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Stillleben mit Blaudistel und Fruchtschale, 1958 / Karl Schmidt-Rottluff

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Ohne Titel, 1993 / Fred Thieler

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Kunst und Antiquitäten bei Neumeister in München

Ach, wie sie schmerzvoll klagen



Johann Michael Hoppenhaupt II zugeschrieben, Armlehnstuhl, Berlin Mitte 18. Jahrhundert

Johann Michael Hoppenhaupt II zugeschrieben, Armlehnstuhl, Berlin Mitte 18. Jahrhundert

Das Kunstauktionshaus Neumeister in München lässt die zweite Jahreshälfte wie viele Kollegen eher sanft losgehen. In der Auktion Alte Kunst am 29. September findet sich überwiegend Preiswertes im vier- und niedrigen fünfstelligen Bereich. Die Antiquitäten stellen eines der Hauptlose in Form eines eleganten Rokokofauteuils, dessen feine Schnitzereien auf die Kunst Johann Michael Hoppenhaupt d.Ä. verweist. Noch in den 1930er Jahren befand sich ein ähnlicher Stuhl im Berliner Schlossmuseum und wurde in der Literatur mehrfach abgebildet. Auch die erhaltenen Entwürfe Hoppenhaupts im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit für den Hof Friedrichs des Großen lassen ziemlich sicher auf die Autorschaft des gebürtigen Lausitzers schließen. 35.000 Euro soll das gute Stück kosten. Aus der gleichen Epoche stammt ein feiner Spiegelrahmen mit locker gruppierten Blattranken. Die verfeinerte Stilstufe lässt auf französischen Einfluss schließen, vielleicht entstand der 15.000 Euro teure Einrichtungsgegenstand im Rheinland.


Kunsthandwerk

Die Möbel listen etwa noch einen barocken Aufsatzsekretär mit später hinzugefügtem vierbeinigem Unterbau aus Franken (Taxe 8.000 EUR), eine prächtiger ausgestattete Tabernakelaufsatzschreibkommode, die sich exakter ins Mainfränkische des 18ten Jahrhunderts lokalisieren lässt (Taxe 15.000 EUR), und ein ähnliches Stück, diesmal aber aus Sachsen für 10.000 Euro. Für die rechte Wanddekoration sorgen zwei zusammengehörende, französische Tapisserien mit pastoralen Szenen in schon klassizistischer Rahmung aus den Jahren um 1780/85. Ob sie in den Manufakturen Gobelin oder Aubusson gewebt wurden, ist nicht sicher (Taxe je 12.000 EUR).

Bei den Skulpturen zeigt sich ein schlesischer Joachim mit Schaf aus der ersten Hälfte des 18ten Jahrhunderts recht bewegt in mehrfach gedrehter und geknickter Haltung (Taxe 5.000 EUR). Spätgotische Formelemente greift wohl Christoph Daniel Schenck bei zwei Birnbaumreliefs mit Petrus und Magdalena als reuige Sünder auf (Taxe 10.000 EUR). Barock wird es wieder bei einer kleinen Marienkrönung im Strahlenkranz, die Johann Benedikt Witz ebenfalls nur zugeschrieben ist (Taxe 3.500 EUR). Das Silber glänzt mit einem mächtigen Prunkhumpen mit Schlachtenszene des Historismus wohl aus Hanau für 12.000 Euro, und beim Porzellan dreht der unbemalte Capitano Spacca einer italienischen Manufaktur überzogen seine Kreise (Taxe 1.500 EUR).

Gemälde Alter Meister

Hauptwerk der Gemälde Alter Meister ist eine kleine Holztafel des mittleren 16ten Jahrhunderts, die mittig groß aufragend den heiligen Christopherus und ihm zur Seite die Heiligen Sebastian und Rochus präsentiert. Trotz eines eher mäßigen Erhaltungszustandes ist die ansprechende Qualität dieser Malerei noch durchaus erkennbar. Sie wurde einst dem Sieneser Giovanni Antonio Bazzi, genannt Sodoma, zugeschrieben, gilt jedoch seit neuesten Forschungen als eine Arbeit seines Landsmannes und Zeitgenossen Giorgio di Giovanni. Diese Zuschreibung stützt sich auf ein Sammlungsinventar der römischen Patrizierfamilie Aldobrandini aus dem 17ten Jahrhundert. Edle Provenienz kommt also auch noch hinzu bei dieser für 25.000 Euro offerierten Tafel, wenn die Vermutungen denn zutreffen.

Einige qualitätvolle Stillleben umrahmen dieses Werk: Alexander Adriaenssens Jagdarrangement mit erlegten Vögeln, Früchten und Wein wohl von 1647 (Taxe 9.000 EUR), Jan Pauwel Gillemans d.J. opulente Versammlung von Obst und Gemüse vor und auf einem Sockel mit Ausblick in eine weite Landschaft (Taxe 18.000 EUR) und eine prunkvolle Elfenbeinkanne nebst Bierglas, schlanker Weinflöte und Zitrusfrüchten in chinesischem Porzellan von Johann Georg Hinz für 10.000 Euro. Bereits in der ersten Retrophase niederländischer Naturwiedergabe des 17ten Jahrhunderts steckt eine Darstellung der Verstoßung der Hagar in einer ziemlich trostlosen Abendlandschaft aus Johann Christian von Mannlichs Jugend- und Ausbildungszeit in Rom des Jahres 1767. Berühmt und für die Kunstgeschichte bedeutend wurde Mannlich später vor allem als bayerischer Museumsmann, der die bedeutenden Sammlungen der Wittelsbacher zum Bestand der Alten Pinakothek zusammenführte. Seine durchaus ansprechende Qualität als Maler soll 13.000 Euro wert sein.

Gemälde Neuerer Meister

Fast trivial mutet der Höhepunkt bei den Neueren Meistern an: Ein Entenbild Alexander Koesters ist es mit neun Tieren im Stroh – gut gemalt und mit 40.000 Euro entenkoestergerecht taxiert. Doch die ganz großen Stücke vermisst man in dieser Abteilung und wird eher bei einer Reihe gefälliger Landschaften und Genreszenen fündig wie Hermann Herzogs stürmisch an einer Mühle vorbei heruntertosendem Wasserfall von 1860 (Taxe 8.000 EUR), Johann Bernhard Klombecks detailliert gemaltem Eichenwald mit kleiner Figurenstaffage ein Jahr später (Taxe 14.000 EUR) oder Hugo Darnauts Aquarell mit dem Blick auf das frühlingshafte Salzburg (Taxe 1.800 EUR). Von draller Verspieltheit sind Felix Schlesingers Kinderpaar mit Kätzchen (Taxe 8.000 EUR) und Mathias Schmids Dorfjugend beim Blinde Kuh-Spielen, ein Gemälde, das vor elf Jahren eine große Retrospektive des Tiroler Malers in Innsbruck zierte (Taxe 15.000 EUR). Einen ruhigen Blick in einen Laubengang mit jungen Novizen in weißen Ordenskleidern vermittelt dagegen der Münchner Akademieprofessor Paul Hoecker (Taxe 3.000 EUR).

Biedermeierlich abgeschieden gibt sich dagegen die junge Mutter mit ihren beiden Kindern auf dem Friedhof. Wohl klagen sie um ihren verstorbenen Ehemann und Papa, doch voller Vertrauen geht der Blick der Witwe gen Himmel – ein typisches Nazarenermotiv also, gemalt 1836 von Heinrich Wilhelm Zimmermann aus Danzig (Taxe 3.500 EUR). Unter die Biedermeiermaler rechnet auch Carl Christian Vogel von Vogelstein. Ihm wird ein Portrait des 1801 geborenen Prinzen Johann von Sachsen als Komtur des Johanniter-Maltheserordens zugeschrieben, dessen Entstehung um 1820 durch das jugendliche Alter des Dargestellten nahegelegt wird (Taxe 15.000 EUR). Zeitlich am anderen Ende dieser Abteilung steht etwa Otto Altenkirchs impressionistischer Sommertag „Am Waldgut“ aus dem Jahr 1919 (Taxe 1.800 EUR).

Noch einmal auf die Landschaft kommt man mit Eduard Papes Blick auf das sizilianische Städtchen Cefalù im Spätsommer des Jahres 1848 mit dem romanischen Dom auf der linken Bildseite (Taxe 6.000 EUR). Einen ganz ähnlichen Blickwinkel, wenn auch in engerem Ausschnitt, wählte sein Zeitgenosse Carl Friedrich Heinrich Werner dreizehn Jahre zuvor in einem Aquarell, das für 3.800 Euro in der Abteilung Zeichnung angeboten wird. Auch Julius Köhnholz zog es in den Süden. Als Morgenstimmung legte er die Küste bei Monte Carlo im Licht der aufgehenden Sonne an (Taxe 4.000 EUR). Georg Macco entführt in seinen Aquarellen gar in den Orient, einmal in die Grabeskirche nach Jerusalem, das andere Mal nach Indien an den Ganges zur farbenprächtigen Stadt Benares (Taxen je 600 EUR).

Die Auktion beginnt am 29. September um 9:30 Uhr. Die Besichtigung der Objekte ist bis zum 27. September täglich von 9 bis 17:30 Uhr, samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr möglich.

Kontakt:

Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

Barer Straße 37

DE-80799 München

Telefax:+49 (089) 23 17 10 55

Telefon:+49 (089) 231 71 00

E-Mail: auctions@neumeister.com



23.09.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Veranstaltung vom:


29.09.2010, Alte Kunst - Varia

Bei:


Neumeister Münchener Kunstauktionshaus GmbH & Co. KG

Bericht:


Selektive Käuferlust

Kunstwerk:

Spiegel, wohl Rheinland, 18. Jahrhundert
Spiegel, wohl Rheinland, 18. Jahrhundert

Kunstwerk:

Heinrich Wilhelm Zimmermann, Junge Frau mit ihren beiden
 Kindern auf dem Friedhof, 1836
Heinrich Wilhelm Zimmermann, Junge Frau mit ihren beiden Kindern auf dem Friedhof, 1836

Kunstwerk:

Carl Christian Vogel von Vogelstein zugeschrieben, Prinz
 Johann von Sachsen, um 1820
Carl Christian Vogel von Vogelstein zugeschrieben, Prinz Johann von Sachsen, um 1820

Kunstwerk:

Mathias Schmid, Blinde Kuh – Dorfjugend beim Spiel in der Stube
Mathias Schmid, Blinde Kuh – Dorfjugend beim Spiel in der Stube

Kunstwerk:

Felix Schlesinger, Kinder mit Kätzchen
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Kunstwerk:

Alexander Koester, Enten im Stroh
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Jan Pauwel Gillemans d.J., Stillleben mit Früchten und einer Silberschale

Jan Pauwel Gillemans d.J., Stillleben mit Früchten und einer Silberschale

Taxe: 18.000,- EURO

Losnummer: 509

Mathias Schmid, Blinde Kuh – Dorfjugend beim Spiel in der Stube

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Taxe: 15.000,- EURO

Zuschlag: 15.000,- EURO

Losnummer: 713

Heinrich Wilhelm Zimmermann, Junge Frau mit ihren beiden Kindern auf dem Friedhof, 1836

Heinrich Wilhelm Zimmermann, Junge Frau mit ihren beiden Kindern auf dem Friedhof, 1836

Taxe: 3.500,- EURO

Losnummer: 759

Johann Bernhard Klombeck, Eichenwald mit Figurenstaffage, 1861

Johann Bernhard Klombeck, Eichenwald mit Figurenstaffage, 1861

Taxe: 14.000,- EURO

Losnummer: 644

Georg Macco, Benares (Indien)

Georg Macco, Benares (Indien)

Taxe: 600,- EURO

Losnummer: 461

Paul Hoecker, Novizen im Laubengang

Paul Hoecker, Novizen im Laubengang

Taxe: 3.000,- EURO

Zuschlag: 2.500,- EURO

Losnummer: 624

Alexander Adriaenssen, Stillleben mit erlegten Vögeln, Weinkrug und Früchten, wohl 1647

Alexander Adriaenssen, Stillleben mit erlegten Vögeln, Weinkrug und Früchten, wohl 1647

Taxe: 9.000,- EURO

Losnummer: 497

Johann Georg Hinz, Stillleben mit Elfenbeinprunkkanne, chinesischer Schale, Bierglas und Weinflöte

Johann Georg Hinz, Stillleben mit Elfenbeinprunkkanne, chinesischer Schale, Bierglas und Weinflöte

Taxe: 10.000,- EURO

Losnummer: 514

Spiegel, wohl Rheinland, 18. Jahrhundert

Spiegel, wohl Rheinland, 18. Jahrhundert

Taxe: 15.000,- EURO

Losnummer: 373

Carl Christian Vogel von Vogelstein zugeschrieben, Prinz Johann von Sachsen, um 1820

Carl Christian Vogel von Vogelstein zugeschrieben, Prinz Johann von Sachsen, um 1820

Taxe: 15.000,- EURO

Losnummer: 743

Carl Friedrich Heinrich Werner, Blick auf den Dom von Cefalù, 1835

Carl Friedrich Heinrich Werner, Blick auf den Dom von Cefalù, 1835

Taxe: 3.800,- EURO

Losnummer: 493

Felix Schlesinger, Kinder mit Kätzchen

Felix Schlesinger, Kinder mit Kätzchen

Taxe: 8.000,- EURO

Losnummer: 711

Julius Köhnholz, Küste bei Monte Carlo im Morgenlicht

Julius Köhnholz, Küste bei Monte Carlo im Morgenlicht

Taxe: 4.000,- EURO

Zuschlag: 15.000,- EURO

Losnummer: 647




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