 bis 5 Millionen USD).

Einige Künstler machten gleich zweimal auf sich aufmerksam, darunter Maurizio Cattelan, wobei sich seine barbusige „Stephanie“ und sein Dreirad fahrender „Charlie“, beide von 2003, mit 2,1 und 2,6 Millionen Dollar jeweils an die Preisvorgaben hielten. Eingeplant war der neue Auktionsrekord für Cindy Sherman: Bei einer Schätzung von 2 bis 3 Millionen Dollar erreichte ihre unbetitelte Selbstinszenierung als vergewaltigte und ermordete Frauenleiche im Wald auf einem Großformatfoto von 1985 2,4 Millionen Dollar. Für „Untitled #420“, zwei Bildnisse als Clown von 2004, konnte der Wert dagegen auf 1,2 Millionen Dollar verdoppelt werden. Mit 750.000 Dollar und 2,3 Millionen Dollar weit über den Schätzungen erwiesen sich zwei wiederum namenlos in die Welt geschickte Werke Rudolf Stingels, ein pessimistisches Selbstbildnis von 2005 und eine breitformatige Abstraktion aus dem Jahr 1990, als sehr einträglich.

Unter den kleineren Preisen sind Daniel Burens neuer Spitzenwert in Form von 450.000 Dollar für sein 1965 datiertes, ungewöhnlich heiteres Streifenbild „Peinture émail sur toile de coton“ und ebenfalls rekordträchtige 500.000 Dollar für Lee Lozanos mit Quadraten bemalte und perforierte Leinwand „No title“ von 1970 zu nennen (Taxen je 400.000 bis 600.000 USD). Mit neuen Auktionsrekorden traten in der Tagesauktion noch Wade Guyton mit einem mit digital konstruierten und verzogenen Motiven bedruckten Leinenbild von 2005 bei 250.000 Dollar (Taxe 70.000 bis 90.000 USD) und Martin Creed mit seiner hintersinnigen Installation „Work No. 202: Half the air in a given space“ von 1998 zur unteren Taxe von 80.000 Dollar hinzu.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Phillips Auctioneers

450 Park Avenue

US-10022 New York

Telefon:+1 (212) 940 13 00

Telefax:+1 (212) 924 33 06



11.11.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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