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Das Museum Moderner Kunst in Wien untersucht die Entwicklung der Malerei seit den 1950er Jahren

Zwischen Prozess und Expansion



Um 1960 kam auf beiden Seiten des Atlantiks Kritik an den Abstraktionen der Malerei auf. Unter Berufung auf einen neuen Wirklichkeitsbegriff machten auf einmal nie dagewesene Bildobjekte mit Realitäts- und Raumbezügen von sich Reden. Sie zeugten von einer Krise traditioneller Malerei- und Bildvorstellungen und vom Versuch ihrer Überwindung. Überkommene Auffassungen von Werk und Autorschaft sowie die gängigen musealen und kunstbetrieblichen Präsentationsformen wurden in Frage gestellt und neu verhandelt. Eine groß angelegte Ausstellung im Wiener Museum Moderner Kunst bringt mit einem beeindruckenden Überblick über fünf Jahrzehnte auf der Basis der eigenen Sammlung die Wirren dieser Umbruchszeit in Erinnerung und verfolgt, ausgehend von bereits historischen Positionen, zwei zentrale Aspekte der Entwicklung abstrakter Nachkriegsmalerei bis in die Gegenwart: Malerei als prozessuales, selbstreflexives Medium sowie die mit der Auflösung des Bildes einhergehende Expansion der Malerei in objekthafte und räumliche Bezüge.


Rund 200 Exponate haben Kurator Rainer Fuchs und Edelbert Köb für diese Schau zusammengetragen, die gleichzeitig die letzte Ausstellung des Hausherrn als Direktor des Museums ist. Mit ihnen wird prozessuale Malerei als Versuch vorgestellt, Bildgestaltung primär aus den fundamentalen Eigenschaften und Reaktionsweisen der Farben zu entwickeln und nicht aus narrativen oder kompositionellen Vorstellungen. Durch An- und Zumalen, Zuspachteln, Drippen, Spitzen, Eintauchen oder Anschütten entstehen gelenkte Selbstdarstellungen von Malerei, in denen die Konsistenz der Farbe in ihrem Verhältnis zur Schwerkraft und zur Beschaffenheit des Bildträgers sichtbar wird. Ergebnisse solcher Prozesse sind beispielsweise die Monochromien von Yves Klein, etwa sein „Monochrome Bleu“ von 1961, oder musterartige All-Over-Strukturen von Jackson Pollock, von dem die Ausstellung das kleine mit Email auf Pappe gemaltes Drip-Painting „Seven“ aus dem Jahr 1950 präsentiert. Die Farbe zieht sich hier fast wie ein Netzwerk durch, ignoriert die Kanten des Bildträgers und spielt über sie hinaus. An die Stelle der Begrenztheit des Mal- und Sehfeldes tritt die Unbegrenztheit der Vorstellung.

In spannender Nachbarschaft zu Pollocks kleinem, fast kargen Bild hängt ein großformatiges Gemälde des Österreichers Otto Zitko von 1996: schwarze Linien schlingen sich in scheinbar unendlichen Schlieren über einen weißen Grund zu einem dichten Geflecht, das eine illusionistische Projektion in der Wahrnehmung auszulösen vermag.

Mit aufregenden Neben- und Gegenüberstellungen überrascht die Ausstellung vielerorts, ob in Dialogsituationen kleinerer Formate wie Dieter Roths „Schimmelgraphik“ von 1969 neben Niki de Saint Phalles „Schuss“ (Bild) aus dem Jahr 1961 oder vis-à-vis mit großen Querformaten von Gerhard Richter, Herbert Brandl, Walter Vopava und Hubert Scheibl. Während bei Richters „Parkstück“ aus dem Jahr 1971 das fotografische Vorbild durch Forcierung malerischer Mittel verändert wird und das Motiv in ein gleichmäßiges, die Bildfläche strukturierendes All-Over-Geflecht aus heftigen Pinselstrichen in pastoser Farbe übersetzt wird, demonstriert Walter Vopavas frühes Format von 1991 vor allem seine malerische Konstruktion: die Einarbeitung gestischer Elemente in den dunkelfleckigen Untergrund mit subtilen Nuancierungen und Überlagerungen stellt ein homogenes und autonomes malerisches Gefüge her, das nur auf seine Entstehung verweist.

Der zweite Teil der Ausstellung verfolgt die ab den 1950er und 1960er Jahren einsetzende Entgrenzung von Bild und Malerei durch die Verwendung realer Objekte und durch räumlich-installative Anbindungen. In so unterschiedlichen Ausformungen wie der Pop Art, dem Nouveau Réalisme, dem Fluxus, dem Wiener Aktionismus, der Arte Povera, der Minimal Art und der geometrischen Abstraktion zeigten sich unterschiedliche Formen von Realitäts- und Raumbezügen, die gegen die bildfixierte Malerei aufgeboten wurden. Eine besonders gelungene Begegnung beschert die Ausstellung mit der Gegenüberstellung von Arbeiten Gerwald Rockenschaubs und John Armleders. Die unbetitelte, 1987 entstandene Arbeit des Schweizer Konzept, Performance- und Objektkünstlers interpretiert das althergebrachte Thema des Triptychons mittels höchster Reduktion auf hintergründige, humorvolle Weise: während die Mitteltafel in reinem strukturlosen Weiß erstrahlt, sind die Seitenflügel aus zartgrünen Aluminiumjalousien gefertigt. Diese spiegeln sich mit dem Betrachter in der gegenüber hängenden farblos, transparenten Acrylglasplatte Gerhard Rockenschaubs aus dem Jahr 1992. Trotz scheinbarer Kunstlosigkeit geht es dem Österreicher nicht um die Abschaffung von Kunst und Malerei. Sein Anliegen ist vielmehr eine äußerste Konzentration der Materialien und Formen sowie ein intensiver Dialog zwischen Bild und Umraum, Bild und Wand und zwischen Bildträger und Licht. Die Fläche wird auf Grund ihrer Leere und Klarheit der Schauplatz vieler Bilder zugleich, die sich in ihr spiegeln und den Betrachtenden ihre eigene Erscheinung und ihr eigenes Schauen zurückwerfen.

Vor dem Hintergrund der dunkelgrauen Basaltlavawand im Untergeschoß wartet schließlich noch eine weitere erwähnenswerte Zweier-Konstellation: Max Weilers „Flügelbild: Große Blume“ von 1968 und Bernard Schultzes „Migof Mantel-Stilleben“, das zwischen 1964 und 1971 entstand. Die beiden in den Raum greifenden Arbeiten vermitteln einen neugierig machenden Vorgeschmack auf den Reiz einer gemeinsamen Präsentation, in der Werke der beiden „Vollblutmaler“ gezeigt werden könnten, die sich mit ihren gemalten „inneren Monologen“ in bemerkenswerter Nähe befanden.

Die Ausstellung „Malerei: Prozess und Expansion. Von den 1950er Jahren bis heute“ ist noch bis zum 3. Oktober zu sehen. Das Museum Moderner Kunst ist täglich von 10 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 9 Euro, ermäßigt 7,20 Euro bzw. 6,50 Euro. Der Katalog kostet 29 Euro.

Kontakt:

Museum Moderner Kunst - Stiftung Ludwig Wien

Museumsplatz 1

AT-1070 Wien

Telefon:+43 (01) 525 00

Telefax:+43 (01) 525 00 13 00

E-Mail: info@mumok.at



27.09.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Jacqueline Rugo

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Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


10.07.2010, Malerei: Prozess und Expansion - Von den 1950er Jahren bis heute. Aus der MUMOK Sammlung

Bei:


Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien

Künstler:

Edelbert Köb










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