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Kunst und Antiquitäten bei Nagel in Stuttgart

Fundgrube



Gregorius Békessy II., Münzbecher mit dem Wappen des András Semsey, Kaschau 1687

Gregorius Békessy II., Münzbecher mit dem Wappen des András Semsey, Kaschau 1687

Bunter kann die Mischung kaum sein, die das Stuttgarter Auktionshaus Nagel am 6. und 7. Oktober seinen Kunden präsentiert, und bunter kann sie auch kaum zusammengestellt werden. Da finden sich fein ziselierte Jagdpistolen und Büchsflinten des 18ten und 19ten Jahrhunderts für bis zu 11.800 Euro neben zentralpersischen Teppichen jüngerer Zeit für bis zu 8.000 Euro, gleich darauf tritt im Schätzwert von 20.000 Euro eine dreiteilige Folge hochrechteckiger Altartafeln auf, die von dem spanischen Künstler Vicente Juan Masip 1578/79 begonnen und nach seinem Tod von seinem Sohn Vicente Joanes Masip vollendet wurden, stilistisch allerdings den Eindruck machen, als seien sie von einem Italiener des mittleren 15ten Jahrhunderts gemalt worden. Und so geht das fort über eine Mondsichelmadonna aus der Werkstatt des Lux Maurus um 1510/20 für 5.000 Euro, über Gemälde, Zeichnungen, Bücher und zum Schluss des zentimeterdicken Katalogs findet sich sogar noch eine Vorschau auf die Auktion europäischen Silbers, die Nagel am 5. November versteigern, zuvor aber noch in Peking ausstellen wird.


Malerei

Bleibt man bei den Werken der bildenden Kunst im engeren Sinne, so findet sich die für Nagel typische Mischung aus einigen hochkarätigen, kostbaren Unikaten und zahlreichen unbedeutenden, weitgehend dekorativen Zwecken verpflichteten Massenprodukten, an denen auch in der Zeit vor 1800 kein Mangel herrschte. Typisch ist für Nagel auch eine zum Teil schwer nachvollziehbare Preispolitik, die sich allenfalls mit der Schaffung von Anreizen erklären lässt, wenn beispielsweise das Nicolas Régnier zugeschriebene Zweipersonenstück „Pomona und Vertumnus“ nach Ovids Metamorphosen für 2.000 Euro abgegeben werden soll. Mitunter stehen aber auch stattliche Preise auf den Etiketten, so etwa 19.000 Euro für eine Holztafel mit der Ovidschen Begebenheit „Zeus und Hermes zu Gast bei Philemon und Baucis“, die David Ryckaert III. zugeschrieben wird, oder 10.000 Euro für eine aquarellierte Bleistiftzeichnung Adélaïde Labille-Guiards aus dem Jahr 1795, auf der Clio, die Muse der Geschichtsschreibung, den geflügelten Chronos vertreibt.

Viele Werke können nicht mit Sicherheit einem bestimmten Künstler zugewiesen werden. Auch eine große Landschaft mit Abraham und den drei Engeln lässt sich lediglich in das Umfeld des Antwerpener Meisters Abraham Govaerts einordnen (Taxe 15.000 EUR), die Kunst Abraham Bloemaerts stand Pate für eine klassizistisch glatte Szene mit einer Hirtenfamilie vor einer Landschaft (Taxe 13.000 EUR), und dem Augsburger Meister Johann Ulrich Mayr wird das Bildnis eines jungen Soldaten im Harnisch mit Helm und geschulterter Lanze in die Schuhe geschoben (Taxe 15.000 EUR). Auf die Kunst des Rembrandt-Schülers Salomon Koninck lässt eine Darstellung des kleinen Moses vor dem Thron des ägyptischen Pharao und umringt von besorgten Höflingen schließen, die befürchten, der kleine Mann könne dem Herrscher dereinst gefährlich werden. Insbesondere die orientalische Mode stützt die Vermutung der Zuschreibung (Taxe 22.000 EUR).

Einen gewissen Bekanntheitsgrad als Schlachtenmaler erlangte Paulus van Hillegaert. Heute wirken seine ineinander verknäulten Reitergefechte etwas verniedlichend und lassen die dramatische Wucht einer solchen Begebenheit weitgehend vermissen (Taxe 40.000 EUR). Wenig bekannt ist der Landschaftsmaler Theodoor van Heil. Seine Winterlandschaft mit Reisenden an einem Fluss mit einem Schloss am Ufer wirkt stilistisch für die zweite Hälfte des 17ten Jahrhunderts schon ein wenig antiquiert (Taxe 10.000 EUR). Sommerlich geht es in Johan Pietersz Schoeffs weiter Landschaft mit Reisenden nahe einer großen Eiche zu, ebenfalls mit 10.000 Euro bewertet. Die klassizistische Skulptur der Canova-Nachfolge vertritt der Florentiner Akademieschüler Francesco Pozzi mit seiner 1828 entstandenen Gruppe Jupiter und Antiope in Reinform (Taxe 15.000 EUR).

Mit jeweils 35.000 Euro sind die teuersten Werke der Malerei des 19ten Jahrhunderts bewertet: Giacinto Gigantes stark querformatiger Panoramablick in die Bucht von Neapel und Alexander Koesters Enten am Seeufer in einer für den Meister allerdings eher ungewöhnlichen Farbigkeit. Eine der besten Genreszenen ist Friedrich Bischoffs „Besuch des Malers“, der in einem oberbayerischen Bergbauernhof für einiges Aufsehen sorgt (Taxe 12.000 EUR). Für die Landschaft steht eine Hochgebirgsimpression des gebürtigen Londoners und Wahlmünchners Edward Theodore Compton aus dem Jahr 1916 für 15.000 Euro. Die beginnende Moderne schließlich kündigt sich mit Hans Thoma an. Seine Verbildlichung des Wagner-Stoffs „Alberich und die Rheintöchter“ aus dem Jahr 1905 verschmelzt Stiltendenzen des Historismus, des Jugendstil und des Neoklassizismus zu einer eigenen, freien Bildgestaltung (Taxe 5.000 EUR).

Kunsthandwerk

Beim Kunsthandwerk glänzt gleich an zweiter Stelle ein Münzbecher aus dem Jahr 1687 mit dem Wappen des Generals András Semsey sowie sechs Reihen zeitgenössischen Münzen mit Bildnissen unter anderem König Ludwigs XIV. von Frankreich. Geschaffen hat das staatstragende, gut ein Kilo schwere Stück der Silberschmied Gregorius Békessy II. aus dem damals ungarischen, heute slowakischen Kaschau (Taxe 38.000 EUR). Ebenfalls aus dem Ungarn der zweiten Hälfte des 17ten Jahrhunderts stammt eine schleifenartige Brosche mit polychromer Emailmalerei und verschiedenen Edelsteinen (Taxe 12.000 EUR). Aus der Porzellanabteilung ragt ein Meißner Toilettenspiegel des mittleren 18ten Jahrhunderts hervor, dessen Vorlage 1746 Johann Joachim Kändler gestaltet hat (Taxe 16.500 EUR), ferner eine um 1760 entstandene Deckelterrine mit Knauf in Zitronenform und Hausmalerei wohl von Franz Ferdinand Mayer aus dem böhmischen Preßnitz (Taxe 14.000 EUR). Ludwigsburger Porzellan lebt heute vor allem in Figürlichem fort, wozu die Darstellung einer Spinettspielerin aus der um 1763 von Johann Christian Wilhelm Beyer entworfenen „Serie der sechs großen Musiksoli“ gehört (Taxe 12.500 EUR).

Unter den Möbeln findet sich, als Titelbild, ein im Durchmesser anderthalb Meter messender Rundtisch mit prächtiger Pietra Dura-Platte aus der zweiten Hälfte des 19ten Jahrhunderts. Trotzdem soll er nur 1.500 Euro kosten. Viel höher, mit 70.000 Euro, sind zwei venezianische Arte Povera-Schränke bewertet: Nicht die Stilrichtung des 20sten Jahrhunderts ist damit gemeint, sondern auf die einfachen, kastenförmigen Zimmermannsarbeiten sind ausgeschnittene und handkolorierte Druckgrafiken aufgeklebt, die Jagdszenen, Landschaften und andere beliebte Motive des 18ten Jahrhunderts präsentieren. Vermutlich im Umfeld des fürstbischöflichen Hofes in Eichstätt entstand um 1760 eine kraftvolle Rokokokonsole für 15.000 Euro.

Die Auktion beginnt am 6. Oktober um 14 Uhr und wird am 7. Oktober um 10 Uhr fortgeführt. Die Besichtigung der Objekte ist bis zum 4. Oktober täglich von 11 bis 18 Uhr möglich.

Kontakt:

Nagel Auktionen

Neckarstraße 189-191

DE-70190 Stuttgart

Telefax:+49 (0711) 649 69 696

Telefon:+49 (0711) 64 96 90

E-Mail: contact@auction.de



04.10.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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