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Im April wurde der Kunstverein Schattendorf im Burgenland eröffnet. Hier wollen Amer Abbas und Werner Tranker eine Kommunikations- und Produktionswerkstatt für junge Kunst erschließen

Kunstbabel in der österreichischen Provinz



Dem Einsatz von engagierten Bürgern ist es immer wieder zu verdanken, dass abseits von Kulturmetropolen und öffentlich finanzierten Kunsttempeln kulturelle Orte gegründet und gefördert werden. Gerade in wirtschaftlich prekären Zeiten und die durch Wirtschaftskrise und Euro-Rettung erzwungene Sparwelle, bieten private und mit persönlichem Einsatz verbundene Aktivitäten in Randgebieten und auf dem Land, oftmals die einzige Perspektive auf öffentliche kulturelle Auseinandersetzung. Ein solches, besonders gelungenes Projekt, das mit seinem Startprogramm bereits im April dieses Jahres Aufmerksamkeit erregen konnte, ist der Kunstverein Schattendorf im österreichischen Burgenland. In der 2400 Einwohner zählenden Gemeinde, knapp an der Grenze zu Ungarn, haben der Wiener Galerist Amer Abbas und Werner Tranker ein ehemaliges Dorfgasthaus zu einem Kunstraum umgewandelt, mit der Absicht das kulturelle Angebot der Stadt und der Umgebung zu beleben.


Nachdem das Wirtshaus jahrzehntelang kommunikativer Treffpunkt gewesen war, wurde es zunächst noch als Grenzkaserne für das österreichische Bundesheer genutzt. 13 Jahre stand die Immobilie dann leer, ehe sie im Internet zum Verkauf angeboten wurde. Dort hat sie Amer Abbas entdeckt, erworben und mithilfe der Gemeinde, örtlicher Gewerbetreibender und vieler Helfer subtil renoviert, um den ursprünglichen Charme des Hauses zu erhalten.

Mit Schlagzeilen wie „Grenzgemeinde wird zum Artclub“ und „Schattendorf wird Kunstbabel“ reagierte die regionale Presse bereits euphorisch auf die erste Veranstaltungen im April dieses Jahres. Mit dem Projekt „Schildbürger“, einer Aktion mit 15 Straßenschildern, erlebte Schattendorf eine künstlerische Metamorphose. Das ehemalige Gasthaus im Zentrum des Ortes wurde mit künstlerischen Eingriffen und einer Schlagerperformance von Fritz Ostermayer mit neuem Leben erfüllt.

Nach dem Umbau präsentiert sich das Haus als sympathischer Ort für künstlerische Projekte. Aus dem ehemaligen Tanzsaal wurde ein lichtdurchfluteter weißer Raum. Der Schankraum blieb erhalten, ebenso eine kleine Bühne. Im oberen Stockwerk reihen sich mehrere Kabinette, die ehemaligen Gastzimmer, hintereinander. Sie bieten sich an für die Präsentation kleinerer Arbeiten und für räumliche Interventionen.

Getragen von der Idee der Similarität von Gasthaus und Kunstraum als Zentrum von Kommunikation und Austausch, versteht Abbas den Kunstverein Schattendorf sowohl als Plattform für heimische und internationale Künstlerinnen und Künstler, als auch als Kommunikations- und Produktionswerkstätte. Mit Kunstaktionen soll das Haus im Gespräch bleiben. Wie zum Beispiel mit dem zweiten Start-up Projekt „Fahrenheit“.

„Fahrenheit“ als Ausstellungstitel verweist einerseits auf die Einrichtung der freiwilligen Feuerwehr als einer wichtigen identitätsstiftenden Institution in den Gemeinden und zum anderen auf den Film „Fahrenheit 451“ von François Truffaut mit Oskar Werner in der Hauptrolle des Feuerwehrmannes. In dem Film gelten Bücher als unglückbringend und sind daher verboten. Die Feuerwehr hat die Aufgabe, Bücher aufzuspüren und zu verbrennen, um das gesellschaftliche Glück zu sichern.

Basierend auf diesem Film wurde in Schattendorf die Funktion der Feuerwehr umgekehrt. So hat beispielsweise die in St. Petersburg geborene und in Wien lebende Künstlerin Anna Jermolaewa mit der Feuerwehr in Schattendorf einen Film gedreht, der mit der Umkehridee sowohl der Feuerwehrfunktion als auch der des gesellschaftlichen Glücks arbeitet. Zahlreiche Beiträge der insgesamt 14 Künstlerinnen und Künstler, darunter Svenja Deininger, Manuel Gorkiewicz, Tatiana Lecomte, Ute Müller, Fabian Seiz oder Heimo Zobernig, wurden direkt vor Ort und mit lokalem Bezug geschaffen. Allerdings sind die Beiträge nicht einem thematischen Konzept unterworfen, vielmehr verstehen sie sich als Fragmente künstlerischer Handlungen, die den Ausstellungssort fiktional einzunehmen versuchen.

Mit seinem Engagement in verschiedenen kulturellen Bereichen hat Amer Abbas, ein gebürtiger Iraker, der seit 1976 in Österreich lebt, in Wien eine Galerie führt, eine Bar betreibt und an der Hochschule für Angewandte Kunst lehrt, in den vergangenen Jahren bereits große Anerkennung gefunden. So wurde seine Galerie „Kunstbüro“ von der Kunstzeitschrift „Flash Art“ auf Rang 75 unter die 100 weltbesten Galerien gereiht. Für sein Engagement in der burgenländischen Provinz gebührt ihm besonderer Respekt. Auf die nächsten Interventionen kann man gespannt sein.

Kontakt:

Kunstverein Schattendorf

Baumgartnerstraße 2

AT-7022 Schattendorf



31.08.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Jacqueline Rugo

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