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Informel im Ruhrgebiet

Gleich drei Ausstellungen widmen sich derzeit der Kunst des deutschen Informel. Nachdem das Gustav-Lübcke-Museum in Hamm bereits Anfang September mit einer Präsentation seines Sammlungsschwerpunktes von Gemälden der gestischen Kunst nach 1945 vorangeschritten ist, haben die Kunsthalle Recklinghausen und das Märkische Museum in Witten am vergangenen Wochenende nachgezogen. Letzteres zeigt plastische Arbeiten und damit Werke einer Gattung, die das Informel bis in die 1980er Jahre hinein mehr oder weniger stiefmütterlich behandelt wurde. Die Werke stammen überwiegend von Ernst Hermanns, Emil Cimiotti, Friedrich Werthmann und Otto Herbert Hajek. Alle vier Künstler haben sich über viele Jahrzehnte hinweg mit der Befreiung der Skulptur aus formalen Zwängen beschäftigt und sind während dieses Prozesses zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen gelangt, die anhand von circa fünfzig Arbeiten vorgestellt werden.

Die Kunsthalle Recklinghausen zeigt Arbeiten der Künstlergruppe „Junger Westen“ auf Papier. Rund 120 Arbeiten unter anderem von Gerhard Hoehme, Karl Otto Götz, Fred Thieler, Conrad Westpfahl, Peter Brüning, Karl Fred Dahmen, Rolf Cavael, Winfred Gaul, Bernard Schultze und K.R.H. Sonderborg sollen darlegen, wie sehr sich die Kunst des deutschen Informel gerade im Skizzen- und Prozesshaften, im raschen und unmittelbaren Gestus ihre Bahn brach. Die gemeinsame Ausstellung ist der offizielle Beitrag der drei Museum zum Vermittlungsprojekt Collection Tours, das die zwanzig RuhrKunstMuseen im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres initiieren.

Die Ausstellung „Bewegte Strukturen. Sammlungsschwerpunkt Informel – Gemälde“ im Gustav-Lübcke-Museum in Hamm ist bis zum 27. Februar 2011 zu sehen, die Ausstellung „Formen zum Explodieren bringen. Die Kunst des Informel auf Papier“ in der Kunsthalle Recklinghausen bis zum 28. November und die „Entfesselung der Form. Plastik und Skulptur des Informel“ im Märkischen Museum Witten bis zum 5. Dezember. Das Gustav-Lübcke-Museum in Hamm ist dienstags bis samstags von 10 bis 17 Uhr, sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 7 Euro, ermäßigt 5 Euro, die Familienkarte kostet 15 Euro. Die Kunsthalle Recklinghausen hat täglich außer montags zwischen 11 und 18 Uhr. Der Eintritt beträgt 1,50 Euro, ermäßigt 0,75 Euro. Das Märkische Museum Witten öffnet dienstags bis sonntags zwischen 12 und 18 Uhr kostenlos seine Pforten.

Gustav-Lübcke-Museum
Neue Bahnhofstraße 9
D-59065 Hamm

Telefon: +49 (0)2381 – 17 57 04
Telefax: +49 (0)2381 – 17 29 89

Kunsthalle Recklinghausen
Große-Perdekamp-Straße 25-27
D-45657 Recklinghausen

Telefon: +49 (0)2361 – 50 19 35
Telefax: +49 (0)2361 – 50 19 32

Märkisches Museum Witten
Husemannstraße 12
D-58452 Witten

Telefon: +49 (0)2302 – 581 25 50
Telefax: +49 (0)2302 – 581 25 69

Quelle: Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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