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Enten am Wehr / Alexander Koester

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Stillleben mit Blaudistel und Fruchtschale, 1958 / Karl Schmidt-Rottluff

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Die zweite Auktion aus dem Lager der Stuttgarter Galerie Valentien mit Irene Lehr

Volles Rohr



Auch auf der zweiten Versteigerung von Beständen der Stuttgarter Galerie Valentien durch die Berliner Auktionatorin Irene Lehr kam ein erfreuliches Gesamtergebnis zustande. Fast 590.000 Euro spielten die 266 verkauften Werke am vergangenen Samstag ein. Etwas über 310 Losnummern standen zur Disposition. Das entspricht einer Quote von gut 85 Prozent – gewohntes Lehr-Niveau also. Ein Wehmutstropfen nur, dass sich nicht auch das Hauptlos unter den Zuschlägen wiederfand. Doch 150.000 Euro für ein Blumenstillleben Gabriele Münters aus dem Jahr 1933 war den Sammlern einfach zu viel. Das in Öl gemalte Stück, das in das von der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung neu herausgegebene Werkverzeichnis aufgenommen wird, steht noch für 140.000 Euro auf der Nachverkaufsliste. Zum Hauptlos der Auktion avancierte daher Lyonel Feiningers Tuschfederaquarell „Nieder-Grundstedt“ aus dem Jahr 1917. Auf 40.000 Euro angesetzt, ging das im Juli 1917 datierte Blatt erst bei 62.000 Euro in neue Hände über.


Großeinkauf betreiben die Kunden am 18. September in Stuttgart vor allem bei den kleinen Preisen. Otto Dix’ schwarze Kreidezeichnung „Graben in der Champagne“ aus dem Kriegsjahr 1915 für 6.000 Euro (Taxe 8.000 EUR), Max Beckmanns impressionistisch anmutende Bleistiftzeichnung eines weiblichen Rückenakts mit dem Kopf nach unten, eine Vorstudie zu seinem Ölgemälde „Amazonenschlacht“, aus dem Jahr 1911 für ebenfalls 6.000 Euro (Taxe 4.000 EUR) und Paul Kleinschmidts füllige Dame „In der Garderobe“ von 1934 für 9.500 Euro gehörten zu den prominentesten Papierarbeiten des deutschen Expressionismus (Taxe 9.000 EUR). Unter den Druckgrafiken gesellten sich Erich Heckels Holzschnitt „Jüngling“ von 1917 bei 4.900 Euro (Taxe 2.500 EUR) oder Kurt Schmidts ebenso kantiges Blatt „Dachkammer“ um 1920 für 400 Euro hinzu (Taxe 180 EUR), unter den Zeichnungen Rudolf Schlichters „Kreuzanheftung“ von 1939 für 1.600 Euro (Taxe 1.000 EUR). Teuerstes Ölgemälde wurden für 30.000 Euro Alexander Kanoldts aufragende „Häuser im Gebirge mit Turm“ von circa 1911 (Taxe 35.000 EUR).

In der Abteilung der deutschen abstrakten Malerei reüssierte Theodor Werner mit der schönen Temperamalerei „Phönix 2“ aus dem Jahr 1937 bei 21.000 Euro. Das rund einen Meter hohe Gemälde mit schwebenden Flügelformen zählt zu den wenigen erhaltenen Bildern des Meisters aus der Vorkriegszeit (Taxe 20.000 EUR). Zu den Altmeistern der Nachkriegszeit gehörte wie Werner der Wahlbadenwürttemberger Max Ackermann. „An die Freude VIII“ von 1958 blieb indes bereits bei 10.000 Euro hängen (Taxe 15.000 EUR); dafür ging sein ein Jahr älteres Pastell mit mosaikartigen Strukturen für 5.000 Euro weg (Taxe 4.000 EUR). 1958 entstand auch Adolf Fleischmanns Streifenbild im Oval, das erwartungsgemäß 6.000 Euro erlöste. Weniger bekannt ist der 1906 in Münster geborene Maler Wilhelm Imkamp. Seine Fangemeinde beschränkt sich bislang noch weitgehend auf einstellige Preise, wie 4.200 Euro für eine unbetitelte Gouache von 1965 oder 3.400 Euro für fröhliche „Kontraste“ von 1968 (Taxen 3.500 und 3.000 EUR).

Bei den ausländischen Künstlern war die Auswahl etwas eingeschränkter. Marc Chagalls liebevolle Farblithografie „Maternité“ von 1954 für 12.500 Euro (Taxe 8.000 EUR) und Pablo Picassos intime „Jacqueline lisant“ von 1957 für 16.000 Euro (Taxe 12.000 EUR) bewiesen lediglich ihren Ruf als unverwüstliche Auktionsrenner. Georges Braque steuerte dann noch seine bunte Aquatintaradierung „Feuillage en couleurs“ von 1956 für gute 6.400 Euro bei (Taxe 5.000 EUR). Vollständig zugeschlagen wurde ein rundes Dutzend Druckwerke, Skulpturen und Zeichnungen des vor einem Jahr verstorbenen Österreichers Alfred Hrdlicka für bis zu 3.500 Euro teils über der jeweiligen Schätzung. Eine komplette Folge vom „Regentag“ seines Landsmanns Friedensreich Hundertwasser erbrachte marktübliche 11.000 Euro (Taxe 9.000 EUR).

Weitgehend gut aufgenommen wurde die Sparte gegenständlicher Malerei deutscher Künstler der 1960er bis 1980er Jahre. Dabei erwies sich der Realismus als durchaus gefragter als die eher surrealen Arbeiten. Letztere mussten sich mit 2.200 Euro für ein 1965 entstandenes grünes Küstengebirge Axel Arndts (Taxe 1.800 EUR), 2.600 Euro für Claus-Dietrich Hentschels „Unter Bäumen III“ von 1977 (Taxe 600 EUR) oder 950 Euro für Otto Engbarths „Landschaft und Systeme“ aus dem Jahr 1975 bescheiden (Taxe 600 EUR). Rune Mields’ riesig ins Bild gesetztes schwarzes Rohr „B 26/70“ von 1970 sprang dagegen von 1.200 Euro auf 4.000 Euro, und Jan Peter Tripps feinste Acrylzeichnung „Die blaue Stunde“ aus dem Jahr 1986 schaffte sogar starke 7.000 Euro (Taxe 1.500 EUR). 1.800 Euro spielte Franz Sequencs Ansicht einer trostlosen Kiesgrube mit Betonfabrik im Hintergrund unter dem Titel „Erwitte II“ von 1976 ein (Taxe 600 EUR), und 5.500 Euro waren es schließlich bei Lambert Maria Wintersbergers mystischem, von innen heraus leuchtendem „Portrait H. Müller“ von 1974 (Taxe 5.000 EUR).

Stets unangepasst und eigenbrötlerisch wandelte der Hamburger Horst Janssen durch die Zeit. Seine Anhängerschaft war schon zu Lebzeiten groß. Eine fulminante Aquarell- und Tuschzeichnung wie seine in jeder Hinsicht fragmentierte „Kerstin“ von 1978 stößt daher erst bei 15.000 Euro an ihre Grenzen. Ebenso Dieter Roth. Mit seinen meist nicht allzu ernst und verhärtet verfolgten Erweiterungen des Kunstbegriffs schrieb er in der zweiten Hälfte des 20sten Jahrhunderts Kunstgeschichte. Seine sechsteilige Farbsiebdruckmappe „6 Piccadillies“ aus dem Jahr 1970 dekliniert verschiedene Malstile des späten 19ten und 20sten Jahrhunderts durch, wobei drei Busse als leitmotivisch auf allen Blättern wiederkehren. 16.000 Euro übertrafen die Schätzung noch um 6.000 Euro.

Teuerste Skulptur der Auktion wurde Fritz Nuss’ klassische Bronze „Sinnende, stehend“ aus dem Jahr 1957 für 8.000 Euro (Taxe 3.000 EUR). Daneben konnten sich Wilhelm Loths bleierner Karyatidentorso „Kleinplastik 29/68“ aus dem Jahr 1968 für 3.400 Euro (Taxe 2.500 EUR), Hans Geipels kinetisches Objekt Nummer 327 aus 25 motorbetriebenen runden Edelstahlplatten von 1969 für 3.000 Euro (Taxe 900 EUR) und Thomas Lenks bemaltes Acrylrelief „Schichtung 36dII (In der Ebene)“ ebenfalls von 1969 für 4.000 Euro sehen lassen (Taxe 1.500 EUR). Ein besonders hübsches Stück der früheren Jahre war Otto Baums kompakte Holzplastik einer ruhenden Taube. Sie entstand 1940/41, als der Künstler mit Ausstellungs- und Arbeitsverbot belegt und durch die Kriegsereignisse ohnehin eingeschränkt war. 4.400 Euro honorierten somit auch eine schwierige Entstehungsgeschichte (Taxe 1.200 EUR). Das Hauptlos allerdings, Henry Moores „Reclining figure: Matrix“ von 1976, blieb unveräußert (Taxe 30.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dr. Irene Lehr Kunstauktionen

Sybelstraße 68

DE-10629 Berlin

Telefon:+49 (030) 881 89 79

Telefax:+49 (030) 881 89 95



21.09.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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18.09.2010, Sonderauktion Galerie Valentien

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Erneut zu Gast bei den Schwaben

Kunstwerk:

Alexander Kanoldt, Häuser im Gebirge mit Turm, um 1911
Alexander Kanoldt, Häuser im Gebirge mit Turm, um 1911







Alexander Kanoldt, Häuser im Gebirge mit Turm, um 1911

Alexander Kanoldt, Häuser im Gebirge mit Turm, um 1911

Taxe: 35.000,- EURO

Zuschlag: 30.000,- EURO

Losnummer: 177




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