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Enten am Wehr / Alexander Koester

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Stillleben mit Blaudistel und Fruchtschale, 1958 / Karl Schmidt-Rottluff

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Trotz schwieriger Zeiten glänzen bei Koller in Zürich die Möbel und Einrichtungsgegenstände wieder

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Filippo Buonocore und Bartolomeo Granucci, Paar Spiegel, Neapel um 1720/30

Filippo Buonocore und Bartolomeo Granucci, Paar Spiegel, Neapel um 1720/30

Man darf gespannt sein auf die kommende Auktion von Möbeln und Einrichtungsgegenständen bei Koller in Zürich. Zuletzt hat sich dieses luxuriöse Marktsegment als ausgesprochen schwierig erwiesen: Die vergangene Frühjahrsauktion endete mit lediglich einem Zuschlag jenseits der 100.000 Franken-Grenze, und der Rückgang fast der gesamten Spitzenriege glich mehr oder weniger einem Debakel. Davon unbeeindruckt aber ist die Qualität des Angebots am 16. September wieder unverändert hoch. Für 240.000 bis 360.000 Franken wird beispielsweise ein Paar fast drei Meter hoher Prunkspiegel angeboten, das einst zum Inventar des Palazzo Saluzzo di Corigliano in Neapel und damit einer reichsten neapolitanischen Familien des 18ten Jahrhunderts gehörte. Entworfen wurden die dezent mit Sirenen, Drachen und Blumengirlanden verzierten Stücke um 1720/30 von dem Architekten Filippo Buonocore, der auch den Palast umgebaut hat, und Bartolomeo Granucci.


140.000 bis 240.000 Franken soll ein elegantes Lackdamenbüro kosten, das um 1760 in einer unbekannten Pariser Meisterwerkstatt angefertigt wurde. In den geschwungenen Holzkorpus sind fernöstlich anmutende, aber imitierte Landschaften in Gold auf schwarzem Grund eingearbeitet. Die Namen großer französischer Ebenisten tauchen auf dieser Auktion relativ selten auf. Die feine Hand Jacques Dubois’ lässt ein um 1740/45 entstandenes Bureau plat vermuten, doch fehlt die letzte Sicherheit stiftende Signatur (Taxe 90.000 bis 140.000 SFR). Weitaus seltener ist von dem ursprünglich aus Skandinavien stammenden Pierre Harry Mewesen zu hören, über den man in der Tat auch herzlich wenig weiß. 1766 wird er Meister in Paris. Für diese Zeit ist seine blumengeschmückte und mit großzügigen Bronzen versehene Rokokokommode erstaunlich retrospektiv. Dennoch soll die hohe Verarbeitungsqualität zu 160.000 bis 260.000 Franken verpflichten.

In Grenoble betrieb die Kunstschreinerfamilie Hache die außerhalb von Paris wohl erfolgreichste und heute bekannteste Möbelwerkstatt Frankreichs. Gründer Thomas Hache lässt sich mit einem farbenfroh intarsierten Bureau Mazarin des späten Louis XIV blicken (Taxe 100.000 bis 150.000 SFR). Im Gegensatz dazu verließ sich sein Sohn Pierre Hache bei seiner breiten Konsole, deren dünne Beine in Bocksfüßen enden, auf monochrome, holzsichtige Schnitzereien (Taxe 90.000 bis 140.000 SFR). Den schweren Formen des Hochbarock sind noch eine Kommode mit dichter, fast malerischer Blumenmarketerie eines Pariser Meisters um 1680/1700 (Taxe 60.000 bis 90.000 SFR) und ein Mitteltisch in der Art Pierre Goles verpflichtet, dessen mit Vögel und Blumen aus Elfenbein und Edelhölzern dekorierte Platte auf vier Karyatiden ruht (Taxe 15.000 bis 25.000 SFR).

Von den Werken außerhalb Frankreichs sticht besonders ein prächtiger, in der Kleinteiligkeit und Buntfarbigkeit fast bizarr anmutender Aufsatzsekretär des Mainzer Meisters Heinrich Ludwig Rohde hervor. Nachweislich war Rohde für den Mainzer Hof des kunstsinnigen Kurfürsten Lothar Franz von Schönborn tätig, unter anderem seit 1724 für dessen Schloss Weißenstein in Pommersfelden. In dieser Zeit mag auch das jetzt für 100.000 bis 150.000 Franken offerierte Prunkmöbel entstanden sein. Auf den in Wien geborenen, aber weitgehend in Italien tätigen Architekten Leopoldo Pollack geht ein Paar stattlicher Empire-Konsolen zurück, das ein Genuser Meister um die Jahrhundertwende auf den Markt brachte. Mit 160.000 bis 260.000 Franken steht hier ein ebenfalls stattlicher Preis auf dem Etikett. Auswärtiger Vorlagen, wohl aus Paris, bediente sich zudem ein Turiner Meister um 1785 für seine ansehnliche Louis XVI-Konsole mit gezwirbelten Beinen und Maskarons zwischen stilisierten Weinranken (Taxe 65.000 bis 95.000 SFR).

Einen reichen Schatz an dekorativem Kunsthandwerk konnte Koller für seine Auktion zusammentragen. Besonders reizvoll ist die Kombination eines blauen Porzellanensembles aus Vase und zwei Papageien mit einer goldglänzenden Bronzefassung. Letztere wurde im 18ten Jahrhundert der aus China importieren Ware hinzugefügt (Taxe 150.000 bis 250.000 SFR). Das bewährte Duo aus Juste-Aurèle Meissonnier als Entwerfer und Jacques Caffiéri als Ausführender tritt einmal mehr mit einem Satz von vier Wandappliken um 1750 auf, die sich durch ihren virtuosen Schwung auszeichnen. Vor einem Jahr verkaufte Koller ein Paar ähnliche Stücke für 94.000 Franken, jetzt werden für die doppelte Anzahl 120.000 bis 180.000 Franken erwartet. Für Licht sorgen auch zwei Torcheren, die nach Vorlagen des schottischen Architekten Robert Adam mit Widderköpfen auf Bocksfüßen um 1800 in England geschnitzt wurden (Taxe 22.000 bis 28.000 SFR).

Besonders die Uhren machen auf sich aufmerksam. Ohne die geringsten Anzeichen von Erschöpfung betätigt sich ein kräftiges, dunkel patiniertes Bronzewildschwein als Träger eines runden Gehäuses mit obenauf thronendem Putto um 1760/70, derweil ein schwaches Dromedar unter seiner rund zwanzig Jahre früher weitaus üppiger dekorierten Last fast zusammenbricht. Beide Modelle stammen von Jean-Joseph de Saint-Germain, einem der bedeutendsten Erfinder solcher Uhrengehäuse. Ein identisches Exemplar vom Wildschwein gab es bei Van Ham im November 2009 für netto 53.000 Euro, das Dromedar ist zudem vom wiederholten Auftritt bei Koller etwas müde (Taxen zwischen 90.000 und 180.000 SFR). In schon klassizistischer Würde betätigt sich ein wuscheliger Löwe nach Entwürfen Marie-Joseph Cottins ein Uhrwerk von Pierre Le Roy mit Vasenaufsatz um 1780 (Taxe 100.000 bis 150.000 SFR).

Wer es gerne heimelig mag, sollte auf eine Bergere von Philippe-Joseph Pluvinet um 1780 zurückgreifen, deren Seiten wie bei einem Strandkorb hochgezogen sind und in einem halbrunden Dächlein enden, damit kein Luftzug den Sitzenden stört (Taxe 40.000 bis 70.000 SFR). Wem das noch nicht reicht, sollte seine Wände mit wärmenden Tapisserien schmücken. Der Katalog listet dazu etwa den „Triumph der Diana“, den die Brüsseler Teppichweber Jasper van der Borght oder sein Sohn Jean François van der Borght um 1720/40 in ihre Folge „Triomphes des Dieux et Déesses“ aufnahmen (Taxe 35.000 bis 55.000 SFR), eine Waldlandschaft mit kleiner Jagdszene zwischen einem Reiher und einem Hund, die Pierre Dumonteil um 1760 in Aubusson webte (Taxe 18.000 bis 28.000 SFR), und als preislicher Höhepunkt ein in Brüssel gefertigter, ausladender Bildteppich, der sich in der bäuerlichen Gesellschaft beim „Jeu de boule“ Vorlagen von David Teniers d.J. bedient (Taxe 60.000 bis 90.000 SFR).

Bleibt schließlich, wie bei Koller üblich, noch die Abteilung der historistischen Imitationen des späten 19ten Jahrhunderts. Ungeniert bediente sich beispielsweise Louis Guillaume Fulconis des berühmten schwerelosen Merkurs, mit dem Giambologna rund dreieinhalb Jahrhunderte zuvor einen Meilenstein des Manierismus in die Welt gesetzt hatte. Die Ceres des lebensgroßen Bronzefigurenpaars fügte Fulconis in enger Anlehnung an sein Vorbild spiegelbildlich hinzu (Taxe 80.000 bis 140.000 SFR). Unter den Möbeln ist ein Paar Eckschränke in Boulle-Technik mit schweren Bronzen von Mathieu Befort mit 60.000 bis 100.000 Franken am höchsten bewertet, doch dürfte es Konkurrenz durch einen chinoisen Schrank bekommen, bei dem Alphonse und Heber Lippmann um 1880 sogenannte Coromandellackpanneaux verwendeten (Taxe 50.000 bis 90.000 SFR).

Die Auktion beginnt am 16. September um 10 Uhr. Die Vorbesichtigung ist bis zum 12. September täglich von 10 bis 19 Uhr möglich.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch



09.09.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Jean-Joseph de Saint-Germain, Pendule, Paris um 1760/70

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Taxe: 130.000 - 180.000 SFR

Losnummer: 1128

wohl Jacques Caffiéri, 4 Wandappliken, Paris um 1750

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Taxe: 120.000 - 180.000 SFR

Zuschlag: 120.000,- SFR

Losnummer: 1126

Alphonse und Heber Lippmann, Schrank mit Coromandellackpanneaux, Paris um 1880

Alphonse und Heber Lippmann, Schrank mit Coromandellackpanneaux, Paris um 1880

Taxe: 50.000 - 90.000 SFR

Losnummer: 1262

Paar Torcheren, England, um 1800

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Taxe: 22.000 - 28.000 SFR

Zuschlag: 21.000,- SFR

Losnummer: 1174

Paar Konsolen, Genua, um 1800

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Taxe: 160.000 - 260.000 SFR

Losnummer: 1190

Jasper oder Jean François van der Borght, Tapisserie „Le Triomphe de Diane“, Brüssel um 1720/40

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Taxe: 35.000 - 55.000 SFR

Zuschlag: 38.000,- SFR

Losnummer: 1083

Pierre Harry Mewesen, Kommode, Paris um 1765/70

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Taxe: 160.000 - 260.000 SFR

Losnummer: 1129

Pierre Dumonteil, Jagdverdure, Aubusson um 1760

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Taxe: 18.000 - 28.000 SFR

Zuschlag: 13.000,- SFR

Losnummer: 1067

Heinrich Ludwig Rohde, Aufsatzsekretär, Mainz um 1725/26

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Taxe: 100.000 - 150.000 SFR

Losnummer: 1049

Philippe-Joseph Pluvinet, Berge „en confessional“, Paris um 1780

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Taxe: 40.000 - 70.000 SFR

Losnummer: 1140

Louis Guillaume Fulconis, Merkur und Ceres, Ende 19. Jahrhundert

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Taxe: 80.000 - 140.000 SFR

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Potpourri, China und Paris, 18. Jahrhundert

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Taxe: 150.000 - 250.000 SFR

Zuschlag: 148.000,- SFR

Losnummer: 1106

Kommode, Paris, um 1680/1700

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Taxe: 60.000 - 90.000 SFR

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