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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Die Abendauktion mit Kunst der Impressionismus und der Moderne bei Christie’s in New York endete mit einem Rekordpreis für Matisse

Ein schöner Rücken kann auch entzücken



Noch nie zuvor hat ein Kunstwerk von Henri Matisse so viel eingebracht, wie die in Bronze gegossene Rückenansicht einer Frau. Dass das Relief nur einer von zwei Abgüssen ist, die ausschließlich in privater Hand geblieben waren, dürfte am 3. November auf der Abendauktion im New Yorker Auktionshaus Christie’s noch mehr Ansporn für die zahlreichen internationalen Bieter gewesen sein, die Schätzung von 25 bis 35 Millionen Dollar auf 43,5 Millionen Dollar hoch zu treiben. Eigentlich nicht als Serie, sondern als Skulptur in verschiedenen Stadien gedacht, abstrahierte und geometrisierte der französische Künstler den Akt einer an der Wand lehnenden Frau in einem 23 Jahre währenden Arbeitsprozess in vier Stufen. Von dem Wohnzimmer eines europäischen Privatsammlers wird das lebensgroße Relief nun die Reise in die amerikanische Gagosian Gallery antreten. Unter den Käufern der Auktion war nicht nur diese Galerie auszumachen, sondern auch außergewöhnlich viele weitere Händler.


Von den 84 angebotenen Losen vom Impressionismus bis zur Moderne wurde 67 verkauft, was einer losbezogegen Quote von 80 Prozent entspricht. Damit setzte Christie’s gut 231,4 Millionen Dollar um und lag nur wenig höher als der Konkurrent Sotheby’s mit 227,6 Millionen Dollar bei 41 verkauften Positionen. Der zweite Spitzenreiter bei Christie’s war der spanische Maler Juan Gris. Sein kubistisches Werk „Violine und Gitarre“ aus dem Jahr 1913 überstieg den oberen Schätzpreis von 25 Millionen Dollar um 500.000 Dollar und bescherte dem Künstler somit einen neuen Auktionsrekord. Aus der selben Privatsammlung stammte das „Pflanze und Fenster Stillleben“ von Paul Klee. Auf einem dunkelgrünen Grund gerät die Ordnung der Dinge aus den Fugen: das Fenster sitzt schief, die Sonne und der Mond sind im Raum statt vor dem Fenster, die Pflanze ist Rosa statt Grün. Mit dem Zuschlag von 4,4 Millionen Dollar kratzt das Stillleben an den alten Auktionsrekorden für Klee: 3,5 Millionen Euro für die „Gartenfigur“ aus der Sammlung Yves Saint Laurent im Februar 2009 in Paris und 2,8 Millionen Pfund für „Auftrieb und Weg, Segelflug“ bei Christie’s 1989 in London. Eine Schlappe in dieser Kollektion musste Joan Mirós Ölgemälde „L’Air“ hinnehmen. Die surrealistische, verträumte Landschaft von 1938 war auf den stolzen Wert von 12 bis 18 Millionen Dollar geschätzt worden, doch brachte sie nur 9,15 Millionen Dollar ein und ging in den europäischen Kunsthandel.

Besonders gut im Rennen lag Fernand Léger, der fünf von seinen sechs Werken an den Mann bringen konnte, davon drei unter den Top Ten. Das Bild „La Tasse de thé“ von 1921, in dem eine nackte Frau in einer Teetasse rührt und ihren Schoß nur notdürftig mit einer aufgeschlagenen Zeitung bedeckt, wurde mit 7,2 Millionen Dollar der Spitzenreiter. Aus geometrischen, vermehrt runden grauen Formen hebt sich die Figur von dem eckigen und meist bunten Hintergrund ab (Taxe 8 bis 12 Millionen USD). 5,6 Millionen Dollar für die „Femme sur fond rouge“ von 1927 zeigen, dass auch bei diesem Werk die Schätzungen von bis zu 7 Millionen Dollar etwas zu optimistisch waren, wurde es doch 1993 bei Christie’s noch für 850.000 Dollar verkauft. Légers streng komponierte „Nature morte“ ebenfalls aus dem Jahr 1927 kam dagegen ganz frisch auf dem Markt, denn James John Sweeney kaufte es rund vier Jahre nach seiner Entstehung direkt vom Maler. Das honorierte die Kundschaft. Ein Kunsthändler musste 7 Millionen Dollar Marke aufbieten, um das Bild übernehmen zu können (Taxe 3,5 bis 6,5 Millionen USD). Nur die quirligen vier Akrobaten auf rotem Grund von 1954 wollte für 4 bis 6 Millionen Dollar keiner ersteigern.

Unter der Zehnerliste der teuersten Preise fanden sich auch Egon Schieles „Mann und Frau“ wieder. Die Gouache und Kohlezeichnung auf Papier zeigt eine innige Umarmung, bei der der Körper des Mannes den der Frau fast völlig umschließt, sie neigt ihren Kopf und empfängt seinen liebevollen Kuss. Für dieses Werk aus dem Jahr 1917 fiel der Hammer zugunsten von L & M Arts bei 6,5 Millionen Dollar (Taxe 4 bis 6 Millionen USD). Schieles Torso eines weiblichen Akts mit schwarzen Strümpfen spielte 1,1 Millionen Dollar ein (Taxe 1 bis 1,5 Millionen USD).

Aus der Sammlung von Walter und Phyllis Shorenstein stammte Gustave Caillebottes Ansicht auf die Seine in Argenteuil mit kleinen bunten Booten und Uferpromenade, die sie vor 24 Jahren erwarben. Ihre Erben reichten die Impression von 1882 nun für 4,5 Millionen Dollar an einen amerikanischen Händler weiter (Taxe 5 bis 7 Millionen USD). Mit einem höheren Abschlag gaben sie sich sogar bei Georges Seurats „Le Chemin creux“ von 1882 zufrieden. Statt der anvisierten 1,8 bis 2,5 Millionen Dollar spielte die unspektakuläre Sommerlandschaft nur 900.000 Dollar ein. Die anderen Arbeiten des Neoimpressionisten stammten aus einer französischen Privatsammlung und wurden durchweg besser honoriert. Seine Landschaft mit sitzendem Mann, eine Studie für das weltbekannte Gemälde „Un Dimanche d’été a l’Ile de la Grande Jatte“ erzielte 1,8 Millionen Dollar (Taxe 1,5 bis 2 Millionen USD). Zwei der Kohlezeichnungen auf Papier übertrafen die Erwartungen: 2,9 Millionen Dollar für „La Promenade“ (Taxe 1,5 bis 2 Millionen USD) und 160.000 Dollar für „Femme s’éloignant“ (Taxe 100.000 bis 150.000 USD). Die anderen beiden Blätter, ein dicht gezeichneter Heuarbeiter um 1883 und der Maler mit der Palette auf kleinem Papier, erfüllten ihre Erwartungen mit 800.000 Dollar und 95.000 Dollar.

Mit seiner „Femme de Venise V“ konnte Alberto Giacometti innerhalb der letzten 25 Jahre ordentlich zulegen. Sie gehört zu einer Serie von neun Skulpturen nackter Frauen, von denen sechs 1956 im französischen Pavillon bei der Biennale in Venedig und drei in der Kunsthalle Bern gezeigt wurden. Lag der Preis für die zweite Plastik der Serie 1984 bei Christis’s in New York bei 250.000 Dollar, so steigerte er sich stetig. „Femme de Venise I“ erreichte ebenfalls bei Christie’s 2007 einen Preis von 7,2 Millionen Dollar. Spitzenreiter war bisher die achte Figur mit 9 Millionen Dollar bei Sotheby’s im Mai 2008, die nun mit 9,1 Millionen Dollar bei Christie’s von ihrem ersten Platz verdrängt wurde (Taxe 8 bis 12 Millionen USD). Die Erwartungen wurden auch bei der Gipsfigur „Buste d’homme“ von 1956 übertroffen, die bei einer Schätzung von 1,2 bis 1,8 Millionen Dollar für 3,4 Millionen Dollar über das Auktionspult ging. Nicht unwesentlich hat zu diesem guten Ergebnis sicher die Marktfrische beigetragen, denn das Werk wurde 1956 direkt vom Künstler gekauft. Etwas unter den Annahmen blieb Giacomettis Skulptur einer aufrecht stehenden Frau mit ausgeprägten weiblichen Formen von 1953 bei 700.000 Dollar (Taxe 900.000 bis 1,2 Millionen USD).

Bei Auguste Rodin war der Zuspruch geteilt. Während die Bronzegruppe „Ewiger Frühling“ von 1884 mit 380.000 Dollar hinter dem Schätzwert von 400.000 bis 600.000 Dollar zurückblieb, schwang sich die Studie zu „Balzac“ von 300.000 Dollar auf 600.000 Dollar auf. Die Idee der beschützenden Mutter und des auf dem Arm Schutz suchenden Kindes zeigt Henry Moore bei seiner Skulptur „Mother and Child: Block Seat“ deutlich durch die eingeschnittenen Formen und sich überlagernden Ebenen und Richtungen. Für die über zwei Meter hohe Bronze fiel der Hammer an der unteren Schätzgrenze bei 2,5 Millionen Dollar. Der Käufer, der für Moores ungewöhnlichen „Large Totem Head“ 950.000 Dollar bezahlte, ist erst der zweite Besitzer der stilisierten und abstrahierten sudanesischen Maske (Taxe 600.000 bis 800.000 USD). Sein Modell für „König und Königin“ von 1952 wurde ebenfalls für 2,5 Millionen Dollar losgeschlagen (Taxe 1,5 bis 2 Millionen USD).

Pablo Picasso steuerte elf Werke zur Auktion bei, sieben fanden sich nachher in neuer Umgebung wieder. Aus dem Rahmen der Schätzungen brach dabei nur das Stillleben mit Früchtekorb und Flasche aus. Laut vieler Interpretationen steht der kurvige mit Orangen gefüllte Korb für eine Geliebte und die Flasche mit dem langen Hals für den Maler selbst. 3,7 Millionen Dollar waren der Lohn für das Sinnbild der Liebe und Erotik (Taxe 1,8 bis 2,5 Millionen USD). Teuerstes Stück war der jugendliche „Tête d’homme“, ein Pastell auf Papier der klassizistischen Phase von 1921. Hier bewilligte ein Kunsthändler aus den USA 5,4 Millionen (Taxe 5 bis 7 Millionen USD). Den unteren Rand des Schätzpreises konnten sowohl die lockere Kohlezeichnung von Weinblättern aus dem Jahr 1921 mit 480.000 Dollar (Taxe 500.000 bis 700.000 USD) als auch das grauweiße Ölgemälde eines weiblichen Kopfes im Profil mit 1,3 Millionen Dollar nicht ganz erreichen (Taxe 1,5 bis 2 Millionen USD).

Dagegen ging die späte farbige Zeichnung „Faune, femme nu et mousquetaire“ von 1967 knapp über der oberen Schätzung bei 1,1 Millionen Dollar weg. Für Picassos Auktionsneulinge des aufgeweckten „Peintre et son modèle“ von 1964 und des blauen Aquarells „Le Guitariste“ von 1903 fiel der Hammer bei taxgerechten 2,5 Millionen Dollar beziehungsweise bei 680.000 Dollar (Taxe 500.000 bis 700.000 USD). Die Zeichnung einer sitzenden voluminösen Frau von 1920 verabschiedete sich bei 700.000 Dollar (Taxe 600.000 bis 900.000 USD). Für die monumentale „Maternité“ von 1921 aus der Privatsammlung Mildred und Himan Brown (Taxe 7 bis 10 Millionen USD) und die Nackten am Strand von 1920 konnte sich keiner begeistern (Taxe 3 bis 4 Millionen USD); sie blieben unverkauft.

Einige Werke von großen Namen der Kunstgeschichte konnten nicht ganz halten, was die Schätzpreise vorgaben. Claude Monets „Maison de pêcheur au Petit Ailly“ sollte 2,5 bis 3,5 Millionen Dollar einfahren, ließ sich aber schon für 2,4 Millionen Dollar aus dem Auktionshaus locken, ebenso sein Stillleben „Vase de chrysanthèmes“ für 2,8 Millionen Dollar (Taxe 3 bis 4 Millionen USD). Auch Pierre-Auguste Renoirs Portrait von Adrienne im Garten brachte nur 1,7 Millionen Dollar statt 2 bis 3 Millionen Dollar, seine Sicht auf die „Maternité“ fiel bei 5 bis 7 Millionen Dollar wie bei Picasso durch, und Mary Cassatts Pastell „Mother in Purple Holding her Child“ um 1914 blieb 200.000 Dollar unter den Erwartungen von 700.000 bis 1 Million Dollar zurück.

Während sich Gustav Klimts verführerische weibliche „Irrlichter“ von 1903 mit 2,8 Millionen Dollar (Taxe 2,8 bis 3,5 Millionen USD) und Wassily Kandinskys kosmisch-geometrische Abstraktion „Rosa Rot“ von 1927 bei 1,15 Millionen Dollar gut behaupteten (Taxe 1 bis 1,5 Millionen USD), blieb Max Beckmanns enigmatische Gouache „Ewichkei(t)“ von 1936 bei 600.000 bis 800.000 Dollar liegen. Einen Preisschub erfuhren dagegen zwei Stillleben: Giorgio Morandis fast farblose Gefäßansammlung um 1953 kletterte ebenso wie Georges Braques bunter Tisch mit Totenkopf von 1938 auf 1,7 Millionen Dollar. Angesetzt waren jeweils nur 700.000 bis 1 Million Dollar.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Christie’s Rockefeller Center

20 Rockefeller Plaza

US-10020 New York

Telefon:+1 (212) 6362000

Telefax:+1 (212) 6362399

E-Mail: info@christies.com



10.11.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Lisa Witte

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03.11.2010, Impressionist and Modern Evening Sale

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Auguste Rodin, Balzac (dernière étude), 1897
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Georges Seurat, Paysage, homme assis (Studie für „Un Dimanche d’été à l’Ile de La Grande Jatte), 1884-1885

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Taxe: 1.500.000 - 2.500.000 USD

Zuschlag: 1.800.000,- USD

Losnummer: 9

Gustave Caillebotte, La Seine à Argenteuil, 1882

Gustave Caillebotte, La Seine à Argenteuil, 1882

Taxe: 5.000.000 - 7.000.000 USD

Zuschlag: 4.500.000,- USD

Losnummer: 7

Claude Monet, Maison de pêcheur au Petit Ailly, 1882

Claude Monet, Maison de pêcheur au Petit Ailly, 1882

Taxe: 2.500.000 - 3.500.000 USD

Zuschlag: 2.400.000,- USD

Losnummer: 62

Mary Cassatt, Mother in purple holding her Child, um 1914

Mary Cassatt, Mother in purple holding her Child, um 1914

Taxe: 700.000 - 1.000.000 USD

Zuschlag: 500.000,- USD

Losnummer: 68

Gustav Klimt, Irrlichter, 1903

Gustav Klimt, Irrlichter, 1903

Taxe: 2.800.000 - 3.500.000 USD

Zuschlag: 2.800.000,- USD

Losnummer: 77

Paul Klee, Pflanze und Fenster Stilleben, 1927

Paul Klee, Pflanze und Fenster Stilleben, 1927

Taxe: 3.000.000 - 4.000.000 USD

Zuschlag: 4.400.000,- USD

Losnummer: 24

Egon Schiele, Mann und Frau (Umarmung), 1917

Egon Schiele, Mann und Frau (Umarmung), 1917

Taxe: 4.000.000 - 6.000.000 USD

Zuschlag: 6.500.000,- USD

Losnummer: 22

Georges Seurat, La Promenade, um 1882

Georges Seurat, La Promenade, um 1882

Taxe: 1.500.000 - 2.000.000 USD

Zuschlag: 2.900.000,- USD

Losnummer: 10

Auguste Rodin, Balzac (dernière étude), 1897

Auguste Rodin, Balzac (dernière étude), 1897

Taxe: 300.000 - 400.000 USD

Zuschlag: 600.000,- USD

Losnummer: 38




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