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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Rückblick: Kunst und Antiquitäten im Wiener Kinsky

Monsterbaum umgepflanzt



Der Trend ging wieder zu den Zeitgenossen bei der letzten Versteigerung des Wiener Auktionshauses Kinsky. Gut 66 Prozent der 109 Gemälde, Grafiken und Plastiken überwiegend österreichischer Künstler der vergangenen fünfzig Jahre konnten unter die Leute gebracht werden. So hoch war die Verkaufsquote in keiner anderen Abteilung, entsprechend zahlreich auch die hohen Zuschläge: Eines der Toplose, Ernst Fuchs’ lebensgroße „Pagapena“ aus dem Jahr 1988 in opulenter Kostümierung und Bühnenumgebung, erzielte 100.000 Euro im Rahmen der Schätzung. 40.000 Euro und damit den neuen Auktionsrekord schafften Alfred Kornbergers etwas deformierte „Zwei Figuren auf Weiß“ von 1998. Hier hatte die Taxe bei 30.000 bis 60.000 Euro gelegen. Bei den plastischen Arbeiten war Ferdinand Böhmes technisch perfekte, in ihrer unverhohlen sexuellen Darstellungsweise durchaus skandalträchtige Carrara-Marmor-Figur „Fifi Mutzenbacher“ aus dem Jahr 1998 bei 32.000 Euro der Hingucker und hob die Erwartung von mindestens 20.000 Euro um einiges an.


Zeitgenössische Kunst

Von dem bisher selten auf Auktionen anzutreffenden, noch jungen Böhme abgesehen reüssierte das Kinsky am 28. und 29. September einmal mehr mit einem bewährten Standardprogramm von Gegenwartskunst. Abstraktes wie Markus Prachenskys großes Doppel-X „Hongkong Ramble“ von 2000, Hans Staudachers expressiv-gestische Kritzeleien „o. T.“ von 1960/80 und Eduard Angelis dreiteilige Pastellarbeit „Der Palast“ von 1994 oder auch Semiabstraktes wie die gelbgrüne Blumenwiese „Überdüngt“ von Cornelius Kolig aus dem Jahr 1992/93, allesamt für jeweils 20.000 Euro weitervermittelt (Taxen zwischen 15.000 und 30.000 EUR), fehlen auf kaum einer Kinsky-Auktion. Das bewirkt allerdings umgekehrt eine weitgehende Absenz überraschender Wendungen. Eine der wenigen bot Franz Grabmayrs pastose „Teichskizze“ aus dem Jahr 1986, die sich erst bei 38.000 Euro verabschiedete (Taxe 18.000 bis 25.000 EUR).

Malerei des 19ten Jahrhunderts

Kann diese Auktion vielleicht als eine Vorschau auf die große Kinsky-Auktion Anfang November gelten? Auch dort dürften sich den Zeitgenossen die geringsten Hindernisse in den Weg stellen, hohe Schätzpreise lassen bei den älteren Werken dagegen mehr Rückgänge befürchten. So war es in der Vergangenheit häufig, und am 28. September nicht anders. Das Hauptwerk des 19ten Jahrhunderts beispielsweise, Rudolf von Alts lichtvolles Aquarell vom Forum Romanum mit Santa Francesca Romana und Titusbogen aus dem Jahr 1876, scheiterte an 100.000 bis 200.000 Euro. Für solche Preise ist der Alt-Markt zu eng; mit günstigeren Arbeiten des Meisters stößt man dagegen auf zum Teil beachtliches Interesse. Unter einer ganzen Reihe solcher Aquarelle ragte Alts Blick ins Ennstal mit Grimming von 1879 für 37.000 Euro hervor (Taxe 15.000 bis 25.000 EUR).

Jeweils 22.000 Euro spielten Anton Müllers Genreszene „Gute Nachrichten“ für einen alten Musiker am Fenster und Alexander Koesters „Päonien in Vase“ ein (Taxen je 15.000 bis 30.000 EUR), während die zwölf Enten des Letzteren bei 25.000 bis 50.000 Euro durchfielen. Jeweils 15.000 Euro gab es dann für Emil Jakob Schindlers duftige Ölstudie zum „Kuss im Walde“ um 1868/69 (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR) und Eugen Jettels etwas bewölkten Spätsommertag am „Eingang zum Dorf Cayeux“ von 1892 (Taxe 15.000 bis 30.000 EUR). Die Bieter überzeugen konnten zwei Maler des späten 19ten Jahrhunderts: Der Orientalist Charles Wilda mit dem Aquarell eines Obstverkäufers in einer arabischen Stadt von 1884 bei 9.000 Euro (Taxe 7.000 bis 12.000 EUR) und zum gleichen Ergebnis der Impressionist Alfred Zoff mit einer heiteren Ansicht des Hafens von Concarneau aus dem Jahr 1893 (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR).

Alte Meister

Die 88 Alten Meister, gut zur Hälfte verkauft, hatten den zweiten Topzuschlag des Tages: Jan van Goyens „Große Wassermühle“ aus dem Jahr 1650 wurde ebenfalls für 100.000 Euro und damit zur oberen Schätzung vergeben. Passend dazu kam Jacob van Ruisdaels kleine Landschaft mit Wasserfall wohl aus den frühen 1660er Jahren auf 35.000 Euro (Taxe 25.000 bis 50.000 EUR). Johann Heiss’ Leinwand „Minerva als Göttin der Künste“ (Taxe 40.000 bis 70.000 EUR) und das bereits zum zweiten Mal angetretene Paar Blumenstillleben des Venezianers Francesco Guardi für 50.000 bis 80.000 Euro erfüllten die Erwartungen nicht. Regelgerecht kamen Alexander Coosemans’ Obst- und Gemüsestillleben mit Spargel, Wein, Pfirsichen, Kürbissen und Granatäpfeln bei 18.000 Euro, Thomas Heeremans’ Winterszene mit Eisläufern vor einer Stadtmauer von 1673 bei 9.000 Euro und eine weite Hügelgegend mit Fluss und Wasserfall, Brücke, Burg und Staffagefiguren aus dem Umkreis Josse de Mompers d.J. bei 15.000 Euro an Ziel.

Auch das Schlafgemach mit „Venus und Amor“, das dem Renaissancemaler Alexander Wiskemann zugeschrieben wird, ging beim zweiten Anlauf jetzt zur unteren Schätzung von 12.000 Euro weg, während zu diesem Preis Wolfgang Andreas Heindls Leinwand mit der Darstellung des Auszugs der Söhne Jakobs wohl aus den 1740er Jahren die ihre um 1.000 Euro verfehlte. Leicht auf 9.000 Euro konnten sich die beiden Pendants mit Flusslandschaften und antiken Ruinen von Christian Hilfgott Brand verbessern (Taxe 5.000 bis 8.000 EUR). Die große Überraschung war eine kleine Holztafel, die ein Nachfolger Anthonis van Dycks en grisaille mit einem Gruppenbildnis König Karls I. mit seiner Gemahlin Henrietta und zwei ihrer Kinder bemalte. Auf 2.000 bis 4.000 Euro angesetzt, brachte es das Werk auf 44.000 Euro.

Klassische Moderne

Weitgehend geräuschlos ging die Klassische Moderne vorüber. Die großen Entdeckungen, die manches Kinsky-Programm sonst bereichern, waren diesmal nicht dabei – sieht man vielleicht von Karl Mediz’ vor Dichte geradezu triefendem Monsterbaum ab, in dessen Schatten sich, nächtlich umdämmert, eine „Ruhe auf der Flucht“ abspielt. Das 1903 datierte Ölgemälde bestätigte die Erwartungen bei 22.000 Euro (Taxe 15.000 bis 25.000 EUR). Zwei merkwürdige Szenen aus dem Mittelalter mit Spiel, Tanz und Gelage, von Franz Schaden in einem etwas retrospektiven, nüchternen Stil gemalt und mit „Reigen“ und „Tafelrunde“ betitelt, erreichten ihre Schätzungen bei 10.000 Euro 14.000 Euro.

Die beiden Hauptstücke der Abteilung waren ein großer „Berghof“ Oskar Mulleys für 30.000 Euro (Taxe 15.000 bis 30.000 EUR) und Wilhelm Nikolaus Prachenskys etwas trister „Bauernhof im oberen Etschtal“ von 1927, der allerdings wohl noch einmal wird antreten müssen, weil zur unteren Schätzung von 30.000 Euro noch 5.000 Euro fehlten. Hilde Goldschmidt steuerte die gemäßigt expressive Landschaft „Sanary“ von 1928 für 10.000 Euro und ein noch beruhigteres Stillleben mit Früchten von 1923 für 12.000 Euro bei (Taxe je 10.000 bis 18.000 EUR). Etwas aufgewühlter ging es bei Hans Josef Weber-Tyrols „Blick auf den Rosengarten mit den drei Zinnen“ und dem Zuschlag von 15.000 Euro zu (Taxe 12.000 bis 20.000 EUR), während sich der nur sechs Jahre ältere Ludwig Ferdinand Graf mit seiner Hochgebirgslandschaft „Langtal in Gröden“ ganz auf einen idyllischen Sommertag in satten Farben konzentrierte. Die obere Erwartung von 12.000 Euro war der Lohn.

Antiquitäten

Am 29. September zogen die Antiquitäten nach. Gut 58 Prozent der 266 Losnummern wurden versteigert und trugen zum Gesamtumsatz von 2,6 Millionen Euro knapp 600.000 Euro bei. Einige historistische, vom maurischen Kulturkreis inspirierte Gläser der Pariser Firma Philippe-Joseph Brocard & Fils und der Wiener Firma J. & L. Lobmeyr um 1880 gingen für bis zu 17.500 Euro jeweils in der Nähe der unteren Preisgrenzen weg. Die gefällige Terrakotta-Flora des französischen Rokokobildhauers Claude Michel, genannt Clodion, mit der Datierung schaffte 12.000 Euro (Taxe 7.000 bis 12.000 EUR). Bei den kleinen Stücken erfreute sich eine runde Golddose mit einer hübschen Grisaille des Schweizer Miniaturmalers Jean-Abraham Lissignol um 1810 großer Beliebtheit. Die noch zur damaligen Zeit nach Wien eingeführte Preziose kletterte von 1.500 bis 3.000 Euro auf 13.500 Euro. Demgegenüber gestaltete sich der Absatz barocker Möbel und Skulpturen der älteren Zeit als außerordentlich schwierig. Lediglich ein deutscher Aufsatzsekretär der Barockzeit um 1750 erzielte mit 18.000 Euro einen sehr guten Wert (Taxe 5.000 bis 10.000 EUR), ebenso viel wie in der kleinen Asiatika-Abteilung ein bronzener Würdenträger der chinesischen Ming-Dynastie wohl des 17ten Jahrhunderts – europäische Zeitrechnung zugrundegelegt (Taxe 1.000 bis 2.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

im Kinsky - Kunst Auktionen GmbH

Freyung 4

AT-1010 Wien

Telefax:+43 (01) 532 42 00-9

Telefon:+43 (01) 532 42 00

E-Mail: office@imkinsky.com



03.11.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Franz
 Schaden, Tafelrunde, 1930
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Franz Schaden, Tafelrunde, 1930

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Taxe: 12.000 - 22.000 EURO

Zuschlag: 14.000,- EURO

Losnummer: 345

Wolfgang Andreas Heindl, Auszug der Söhne Jakobs, um 1740/45

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Taxe: 13.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 12.000,- EURO

Losnummer: 57

Jan van Goyen, Große Wassermühle, 1650

Jan van Goyen, Große Wassermühle, 1650

Taxe: 60.000 - 100.000 EURO

Zuschlag: 100.000,- EURO

Losnummer: 17

Alexander Coosemans, Stillleben mit Früchten, Spargel und einer Weinkaraffe

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Taxe: 15.000 - 30.000 EURO

Zuschlag: 18.000,- EURO

Losnummer: 1




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